MoboReader > Literature > Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914

   Chapter 4 No.4

Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 By Georg Dehio Characters: 396534

Updated: 2017-12-04 00:02


LAAS. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff, eingezogener quadr. Chor und überw?lbte Apsis; von rom. Kunstformen nichts erhalten,

LAMPERTSWALDE. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener Saal. - Denkm?ler.

Schlo? um 1690-1700.

LANDESWEHR bei Meiningen.

Burgruine. Von der 1525 zerst?rten ma. Burg stammt der schr?g am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.

LANDSBERG bei Meiningen.

Schlo? des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40 von D?bner. Innen gro?e Kunst- und Waffensammlung. 2 ?fen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und gemalte thüringische Alt?re E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten sind: Valentin Lendenstreich, der Meister der architektonischen Baldachine und der Meister des Neusitzer Altars.

LANDSBERG. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Stadt-K. sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen ge?ffnet. Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und L?we.

Doppelkapelle der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. - Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen, die durch eine ?ffnung im Boden des oberen in Verbindung stehen. Jedes hat 3 gr?tig gew?lbte Schiffe von gleicher H?he. 2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke elegant dekorierte S?ulen kontrastieren (Kapitelle interessante Weiterbildung des K?nigslutterer Typus); im W ein quer durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende Apsiden. Die enge Treppe liegt au?erhalb der SWand und ist geraden Laufs. Das zweite Obergescho?, als Wohnraum dienend, ist sp?tere Zutat. - Die 2 merkwürdigen Portale in Sachsen analogielos. Das gr??ere in der Architekturform einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfl?che [pg 231] reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles sehr verwittert. Am kleineren giebelf?rmiger Sturz ohne Entlastungsbg. Schnitzaltar, um 1500.

LANGBURKERSDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Schlo?. Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem 8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten 1749.

LANGENAUE. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und Portal; skulptiertes Tympanon, Christus im langen Rock am Kreuze stehend, zu Fü?en die Weltkugel, oben Sonne und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenb?ume; h?chst b?uerisch, wohl 12. Jh.

LANGENDORF. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. M. 13. Jh. Nach Brand 1505 whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke. Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgew?lbehalle.

LANGENHESSEN. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Triumphbg. und Chor sprom. - Gro?es spgot. Altarwerk von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln, in den Gem?lden Einflu? der fr?nkischen Schule.

LANGENLEUBA. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. rom., sehr verbaut; ein sch?nes Portal mit 2 S?ulenpaaren 1841 zwecklos zerst?rt.

LANGENLEUBA. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche Ausstattung im 18. Jh. - Vornehmes Grabmal für Joh. v. Kuntsch ? 1714.

Schlo? 1707, gro? und ehemals pr?chtig, jetzt in Verfall.

LANGENNAUNDORF. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne. Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.

LANGENREINSDORF. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. - Schnitzaltar 1500.

LANGENSALZA. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Bonifazius-K. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im 15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der Hauptachse und hat im Innern nur eine h?lzerne Flachdecke. Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert, [pg 232] von denen nur der n?rdl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau erreicht die für dieses Gebiet ungew?hnliche H?he von 81 m. Das gro?e WPortal hat seinen plastischen Schmuck im Bauernkriege verloren; es waren am Gew?nde 12 Statuen in zwei R?ngen und 2×3×4 Statuetten an den Bogenl?ufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon enth?lt (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das Jüngste Gericht, Kompositionsschema von S. Lorenz in Nürnberg; von einem fr?nkischen Künstler (?) am Pfosten ein Opferstock. Um einiges einfacher das n?rdl. Seitenportal, im Tympanon Kreuzigung. - Das Obergescho? über der Sakristei hat eine bmkw. bemalte Bretterdecke aus A. 16. Jh.

Stephans-K. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht im Stadtbrande von 1506 zerst?rt. Die dürftige Herstellung gab nur Bretterdecken und erh?hte das Msch., welches schlichte Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enth?lt nur die gerettete Au?enansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer Ma?werkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekr?nt. Die Fenster des Ma?werks beraubt. An der SSeite gro?es, lebhaft gegliedertes Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm scheint im Unterbau aus einer ?lteren Anlage zu stammen; der Oberbau neugot. 1860. - Unter den Grabsteinen sind die ?ltesten die des Dietrich v. Salza ? 1308 und Günther v. Salza ? 1322; roh in der Zeichnung und sehr besch?digt.

Augustiner-K. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke erhalten.

Rathaus 1742. - Marktbrunnen 1582. - Zahlreiche Reste der Stadtbefestigung.

LANGENSELBOLD. RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.

Schlo? des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters. Im Garten Grabstein eines Abtes aus 15. Jh.

LANGENSTEIN. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei schwebend.

LANGEWIESEN. Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren.

Stadt-K. 1675.

LANGHEIM. OFranken BA Lichtenfels.

Cistercienser-Klst., gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, S?kularisierung 1803, [pg 233] darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap. vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb., deren K?mpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungef?hr wie im Refektorium zu Heilsbronn), der Schlu? 5rippig über 1/2kreisf?rmigem Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte, platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die Klosterbauten wetteiferten in Gr??e und Opulenz mit denen von Ebrach. Der erhaltene Flügel tr?gt am Giebel die Zahl 1792, die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich von Balth. Neumann; Pl?ne desselben für Langheim in der Sammlung Eckart in Würzburg.

LANGHENNERSDORF. K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. Glasgem?lde.

LANGULA. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. modern, reich geschmückter spgot. Taufstein.

LAUB. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Bedeutende überlebensgro?e Sandsteinmadonna, stilistisch der Madonna im Würzburger Dom nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole datierbar auf ca. 1320.

LAUCHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stadt-K. 1479-96. Gro?er einheitlicher Bau, flachgedeckter Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W offener Halle.

Rathaus. Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. - Stadtbefestigung teilweise erhalten, am besten das Obertor.

LAUCHR?DEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte der Gegend im W. Emporen und h?lzernes Tonnengwb. - [Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln 18.Jh. - Kemenate der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. Hübsches Hoftor. Kamin.

LAUCHST?DT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit, als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt wiederhergestellt.

LAUDENBACH. UFranken BA Karlstadt.

Dorf, Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe am hohen Mainufer.

Pfarr-K. Charakteristischer Juliusbau von 1613.

[pg 234] Burg. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch, im Bauernkrieg zerst?rt. 2 rom. Bergfriede, in z. T. kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). - Nettes Schlo? im Dorf einfach renss.

LAUENSTEIN. OFranken BA Teuschnitz.

Burg. Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerst?rung 1290, der Stumpf des Bergfrieds in ?hrenf?rmigem Verband und Teile der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog. Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in der Kap. Fresken.

LAUENSTEIN. K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594 erneuert, System ?hnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. Elementen. Altarbau aus Sandstein, zugleich als Epit. des Rudolf v. Bünau ? 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz ? 1591; gro?artiges, in 3 Stockwerken staffelf?rmig sich verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder; auf den Abs?tzen Freifiguren, zuunterst der kniende Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk stilistisch aus niederl?ndischen und italienischen Elementen gemischt, geh?rt zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in Deutschland. - Von demselben Künstler die gro?e Moseskanzel und der Taufstein; M??igung der Architekturformen, übergewicht der figürlichen Plastik. - Bünaukapelle (Erbbegr?bnis) beg. 1609 von Lorentz Hornung, einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und 5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat und Jaspis; sonst Verzicht auf F?rbung und Vergoldung; virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken jener niederl?ndischen Tradition, deren bedeutendstes Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.

Burg. Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere Erneuerung und Ausschmückung durch Günther v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen.

LAUSA. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch nicht ganz vergessen. - Altar-Kanzel 1789. - Sandstein-Denkm?ler 1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768, 1787, 1805, 1808, 1810, 1817 - eine stilgeschichtlich bezeichnende Reihe. - Pfarrhaus um 1650.

LAUSIGK. K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen [pg 235] v?llig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf. Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck. Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gew?nde 1/4 Rundst?be anstatt Sll.

LAUSKE. K. Sachsen AH L?bau.

Schlo?. Umgebaut 1770 von Graf v. Bre?ler in einem an die ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde Speisesaal mit kassettierter Kuppel. - Familienbildnisse und M?bel.

LAUSNITZ, s. Klosterlausnitz.

LAUSNITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus derselben Zeit.

LAUTER. UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. 3/4 lebensgro?e Steinmadonna E. 13. Jh., eine der allersch?nsten der Epoche, wohl sicher vom Meister des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).

LAUTERBACH. K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl (ein gleicher in Gro?rückerswalde). Guter Schnitzaltar A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. Kindergrabsteine 1585, 1586.

LAUTERBACH. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Schlo?. 18. Jh. Sch?ner Saal mit dekorativen Gem?lden. Hübsches Gartenhaus um 1770.

LAWALDE. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. Kirchhof, Torturm 17. Jh.

LEBIEN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein, spgot. Netzgwb. - Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.

LEHESTEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1683. - Schlo?, ehemals Besitz des Deutschordens; Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.

LEIDENHOFEN. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m), schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster, der Chor im Erdgescho? des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. mit spitzen Bogenlinien.

LEIHA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an n?rdl. Langseite. Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.

[pg 236] LEIMBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Schlo?. A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.

LEIPZIG. K. Sachsen. Kr. Meiningen.

Nikolai-K. ?lteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom. WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen, an den Ecken mit Rundst?ben und oben in S?gefries und Hohlkehle schlie?end; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube, etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus sp?teren Umbauten; im 14. Jh. Aufl?sung des rck. Mauerk?rpers in drei 8eckige Türme; 1555 durch Hieronymus Lotter der Mittelturm erh?ht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschlu? mit gestrecktem Vorchor vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschlie?ende Michaels-Kap.; die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert, ?hnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem 30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung ist vieles beseitigt. [Die Gem?lde im Museum, anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.] Kanzel spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle. - 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Fl?chen) als antik kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln - offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. - Altartisch, Leuchter und Taufstein aus Stuckmarmor zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die malerische Ausschmückung von Oeser. Schmerzensmann Stein ca. 1400.

Thomas-K. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes. Oft umgebaut. Der ?lteste Teil wohl die südl. Turmhalle, 14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 v?llig neu aufgebaut von Claus Roder; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche, schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. - [Altar 1721 jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. Taufstein 1614 von Georg Kriebel. [Der reiche und interessante h?lzerne Deckel im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, dessen Troph?enkr?nung an die Befreiung Wiens aus der Türkengefahr erinnern soll.] Grabstein des Ritters Hermann v. Harras ? 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte sp?ter). Stein für Georg und Apollonia v. Wiedebach 1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, vorzügliches [pg 237] spgot. Rankenwerk. - Gro?es Alabasterdenkmal der Familie Bachofen nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung. - Epitaph für Seb. Hillger ? 1570, Messing mit Email. - Bronzeplatte für Nic. Selneccer ? 1592, saubere Arbeit. - Denkmal des Joh. Jenitz 1593 in mehrfarbigem Marmor aus der Schule Nossenis. - Gro?es H?ngeepitaph für Daniel Leicher ? 1617; wohl von Georg Kriebel aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung; das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. - Vortreffliche Sandsteinplatte für Georg Weinrich 1687. - Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ?ltesten 1573-1617 von Johann de Perre.

