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   Chapter 6 No.6

Robur der Sieger By Jules Verne Characters: 19988

Updated: 2017-11-30 00:04


Welches Ingenieure, Mechaniker und andere Gelehrte vielleicht am besten überschlagen.

?Wann wird der Mensch einmal aufh?ren, in der Tiefe umherzukriechen, um im Azur und im Frieden des Himmels zu leben?"

Die Antwort auf diese Frage Camille Flammarion's ist ziemlich leicht. Das wird dann geschehen, wenn die Fortschritte der Mechanik das Problem der Aviation, d. h. der Nachahmung des Vogelfluges, zu l?sen gestatten, und vor Ablauf weniger Jahre - das sah man ja voraus - mu?te eine praktische Verwerthung der Elektricit?t zur L?sung dieses R?thsels führen.

Schon im Jahre 1773, also ziemlich lange, bevor die Brüder Montgolfier ihre erste Montgolfière und der Physiker Charles seinen ersten Wasserstoffballon construirten, hatten einzelne abenteuerliche K?pfe davon getr?umt, mittelst mechanischer Apparate die Luft so zu sagen zu erobern. Die ersten Erfinder hatten also keineswegs an Apparate gedacht, welche leichter als die Luft waren, was schon der Standpunkt der physikalischen Wissenschaft ihrer Zeit nicht erlaubte. Sie gingen darauf aus, die Fortbewegung durch die Luft durch specifisch schwerere Apparate, durch Flugmaschinen, welche die Bewegung des Vogels nachahmten, zu erm?glichen.

Ganz dasselbe hatte schon jener Thor, der Icarus, der Sohn des Daedalus, gethan, dessen mit Wachs angeheftete Flügel ihm bei der Ann?herung an die Sonne abfielen.

Doch ohne bis auf mythologische Zeiten zurückzugehen, ohne eines Archytas von Tarent zu erw?hnen, begegnet man schon in den Arbeiten eines Dante von Perousa, eines Leonard de Vinci und Guidotti der Idee von Maschinen, welche bestimmt waren, sich in der Atmosph?re zu bewegen. Zweieinhalb Jahrhunderte sp?ter traten weit zahlreichere Erfinder auf. Im Jahre 1742 construirt sich der Marquis de Baqueville ein System von Flügeln, versucht dasselbe über der Seine und bricht beim Herabfallen den Arm. 1768 entwirft Paucton den Plan zu einem Apparat mit zwei Schrauben zum Heben und zur Fortbewegung. 1781 baut Meerwein, der Architekt des Fürsten von Baden, eine Maschine zur Nachahmung des Vogelflugs und verwirft den Gedanken der Lenkbarkeit von Ballons, welche eben erfunden worden waren. 1784 lassen Launoy und Bienvenu eine Helicoptere aufsteigen, die von Federn bewegt wurde. 1808 Fliegversuch des Oesterreichers Jakob Degen. 1810 erscheint ein Schriftchen von Deniau aus Nantes, in dem der Grundsatz des ?schwerer, als die Luft" beleuchtet ist. In den Zeitraum von 1811–40 fallen die Untersuchungn und Versuche von Berblinger, Vigual, Sarti, Dubochet und Cagniard de Latour. 1842 tritt der Engl?nder Henson mit seinem System der geneigten Ebene und durch Dampf bewegter Schraube auf; 1845 Cossus mit seinem Apparat mit Steigschrauben; 1847 meldet sich Camille Vert mit seiner Helicoptere aus Federbügeln; 1852 Letur mit seinem lenkbaren Fallschirm, dessen praktische Prüfung ihm das Leben kostete. In demselben Jahre tritt Michel Loup hervor mit seinem Vorschlage, bei dem die gleitende Bewegung in Verbindung mit vier sich drehenden Flügeln gebracht ist. 1853 Béléguic mit seinem durch Zugschrauben bewegten Aeroplan; Vaussin-Chardannes mit seinem lenkbaren Drachen; Georges Cauley mit seinen Fliegmaschinen, die ein Gasmotor treiben sollte. Zwischen 1854 und 1863 sind zu nennen: Josef Bline, der Patente auf verschiedene Systeme der Luftschifffahrt besitzt, Bréant, Carlingfort, Le Bris, Du Temple, Bright, dessen Steigschrauben sich in verkehrter Richtung bewegen; Smythies, Panafieu, Crosnier u. A. m. Endlich wird im Jahre 1863 auf Betreiben Nadar's in Paris eine Gesellschaft ?Schwerer, als die Luft" gegründet; hier führen die Erfinder ihre Maschinen vor, von denen schon verschiedene patentirt wurden, wie die von Ponton d'Amécourt und seine Dampf-Helicoptere; de la Landelle's System einer Verbindung von Schrauben mit geneigten Ebenen und Fallschirmen; Louvrié's Aeroscaph; Esterno's mechanischer Vogel; Groof's Apparat mit durch Hebel bewegten Flügeln. Jetzt, nachdem der Ansto? gegeben ist, erfinden die Erfinder, berechnen die Rechner Alles, was die willkürliche Fortbewegung durch die Luft ihrer praktischen Anwendung zuzuführen verspricht. Bourcart, Le Bris, Kaufmann, Smyth, Stringfellow, Prigent, Danjard, Pomès und de la Panze, Moy, Rénaud, Jobert, Hureau de Villeneuve, Achenbach, Garapon, Duchesne, Danduran, Parisel, Dieuaide, Melkisff, Forlanini, Brearey, Tatin, Dandrieux, Edison erdenken, construiren, erbauen und vervollkommnen - die Einen unter Anwendung von Flügeln oder Schrauben, die Anderen unter den von geneigten Ebenen - Maschinen, welche bereit sein werden, an dem Tage zu functioniren, wo ihnen ein glücklicher Erfinder einen Motor von hinreichender Kraft und au?erordentlicher Leichtigkeit hinzufügt.

