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   Chapter 12 No.12

Zwischen neun und neun By Leo Perutz Characters: 16159

Updated: 2017-12-04 00:03


?Herr von Gegenbauer!? rief die Haush?lterin. ?Herr von Gegenbauer, so wachen's doch auf! Drau?en ist ein Herr, der Sie sprechen m?cht.?

Fritz Gegenbauer erhob sich schlaftrunken vom Sofa, wurde aber sofort munter, als er von dem Herrn h?rte, der ihn sprechen wollte. Er hatte in der Nacht ein Renkontre mit einem Statthaltereibeamten gehabt und erwartete nun das Erscheinen der bekannten beiden Herrn mit den scharfgebügelten Hosenfalten.

?Ein Herr oder zwei??

?Einer,? sagte die Wirtschafterin.

?In Uniform oder in Zivil??

?In Zivil.?

?Wie sieht er aus? Ist er elegant??

?Na,? sagte die Haush?lterin im Tone ehrlichster überzeugung.

Fritz Gegenbauer trat an den Waschtisch und steckte den Kopf ins Wasser. Dann trocknete er sich eilig ab und bürstete sich mit wilder Energie seinen Scheitel zurecht.

?So. Jetzt k?nnen Sie den Herrn eintreten lassen.?

Er lehnte sich in l?ssiger Haltung an das Rauchtischchen, stützte eine Hand auf die Tischplatte und verschaffte sich durch einen Blick in den Spiegel die Gewi?heit, da? er wie ein Mann aussah, der mit überlegenheit und kühlem Gleichmut die Dinge an sich herantreten l??t.

Aber alle diese kriegerischen Vorbereitungen verpufften in die Luft. Nur Stanislaus Demba war es, dem die Haush?lterin die Zimmertür ?ffnete.

?Sie sind's, Demba?? rief Fritz Gegenbauer. ?Ich war auf anderen Besuch gefa?t, auf einen weit weniger angenehmen.?

?St?r' ich vielleicht?? fragte Demba.

?Gar keine Idee. Ich freue mich, Sie zu sehen. Setzen Sie sich doch, alter Freund.?

Demba setzte sich.

?Nun? Haben Sie sich endlich getr?stet über unser Pech?? fragte Gegenbauer.

?Unser Pech? hatte darin bestanden, da? Gegenbauer vor einem Vierteljahr bei seinem Rigorosum durchgefallen war. Ihn hatte dieses Ergebnis freilich nicht überrascht, er hatte es immer geahnt, und er gab viel auf Ahnungen, die ihn jedoch in der Stunde des Rigorosums kl?glich im Stich gelassen hatten, denn da hatte er keine Ahnung gehabt, was man eigentlich von ihm wissen wollte. Aber Demba, der ihn zur Prüfung vorbereitet hatte, mochte sich den gr??ten Teil der Schuld beigemessen haben und war Gegenbauer einige Monate hindurch beharrlich ausgewichen.

?Nehmen Sie eine Zigarette, Demba,? ermunterte Gegenbauer den Kollegen. ?Eine ganz neue Sorte hab' ich da: ?Ph?dra?. Kosten Sie einmal, von der algerischen Tabakregie. Meine Cousine Bessy hat sie mir aus Biskra mitgebracht. Mit Lebensgefahr hat sie sie über die Grenze geschmuggelt. Kosten Sie!? –

?Nein. Danke,? sagte Demba.

?Nein. Kosten Sie nur. Mich interessiert, was Sie von der Marke halten. Sie sind Kenner.?

?Danke, ich rauche nicht.?

?Was? Seit wann denn? Sie haben doch immer vierzig Stück im Tag verqualmt??

?Ich bin verkühlt,? sagte Demba und bekam sogleich einen grausamen Hustenanfall, an dem er unfehlbar erstickt w?re, wenn nicht das L?uten der Türglocke seine virtuose Darstellung der letzten Stunde eines Schwindsüchtigen unterbrochen h?tte.

?Jetzt sind sie da,? sagte Gegenbauer.

?Wer denn?? fragte Demba.

?Zwei Herren, die ausnahmsweise nicht zu einer Tarockpartie zu mir kommen.?