Pauliner-K. (Universit?ts-K.). Vom ?ltesten Bau (1221? 1231?) nichts erhalten au?er ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12. Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.: Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler gestreckter Chor mit polyg. Schlu? (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt die Nebench?re und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. Von dem die ganze Breite der 3 Ch?re einnehmenden Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche mit Netzgwbb. - Flügelaltar A. 16. Jh., die Teile zerstreut; im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole aufgestellte lebensgro?e Figur des h. Paulus. - Von einem Nebenaltar stammen zwei wertvolle gemalte Tafeln des 14. Jh. - Holzstatue des h. Dominicus, sitzend, in Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. - Holzstatue des Markgrafen Diezmann ? 1307, im Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer noch eine hochstehende Kunst. - Grabstein des Nickel Pflugk ? 1482, hohes Relief in Sandstein. - Grabplatte der Herzogin Elisabeth von Sachsen ? 1484, flaches Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. - Sch?ner Grabstein mit der Reliefgestalt eines Unbekannten 1515. - Wandgrab des Lorenz v. Reutlingen 1528. - Desgl. des Caspar B?rner 1547. - Drei Bronzeepitaphe von gleichartiger Behandlung: des Christopher v. Kruschwitz ? vor 1549, keine Figg., nur Inschr., Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen Renss.Formen (Meister NT, Gie?er J. Behem); des Adam Moller 1549; des Dr. Joachim v. Kneitlingen 1553; drei Grabplatten der Familie Maw 1616-20, Sandstein, [pg 238] ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. - H?ngeepitaph des B. Golnitz ? 1635, Holzarchitektur mit übergewicht des Figürlichen, wilde Sp.Renss. - Charakteristische Beispiele aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkm?ler des J. J. Pantzer von 1673 und des G. T. Schwendend?rffer von 1685. - Mehrere Gedenktafeln in der Form von ?lgem?lden, darunter bmkw. das der Familie Lawe 1548 von einem Cranachschüler. - ?Lasset die Kindlein zu mir kommen? von L. Cranach d. ?. - Die sehr stattlichen spgot. Klst.-Geb?ude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein Teil der umfangreichen Wandmalereien (abgehoben, jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw. Kunstwerke).

Barfü?er-K. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch. Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer; im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698. Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894 gotisierend.

[Johannes-K., ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes. Mobilien und Denkm?ler erhalten. Bmkw. das Epitaph der Familien Meyer und Perger 1616, eine 3,8 m breite und bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament, die Gem?lde von Johann de Perre; Marmorepitaph des Andr. Winckler 1675, in der Mitte die lebensgro?e Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. - Marmorepitaph des J. G. Sieber von 1680, Relief der Kreuzigung, wohl von Melchior Barthel. - Marmordenkmal für Ch. F. Gellert ? 1769, einfacher Wandsarkophag mit den trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefportr?t des Dichters haltend. - Sch?ner Altar von 1721 (mit Christusstatue nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.]

Johanneskirchhof. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die schmiedeeisernen Gitter der Erbbegr?bnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.] Charakteristische Grabm?ler des 18. Jh.

K. zu Eutritzsch, stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schlu? und spgot. Netzgwb. - [Marienaltar, b?uerische Holzskulptur um 1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]

Paulinum (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., sp?ter im Gebrauch der Universit?t). Nahm ursp. das ganze Dreieck [pg 239] zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen Universit?tsstra?e ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. - Die Wandgem?lde im Durchgang zur Paulinumsbibliothek (jetzt abges?gt) um 1511 ff. Von den Kollegiengeb?uden der Universit?t hat sich nur erhalten: das Fürstenhaus, erb. 1558, wahrscheinlich von Paul Wiedemann, als Privathaus, seit 1648 der Universit?t geh?rig. Die Fassade mit got. profilierten rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweist?ckigen Erker.

Rathaus, 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus Lotter von Sittich Pfretschner und Paul Wiedemann, 1907 vollst?ndig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut. In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen Plei?enburg aufgenommen. - Der alte Bau gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je 7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchh?usern. Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein 8eckiger Turm; in dessen Erdgescho? ein Tor in feiner, wohlverstandener, jon. Ordnung (Paul Wiedemann). In verwandter Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung, die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer Art der Erker am Salzg??chen und das Tor am Naschmarkt. Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube Bildnisse s?chsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek, das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]

B?rse, 1678 von Christian Richter (?). Ein nicht gro?er, aber pr?chtiger Bau: Einziges Hauptgescho? über niederem Unterbau. Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. Pilastern besetzt, darauf holl?ndisch-naturalistisches Laubwerk. Abschlu? durch Balustrade. An der Schmalseite ger?umige Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister Giov. Simonetti. Deckengem?lde von Hans am Ende 1687.

Wage, 1555 und 1570.

Fleischb?nke, um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.

Die Nikolaischule, 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.

Die Innungsh?user, soweit erhalten, nur durch Bildnis- und sonstige Sammlungen von Interesse.

Verh?ltnism??ig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt Leipzig eine lehrreiche Folge von Wohnh?usern des 16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5; Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. Renaissance: [pg 240] 1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit Gem?lden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540, Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12 bez. 1690. - Gute Beispiele von H?fen mit Holzgalerien Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27. - Erker in reicher Holzschnitzerei: Katharinenstra?e 21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680; Petersstr. 39 um 1690, einer der sch?nsten. - Fassaden unter holl?ndischem Einflu?: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof, Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistra?e 15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes altes Gesch?ftshaus. - In deutschem Barock: Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; Hainstr. 23, B?rmanns Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstra?e 31 vom Maurermeister Fuchs 1701-4; vom selben ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, und Markt 17 Hohmannsches Haus, der H?hepunkt des Leipziger Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem Grundri?, das Detail der Fassade sehr manieriert. In P?ppelmanns Art von G. Werner Hohmanns Hof 1728 Petersstra?e 15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner Richtung geh?ren ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr. 22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735; Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. - Rokokobauten: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachkl?ngen; Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus; Thomasg??chen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. - Kleine Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe von etwa 1720.

Ehemalige Landh?user, schlo?artig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für Kammerrat Richter, die Fassade in Kn?ffels Art; 1845 abgebr., Abb. im Inventar]; Schlo? Gohlis, um 1750, ausgemalt von A. F. Oeser um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei bmkw. Statuen von Pierre Coudroy um 1780.

Denkmal des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem K?nigsplatz, 1780 nach A. F. Oeser, Sockel von Dauthe.

Stadtgeschichtliches Museum im alten Rathaus.

[pg 241] LEISLAU. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs. verbaut.

LEISNIG. K. Sachsen AH D?beln.

Stadt-K. 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in stilistisch ?lteren Formen. - Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des Msch. und 5/10 Schlu?. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Fl?chen, Gwbb. stern- und netzf?rmig, Fenster und Turm in charakteristischen Formen der Sp?tzeit des 15. Jh. - Hochaltar 1663 von J. Richter und V. Otte; der Aufbau setzt das spgot. Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). - Taufstein 1638 unbedeutend.

Gottesacker-K. S. Nikolai 1540 und 1674. - Schnitzaltar 1509. - Auf dem Fu?boden zahlreiche Grabsteine. Wanddenkm?ler 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres an der ?u?eren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.

Schlo? Mildenstein. Der ?lteste Teil die schlicht rom. Kapelle; Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 12. Jh. Gro?er runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, oben Backstein. Die Wohngeb?ude 14. und 15. Jh. mit starken Ver?nderungen im 17. Jh.

Sammlung des Altertumsvereins.

LENGEFELD. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Rom. Dorf-K. Anlage wie in Hain.

LENGENFELD UNTERM STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Kath. K. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.

Fachwerkhaus 1619 aus Buchenholz.

LENGFURT. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. 1612-13. Hochaltar gef?lliger Baldachinaufbau aus der Zeit um 1780, die lebensgro?en Figg. in der Richtung P. Wagners. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren K?rpers von ?u?erster Feinheit und Delikatesse.

Dreifaltigkeitss?ule am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus Wolkenballen und Engelsk?pfchen. Die übertragung einer ?sterreichischen Sitte nach Franken erkl?rt sich aus der Person des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats v. Neuff.

LENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790, einheitlich klassizistische Ausstattung.

Zwei Schl?sser. Am ?lteren m?chtige Ruinenreste aus Ma.

[pg 242] LEUBA. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. neu. Zahlreiche Grabdenkm?ler des 17. und 18. Jh.

Schlo?. Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. LEUBACH. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade und Mittelturm. Ausstattung feine Rok.Alt?re (aus Kloster Bildhausen stammend).

LEUBEN. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. neu; aus der alten Glasgem?lde von 1512 und das sch?ne Denkmal des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der Frauen-K. zu Dresden).

LEUBEN. K. Sachsen AH Oschatz.

Schlo? um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. M?bel, Porzellan, Bildnisse.

LEUBINGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K., quadr. Chor und Apsis rom.

LEUBNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., der OTeil 1511, weitere Ver?nderungen 1705. Malerische Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von Gottfr. Lucas; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore. Sandsteinaltar mit gro?figuriger Plastik 1730 von J. B. Reinboth und J. Ch. Ebhardt. Sandsteinepitaphe 1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte des Hans Allnpeck d. J. in der Art der Walther.

LEUTENBERG. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Stadt-K. neuklassisch 1812. - Friedhofs-Kap., geschnitzter sitzender Schmerzensmann aus 16. Jh. - Schlo? Friedensburg, gro?e unregelm??ige Anlage aus 15. und 17. Jh. in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren; die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holl?ndischem Einflu?.

LEUTERSDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche, rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf geschnitzten Holzs?ulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau 3 abgestufte Fachwerkgeschosse. - Der Friedhof mit starker Mauer, hohem Torturm und ungef?hr 15 Gaden.

Wirtshaus Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau des 16. Jh.

LEUTRA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. mit geradem Chorschlu?, rom. und frgot. Einzelformen, stark verbaut.

[pg 243] LEUZENDORF. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung, geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter Ausführung. - In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730. Malerisch gelegenes Renss.Schl??chen mit Wassergraben; innen Stuckdecken um 1750.

LICHTENAU. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Stadt-K. 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. - Stadtmauer z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm.

LICHTENBERG. OFranken BA Naila.

Rathaus 1560. - Schlo? 1562, 1628 (Ruine).

LICHTENBURG. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Schlo? renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf 3 Pfll. Sch?ne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.

Schlo?-K. 1600. 2sch. mit WEmpore.

LICHTENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Burgruine. Sitz fuldischer, dann hennebergischer V?gte; erst A. 19. Jh. verlassen und gro?enteils abgebrochen. Umf?ngliche Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried. Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. Mauerrest.

LICHTENFELS. OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gew?lbte Halle, jetzt durchgehende Flachdecke; eingezogener netzgew?lbter Chor; Turm seitlich. - Au?en am Turm spgot. ?lberg.

Klosterlangheimer Hof, jetzt Rathaus, 17. Jh. - Auf dem Markt S. Florianss?ule. - Zwei stattliche ma. Tortürme.

LICHTENHAIN. Vorort von Jena Sachsen-Weimar.

Kirche. In der Anlage rom., Ver?nderungen got. und sp?ter. An der NWand au?en Wandgem?lde 14. Jh., Szenen aus dem Alten Testament.

LICHTENSTEIN. K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen Richtung, dabei der traditionelle Charakter der protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten Ecken, ringsum Emporen. - Altargem?lde von Christ. Leberecht Vogel 1790.

Schlo?. Infolge h?ufiger Ver?nderungen ohne archit. Bedeutung.

LICHTENSTEIN. UFranken BA Ebern.

Burg. Eine der stattlichsten Burgen im nord?stl. UFranken. Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren Burgberg liegen 3 H?henburgen nebeneinander; die ?stliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste (12.-13. Jh.) enth?lt besonders die westl. Burg; die übrigen Bauten got. und sp?ter.

[pg 244] LICHTENTANNE. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K., wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot. polyg. Chor. - Rest eines Schnitzaltars um 1500 aus einer ?sehr guten oberfr?nkischen Schule?.

LICHTENWALDE. K. Sachsen AH Fl?ha.

Schlo?. Aus dem rom. Bau ein Tympanon, Kampf eines L?wen mit einem Drachen, gro?artig stilisiert. - Gro?er Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; h?chst stattliche Anlage bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener Garten.

LIEBENGRüN. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage. Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden d?rflichen Kunst. - Bauernh?user in Blockverband.

LIEBENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Burgruine. Got. Palas in 3 Geschossen gro?enteils erhalten.

Kirche 1822 nach Idee eines antiken Theaters.

LIEBENWERDA. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Nikolai-K. Weitr?umige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). Turm neu (1903). Taufstein 1671.

Rathaus 1800. - Schlo?. Vom got. Bau der m?chtige Torturm (Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. - Amtsgericht 1579 und 1766.

LIEBSTADT. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577. Die Portale ?hnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. - Altargem?lde aus 15. Jh. (nicht Dirk Bouts) mit Umrahmung von 1673. - Ikon. Grabstein des Rudolf v. Bünau ? 1615; des Pfarrers Jos. Simon ? 1618 (vielleicht vom Meister des Kademannschen Epitaphs in Pirna).