Wir bitten wegen dieses etwas langen Namensverzeichnisses um freundliche Entschuldigung, doch es schien uns nothwendig, die Einzelstufen jener Leiter der Luftschifffahrtserfolge, auf deren Gipfel jetzt Robur der Sieger erscheint, vorzuführen. Ohne die schwachen Versuche und die kühnen Experimente seiner Vorg?nger, h?tte der Ingenieur ja unm?glich einen so vollkommenen Apparat zu construiren vermocht. Und wenn er nur ein ver?chtliches Achselzucken für Diejenigen hatte, welche noch immer starrsinnig dabei verharrten, die Lenkbarkeit von Ballons erfinden zu wollen, so standen bei ihm die Anh?nger des Grundsatzes ?schwerer als die Luft" in hohem Ansehen, ob das nun Engl?nder, Amerikaner, Deutsche, Oesterreicher, Italiener oder Franzosen waren - vor Allem letztere, deren durch ihn vervollkommnete Arbeiten ihn in den Stand gesetzt hatten, seine Flugmaschine, den ?Albatros", zu ersinnen und auszuführen, jenes Ungeheuer, das jetzt das Luftmeer durchma?.

?Die Taube fliegt! hatte einer der enthusiastischen Anh?nger des ?Albatros" gerufen.

- Man wird noch durch die Luft spazieren fahren, wie jetzt über die Erde! hatte darauf ein hochbegeisterter Vertheidiger derselben Theorie hinzugesetzt.

- Mit der Locomotive, der Aeromotive!" hatte der lustigste von Allen hinaustrompetet, der sich mit Vorliebe der Presse bediente, um die Alte und die Neue Welt für die Sache zu interessiren.

In der That steht es ja durch Rechnung und Erfahrung fest, da? die Luft ein sehr widerstandsf?higer Stützpunkt sein kann. Ein Kreis von einem Meter Durchmesser vermag als Fallschirm nicht allein das Eindringen in die Luft zu verlangsamen, sondern den Fall sogar isochronisch zu machen. Das war schon l?ngst bekannt.