?So!? sagte Demba. ?Was haben Sie denn wieder angestellt, heut nachts??

?Ich kann mir nicht helfen. Im Frühjahr werd' ich immer st?ssig. Das k?nnten die Leut' schon wissen und sich ein bi?chen in acht nehmen.?

Es waren aber wieder nicht die beiden feierlichen Herrn, sondern nur der Postbote, der einen Brief und eine Karte brachte.

?Sie entschuldigen,? sagte Gegenbauer und begann zu lesen.

Demba hatte, ehe er an Gegenbauers Türglocke l?utete, einen Feldzugsplan entworfen. Sich einfach von Gegenbauer Geld leihen, das wollte er nicht. Nie im Leben h?tte er eine Bitte dieser Art über die Lippen gebracht. Nein. Das Geld mu?te ihm von Gegenbauer angeboten und aufgedr?ngt werden. Er hatte ihm vor einiger Zeit Kollegienhefte geliehen. Vorlesungen, die Demba im H?rsaal sorgf?ltig mitstenographiert und zu Hause mit Bienenflei? in Sch?nschrift übertragen hatte. Sie stellten einen ziemlichen Wert dar und Demba hoffte zuversichtlich, da? Gegenbauer die Hefte l?ngst verloren oder als unnütz fortgeworfen haben werde. Denn Gegenbauer war niemals im stande gewesen, Entliehenes aufzubewahren, dagegen aber immer bereit, für Schaden, den er angerichtet hatte, in gener?ser Weise aufzukommen. Darauf hatte Demba seinen Plan gegründet.

?Ich bin eigentlich gekommen,? begann er, als Gegenbauer den Brief auf den Tisch warf, ?ich bin nur gekommen, um zu fragen, ob Sie die Hefte noch brauchen, die ich Ihnen im Dezember geliehen hab'.?

?Welche Hefte?? fragte Gegenbauer zerstreut.

?Die Vorlesungen Steinbrücks über das r?mische Kunstepos –?

Gegenbauer dachte nach. ?Vier braune Hefte und eines ohne Deckel??

?Ja. Das sind sie.?

?Müssen Sie die unbedingt haben??

?Ja. Ich brauche sie notwendig. Ich habe n?mlich wieder einen Schüler bekommen.?

?Das ist unangenehm,? sagte Gegenbauer. ?Die hab' ich n?mlich verbrannt.?

Demba jubelte innerlich. Aber in dem jammervollsten Ton, der ihm zu Gebote stand, schrie er:

?Was sagen Sie? Verbrannt??

?Ja,? nickte Gegenbauer ohne eine Spur von Zerknirschung.

?Es ist nicht m?glich,? rief Demba.

?Ich habe alles verbrannt, was mich irgendwie an meinen Durchfall durchs Rigorosum erinnerte. Sogar den Zylinder, den ich damals auf hatte, hab' ich eingetrieben.?

?Lieber Gott, was machen wir jetzt!? klagte Demba.

?Sie sind ein Pechvogel,? stellte Gegenbauer fest. ?Haben Sie kein zweites Exemplar??

?Nein.?

?Das macht nichts,? sagte Gegenbauer. ?Dann wird er halt auch durchfliegen.?

?Wer denn??

?Ihr neuer Schüler.?

Demba hielt es bei diesem Beweis arger Herzlosigkeit für h?chste Zeit, mit praktischen Vorschl?gen hervorzutreten.

?Müller hat auch ein Exemplar,? sagte er nachdenklich.

?Wer??

?Ein gewisser Egon Müller. Aber der leiht es nicht her. Er will es nur verkaufen.?

?Wieviel verlangt er??

?Siebzig Kronen.?

?Dann ist ja alles in Ordnung. Warum haben Sie das nicht gleich gesagt, Sie Unglückswurm.? Er zog seine Brieftasche.

?Nein ich danke. Geld will ich nicht,? sagte Demba rasch.

Gegenbauer hielt ihm vier Banknoten in verlockende N?he.

?Ich bitte Sie, machen Sie doch keine Umst?nde. Die Hefte kann ich Ihnen nicht herzaubern. Also nehmen Sie das Geld.?