Schlo? Kukukstein. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma. Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726 ausgebaut. Gute Glasgem?lde. Portr?ts u. a. von A. Graff.

LIEBSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Schlo? (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an Kunstformen erhalten hat, geh?rt der sp?testen Gotik mit Hinneigung zur Renss.

LIMBACH. UFranken BA Ha?furt.

Wallfahrts-K. Gro?er Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb. und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach Entwurf von Balth. Neumann. Bedeutende Raumdisposition, Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Gro?artiger Hochaltar von P. Wagner, um die freistehende Mensa [pg 245] eine 1/2kreisf?rmige S?ulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild. Madonna E. 15. Jh. Pietas A. 15. Jh. - Hübsche, charakteristische Dorfstra?e.

LINDENHART. OFranken BA Pepnitz.

Pfarr-K. Chor got., übrigens 1684.

LINDENTAL. K. Sachsen AH Leipzig.

Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden Schnitzaltars um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]

LINDEWERRA. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738. Spgot. Schnitzaltar mit Flügelgem?lden.

LINDFLUR. UFranken BA Würzburg.

Evang. K. 1596, rest. 1782. - Epit. Wolfskeel 1562, das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.

LIPPERSDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von Michael Zanck ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament in kleinen quadr. Feldern.

LIPPOLDSBERG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Rom. 2. H. 12. Jh. Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch. haben ein Obergescho?, das durch eine kleine Tür mit der Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb. gr?tig, verst?rkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kr?ftig rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten S?ulchen; der sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze System zeigt den Gew?lbebau in einer noch sehr befangenen Auffassung. Sehr schlicht das ?u?ere, ohne Bg.Friese und Lisenen. Das gr??te Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz, an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit kleinen Würfelkn?ufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. - Taufstein rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs; stark verwittert.

[pg 246] LIPTITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes Schiff. - Denkm?ler des Hans und Dietrich v. Grünrode A. 17. Jh., Portr?tfiguren von tüchtiger Charakteristik.

LISBERG. OFranken BA Bamberg II.

Burg. Gilt für eine der ?ltesten in Franken.

LISSEN. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Pfarr-K., im Ma. mit einem kleinen M?nchskonvent verbunden, verstümmelte kleine got. Basilika.

LITZENDORF. OFranken BA Bamberg.

Pfarr-K. 1715-1718 von L. Dientzenhofer. Saalbau. Die SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Geb?lk dorisch; in der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer gro?en durchgehenden Nische, in welcher das Portal.

L?BAU. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Nikolai-K. 1513 ff. Unregelm??ige Hallenkirche, im 18. Jh. stark ver?ndert, rest. 1884. - Die reizvolle Inneneinrichtung fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen, die Denkm?ler in das Rathaus übergeführt.]

Johannis-K. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. 1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker Turm mit zierlicher 8eck. Kr?nung.

H. Geist-K. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Ver?nderungen. Die Sakristei hat die von der Mei?ener Albrechtsburg bekannten tiefausgeh?hlten Kappen.

Kirchhof der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkm?ler des 18. Jh.

Rathaus. Anst?ndiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung ?lterer Mauerteile. - Wohnh?user des 18. Jh.

LOBEDA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. - Got. Kirchenstühle; Lesepult 1622; Kanzel 1556; sitzende Madonnenstatue spgot. In der Turmhalle spgot. Wandgem?lde. Grabstein renss.

Schlo? (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend.

LOBENSTEIN. Reu? j. L. LA Schleiz.

Fürstl. Schlo?, A. 18. Jh., ganz einfach.

L?BICHAU. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Schlo? für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege in seltener Einheitlichkeit erhalten.

L?BSTEDT. Sachsen-Weimar. VB Apolda.

Dorf-K. Chor got., Sonstiges 1616 und 1712. Kanzelbau über dem Altar. - Schnitzaltar A. 16. Jh., geh?rt zu den besseren. - Bmkw. rom. Altarleuchter.

[pg 247] LOCKWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Ma?gebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit. Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Sch?ner Kelch 1. H. 16. Jh.

LODERSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau Musterstücke üppigen Barocks.

L?FFELSTEIG. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1732 im Greising'schen Typus.

LOHMEN. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1786. Aus der Schule G. B?hrs. Gr. 8eckig mit verl?ngerter west?stl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite, an der n?rdl. der ausgebaute Turm. - 3 Gem?lde des alten Flügelaltars 1575. - Schlo? 1524.

LOHR. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Von der ?lteren rom. K. erhalten nur die Sakristei und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit Kleebogen, eingemauert an der n?rdl. Seitenwand. - Im übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488 (Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche Bildnissteine sind noch vorhanden; hervorzuheben der des Thomas v. R. ? 1431. Gut sind auch Reinhard ? 1518 und Agnes ? 1519. Die Tafel für Philipp v. R. ? 1559 von P. Dell d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. - Taufstein 1488.

Rathaus. 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt. Im Erdgescho? ringsum gro?e (ursp. offene) Blendarkaden, die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel von Hohlkehlen und Rundst?ben. Die beiden Obergeschosse modern umgestaltet; regelm??ig verteilte breite 2teilige Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten polyg. Turm. Im Innern Vorpl?tze und S?le mit renss. Decken.

Kurmainzisches Schlo?, jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden, Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.

M?chtiger Stadtturm mit gro?em Gu?erker (14. Jh.).

LOHRA. RB Cassel Kr. Marburg.

Pfarr-K. übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gew?lbte Pfl.Basilika [pg 248] ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg. Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster rundbg. Bmkw. Orgel 1695.

LOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. Doppelkapelle. Im Erdgescho? tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener Kannelierung, 3×3 gr?tige, zwischen Gurten eingespannte Kreuzgwbb. Obergescho? flachgedeckt; Altarhaus quadr.

LOHRHAUPTEN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K., einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der ma. Turm (vgl. W?lfersheim), in dessen Erdgescho? ehemals der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.

LOMMATZSCH. K. Sachsen AH Mei?en.

Pfarr-K. Lhs. 1504-14 von Peter Ubrich von Pirna; als 3sch. Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, neuerdings gew?lbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses Bild gew?hrt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br., nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern), wurde von Ubrich erh?ht, um das steile Dach der Hallenkirche zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe von 3 Spitzhelmen bekr?nt.

LOMNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. neu, spgot. Schnitzaltar.

LONNEWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Kleine rom. Anlage wie Laas. - B?urischer Flügelaltar um 1510.

LORENZKIRCH. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas gr??er als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. - Denkm?ler des 17. Jh.

LOSCHWITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.

Kirche 1705 von George B?hr, ver?ndert 1848. - Flachgedeckter Saal in l?nglichem 8Eck, umlaufende Emporen, Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. - Mehrere Ged?chtnistafeln in Bronze. - Charakteristische Wohnh?user E. 18. und A. 19. Jh.

L?SSEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem Gem?lde, bez. 1522 J. L.

L?SSNITZ. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Rathaus 1606.

LüCKENDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1690.

LUDWIGSCHORGAST. OFranken BA Stadtsteinach.

[pg 249] Pfarr-K. Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot. Hallenkirche, ?hnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg. - Sch?ner messingner Kronleuchter 1697.

LUDWIGSTADT. OFranken BA Teuschnitz.

Pfarr-K. 18. Jh., ?ltere Grabsteine.

Marien-Kap. (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit 8 halbrunden Exedren. Die Anlage ?hnelt der Kap. auf dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap. in Alt?tting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die Grundlagen.

LUDWIGSTEIN. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Nicht bedeutend, doch gut erhalten.

LUGAU. K. Sachsen AH Chemnitz.

Kirche neu. Bmkw. Reste von Plastik des fr. 16. Jh. Darunter ein gro?es Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren der Renss.

LUNGWITZ. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Wohlerhaltener Landsitz aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben h?chst malerische Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen.

LUPPA. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. flachgedeckte Anlage der gew?hnlichen Art, doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in gleicher Breite mit dem Sch.

LUSAN. Reu? j. L. LA Gera.

Dorf-K. Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot., 1sch. Lhs. M. 16. Jh.

LüTZEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Stadt-K. bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.

M

MACHERN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. spgot. 1615. - Zahlreiche Denkm?ler, meist der Familie v. Lindenau.

Schlo? 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer ?Tempel der Hygieia? und eine ?Ritterburg?, in welche manche alte Bruchstücke eingebaut sind.

MAGDALA. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. des 14. Jh., gro?e 1sch. Anlage, oft ver?ndert. - Mehrere Gedenktafeln aus 17. Jh. Kanzelbau 1739.

Rathaus mit sch?nem renss. Portal 1571.

MAIBACH. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780. Nebenalt?re schweres Rok. um 1750.

[pg 250] MAIDBRONN. UFranken BA Würzburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1232, im Bauernkrieg besch?digt und noch im 16. Jh. aufgel?st. Der vorhandene, ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der platt geschl. rck. Chor. über dem WBau mit flacher Nonnenempore ein kleiner Turm, eine fr?nkische Eigentümlichkeit der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). - Auf dem bar. steinernen Hochaltar Steinrelief der Beweinung von Riemenschneider, nach 1520. Die Grabsteine liegen noch gr??tenteils im Pflaster des Lhs.

MAIENLUFT. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Von der 1444 zerst?rten Burg ist der sehr hohe Bergfried aus Quadersteinen gut erhalten.

MAINBERG. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, teils 1686. Einrichtung spgot. und bar.

Schlo? (ehem. Hennebergisch). Gro?e giebelreiche Anlage um rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen Teile 16. Jh. mit Ver?nderungen im 18. und 19. Jh. In der netzgew?lbten spgot. Kapelle drei weibl. Heilige, Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse Steinfig. der Katharina v. Henneberg E. 15. Jh. und Grabstein des Wilh. v. H. ? 1534. Kachel?fen 17. Jh. - Stattlicher Pflegamtshof um 1700 in der Art Greisings.

MAINBERNHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. - Gutes Kreuzigungsrelief 1498.

Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. Wohnh?user (Herrenstr. no 87 pr?chtiger Hof mit Holzgalerien) und vollst?ndig erhaltene Befestigung (21 Türme, teils halb-, teils vollrund). Am Obertor die Barockkr?nung um ihres trefflich geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel von 1816.

MAINROT. OFranken BA Lichtenfels.

Kirche 1680 in gutem deutschem Barock unter Einflu? der gleichzeitigen Bamberger Architektur.

Rathaus 1733. Mehrere H?user in gut erhaltener Holzarchit. 17. und 18. Jh.

MAINSONDHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. nachgot. 1583. - Alt?re um 1700, gute Kanzel mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der Taufstein. - 4 Bechtolsheimsche Grabm?ler 18. Jh.

Schlo? (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim, vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um [pg 251] 3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit schwerer Stuckdekoration bez. H 1628.

MAINSTOCKHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 1717 mit got. Turm.

Ebracher Klosterhof. Schlo?artige Anlage von 1624. Rck. mit Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Gro?artige Podesttreppe, vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Ma?werkbrüstungen, zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. - In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst.

MALITZSCHKENDORF. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. got. um 1300, Granitquaderbau.

MALSCHWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. - Bürgerliche Grabdenkm?ler des 17. und besonders 18. Jh. in betr?chtlicher Menge.

MANGERSREUTH. OFranken BA Kulmbach.

Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).

MANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. wesentlich 1744; h?lzernes Tonnengwb., Emporen in 3 R?ngen. Kanzelaltar.

MANSFELD. Pr. Sachsen Kreisstadt.

M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schlo?-M., 2. Tal-M. (Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf).

S. Georg. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor spgot. - 2 Schnitzalt?re; eherne Grabplatte des Grafen Reinhard v. Mansfeld ? 1569; Wandgrab 1572; ein zweites, prunkvolleres 1712; Tafel mit dem Bildnis M. Luthers 1540.

Schlo?. Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian zeigt einen gro?en Geb?udekomplex mit starken Mauern und Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb. - Gr. im Inv. Pr. Sachsen. - Eine stattliche Anlage, etwa um 1400, die Schlo?kap. Sakramentsnische mit umf?nglicher, einem Altarbau ?hnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei der Renss. Taufstein 1522. Sch?nes Epitaph 1525, dem Backofenschüler des Hallenser Doms nahestehend. - Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und eine Zechgesellschaft; um 1530.