Ebenso wu?te man, da? die Einwirkung der Schwerkraft, wenn die Fortbewegung eines K?rpers eine sehr schnelle ist, etwa im umgekehrten Verh?ltnisse des Quadrats zur Schnelligkeit abnimmt und zuletzt ziemlich bedeutungslos werden kann.

Man wu?te ferner, da? sich bei zunehmendem eigenen Gewichte eines fliegenden Thieres die zum Schwebenderhalten desselben nothwendige Oberfl?che der Flügel nicht in gleichem Ma?e vergr??ert, obwohl die Bewegungen, die es ausführt, etwas langsamer sein müssen.

Ein Aviations-Apparat mu? demnach so construirt sein, da? er diesen Naturgesetzen entspricht und dem Vogel nachgebildet ist, ?dem wunderbaren Typus der Fortbewegung in der Luft", wie Doctor Marey im franz?sischen Institut sich ausgedrückt hat.

Die Apparate nun, welche allein dieses Problem zu l?sen verm?gen, zerfallen in folgende drei Arten:

1. Die Helicopteren oder Spiraliferen, welche nur aus Schrauben mit verticalen Achsen bestehen.

2. Die Orthopteren, das sind Maschinen, welche ganz den natürlichen Flug der V?gel nachzuahmen bestimmt sind.

3. Die Aeroplanen, in Wirklichkeit geneigte Ebenen, wie die Papierdrachen der Knaben, aber von horizontalen Schrauben getrieben oder gezogen.

Jedes dieser Systeme hatte und hat selbst noch heute entschiedene Anh?nger, welche ihre Ansichten unab?nderlich als die richtigen hinstellen.

Aus mancherlei Gründen hatte Robur jedoch die beiden letzteren verworfen.

Es unterliegt zwar keinem Zweifel, da? die Orthoptere, der mechanische Vogel, gewisse Vorzüge aufweist. Die Arbeiten Renaud's haben dafür 1884 den Beweis beigebracht. Doch man darf, wie dem Genannten auch eingeworfen wurde, die Natur niemals sclavisch nachahmen wollen. Die Locomotiven sind auch nicht nach dem Vorbilde der Hasen und die Dampfschiffe nicht nach dem der Fische gebaut. Den ersteren gab man R?der, welche doch keine Beine sind, dem letzteren Schrauben, welche gewi? nicht den Flossen entsprechen. Und wir meinen, Beide laufen doch recht gut. Uebrigens wei? man noch gar nicht genau, wie der Flug der V?gel, welche sehr complicirte Bewegungen ausführen, eigentlich zu Stande kommt. Doctor Marey z. B. hat die Vermuthung ausgesprochen, da? die Federn der Flügel sich beim Aufschlag ?ffnen, um die Luft durchzulassen - ein Vorgang, der durch eine künstliche Maschine schwerlich herzustellen sein m?chte.

Andererseits ist es nicht zweifelhaft, da? auch die Aeroplane einige gute Erfolge aufzuweisen haben. Setzen die Schrauben den Luftschichten eine schiefe Ebene entgegen, so mü?te daraus eine ansteigende Bewegung hervorgehen, und kleine Versuchs-Apparate haben bewiesen, da? das disponible Gewicht, dasjenige, über welches man noch über das Eigengewicht des Apparates hinaus verfügen k?nnte, mit dem Quadrate der Geschwindigkeit zunahm. Hierin liegt offenbar ein gro?er Vortheil, der die der Aerostaten, welche aufgetrieben werden sollen, weit übertrifft.

Nichtsdestoweniger glaubte Robur, da?, wenn es etwas noch Besseres g?be, das auch noch einfacher sein müsse. Auch die Schrauben - die ihm im Weldon-Institut durch ein glückliches Wortspiel direct an den Kopf geworfen worden waren - konnten ja wohl allen Ansprüchen an seine Flugmaschine genügen. Die Einen sollten dieselbe in der Luft schwebend erhalten, die Anderen sie unter den besten Verh?ltnissen der Schnelligkeit und Sicherheit in der Horizontalen fortbewegen.