?Auf keinen Fall.?

?Warum nicht??

?Ich mache keine Geldgesch?fte mit meinen Kollegienheften.?

?Aber das ist doch kein Gesch?ft. Ich ersetze Ihnen doch nur Ihren Verlust.?

?Bitte, reden Sie selbst mit dem Müller und geben Sie mir dann die Hefte. Er wohnt Pazmanitenstra?e, elf.? Demba zitterte bei dem Gedanken, da? Gegenbauer auf diesen Vorschlag eingehen und das Geld wieder einstecken k?nnte.

?Ich kenne ihn nicht. Machen Sie sich das mit ihm aus,? sagte Gegenbauer.

Demba fiel ein Stein vom Herzen. Aber er schüttelte den Kopf.

Es l?utete.

?Das sind sie,? sagte Gegenbauer. ?Wissen Sie, Demba, Ihr Feingefühl in allen Ehren, aber ich kann jetzt nicht viel Geschichten mit Ihnen machen.? Er nahm ein Briefkuvert vom Schreibtisch, verschlo? die Banknoten darin und stopfte es in die Tasche, die in Dembas Pelerine einladend offen stand.

?So,? sagte er. ?Ich hab' Ihnen das Geld gegeben. Machen Sie jetzt damit, was Sie wollen.?

Das war es, was Demba bezweckt hatte. Das Geld befand sich in seiner Tasche. Er hatte keine seiner H?nde hervorziehen müssen, um es in Empfang zu nehmen. Und nun war es an der Zeit, an einen geordneten Rückzug zu denken.

?Zwei Herren sind drau?en,? meldete die Haush?lterin und legte die Visitkarte auf den Tisch. ?Wladimir Ritter von Teltsch.? ?Dr. Heinrich Ebenh?ch, Leutnant in der Reserve,? las Gegenbauer. ?Ich lasse die Herren bitten.?

?Also, ich werde mich jetzt drücken,? sagte Demba eilig. ?Ich danke Ihnen bestens, die Sache ist in Ordnung.?

?Servus! Servus!? sagte Gegenbauer zerstreut. ?Lassen Sie sich wieder mal bei mir blicken.?

Und Demba verlie?, die Beute in der Tasche, die Wohnung, an zwei unnahbaren Herren im Gehrock vorbei, die im Vorzimmer standen un

d in düsterer Entschlossenheit auf den Fu?boden starrten.

Demba jubelte und jauchzte. Es war gelungen. Und ganz ohne Mühe, ganz programm??ig beinahe. Der Anfang war gemacht. Siebzig Kronen! Demba fühlte im Gehen, wie bei jedem Schritt das Kuvert, das den Schatz enthielt, in der Tasche des Mantels knisterte. Siebzig Kronen! Das war zwar nur ein Bruchteil dessen, was er brauchte. Aber er hatte sich bewiesen, da? man die H?nde nicht braucht, um Geld zu erwerben. – Es ist nicht leicht, – dachte Demba, – aber es geht. Es geht! Er mu?te an einen Menschen denken, einen Agenten aus der Spiritusbranche, den er einmal sich rühmen geh?rt hatte: ?Heut hab' ich, ohne eine Hand zu rühren, fünfhundert Kronen verdient!? Ohne eine Hand zu rühren! Welch eine freche übertreibung. Sicher hatte er doch das Geld in die Hand genommen, die Brieftasche aus der Tasche gezogen, die Banknoten zusammengefaltet und in die Tasche geschoben. Dann die Quittung unterschrieben und dem Gesch?ftsfreund die Hand geschüttelt. Und das alles nannte der Mensch: Ohne eine Hand zu rühren. L?cherlich. Wenn er eine Ahnung h?tte, wie schwer das in Wirklichkeit ist: Geld erwerben, ohne die H?nde zu benutzen! Nein. Ein Kinderspiel ist das wahrhaftig nicht. Man mu? die Menschen durch List, durch überlegenheit des Geistes, durch volle Ausnützung der Situation, durch die Macht des Willens, durch die Gewalt des Auges zwingen, das zu tun, was man von ihnen erwartet. So wie ich jetzt den Gegenbauer gezwungen hab', mir das Geld aufzudr?ngen, das ich nicht nehmen konnte.