Kloster-K. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelm??ige Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint, Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles ?hnlich den Kirchen des Nordharzes.

[pg 252] MARBACH. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose Mauermasse, oben frgot. Schall?ffnungen in 1 : 2 Achsen. [Schnitzaltar im Altert.-Ver. Dresden.]

MARBURG. RB Cassel Kreisstadt.

Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren der h. Elisabeth ? 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher deren Grab stand, mu?te dem Neubau weichen; sie lag im Bereich des jetzigen n?rdl. Querarms. - Neben der Liebfrauen-K. in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau Deutschlands in einheitlicher und abgekl?rt gotischer Gedankenentwicklung. Die in jüngster Zeit für Wetzlar und Haina erhobenen Priorit?tsansprüche haben keinen genügend festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben, (in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K. tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbst?ndig. Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht vollkommen harmonisch gel?st. Von der Vierung ausgehend, entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch, an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlu?stein, ein halbes 10Eck anschlie?t. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch entstehen, abweichend von den westf?lischen Hallenanlagen, für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt. Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgew?lbe wie auch die Scheidb?gen gegen das Msch. bedeutend gestelzt werden mu?ten, um die gewollte Gleiche der Scheitelh?he zu erreichen (formal eine empfindliche H?rte, die von nun ab auf l?ngere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb). Die W?nde des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt (nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs. übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Gr??e und Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsd?chern von geringem Abstand, so da? die Aufl?sung der Wand schon weit gediehen ist. Das Ma?werk ganz einfach, gro?er von 2 Spitzbgg. getragener Kreis, bei kr?ftigem Profil von trefflicher Wirkung. [pg 253] Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut zur H?he gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen Arkaden?ffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verh?ltnis zu der hohen Raumsch?nheit der Zentralpartie einen unfreien Eindruck macht. - Das ?u?ere ergibt sich in seiner Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch st?rt hier nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschr?nkt sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll. steigen senkrecht auf, um erst in der H?he der oberen Fensterb?gen einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschl?ge, entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern sie; ihr oberer Abschlu? ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse verkr?pft, so da? sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims, sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere verm?gen dadurch zugleich als Umg?nge (80 cm br.) zu dienen und es haben demgem?? die Strebepfll. Durchl?sse erhalten. - Trotz der nur mittelgro?en Abmessungen (innere L. ohne Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39, H. der Gew?lbe 20,2) die Bauführung langsam. Der n?rdl. Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum ersten Gesims beendigt 1270, W?lbung der OTeile und feierliche Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig Wandel. Dagegen k?nnen wegen der Einheitlichkeit des Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spr?che dafür, da? ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft der ?lteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten im Anschlu? der OTeile an die WTeile, besonders zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee der Hallen-K. von dort entlehnt sein. - Die Fassade ist sehr einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische Führung der gro?en Linien vertrauend. Wenig stimmt nur das von der C?lner Schule beeinflu?te gro?e mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte westl. Staffelgiebel. Das WPortal geh?rt wohl der Bauzeit kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von franz?sischen Vorbildern unabh?ngige, die rom. Portalidee in [pg 254] got. Formen übersetzende L?sung. Die Portale der Langseiten (um 1255) noch rundbg. - Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr geh?rt u. a. der Dachreiter aus Zinkgu? über der Vierung, an Stelle eines einfachen ?lteren, und die Umgestaltung der D?cher.

Ausstattung. Sie ist von seltener Vollst?ndigkeit und Stileinheit. - Mausoleum der h. Elisabeth im n?rdl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand vermutlich früher über dem Hochaltar. Das Gem?lde der Rückwand (Tod der Elisabeth) durch übermalung des 19. Jh. entwertet. Der Sarkophag jetzt in der Sakristei, an der Vorderseite des Untersatzes Relief. - Hochaltar um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enth?lt 3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen, letztere schon übereck gestellt; das Ornament von vollendetster Mei?elarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; es scheint, da? die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare Holztafeln, welche bemalt zu denken sind, verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ans?tze zu einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den metallenen Reliquienschrein tragen sollte. - 4 Seitenalt?re an den ?stl. Querschiffsw?nden; Katharinen- und Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln bez. 1511, 1512, 1514. - Lettner unter dem westl. Vierungsbg. um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und ver?ndert, namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar, welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt Der jetzt aus der Mitte aufsteigende h?lzerne Bogen aus E. 13. Jh. geh?rte zum alten Kreuzaltar; neben ihm ursp. die jetzt in die Sschiffe verwiesenen Kredenztische. Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche 1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff zu eine Predigtkanzel auszubilden). - An der SSeite des Chors Celebrantenstuhl 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen des Steinstils nachgehend. Die reizende Statue der h. Elisabeth aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. - Hinter dem Hochaltar Piscina. - An der NSeite Wandtabernakel aus 15. Jh. - Unter der Vierung die Chorstühle [pg 255] der Ritter, einfach, E. 13. Jh. - Grabdenkm?ler. Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (?Landgrafenchor?) vereinigt, Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend neu. I. ?stl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen, Deutschordensmeister ? 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis ? nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich ? 1308 (früher irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich ? nach 1297; 4. Johannes ? 1311; 5. Ludwig I. ? 1458, ausgeführt 1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. ? 1471, ausgeführt 1478, und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. ? 1484; 8. Wilhelm II. ? 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth, Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschlu? Margarethe von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3 und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in Bielefeld geh?rt. Zu beachten ist, da? Landgraf Otto, in dessen Zeit die Ausführung f?llt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. - Die an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. - Von den in diesem Bauteil aufgeh?ngten Trauerschilden, Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw. die Schilde Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. - Im n?rdl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte Platten des Hans von D?rnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. - Ornamentale Gew?lbemalerei im Chor spgot. - Glasmalerei. Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt aus den Teilen einer ursprünglich gr??eren Folge. Das nord?stl. und süd?stl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht. Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranz?sisch, aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei zu erkl?ren. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth. - Schrein der h. Elisabeth in der Sakristei, rck. Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zw?lf Apostel, am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen; zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung geh?rend. Kruzifix auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. Jh.

[pg 256] Dominikaner-K. (Universit?ts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke. Die Strebepfll. an der SSeite wegen des ansto?enden Kreuzgangs nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene Chor h?her als das Sch.

Barfü?er-Klst. zur Bibliothek umgebaut.

Karner bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgescho? 2 frgot. Kreuzgwbb. Das h?here Obergescho?, eine ursp. flachgedeckte Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet.

S. Kilians-Kap. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, jezt Schule.

Kugel-K. Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben, gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schlu? aus 8 Eck. Reiches Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Gro?es Sakramentstabernakel um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). - Das Fraterhaus rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.

Gottesacker-Kap. S. Michael. Einfach frgot.

Luth. Marien-Pfarr-K. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm 1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilf?rmige, an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll. Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das ?u?ere des Lhs. verh?ltnism??ig reich. Im S ein Doppelportal, das mit dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet. Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat m?chtige ins Kreuz gestellte Streben, Abschlu? mit Gruppen gr??erer und kleinerer Fialen, Zinnenkr?nzen, schlankem von 4 Holzgiebeln umgebenem Holzhelm. Altaraufsatz 1625 mit vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zus?tzen nach 1667. Messingtaufkessel um 1590. Wandtabernakel um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren, Weinrebenumrahmung, Zinnenkr?nung 2-1/2 m hoch. Das schmiedeeiserne Gitter 1503. Wandgrab des Landgrafen Ludwig III. ? 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg ? 1590, lebensgro?e Bildnisfigg. in Alabaster, reiche architektonische Umrahmung. - Desgleichen für Ludwig IV. ? 1626 und Magdalena v. Brandenburg ? 1616, errichtet

1628, dem vorigen in der Anlage ?hnlich. Sch?ne Abschlu?gitter 1592 und 1831.

Siechenhaus-Kap. Einfach got. E. 13. bis A. 14. Jh.

Rathaus. 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundri?, hoher 3st?ckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erh?lt einen kr?ftigen Akzent durch den Treppenturm mit originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente [pg 257] der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von Ludwig Jupe 1524. Get?felter Saal.

Fürstl. Kanzlei (Regierungsgeb?ude). Einfacher Renss.Bau von 1575.

Deutsches Haus. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden Zwecken adaptierte Geb?udekomplex (jetzt zum Teil für Universit?tsinstitute) bildet die Umgebung der Elisabeth-K., früher mit einer hohen Mauer kl?sterlich abgeschlossen. Seit der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, jedoch nicht unver?ndert, das ?lteste Bruderhaus mit dem vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im übergangsstil. Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Geb?ude, davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle von 1513.

Wohnh?user. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580. Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone h?lzerne Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse 296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, Erdgescho? spgot. Mehrere gute Fachwerkh?user und Portale der Sp.Gotik und Renss.

Schlo?. Gro?enteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet, da? sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen. Der Verteidigungszweck wog nicht ausschlie?lich vor, so da? einem gro?artigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schlo?architektur der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet hat. Der Saalbau hat über dem hohen Keller zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die sich an den Ecken turmartig verst?rken und über dem Dachgesims in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen auslaufen. (Die Spitzd?cher neu, vorher welsche H?ubchen.) In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergescho? einnehmende sogenannte Rittersaal (33,5 l., 14 br., 7,8 h.). Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien. Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kr?ftigen, unter sich gleichen Rippen (im Profil gesch?rfter Rundstab, begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ?hnlich im Schlo? Rauschenberg) wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der [pg 258] 8eckigen Pfll. heraus, welche demgem?? übereck gestellt sind. An den W?nden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten Schlu?steine sind das einzige Ornament. Der r?umliche Rhythmus erh?lt seinen Charakter durch die tiefe Lage der K?mpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelh?he). An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige Fenster, mit einer oberen kreisf?rmigen ?ffnung Gruppe bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Ma?werks). - Die 3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem Renss. T?felwerk umkleidet (neuerdings durch C. Sch?fer willkürlich ver?ndert, der auch den gro?en Renss.Kamin durch einen neugot. ersetzte). - Kapelle. Zweist?ckig, mit gr??ter Raumausnutzung den engen Ortsverh?ltnissen angepa?t. Die eigentliche Kap. im Obergescho?. Der Gr. verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schlie?en sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks, im N und S flache, trapezf?rmig sich verengende Nischen, für die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der st?rkeren Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem ?stl. Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen Moment des überganges von der Frügotik zur Hochgotik in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der Schule der Elisabeth-K. in keiner n?heren Beziehung. Von Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige Zeichnung des Ma?werks, in dem Kleeblattbgg. mit mehrfach gebrochenem Vierpa? verschmolzen werden. Fu?bodenmosaik aus farbig glasierten Tonpl?ttchen. Die Polychromie des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Sch?fer entfernt und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler S. Christoph whgest. Am ?u?ern Strebepfll. von 3eck. Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schlo?bildes günstig beitr?gt. - Der südl. und westl. Flügel wurde in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. ver?ndert. - Abgesondert steht der neue Bau, 1489 ff. - Von der Schlo?befestigung, die noch im 18. Jh. das ganze Plateau umfa?te, sind einige Türme erhalten; dazu die bis zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.

[pg 259] MARGETSH?CHHEIM. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung nach W 1614, Juliuswappen.

MARGRETENHAUN. RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781.

MARIABUCHEN. UFranken BA Lohr.

Wallfahrts-K. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte Architektur unter Einflu? Petrinis.

MARIABURGHAUSEN. UFranken BA Ha?furt.

Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh. Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br., 50 m l., turmlos. Die WH?lfte flachgedeckt, mit Nonnenempore auf gew?lbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die OH?lfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schlu?. Die die beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp. bis zu den Gwb.K?mpfern, 2 Türen führen schiffw?rts auf eine flache Empore. - Hochaltar streng bar. A. 18. Jh. Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende Madonna, Holz, E. 15. Jh. Von den Grabsteinen interessant der des Heinrich v. Seinsheim ? 1345. [Reste von Altarplastik des 15. Jh. in der Universit?tssammlung Würzburg.] - Klostergeb?ude. Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh.

MARIA-EHRENBERG. UFranken BA Brückenau.