Theoretisch mü?te man ja mittelst einer nur kurzen, aber in der Fl?che gro?en Schraube, wie Victor Tatin es zuerst ausgesprochen hatte, dahin gelangen, ?wenn man es auf das Aeu?erst

e triebe, in ungeheures Gewicht durch verschwindend kleine Kraft zu heben".

Wenn die Orthoptere - durch Flügelschl?ge gleich einem Vogel - sich erhebt, indem sie sich in normaler Weise gegen die Luft stürzt, so steigt die Helioptere auf, indem sie mit ihren Schraubenflügeln schr?g dagegen wirkt, als ob sie eine geneigte Ebene hinaufklimme. Im Grunde hat sie ja nur schraubenf?rmig gewundene, an Stelle der schaufelartigen Flügel. Die Schraube bewegt sich nothwendig in der Richtung ihrer Achse fort. Ist diese vertical, so bewegt sie sich vertical; ist sie horizontal angebracht, so treibt sie in horizontalem Sinne.

Der gro?e Flugapparat des Ingenieur Robur beruhte nur auf diesen beiden Wirkungen.

Wir geben hier eine genaue Beschreibung desselben, welche füglich in drei Theile zerfallen kann, betreffend das Verdeck, die Schwebe- und Treibmaschinen und die ?u?ere Maschinerie.

Verdeck. Das war ein drei?ig Meter langes, vier Meter breites Bauwerk, ein wirkliches Schiffsdeck mit Vordersteven in Form eines Rammsporns. Darunter w?lbte sich der festgefügte Rumpf, der die Apparate zur Erzeugung der mechanischen Kraft barg, ferner befanden sich da die Pulverkammer, die Werkzeuge, das allgemeine Magazin für Vorr?the aller Art, darunter auch die Wassergef??e des Fahrzeugs. Rund herum standen leichte Pfosten, die, mit Eisendraht unter einander verbunden, die Reeling bildeten. Darauf aber erhoben sich drei Ruffs4, deren R?umlichkeiten zur Wohnung für das Personal und für die Maschinerie bestimmt sind. Im mittleren Ruff arbeitet die Maschine, welche das Schwebewerk in Bewegung setzt; in dem vorderen die Maschine für die vordere Treibschraube, im hinteren die für die hintere Schraube, so da? diese drei von einander v?llig unabh?ngig wirken. Nahe dem Vordertheile befindet sich der Ruff für die Werkstatt die Küche und die Mannschaftswohnung. Nahe dem Heck, im letzten Ruff, finden sich mehrere Cabinen, unter anderen die des Ingenieurs, ein Speisezimmer und darüber ein kleiner verglaster Raum, in dem sich der Steuermann aufh?lt, der das Ganze mittelst eines gewaltigen Steuerrades lenkt und leitet. Alle diese Ruffs werden durch Lichtpforten erhellt, deren Scheiben aus Hartglas bestehen, das eine zehnfach gr??ere Widerstandsf?higkeit als gew?hnliches Glas hat. Unterhalb des Rumpfes ist ein System von biegsamen Federn angebracht, dazu bestimmt, etwaige St??e zu mildern, obwohl eine Landung ungemein sanft bewerkstelligt werden konnte, so sehr war der Ingenieur Herr seines Apparates.

Auftriebs- und Treibmaschinen. Auf dem Verdeck erhoben sich lothrecht siebenunddrei?ig Achsen, von denen je fünfzehn an Back- und Steuerbord und sieben h?here in der Mitte errichtet waren, so da? das Ganze einem Schiffe mit siebenunddrei?ig Masten ?hnlich wurde; nur trugen diese Masten an Stelle der Segel jeder zwei horizontale Schrauben von kurzer Steigung und geringem Durchmesser, denen aber eine ungeheure Umdrehungsgeschwindigkeit ertheilt werden konnte. Jede dieser Achsen empf?ngt ihre Bewegung unabh?ngig von der anderen, und au?erdem drehen sich je zwei und zwei in entgegengesetztem Sinne - eine nothwendige Ma?regel, um den ganzen Apparat nicht in wellenf?rmige Bewegung kommen zu lassen. Auf diese Weise aber halten sich alle Schrauben, w?hrend sie eine wie die andere auf verticalen Lufts?ulen emporzusteigen streben, gegenseitig das Gleichgewicht. Der Apparat ist demnach mit vierundsiebenzig Schwebeschrauben ausgerüstet, deren drei Arme ?u?erlich durch einen Metallring zusammengehalten werden, der, als Schwungrad wirkend, die motorische Kraft besser ausnützen hilft. Am Vorder- wie am Hintertheile drehen sich, auf horizontalen Achsen montirt, zwei Treibschrauben mit vier Armen jede, welche der Fortbewegung des Ganzen vorstehen. Diese Schrauben, welche an Durchmesser die Auftriebsschrauben übertreffen, k?nnen sich ebenfalls mit der gr??ten Geschwindigkeit drehen.

