MoboReader > Literature > Zwischen neun und neun

   Chapter 19 No.19

Zwischen neun und neun By Leo Perutz Characters: 3061

Updated: 2017-12-04 00:03


?Ich hab' ihn!?

?Halten Sie fest!?

?Die H?nde! Packen Sie seine H?nde!? schrie Weiner dem Kellner zu.

?Lassen Sie los!? brüllte Demba auf und wehrte sich wie ein Wütender gegen die Arme, die ihn umklammert hielten.

?Geben Sie acht! Er schie?t!?

?Er hat einen Revolver!?

?Den Arm! Weiner, pack' den Arm!?

?Achtung!?

Demba war es gelungen, sich loszurei?en. Er teilte nach allen Seiten St??e und Fu?tritte aus und rannte in seiner Wut wie ein Stier mit dem Kopf gegen den Kellner.

?Festhalten! Festhalten.?

?Ich hab' ihn!?

?Doktor! Packen Sie seine Beine!?

?Loslassen!? tobte Demba und stie? mit dem Fu? aus.

?Ich bin getroffen!? heulte Weiner und fiel in einen Sessel.

Die beiden Theaterschülerinnen kreischten laut auf und hielten die H?nde vor das Gesicht. Sonja stand schon bei Weiner.

?Georg! Was ist dir geschehen?? schrie sie angstvoll.

?Ich bin getroffen! Hilfe!? ?chzte Weiner.

?Wo? Um Gottes willen!? – Alle Feindschaft war vergessen und Sonja mühte sich totenbla? vor Schrecken um den wimmernden Weiner.

?Lassen Sie los! Ich ersticke!? keuchte Demba; der Kellner pre?te ihm mit beiden H?nden den Hals zusammen.

?Den Revolver fort!? befahl Dr. Fuhrmann.

?Ich hab' ihn! Ich hab' seine H?nde!? schrie Horvath triumphierend.

?Lassen Sie los! Sie brechen mir den Arm!? gurgelte Demba, blaurot im Gesicht.

?Ich hab' den Revolver.?

?Achtung! Er ist geladen.?

?Vorsicht! Er geht los!?

Ein letzter, kurzer, verzweifelter Kampf.

Dann stie? Demba einen S

chrei aus. Horvath hatte ihm die H?nde im Gelenk gedreht.

?Da ist er.? Und Horvath brachte triumphierend Dembas H?nde unter dem Mantel hervor, zwei unselige, hilflose, jammervolle H?nde, mit Ketten kl?glich aneinander gefesselt.

Einen Augenblick lang war alles starr.

Dann gelang es Demba, sich loszurei?en.

Er blickte wild um sich, st?hnte leise, sch?pfte tief Atem und rannte zur Tür hinaus.

Ein paar Sekunden lang h?rte man ihn im Dunkeln zwischen Stühlen, Tischen und den leeren Kleiderst?ndern poltern.

Dann krachte eine Tür und alles war ruhig.

Dr. Fuhrmann war der Erste, der die Sprache wiedergewann.

?Was war das?? fragte er, noch immer au?er Atem.

?Habt Ihr das gesehen –?? keuchte Horvath, ersch?pft von der Anstrengung des Ringkampfes.

?Der mu? wo aus'kommen sein,? sagte kopfschüttelnd der Kellner.

?Wir müssen ihm nach,? rief Dr. Fuhrmann.

?Zur Polizei! Zur Polizei!? schrie Weiner und rieb sich sein Schienbein.

Der Gedanke, da? sie sich alle von einem Schatten, einer Lüge, dem Phantom einer Waffe hatten betrügen und in Furcht setzen lassen, brachte sie in Wut. Weiner hob das Rundreiseheft vom Boden auf und wischte sorgf?ltig den Staub von seinen Seiten.

?Es ist am besten, wir gehen aufs n?chste Kommissariat,? sagte Dr. Fuhrmann entschlossen. ?Wei? vielleicht jemand, wo der Kerl wohnt??

?Ich,? sagte Sonja mit harter Stimme und sie nahm das h?hnische L?cheln, die sp?ttischen Blicke und die Verachtung aller auf sich, um Demba zu verraten. ?Ich wei?, wo er wohnt.?

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