Wallfahrts-K. 1666, erweitert 1732.

MARIASONDHEIM s. Arnstein.

MARIENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. S. Marien. 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch. Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der ?stl. Abschlu? unregelm??ig 5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. - Am Altaraufbau von 1617 gro?es Gem?lde des Hofmalers Kilian Fabritius, manieristisch gewandt.

Hospital-K. Flügelaltar aus der Schule Wolgemuts.

Rathaus 1533-39; der Plan aus Halle, von Joh. Hofmann, wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen; sonst hat das Geb?ude durch Br?nde gelitten.

Haus Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer Stra?e Nr. 447 und Markt Nr. 104.

MARIENSTERN. K. Sachsen AH Kamenz.

Cisterc.-Nonnen-Klst. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen, die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen, das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll., [pg 260] ohne Kaptt., mit dem Gew?lbefu? durch Kons?lchen verbunden. ?hnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkr?nze an den Schlu?steinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem, dürrem Ma?werk. Die WFassade bar. übergangen.

Hochaltar 1751 von Franz Lauermann aus Prag; seine 4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den Nebenalt?ren verfahren. 2 spgot. Nebenalt?re, nicht übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand Glasgem?lde ca. 1370-80. - Kreuzgang in der Ausführung der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach. Gro?e fensterartige ?ffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. - Aus E. 17. Jh. das Haus der ?btissin, 1731 der neue Konvent; ger?umig, in der Behandlung anspruchslos. - Bar.Plastik: 12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariens?ule 1720, Dreifaltigkeitss?ule 1723, Kruzifix und schmerzhafte Mutter 1725; vermutlich von J?kel aus Prag. - Im Schatz ein interessanter überaus reicher rom. Speisekelch nach 1250 und 2 gotische. Kaselkreuz in Reliefstickerei um 1530. - Denkm?ler: Bronzene Grabplatten für Bernhard v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Mei?en ? 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für ?btissinnen 1664, 1697, 1710.

MARIENTAL. K. Sachsen AH Zittau.

Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung wesentlicher alter Teile. - In der K. gro?er Crucifixus und anmutiges Selbdritt, um 1515. - Brunnen um 1700. - Stationsberg mit kolossaler Kreuzigungsgruppe 1728. - Auf dem Kirchhof bmkw. Bildnissteine der ?btissinnen.

MARIENWEIHER. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der Turm 1742 (Balth. Neumann zu Rate gezogen). Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schlu?. Decke und Wand reich stuckiert, im Scheitel 6 gr??ere Gem?lde. Klassizist. Hochaltar mit Gnadenbild von ca. 1480. Nebenalt?re 1770. Regina coeli 1695. Grabstein einer Gr?fin von Hohenzollern 1416. Au?en Kreuzigungsgruppe um 1520-30 - Auf einer Anh?he gelegen, bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745.

MARISFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem [pg 261] Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. - Pfarrhaus. Fachwerkbau M. 17. Jh. - Schlo?. 1663 erneuert, Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeld?cher. Hofportal reich geschmückt, doch von roher Arbeit. Stuckdecke 1670.

MARKERSDORF. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. sprom., wenig ver?ndert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk von Jak. Müller im Museum des S?chsischen Altert. Ver. in Dresden.]

MARKR?LITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Gro?enteils Neubau 1694. Bmkw. Epitaph für Friedrich und Margaretha von Burkersroda (? 1570, 1582) bez. HK; von derselben Hand (der man auch in Freyburg und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle Taufstein von 1599.

MARKSUHL. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche 1667, 1sch., mit h?lzernem Tonnengwb. 2 Geschosse Emporen auf geschnitzten Runds?ulen. Gerader Chor mit Kreuzgwb. Geschnitzte Kanzel, ehemals auf einer Figur des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.

Schlo? (zeitweise Residenz einer s?chs. Herzogslinie) 1583, mit guten Sandsteinskulpturen. 1. über den Fenstern 9 K?pfe, 2. Unter den beiden Eckerkern je eine m?nnliche Halbfigur als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal des Hofes mit sch?ner Bekr?nung. Der Treppenturm hat oben 3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T. ebenfalls aus sch?nem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.

Wohnh?user mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132.

MARKTBREIT. UFranken BA Kitzingen.

Prot. Pfarr-K. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen, behaglich malerisch. A. 18. Jh. - Eine Reihe tüchtiger Bildnisgrabsteine. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim ? 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch aufgefa?te Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg. Au?en Wolf Eckhardt 1555 bez. W.E. - Unter den Glocken die ?lteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh.

Friedhof vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen in Mainbernheim). Unter den h?lzernen Arkaden lange Reihe von Bildnisepitaphen der Renss.

Rathaus beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer. Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem [pg 262] Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem ?schwarzen Turm? zu pr?chtigen Architekturbildern. Im 2. Gescho? gro?e Diele mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Get?felte Ratsstube; desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.

Seinsheimsches Schlo? (Amtsgericht) 1580. - Unter den Wohnh?usern einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang der Schusterstra?e, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. Gegenüber dem Amtsgericht sch?ner Fachwerkbau 1607 und Mainkran 1773. Auch von au?en gesehen ist das Stadtbild von gro?em Reiz. Der Mauerring (1529-50) gro?enteils erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit spgot., teils mit bar. D?chern.

MARKTHEIDENFELD. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 1613. - Hübsches Bürgerhaus (Kaufhaus Flasch) 1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen, die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.

MARKTLEUGAST. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke mit eleganter aber sparsamer Stuckierung.

MARKTSCHORGAST. OFranken BA Berneck.

Dorf-K. spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?).

MARKTSTETT. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.; - Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. - Wohnhaus Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750.

MARKTZEULN. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.

Rathaus mit Stiegenturm 1588. Holzh?user, 16. und 17. Jh. in guter Erhaltung. [An Haus 53 überreste aus Klst. Langheim]

MARKWERBEN. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K. ursp. rom. mit Chorturm.

MARTINFELD. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkr?nung. Der sch?ne Stuckmarmoraltar aus dem ehemaligen Klst. Beuren. Schnitzrelief von einem ?lteren Altar A. 16. Jh. - Stattliche Edelsitze (v. Bodungen) 1580 und 1611.

MARTINSKIRCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. Querturm und eingezogenem Altarbau. Die W?nde des letzteren 1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest. 1904. - Mehrere bar. Grabsteine.

Schlo? 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, m??ig reichem [pg 263] Rok. Die innere Einteilung ist ungest?rt geblieben, auch die Ausstattung gut erhalten und anziehend.

MASSENBUCH. UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 1702. Gutes Hochaltarblatt von Nikolaus Treu 1776. über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) eingemauert; angeblich aus Sch?nrain.

MAUA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh. mit got. Chor. Schnitzaltar aus derselben ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar von 1498 in Arnstadt und der in Gro?l?bichau.

MAUERSCHEDL bei Mellrichstadt UFranken.

Kleine 1sch. Kirche mit ?stl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23 Zellen aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. Die Grundmauern 1903 ausgegraben.

MAXEN. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. gegr. 13. Jh., jetzt formlos. - Wertvolles Altarwerk aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem Kirchboden gute Holzplastik.

Schlo? mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss. Anbau 1727.

MECKENRIED. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. - Mobilien E. 17. und A. 18. Jh.

Friedhofs-Kap. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des ehemals befestigten Friedhofes. - Bildst?cke bar.

MECKFELD. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

Dorf-K. Schnitzaltar bez. 1500, vom ?Meister der Baldachine?.

MEEDER. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der turmtragende rom. Chor ist, wie ?fter vorkommt, durch eine ger?umige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt (vgl. aus der Nachbarschaft Gro?-Wallbur); ungew?hnlich die reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen und Bogenfriesen; die gro?e St?rke der n?rdl. und südl. Mauer l??t den Turm au?en oblong erscheinen; auf das dritte rom. Gescho? folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. - Reiches Sternberg-Rosenbergsches Wandgrab 1576. - Herrenhaus (jetzt Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration.

MEERANE. K. Sachsen AH Glauchau.

Stadt-K. Wesentlich 1503 mit sp?teren Umbauten; rom. der zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines gro?en Altarwerks von Jak. Müller in Altenburg 1506.

[pg 264] MEERHOLZ. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Isenburgisches Schlo?, 1564 aus einem Pr?monstr.-Nonnenklst. umgebaut; hat gro?enteils seinen alten Charakter verloren. Der SFlügel enth?lt die Pfarr-K., an den Fenstern entartetes Fischblasenma?werk. - Neben dem Gemeindehaus ein alter Wartturm.

MEINEWEH. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes Alabasterepitaph des Günther v. Bünau ? 1706.

MEININGEN. Hauptstadt von Sachsen-Meiningen.

Stadt-K. Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K. die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der Erde erhalten der n?rdl. Fassadenturm bis zur Firsth?he des Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 (vorher got. ver?nderte); die 8eckigen Obergeschosse und der runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert, das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke in der Bibliothek der K. Rom. Fu?bodenfliesen im Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher got.) ganz neu. - Von den Grabdenkm?lern nur ein kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschulthei?en Lorenz Reps ? 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg 1567, des Matth. v. H?nningen 1576, der Ottilie v. H?nningen 1574. Die sp?teren in Epitaphform. - ?lteste Glocke M. 14. Jh.

Residenzschlo? (der Name Elisabethenburg neu). ?ltester Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, erbaute NFlügel; stark neugot. ver?ndert. Das neue Schlo? 1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger Innenr?ume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die bar. Stuckdecke des Riesensaals von J. N. Bestheimer unter Leitung des R?mers Alessandro Rossini. - Im SFlügel die Schlo?-K. 1682-92, mit Stuckdecke, sch?ner Kanzel und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgem?lde eines ehemaligen Altars, fr?nkisch um 1510. - Reiche Kunstsammlung. Die Gobelins ehemals im Schlo? Ichtershausen. Porzellan aus Klst. Veilsdorf.

Im Hennebergischen Haus die Kunst- und Altertumssammlungen des Hennebergischen Geschichtsvereins. An der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schlo?kapelle zu Ellingshausen. Auf dem Friedhof treffliches Grabrelief [pg 265] des Reinhard von Wechmar 1488. Im Englischen Garten künstliche Ruinen 1793.

Teil der ma. Ringmauer hinter der Burggasse.

MEISSEN. K. Sachsen. Amtshauptstadt.

Dom und Schlo?. Beide bilden zusammen einen geschlossenen 3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den Hof vor, so da? die Fassade dem Ank?mmling als erster Haupteindruck entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten Zubau zweier Türme (von Carl Sch?fer) das historische Bild wesentlich ver?ndert.

Dom. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt sp?teste Gotik. 1. Dem ersten Plan geh?rt der Gr. mit Ausnahme der beiden Ch?re; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch. aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch. vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des 13. Jh. waren fertig: das Qsch. das erste Joch des Chors mit Sechskappengwb., das erste (?stl.) Joch des Lhs., die Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs., deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh. Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. au?er der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie an der ansto?enden Querschiffswand). Au?en am südl. Kreuzflügel sch?ne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergescho? ursp. freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. - 3. Hallenm??iger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau des 1. Jochs geschont in der Weise, da? nach Ausbrechung des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde; Verl?ngerung des Chors; zum Schlu? der SOTurm, sein durchbrochener Helm wohl noch jünger. - 4. Von den um 1400 weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefma?werk unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das gro?e (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk. - 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schlu?; letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung ?hnlich der Schlo?kap, zu Altenburg. - 6. Seit 1479 das hohe Fenstergescho? des WBaus, wohl von Arnold v. Westfalen, dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den übergang zum Hallensystem massig vergr??erten) Giebel des Lhs. [pg 266] maskieren; wie der obere Abschlu? beabsichtigt war, ist nicht mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl h?lzerne) Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges v?llig ver?ndert. - 7. Sakristei ca. 1500-1506. - 8. Begr?bniskap. Georg des B?rtigen 1534.