Alles in Allem schlie?t sich dieser Apparat an die Systeme an, welche von Cossus, de la Landelle und de Ponton d'Amécourt aufgestellt und vom Ingenieur Robur verbessert wurden. Dagegen gebührt ihm bezüglich der Wahl und der Verwendung der motorischen Kraft unbedingt der Ruhm des Erfinders.

Maschinerie. Weder vom Dampf des Wassers oder anderer Flüssigkeiten, weder von der comprimirten Luft oder anderen elastischen Gasen und endlich ebenso wenig von explosiven Gemischen, welche f?hig sind, eine mechanische Wirkung auszuüben, entlehnte Robur die nothwendige Kraft, seinen Apparat schwebend zu erhalten und fortzubewegen, er nahm dazu die Elektrizit?t in Anspruch, jene Naturkraft, welche dereinst die Seele der industriellen Welt zu werden verspricht. Eine dynamo-elektrische Maschine verwendete er zur Erzeugung derselben jedoch nicht, sondern nur Batterien und Accumulatoren; nur war es Robur's Geheimni?, welche Materialien er zur Zusammenstellung seiner Elemente und welche S?uren er zur Erregung derselben anwendete; dasselbe galt für die Accumulatoren. Niemand wu?te, woraus deren positive und negative Platten bestanden. Der Ingenieur hatte sich aus gewissen Gründen wohl gehütet, darauf ein Patent zu nehmen. Unbestreitbar aber zeigten seine Batterien eine au?erordentliche Ergiebigkeit, die S?uren eine fast vollst?ndige Widerstandsf?higkeit gegen Verdunstung und Frieren, seine Accumulatoren eine unverkennbare Ueberlegenheit über die von Faure, Sellon, Volckmar, und endlich lieferten seine Str?me Ampères von bisher unerreichter Anzahl. Daraus aber ergab sich eine so zu sagen unendliche Menge elektrischer Pferdekr?fte zur Bewegung der Schrauben, welche dem Apparate eine seinen Bedürfnissen weit überlegene Schwebe- und Triebkraft unter allen Umst?nden verliehen.

Wir wiederholen jedoch, das war die Sache des Ingenieur Robur und darüber bewahrte er ein unverbrüchliches Geheimni?, und wenn der Vorsitzende und der Schriftführer des Weldon-Instituts nicht das Glück haben, dasselbe zu durchdringen, so dürfte es wahrscheinlich auf immer für die Menschheit verloren sein.

Es versteht sich von selbst, da? dieser Apparat infolge der glücklich gew?hlten Lage seines Schwerpunktes hinreichende Stabilit?t zeigte. Man brauchte also niemals zu fürchten, da? er mit der horizontalen bedenkliche Winkel bilden oder gar umschlagen k?nnte.

Es erübrigt noch mitzutheilen, aus welchem Material der Ingenieur Robur seinen Aeronef hergestellt hatte, ein Name, der für den ?Albatros" besonders geeignet erscheint. Welches war der so harte Stoff, da? das Bowie-Messer Phil Evans' ihn nicht zu ritzen und dessen Natur Onkel Prudent nicht zu erkennen vermochte? Ganz einfach - Papier!