Demba blickte den Leuten nach, die an ihm vorüber gingen und lachte leise in sich hinein. Wenn einer von diesen vielen Menschen Augen h?tte, die meinen Mantel durchdringen k?nnten! Diese alte Dame mit dem eleganten Seidenschirm etwa. Nein, die w?re auch dann nicht gef?hrlich. Die würde sich schreiend in ein Haustor flüchten und in ihrem Schreck zehn Minuten lang kein Wort hervorbringen. Aber der Herr dort, der sieht energisch aus. Wie ein Hauptmann in Pension. Der würde sofort auf mich losgehen. Ich würde trachten, ihm rasch aus den Augen zu kommen, aber er würde schreien: Aufhalten! Aufhalten!

Wie sich im Nu das Stra?enbild ver?ndern würde. Dieser Tumult! Alle w?ren sie sofort hinter mir her. Keiner würde fliehen. Wenn sie in Massen sind, haben sie Mut. Gar, wenn es gegen einen geht, dem die H?nde gefesselt sind. Der Einsp?nnerkutscher dort, der würde sofort vom Bock herunterspringen und mit der Peitsche auf mich losgehen. Und der Mann im Wagen, ein Fremder wahrscheinlich, der wird auch dabei sein wollen, so etwas l??t man sich nicht entgehen. Und der B?ckerjunge wird mit seinem leeren Korb nach mir schlagen und der Konservatorist mit seinem Geigenkasten und der Dienstmann dort wird mir ein Bein stellen, wenn ich an ihm vorbeilauf', die ganze Welt ist gegen mich im Bunde, wenn sie die Handschellen an meinen H?nden sieht. Und ich hab' nur einen einzigen Menschen, der zu mir h?lt, einen einzigen Verbündeten: die Steffi. Nein. Noch einen zweiten: den Schlosserlehrling. Der Narr hilft mir, ohne es zu wissen. Vielleicht schmiedet er gerade jetzt, w?hrend ich an ihn denke, den Schlüssel, der am Abend meine Ketten ?ffnen wird. Und noch einen dritten Verbündeten hab' ich. Den besten: Die alte, brave Pelerine. Die beschützt mich. Die verbirgt mich wie eine Tarnkappe. Niemand sieht mich.

Der Wachmann dort. Wie gutmütig-stupid er aussieht mit seinem dünnen, braunen Backenbart. Er ahnt nichts. Er kümmert sich nur um den Wagenverkehr. Da? kein Auto in eine Elektrische hineinf?hrt und kein Fiaker in einen M?belwagen. Wenn der mich durchschauen, nein, wenn der nur einen ganz leisen Verdacht sch?pfen würde – ich w?re verloren. Aber er merkt nichts. Er kann nichts merken. Ich werde zum Spa? ganz nahe an ihm vorbeigehen. So! Wenn der Gedanken lesen k?nnte! Man sollte nur Gedankenleser und Hellseher als Wachleute verwenden. In den Varietés gibt es ihrer genug. Eine gute Idee, wahrhaftig. Irgend jemand sollte im Reichsrat den Antrag einbringen. Oder eine Interpellation: Ist Se. Exzellenz geneigt, an die hohe Polizeidirektion die Weisung ergehen zu lassen, da? künftighin tunlichst –

?Sie, Herr!?

Stanislaus Demba fuhr zusammen. Es war ihm, als h?tte er einen Schlag vor die Brust bekommen, dort, an der Stelle, wo das Herz pochte. Die Knie zitterten ihm. Langsam nur vermochte er sich zu fassen. – Ach Gott, wie man nur so leicht erschrecken kann. L?cherlich. Der Wachmann hat ja gar nicht mich gemeint ?Sie, Herr!? hat er gerufen, und ich hab' das gleich auf mich bezogen. Wei? Gott, wem das gegolten hat. Wahrscheinlich –

?Sie, Herr!? rief der Wachmann nochmals.