Inneres. - Lettner frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament, an die Naumburger Schule anschlie?end, ersten Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; die Balustrade und die seitliche Erweiterung des Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Alt?re des Doms gro?enteils verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. - Hochaltar. Gemaltes Triptychon mit Anbetung der K?nige, ca. 1520. Der Meister des singul?ren, sehr hervorragenden Werkes steht der niederl?ndischen Kunst nahe (jedenfalls nicht A. Dürer!). - Lettneraltar, unter Einflu? Cranachs; eher von diesem selbst das Triptychon mit dem Schmerzensmann in der S. Georgskap, bez. 1534. - Im Stirnfenster des Chorhaupts Glasgem?lde aus 13. Jh. - Sakramentsh?uschen mit Tabernakel ca. 1506. - Chorstühle unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. - An der OWand des Qsch. Spuren von Wandgem?lden des 14. Jh., Jüngstes Gericht. - Kanzel 2. H. 16. Jh. - Statuen aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid, wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. - Aus A. 15. Jh. der massenhafte Schmuck des WPortals in einer flei?igen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal. - Die Gr?ber der Fürstenkap. In der Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren ? 1428, ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten 24 kleine gravierte Figuren, Klagem?nner und Wappenhalter; Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des s?chsischen Hauses. Diese s?mtlich aus der Vischerschen Werkstatt in Nürnberg. Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg ? 1472, Flachrelief; 1472 lebte noch Hermann V. und war Peter V. noch nicht zwanzig Jahre alt; bei der gro?en ?hnlichkeit mit der 1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die Entstehung sp?ter anzusetzen sein. Dagegen k?nnte das Denkmal [pg 267] Kurfürst Friedrich des Guten ? 1464, gravierte Platte (gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche Platte des B. Kaspar v. Sch?nberg ? 1463 von Hermann V. herrühren. Von Peter Kurfürst Ernst ? 1486 und die in der Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich Strecker ? 1486. Seinem Sohne Hermann d. J. werden von Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte ? 1500, Amalie von Bayern ? 1502, Sidonie ? 1510, Friedrich ? 1510; sie geh?ren zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in in der Georgenkap.). - Grabplatten im Langhause: Bischof Dietrich III. von Sch?nberg ? 1472, im Charakter der Vischerschen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V. von Wei?enbach ? 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, Bronzegu? aus einer s?chsisch-thüringischen Werkstatt, aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich von Sch?nberg und Andreas von K?nritz. - Georgenkapelle: Triptychon von L. Cranach. Marmorrelief der Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte Herzog Georgs ? 1539, gravierte Platte der Herzogin Barbara ? 1534.

Kreuzgang. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor und südl. Quersch. Der ?lteste Teil der n?rdl. Flügel und Maria-Magdalena-Kap. vor 1274; die übrigen Flügel 1491.

Schlo?. Der Hauptbau (seit 1676 ?Albrechtsburg? genannt) erbaut 1471 bis ca. 1485 von Arnold von Westfalen (Westveling). Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur, die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle R?ume in gleicher H?henlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur im 1. Gescho? Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige Zellen. Die sehr gro?en Fenster verzichten auf Ma?werk, als oberer Abschlu? ist der seither in der s?chsischen Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten Geschosses und die gro?e in einem Turmgeh?use aus der Fassade vorspringende Wendeltreppe. H?chst originell die Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so da? sich tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerst?rken von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub der Gew?lbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein [pg 268] Gedanke, der im Obergescho? der Domfassade wiederkehrt). Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung. Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich got. Weise. Der Ornamentlosigkeit h?lt die Wage eine mit Bewu?tsein geübte (im ?lteren Schlo?bau blo? zuf?llig zustande kommende) malerische Kontrastierung der Massen. - Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und Ausschmückung des gro?en Wendelsteins, sich zeigende Einmischung von Renaissanceformen geht auf Jakob von Schweinfurt ca. 1525-30.

S. Afra, gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift, durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schlie?ende Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400 das südl. Ssch. und der Chor erh?ht. Konventsgeb?ude nach 1600. - H?lzerne Kanzel 1657. Grabsteine des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle.

Franziskaner-K. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe kreuzgew?lbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift in das südl. Ssch. ein.

Frauen-K. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und 5/8 Schlu?; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap. eingebaut, deren Obergescho? eine S?ngertribüne tr?gt. Das Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. M?chtiger WTurm, letztes Gescho? Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem Dach, an den Ssch. quergestellte D?cher über jedem Joch. - Kirchhofstor gut renss. - In der Sakristei Tafelbild 1496.

Johannes-K. und Jakobs-Kap. unbedeutend und jetzt profaniert.

Martins-K., kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr. Apsis folgen sich in staffelf?rmiger Einziehung. Einfache Tür an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte Wandgem?lde aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen.

Nikolai-K. War eine rom. Anlage ?hnlich der Martins-K., in got. Zeit umgebaut. Sehr besch?digte Wandgem?lde 13. Jh. Interessantes gemaltes Triptychon.

S. Wolfgang, Begr?bniskap. im Meisetal, in der Art Arnolds [pg 269] von Westfalen, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten Apsiden am rck. Schiff.

Rathaus stattlich spgot. seit 1479.

Kornhaus 1520-24 von Meister Jakob von Schweinfurt. - Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von demselben; letztes K?mpfen der Got. gegen die Renss. - Auch in der Stadt einige alte H?user zu beachten, z. B. das Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.

MELKENDORF. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte Flachdecke um 1730. Au?en am Eingang zur Sakristei 2 sprom. S?ulenkaptt. eingemauert.

MELKERS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1687. In allen Teilen Fachwerk. über der Front niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der Erbauungszeit.

MELLINGEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Gro?e Dorf-K. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. - H?lzernes Brunnenhaus 1667. - Dorflinde mit Steintisch.

MELLNAU. RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine, erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.

MELLRICHSTADT. UFranken BAmtsstadt

Pfarr-K. Der allein interessante Teil ist der ?stl.; frgot. mit rom. Nachkl?ngen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor wird flankiert von 2 m?chtigen Türmen (nur der n?rdl. ausgebaut). Ihr Erdgescho? bildet Nebench?re, die sich sowohl gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen Arkade ?ffnen. Leibung ungegliedert. K?mpfer mit rom. Profil. Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb., wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole spricht. Der rom. K?mpfer deutet auf einen ehemaligen breiten Trennungsgurt hin. Das ?u?ere zeigt sich als massiger Quaderbau mit sp?rlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit sp?terem Ma?werk), in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschlu? und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige Schall?ffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs. ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. ver?ndert. - [pg 270] Sakramentsh?uschen feine, originelle Arbeit aus A. 15. Jh. - Grabplatte eines Herrn von der Ker ? 1387.

Spital-Kap. mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.

Grossenberg-Kap., kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. Holzfiguren und 3 Alt?re aus A. 17. Jh., Sandstein.

Reste der Stadtbefestigung.

MELSUNGEN. RB Cassel Kreisstadt.

S. Nikolaus-K. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. über den Sschiffen Walmd?cher.

Schlo? 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. - Rathaus, freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In der N?he ansehnliche Holzh?user des 17. Jh. - Fuldabrücke 1569. - Ringmauern aus Ma. gro?enteils erhalten; der Eulenturm, mit hohem Kegeldach.

MEMLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Benediktiner-Klst.-K. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten, jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzf?rmige Basilika. Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich mit Beibehaltung des ?lteren Grundrisses. Chor und Qsch. genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme mit zwischenliegender Vorhalle; lichte L?nge 59 m. - Wohlerhalten nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend. Gr?tige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden au?en und innen polygonal. Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den ?ltesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat spitzbg. Arkaden von geringer H?he; die Pfll. quadratisch mit 2 kr?ftigen 3/4 S?ulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchf?rmig, undekoriert; die m?chtige Deckplatte mit dem umgekehrten Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. - ?ltere Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon zerst?rt, vielleicht auch unausgeführt geblieben. - Die Klausur lag ungew?hnlicherweise auf der NSeite. - ?ltere Besucher sahen an den Pfll. gemalte m?nnliche und weibliche Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.

Dorf-K. Reste von spgot, Altarplastik und gro?es Holzrelief mit Beweinung Christi 1500.

Von der ehemaligen Kaiserpfalz ein Torweg und Mauerreste von 5 m St?rke.

MENGERSDORF. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1521, Ver?nderungen 1668, 1736.

[pg 271] MENGERSREUTH. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. H?lzerne Tonne mit Gem?lde um 1700.

MERGELSH?CHHEIM. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit.

MERKERSHAUSEN. UFranken BA K?nigshofen.

Dorf-K. 1737. Deckenfresko von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Obera?feld).

Pfarrhaus renss. und rok. An der Stra?enseite bmkw. got. Steinmadonna von ca. 1350.

MERKWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überw?lbte Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei.

MERSEBURG. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt. Die rom. Epoche, die des übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon 1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach teilweisem Einsturz 1042 v?llige Erneuerung des Chors und nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H. als 1. H.) geht der ganze gegenw?rtige Grundri? einer regelm??igen Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile: am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen (die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen Gr?ten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Fl?chen und feinen S?ulchen an den Ecken. - 2. Formen der übergangszeit (dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen des übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden, jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle; das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gew?lbebasilika von schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll. bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. - 3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelm??ig blieb; Netzgwbb.; au?en an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln mit Fl?chenma?werk aus Backstein; ferner erhielten das Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als Specimina [pg 272] der obers?chsischen Schulrichtung bmkw. sind. - Rest, von Fr. Adler E. 19.Jh. - Der wenig ansehnliche Kreuzgang spgot. mit ?lteren Resten. - Kanzel 1514 mit Zus?tzen von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. - Chorgestühl von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler, der sich Caspar Schockholz zeichnet. Viel besser der Fünfsitz von ca. 1480-90. - Reste von Schnitzalt?ren zerstreut. - In der Vorhalle steinernes Taufbecken 12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende M?nner dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gef??, daran unter Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und sp?ter das Fürstenportal am Bamberger Dom). - In der Kap. am WFlügel des Kreuzgangs gro?es und gutes Sandsteinrelief eines h. Georg, E. 14. Jh. - Zahlreiche Grabdenkm?ler, unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung Gegenk?nig Rudolf v. Schwaben ? 1080, Bronzeplatte auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger Gie?hütte; flachstes Relief, nur der Kopf st?rker hervortretend; etwas unter Lebensgr??e; alle Formen, auch die Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgf?ltig; die Augen hatten Einlagen von Glasflu?, ebenso das Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umst?nden mu? Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden. Also der ?lteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland. Im n?rdl. Qsch. Bischof Thilo v. Trotha ? 1514, wahrscheinlich von P. Vischer, eherne Tumba in Kistenform, mit der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugeh?rige Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der Trinit?t. An der NWand Epitaph des Bischofs Adolf v. Anhalt, im südl. Qsch. gro?e h?lzerne Barockepitaphe ohne sonderlichen Wert. Im n?rdl. Ssch. Grabstein des Bischofs Friedrich v. Hoym ? 1382, interessant durch den erstrebten Portr?teindruck, Spuren von Bemalung. - In der Vorhalle Grabstein des Bischofs Sigismund v. Lindenau ? 1544, an einem Pfl. das zugeh?rige Epitaph, bezeichneter Bronzegu? von Hans Vischer aus Nürnberg. - Im ?stl. Kreuzgang (soll n?chstens in die Vorhalle versetzt werden) Rittergrabstein um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr besch?digte Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters (nach H. Giesau von diesem selbst). - Gregoriusaltar und Marienaltar um 1515-20, von einem Leipziger Meister [pg 273] (vgl. Friedersdorf). Im n?rdl. Qsch. gro?es allegorisches Gem?lde auf die unbefleckte Empf?ngnis 1518. Mehrere ansehnliche Denkm?ler aus Renss. und Bar.: v. Bibra ? 1584, Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian v. Zoch 1728. Von den Glocken wird eine (die ?Schnurre?) dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.

K. und Klst. St. Petri, gegr. 1091, s?kularisiert 1562. Aus der rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) die Apsis des n?rdl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen Bau. - Teile des Klst., darunter das gro?e Herrenrefektorium, 1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gew?lbe im Stil der übergangsteile des Doms.

Neumarkts-K. S. Thomas, ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden, flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor unver?ndert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, A. 13. Jh.

K. des Collegiatstiftes St. Sixti, erster Bau 1045; E. 15. Jh. als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal ver?ndert.

Stadt-K. St. Maximin, spgot. und modern; die letzten rom. Reste im 19. Jh. beseitigt.