Schon eine Reihe von Jahren hatte die Fabrikation desselben gro?e Ausdehnung gewonnen. Ungeleimtes Papier, dessen Bl?tter mit Dextrin und St?rkemehl impr?gnirt wurden, bildet unter der Wirkung der hydraulischen Presse ein Material von der H?rte des Stahls. Man erzeugt daraus Rollen, Schienen und Wagenr?der, welche haltbarer und gleichzeitig leichter sind, als solche aus Metall. Diese gro?e Haltbarkeit bei au?erordentlicher Leichtigkeit eben hatte Robur bei der Erbauung seiner Luftlocomotive zu benützen gesucht. Alles, Rumpf, Rippen, Ruffs, Cabinen, bestand aus Strohpapier, das unter hohem Drucke metall?hnlich geworden war und das sich - ein Umstand, bei einem in gro?er H?he dahinschwebenden Apparate gewi? von Werth - auch als unverbrennlich erwies.

Für die verschiedenen Theile der Schwebe- und Treibmaschinerie, wie für die Flügel der Schrauben hatte gelatiniertes Fasergewebe als ebenso widerstandsf?higes, wie biegsames Material gedient und von diesem auch, da es sich allen Formen anpa?te, in den meisten Gasen und Flüssigkeiten, S?uren und Salzen unl?slich war - ohne von seinen isolirenden Eigenschaften zu sprechen - in der elektrischen Maschinerie des ?Albatros" der ausgedehnteste Gebrauch gemacht worden.

Der Ingenieur Robur, sein Obersteuermann Tom Turner, ein Mechaniker mit zwei Gehilfen, zwei Bootsm?nner und ein Koch - Alles in Allem acht Personen - bildeten die ganze Besatzung des ?Albatros", welche für die bei der Fahrt durch die Luft n?thigen Man?ver übrig ausreichte. Jagd- und Kriegswaffen, Fischerger?the, elektrische Lampen, Beobachtungsinstrumente, Boussolen und Sextanten zur Erkennung der Fahrtrichtung, Thermometer zur Messung der Temperatur; verschiedene Barometer, die einen, um die erreichte H?he, die anderen, um die Ver?nderung des Luftdruckes zu messen, ein ?Stormglas" zum Erkennen drohender Stürme, eine kleine Bibliothek, eine kleine tragbare Druckerei, ein Geschütz auf Zapfen, in der Mitte des Decks, das, von rückw?rts geladen, ein Gescho? von sechs Centimeter Durchmesser schleuderte; der n?thige Vorrath an Pulver, Kugeln, Dynamitpatronen; eine Küche, in der die von Accumulatoren gelieferten Str?me zur Feuerung dienten, ein Vorrath von Conserven, Fleisch und Gemüse, die in einer Cambüse ad hoc neben Gef??en mit Brandy, Whisky und Gin aufgestapelt waren, endlich Alles, was w?hrend einiger Monate gebraucht werden konnte, ohne landen zu müssen - das bildete das Material und die Vorr?the des ?Albatros" - ohne die berühmte Trompete zu rechnen.

Au?erdem befand sich ein leichtes, unversenkbares Kautschukboot an Bord, das acht Mann auf einem Flusse, einem See oder auch auf ruhigem Meer tragen konnte. Fallschirme in Voraussicht eines eintretenden Unglücks führte Robur nicht mit sich. Er glaubte nicht an Unf?lle dieser Art. Die Achsen der Schrauben waren alle von einander unabh?ngig; der Stillstand der einen blieb auf die übrigen ohne Einflu?. Selbst wenn nur das halbe Triebwerk in Gang blieb, reichte es schon aus, den ?Albatros" in seinem natürlichen Element zu erhalten.

?Und mit ihm, wie Robur der Sieger Gelegenheit fand gegen seine Passagiere - Passagiere wider Willen - zu ?u?ern, mit ihm bin ich Herr jenes siebenten Welttheiles, der an Gr??e Australien und Afrika, Oceanien, Asien, Amerika und Europa übertrifft, jenes Icariens der Luft, das eines Tages noch Tausende von Icarussen bev?lkern werden!"

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