Demba blieb stehen, pl?tzlich und mit einem Ruck, als ob er zu Stein erstarrt w?re. Das Blut wich aus seinem Gesicht. Die Z?hne schlugen aneinander und das Herz pochte ihm bis zum Hals hinauf. – Nein. T?uschung war nicht m?glich. Ihm galt der Anruf. Keinem anderen. Und jetzt kam der Wachmann langsam, ganz langsam auf ihn zu –

Unf?hig, ein Glied zu rühren, aschfahl im Gesicht, erwartete Stanislaus Demba das Ende seiner Freiheit.

Und jetzt stand der Wachmann vor ihm und ma? ihn mit den Augen und eine Sekunde lang sprach er kein Wort, als ob er ausholte zum Sto?. Demba fühlte, da? er im n?chsten Augenblick niederbrechen werde. Und jetzt, jetzt kam's.

?Sie haben etwas verloren, Herr,? sagte der Wachmann h?flich.

Demba verstand nicht gleich.

?Haben Sie nichts verloren?? wiederholte der Wachmann.

Langsam fand Demba sich zur Welt zurück. Sprechen konnte er nicht, er schüttelte nur den Kopf.

?Ist Ihnen nichts aus der Tasche gefallen?? fragte der Wachmann nochmals.

Demba sah ein wei?es Kuvert in den H?nden des Polizisten, aber es gelang ihm nicht, einen Gedanken damit zu verbinden. Er fühlte nur, da? er wieder atmen konnte und sog in langem Zug die Luft ein. Irgendein schwerer Druck l?ste sich und wich aus seiner Herzgegend. Und jetzt d?mmerte es ihm auf, da? das Kuvert in den H?nden des Polizisten das Geld, sein Geld enthielt, da? er es verloren hatte, und da? er es zurückhaben müsse.

?Natürlich, das geh?rt mir,? wollte er sagen, aber im gleichen Augenblick stieg ihm ein furchtbares Bedenken auf.

Er konnte es nehmen. Gewi?. Er konnte das Kuvert geschickt und nonchalant mit den Fingerspitzen fassen, dem Wachmann wird das vielleicht gar nicht auffallen. Aber damit war die Sache ja nicht zu Ende! Um Gotteswillen, dann mu?te er mit ins Kommissariat, mu?te seinen Namen nennen, Erkl?rungen abgeben, irgend etwas unterschreiben, und auf dem Tisch des Polizeikommiss?rs lag vielleicht schon die Personsbeschreibung. Der Polizeibericht von heute morgen: Junger, etwa fünfundzwanzigj?hriger Mensch, anscheinend den besseren St?nden angeh?rend, gro?, kr?ftig, r?tlicher Schnurrbart, – und der Kommiss?r fa?t mich ins Auge, wirft wieder einen Blick in die Personsbeschreibung, sieht mich wieder an –

Stanislaus Dembas Entschlu? war gefa?t. Er verleugnete sein Geld.

?Mir geh?rt das nicht,? sagte er zu dem Polizisten und gab sich Mühe, da? seine Stimme nicht allzusehr zitterte.

?Ist Ihnen das Kuvert denn nicht aus der Tasche gefallen?? fragte der Wachmann erstaunt.

?Mir nicht,? sagte Stanislaus Demba.

Kopfschüttelnd besah der Wachmann das Kuvert. ?Dann kann es nur der Herr drüben verloren haben.?

Er ging auf einen Passanten zu, der kurz vor Stanislaus Demba die Stra?e überquert hatte und nun vor dem Schaufenster eines Kravattengesch?ftes stand.

Der Wachmann salutierte und der Herr vor dem Schaufenster zog h?flich seinen englischen, steifen Hut. Der Wachmann hielt ihm das Kuvert hin und sprach ein paar Worte und der Fremde h?rte ihn mit Aufmerksamkeit an. Dann sah Demba, wie der elegante Herr die Silberkrücke seines Malagarohres an den Arm h?ngte, dem Wachmann das Kuvert aus der Hand nahm und die Banknoten z?hlte. Wie er ein in Leder gebundenes Notizbuch aus der Tasche hervorholte, die Banknoten sorgf?ltig hineinlegte und das Buch in seiner Brusttasche verwahrte.

Und wie er dann dankend den Hut zog und sich gemessenen Schrittes entfernte.

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