Gottesacker-K., 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg. Portaltympanon mit ausgezeichnet sch?nem Rankenornament im übergangsstil, verwandt den gleichen Bauteilen des Magdeburger Doms.

Schlo?. Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut 1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch Melchior Brunner; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal der ger?umige, ann?hernd quadratische Hof (die vierte Seite wird vom Dom eingeschlossen) geh?rt zu den eindruckvollsten, gro?zügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, Erker, Portale und Zwerchh?user in kr?ftigen, nicht schwülstigen Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen Fronten so verteilt, da? sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, aber doch nicht ganz aufheben. - Ausgezeichnetes Brunnenhaus. - An den Schlo?garten aus 2. H. 17. Jh. erinnern vier Obelisken. - Gartensaalbau 1727.

Rathaus 1475, ver?ndert in der Renss. (vgl. das Wappen). Marktbrunnen A. 17. Jh.

?stl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente der Burg K?nig Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter und daneben eine vorgeschichtliche Anlage.

MERXHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Ehemalige Augustiner-Klst.-K. gestiftet 1213. Flachgedecktes Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil zerst?rt. Sch?nes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten [pg 274] ausgekehlt. Die Klostergeb?ude modernisiert, bmkw. nur ein Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit Vorhangbgg.

MESCHENBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Dorf-K. spgot., dann ?fters ver?ndert. - Spgot. Kanzel.

MESPELBRUNN. UFranken BA Aschaffenburg.

Schlo?. Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493. Restauration und Vergr??erung 1742 durch die Grafen von Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische Lage in einem Waldsee des Spessart.

METZELS. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Geschnitztes Holzfachwerkhaus, bez. 1511 auf dem got. Türbalken. Kleines Museum b?uerlicher Altertümer.

MEUSELBACH. Schwarzburg-Rudolstadt LA K?nigsee.

Kirche, 1743. Die Kanzel und das originelle Taufbecken aus derselben Zeit.

MEUSELWITZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. 1604, nach Brand 1640 hergestellt. - Schlo?, 1724 für Feldmarschall Graf Seckendorff; gro?es Viereck mit kleinem Mittelhof; pomp?se Wirkung beabsichtigt, abgeschw?cht durch die geringwertigen Surrogatmaterialien.

MICHAELISBERG s. Klosterveilsdorf.

MICHELAU. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 1804-11. - Holzbauten ?hnlich Marktzeum.

MICHELBACH. RB Cassel Kr. Marburg.

Kirche. übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gew?lbebau mit schm?lerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm. Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen.

MICHELFELD. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. - Guter Bildnisgrabstein 1626.

MICHELSBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schm?lerem rck. Chor, kein Turm.

MIEKEL. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1550, mehrmals erweitert. - Feiner und vornehmer Kanzelaltar 1686. Grabdenkm?ler der v. Gersdorf, v. L?ben und v. Ponickau.

Schlo? erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im kleinen an Schlo? Moritzburg. Kurfürstliche Bildnisse des 16. und 17. Jh.

MIHLA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. Lhs. 1711-15, Turm rom. Gro?es Steinrelief des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische, gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore [pg 275] zum Teil verdeckt. Geschnitzter Flügelaltar E. 15. Jh., eines der gr??ten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs. Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt. Grabstein mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall in reicher Rüstung, um 1660. Gro?es Kruzifix, aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung. Gro?e Truhe mit sehr reichen spgot. Beschl?gen aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der Familie v. Herstall.

Das Graue Schlo? bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz. Das recht gut gemei?elte Wappen der Familie v. Herstall, aus M. 15. Jh., ist sp?ter in der Gartenmauer angebracht. Monumentale Stallgeb?ude aus Quadern 1735.

Das Rote Schlo?. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das Erdgescho? aus Stein mit sch?nen renss. Fenstern. Darüber 3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im Innern 3 sehr gro?e Dielen übereinander. In der unteren Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schr?nke des 17. Jh. Einer der besten Holzbauten Thüringens.

Geschnitztes Holzfachwerkhaus mit guten Schnitzereien no 30.

MILDENFURT. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Ehemalige Pr?monstratenser-Klst.-K. gegr. 1193, Hauptbauzeit um 1225-50. N?chst dem Dom von Naumburg der bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als Fragment, eingebaut in ein Schlo? des 16. Jh., erhalten. Von der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor zeigen den regelm??igen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor und Nebench?re (kürzer) schlie?en mit 1/2kr. Apsiden; sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel. Das Lhs. im gebundenen System gew?lbt; 4 Doppeljoche; die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig 8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den Klostergeb?uden haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus erhalten.

MILTENBERG. UFranken BAmtsstadt.

Altertümliches Stadtbild von gro?em Reiz. Hauptschmuck die zahlreichen Fachwerkh?user, meist 16. Jh., so das Gasthaus zum Riesen 1590.

Pfarr-K. Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh. [pg 276] vollst?ndig umgebaut und erweitert. Au?en ansehnlicher Quaderbau mit 2 OTürmen. - Franziskaner-K. barock.

Rathaus. Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz. - Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem mit Ritter in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister J. M. Schmidt.

Sch?ner Renss. Laufbrunnen.

Burg. Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern, gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest.

MILTITZ. K Sachsen AH Mei?en.

Pfarr-K. 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. - Hübscher Altaraufsatz mit Sandsteinreliefs und Statuetten der Stifter 1622.

Schlo?. Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung auf Umbau 1663.

MILZ b. R?mhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen. Dorf-K. von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als Ganzes bmkw. - Viel Fachwerkh?user.

MISTELBACH. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), h?lzerne Tonne mit bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.

MISTELFELD. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk. Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Ma?werkfenster.

MITTELDORF. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen gr?tigen Kreuzgwbb., etwas schm?lerer quadratischer Chor und 1/2kr. Apsis. Der WTurm jünger.

MITTELSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden Holzfiguren um 1600.

Karner mit Fragmenten von Steinplastik der Renss.

MITTWEIDA. K. Sachsen AH Rochlitz.

Marien-K. Erneuert nach Brand 1454 durch Meister Arnold v. Westfalen bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit; er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten Lhs. in der Weise, da? seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe f?llt; das n?rdl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelm??igkeiten von eigentümlich malerischem Reiz; die n?rdl. Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das ?u?ere trocken elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache WTurm 1516. - Altarwerk mit reicher Holzschnitzerei 1661 [pg 277] von Valentin Otto und Joh. Richter, beide aus Mei?en. Sandsteinkanzel, von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 gro?en Propheten; gefertigt 1667 von Cl. K. Buchau in Dresden.

An einigen Wohnh?usern hübsche Fr.Renss Türen.

MITTWITZ. OFranken BA Kronach.

Schlo? nach 1525.

MOGGENBRUNN. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Schlo? 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp. Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im 17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.

MOHORN. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. - Schnitzwerke: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten A. 15. Jh. Gro?er Altarbau 1604 von ernster, monumentaler Haltung, in der Mitte gro?es Abendmahlsrelief. Treffliche Bildnisreliefs 1686, 1711.

M?HRA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. - Zahlreiche Fachwerkh?user 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden, die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 ?M. Luthers Stammhaus?.

M?LBIS. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. wesentlich 1688. Glocke 14. Jh. Bosesche Grabm?ler.

Herrenhaus (v. Bose) 1714, einfach vornehm.

MOLSCHLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. spgot. - Doppelflügeliges Altarwerk 1518; im Schrein ungew?hnlicherweise eine einzige Relieftafel mit 6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. ?. auf gemeinschaftlichem landschaftlichem Hintergrund. - Sch?nes Fragment eines zweiten Schnitzaltars.

MOLSDORF. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Schlo? 1734 für Graf Gotter. Bar. im übergang zum Rok. Luxuri?se Innenausstattung. Gro?er Park.

M?MBRIS. UFranken BA Alzenau.

Dorf-K. Grabsteine 1548, 1562.

M?NCHR?DEN. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. Benedikt.-Klst. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Geb?ude. Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (P?chterwohnung) zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des fr. 16. Jh. - An der Dorf-K. Unterbau einer rom. Apsis; sonst oft ver?nderter Gemengbau. An der südl. Au?enwand [pg 278] 3 Bildnisgrabsteine von ?bten 1367, 14.., 1474.

MORITZBURG. K. Sachsen AH Dresden N.

Jagdschlo?. 1542-46 von Hans Dehn-Rotfelser für Kurfürst Moritz; kleinere Ver?nderungen 1593-1660; Kap. 1672 von W. C. v. Klengel; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch P?ppelmann. - Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schlo?, ein einfach behandelter rck. Bau (15 : 30 m); erst Buchner schmückte ihn 1593 mit den auf ?lteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln. P?ppelmann legte die Hofmauer nieder, vergr??erte das Mittelschlo? um ein Bedeutendes in H?he und Breite, verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Au?enw?nde sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch (l?ngst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung und der Lage inmitten eines (auch erst von P?ppelmann erweiterten) Waldsees. Im Innern f?llt der ungeheure Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die Dekoration der Kap.; das Deckengem?lde von Joh. Fink, die porzellanene Altarplastik von J. J. K?ndler. Der Schmuck der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 gr??ere Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene Stücke. Der J?ger an der SWEcke aus ?lterer Zeit, wahrscheinlich 1602 von Christoph Walther.

Fasanerieschlo? 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das Hauptschlo?. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des franz?sischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok. schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden Formen, daneben chinesische und indianische Ankl?nge, als Symbole der Natürlichkeit, die R?ume winzig für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.

M?RSHAUSEN. RB Cassel Kr. Melsungen.

Dorf-K. 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen, sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schm?lerer rck. Chor; turmlos.

MOTZLAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. 16. Jh., umgebaut 1733. - Ausstattung gleichzeitig. Am Hochaltar 2 auffallend gute Holzstatuen. Kruzifix, Pietas und Altarreste spgot.

MüCHELN. Pr. Sachsen Saalkreis.

Kleine frgot. Templer-(?)K. Sorgf?ltige Ausführung in Sandstein[pg 279]. 1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schlu?, im W Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen.

MüCHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Stadt-K. Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung 1. H. 18. Jh.

Rathaus 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale in malerischer Gruppierung.

MüCKENBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Schlo? 1737 für Margarethe v. L?wendahl geb. Rantzau. Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten. Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schlo?kap. 1746, auf dem Altar gro?e Kreuzigungsgruppe in Mei?ener Porzellan. Vom Park wenig erhalten, gro?es Gittertor um 1800 mit Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin.

MüCKERN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.

MüDESHEIM. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Gro?es Deckengem?lde und Altarausstattung aus derselben Zeit.

Wallfahrts-Kap. Holzfiguren in der Richtung Riemenschneiders.

MüGELN. K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gew?lbeschlu?stein bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das 4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Fl?chen; Fenster 3teilig mit ?u?erst nüchternem Ma?werk; Chor 1 Joch und 5/8 Schlu?. - Sakramentsnische mit Halbfiguren von Propheten und Engeln. überlebensgro?es Kruzifix. [Flügelaltar von M. Krodel 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] Vor der südl. Vorhalle gro?es prachtvolles Gitter bez. 1648. - Grabmal des Melchior v. Saalhausen ? 1504, h?chst lebendig behandelte Standfigur in fast voller Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz ? 1591 und des Diakonus Stein ? 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem Marmor für Sophie und Georg Dietrich v. Wolframsdorf 1691, 1694.

Schlo? Ruhetal. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.

Rathaus. Sp?teste Gotik ca. 1550, durch ?stilvolle? Rest. entwertet.

MüGLENZ. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K., einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die verst?ndnisvolle [pg 280] Durchführung eines got. Netzgwb., für jene Zeit etwas Unerh?rtes.

MüHLBECK. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. von einfach rom. Anlage. Rasenstein. Sakramentsh?uschen und doppelflügeliger Altarschrein spgot.

MüHLBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Ehemaliges Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern. Ein südl. Ausl?ufer der m?rkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227, die ma?gebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen 1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50 Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders der kleeblattf?rmige Unterbau der n?rdl. Apsis). Das Ergebnis 1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem Chor. Ganze L?nge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im N unten kleeblattf?rmig (mit got. vergr??erten Fenstern), oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die Gwbb. s?mtlich nach einem der mehreren Br?nde des 14. oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte Blendnischen, die Kaptt. der S?ulchen erneuert (frgot. Knospen). Das Lhs. hat mehrere Ver?nderungen durchgemacht, besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore reichte, ist nicht auszumachen. - Das ?u?ere in guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht r?tselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade 15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen (in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539 eingestürzt). - Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. - Die Ausstattung der kl?sterlichen Zeit abgegangen. Einfacher Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gem?lden, bez. H. G. B. (Heinrich Godechen), Kanzel 1621. Lange Reihe von Grabdenkm?lern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl. Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig, die meisten in geritztem Umri?. Von denen des 16. bis 18. Jh. einige leidlich gut. - Klausurgeb?ude. Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen, das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das ?btissinnenhaus (W) 1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgescho? deuten auf einen ziemlich aufw?ndigen Umbau um 1500; demselben geh?rt auch der mit einem Ma?werkmuster (Netz [pg 281] aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss. nach 1554.

Neust?dter-K. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach ver?ndert. - Guter spgot. Schnitzaltar um 1525, sp?ter in Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere Grabsteine.

Friedhof 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. Altargem?lde 1614.

Schlo?. Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt 1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgeb?ude einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit guten Figuren des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).

Rathaus. Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit Ma?werk ?hnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre 1543 angeh?ren. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins)

MüHLFELD. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Turm frgot. Lhs. 1593. - Grabsteine 1481, 1611, 1704.

MüHLHAUSEN. OFranken BA H?chstadt.

Pfarr-K. Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. - Sch?ne Bildhauerarbeiten des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, Bilder aus der Schule Wolgemuts(?), Grabmal von Hans Werner 1613.

MüHLHAUSEN. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben Zeit.

MüHLHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besa?, sind jetzt 5 im kirchlichen Gebrauch.

S. Blasien. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen Ordens gelangt. ?ltere Baugeschichte unbekannt. Der vorauszusetzenden rom. Basilika k?nnte der WBau bis zu dem in H?he von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umri? und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ?hnelt in Komposition und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in [pg 282] Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse von je 4,5 m H?he, sein Partner nur 2 von je 6,7 m H?he. Am n?rdl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück. am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam ist die Verst?rkung der Ecken durch Bündel von je 3 Runddiensten, die sich mit den kr?ftigen Gesimsen verkr?pfen und in jedem Gescho? auf halber H?he mittels Ringsteinen in die Wand eingebunden sind. W?hrend die Au?enarchitektur des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen Formen h?lt, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot. im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm (vollendet ca. 1260) nimmt auch die Au?enarchitektur frgot. Schmuckformen auf (mit speziellen Ankl?ngen an Laon), wie auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten st?rker betont sind, worauf schon die ver?nderte Stockwerkteilung hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert, unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die Ecken starke kreuzf?rmige Strebepfll. und noch sp?ter in der Mitte eine formlose Strebemauer. - Um 1260 die Erneuerung der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. übergangsformen mit Ankl?ngen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen Aufbaus bald verlassen. - Das Lhs. ist Hallenkirche von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund, unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Bl?tterkranz; die Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig, Ma?werk aus Vier- und Dreip?ssen. - Am ?u?ern haben besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen; darüber Rosenfenster, dessen Ma?werk aus einfachen Kreisen. An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkr?nung. Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen. An der n?rdl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend gr??er und aus 14 radianten Bl?ttern gebildet; vor dem Giebeldreieck freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsd?chern entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeintr?chtigt werden die Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung [pg 283] des ehemals als Begr?bnisplatz benutzten Gel?ndes. - Gro?er Schnitzaltar E. 15. Jh. - Steinerner Levitensitz A. 14. Jh. - Steinerne Kanzel E. 15. Jh. - Taufstein 1596. - Epitaph des Hermann von Heylingen ? 1422, der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fu? der betende Stifter. - An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes Gitter von 1707. - Unter den Altarger?ten der Sakristei mehreres bmkw.

S. Marien. Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen Basilika im 2türmigen WBau. Nur der n?rdl. Turm unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau mit bar. Oberbau, so da? die Fassade (vor Zerst?rung des südl. Turmes) schlie?lich dreitürmig war. - Im übrigen ist die K. v?llig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der einheitliche Charakter des Innern l??t auf eine nicht zu lange Bauzeit schlie?en. Der Chor 1328 vollendet. - Hallenkirche mit einer für dieses System ungew?hnlich reichen Grundri?gliederung. Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschu? f?llt auf das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine gr??ere Breite von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich die inneren Ssch. als Nebench?re (1 quadratisches Joch und Schlu? aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und 8 Eck-Schlu?) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller Bildung. Statt der Schlu?steine dienen mehrfach tief herabh?ngende, mit Bl?ttern besetzte Stengel. - Dem ?u?eren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem Schmuck gesucht. über jeder Fensterachse ein in Ma?werk aufgel?ster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K. in Arnstadt auf; dort mit Beschr?nkung auf den Hauptchor; hier in der regelm??igen Wiederholung wird es monoton, vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher, als Staffelgiebel ohne Ma?werk). Dieselbe, aus der Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal; darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein Altan.

Ausstattung. Hauptaltar mit spgot. Flügelschrein, in der Mitte Marienkr?nung, auf den Flügeln je 6 Heilige in 2 Ordnungen, gemalte Au?enflügel, Predella jünger. Dahinter S. Nikolausaltar (versetzt). Im n?rdl. Ssch. 2 gemalte Triptycha. Steinerner Levitensitz M. 14. Jh. Ratsstuhl 1604. In den Chorfenstern besch?digte Glasgem?lde [pg 284] aus 14. Jh. Skulpturen: Der Schmuck des Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerst?rt: An der Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der ?rtlichen überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit Gefolge, die allj?hrlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen h?tten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten Figuren die Anbetung der h. drei K?nige. An der Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung. - Am Teilungspfosten des n?rdl. SPortals eine Heilige mit Kirchenmodell.

S. Jacobi. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732. Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete ?u?ere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau 2 Türme, der n?rdl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen begleitet sind, die ihren Platz ungew?hnlicherweise an den geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert, letztere mit reichem Ma?werk des 14. Jh.

S. Kiliani. Unbedeutender Bau des 14. Jh.

Allerheiligen. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. n?rdl. 1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverh?ltnism??ig hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse und welsche Haube.

Kloster-K. der Bü?erinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini. Jetzt Turnhalle.

Barfü?er-K. Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn 1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche. Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen. Im süd?stl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck. 75 : 10,6 m. Der ?ltere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk und ohne Strebepfll., der ?stl. Teil besser. Jetzt Packhof.

[Prediger-K. beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch. 10 Joch lange Hallenkirche.]

Hospital-K. Ganz kunstlos; jetzt Magazin.

S. Petri. E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst entstellt.

S. Georg. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgf?ltiger Quaderbau mit gutem Ma?werk an den Fenstern, von denen 3 an der ?stl. Schlu?wand. Die an beiden Langseiten angeordneten Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in einfacherer [pg 285] Fassung das Motiv der Jakobi-K. - Angebaut eine 6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.

S. Martini. Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem aus dem 6Eck geschlossenem Chor.

S. Nikolai. Die gr??te der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das ?u?ere ganz schlicht. Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend frgot.

Rathaus. Planloses Aggregat verschiedenartiger R?umlichkeiten. Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.

Stadtbefestigung. Erhebliche Teile erhalten.

MüLLERDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. mit rom. Turm. An der Au?enseite eingemauert zwei ?heidnische G?tterbilder? (??).

MüNCHAURACH. OFranken BA H?chstadt.

Pfarr-K. Kreuzf?rmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster. Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am NEnde des Qsch.

MüNCHENBERNSDORF. Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O.

Dorf-K. 2 Altarflügel von Valentin Lendenstreich aus Saalfeld 1503. - Typische Wasserburg aus 2. H. 16. Jh.

MüNCHENGOSSERST?DT. Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom., Lhs. 17. Jh.

MüNCHENLOHRA. Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.

Ehemalige Nonnen-Klst.-K. Gew?lbte rom. Pfeilerbasilika auf normal kreuzf?rmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll. Die Pfeilerbasen mit kr?ftigem attischem Profil; die K?mpfer teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt. Im Msch. gr?tige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh. Die Ssch. waren zerst?rt, jetzt erneuert. Die westl. H?lfte des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie ruht auf gew?lbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete Gesimse und Bogenfriese, an den W?nden dünne 3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme mit Glockenhaus über der Empore) war zerst?rt, jetzt erneuert. (Grundmauern eines ?lteren WChors.)

MüNNERSTADT. UFranken BA Kissingen.

Pfarr-K. Ansehnlich gro?e ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh. neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb. Im ersten Gescho? ehemals Kap., die sich im Rundbg. [pg 286] gegen das Msch. ?ffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen. Geschiefertes Obergescho? und Spitzhelm 17. Jh. - Im Neubau der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff (erkennbar am Anschlu? an den WBau) bis zu der durch den got. Chor gegebenen H?henlage erh?ht, das System der flachgedeckten Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte rundbg. Arkaden, von W nach O in der ?ffnungsweite abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert. WEmpore aus der Juliuszeit. - Der spgot. Chor (1+5/8) am Anschlu? an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten Türmen (v?llig ausgeführt nur der im SO). - Hochaltar neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar, Frühwerke Riemenschneiders; die Flügelreliefs jetzt auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener Nat.-Mus. Ferner enth?lt der Altar ein interessantes Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) und ein gro?es Hochrelief, Kreuzigung, wohl mit Recht Veit Sto? zugeschrieben, gedr?ngt, unruhig, in forcierter Charakteristik. Als Flügel des Sto?schen Altarwerks, ja sogar als eigenh?ndig von ihm gemalt, werden neuerdings (von H. Weizs?cker) die 4 jetzt im Chor h?ngenden Tafeln in Anspruch genommen. - Einzelne Schnitzbilder von zerst?rten Alt?ren in der K. zerstreut; ferner Salvator und 12 Apostel aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben bemalt. - An der SSeite des WTurms Kap. von 1428 mit gro?em rohem ?lberg, einem Heiligen Grab, einer Messe des h. Gregor, verdorbenen Epitaphen.

Markt-Kap. Einfacher Bau von 1410.

Augustiner-K. 1752. Ger?umiger Saalbau, als Architektur nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr gro?en und vordringlichen Mobilien bewirkt. - Deckenbilder von Joh. Anwander. Reicher Schatz des 18. Jh.

Aula im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh. von Zeni.

Stadtbefestigung mit interessanten Turmanlagen, an zweien Steinmadonnen aus E. 14. Jh.

Rentamt (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau, im Hof gro?er Erker 1671 und Portal 1611 von Julius Ernes.

MüNSTERSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.

Ehem. Benediktinerabtei. Die Gründung wird auf Karl d. Gr. [pg 287] zurückgeführt. Gro?artiger Neubau durch Balth. Neumann 1727-1743, eine seiner bedeutendsten Sch?pfungen, auch die Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigeb?ude aus der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700 Torhaus. Von Neumann ein kleiner 2geschossiger Bau der SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. - Mainbrücke mit Bildst?cken der Renss. und Standfig. der Immaculata um 1750.

MUPPERG. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22 umfangreiche Rest. und Erweiterung. - Prunkvolle Moseskanzel. - Bildnisgrabstein des Hans von Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Sch?rfe der Arbeit ausgezeichnet. - Reste von ma. Wandmalerei.

MüRSBACH. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. - Gute spbar. Einrichtung. - Renss. Epitaphien um M. 16. Jh.

Dreifaltigkeits-Kap. Spgot. um 1516. Gute spgot. Ho1zfiguren.

Im Dorf Fachwerkh?user.

MUTZSCHEN. K. Sachsen AH Grimma.

Stadt-K. (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot. Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.

MYLAU. K. Sachsen AH Plauen.

Burg in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut unter den v. Sch?nberg (E. 16. Jh.).

N

N?GELSTADT. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Untere K. Geh?rte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende. In sehr verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit Zentralturm, schlicht romanisierend frgot. Detail.

2 überdachte Brunnen 1660 und 1568.

NANKENDORF. OFranken BA Ebermannstadt.

Pfarr-K. 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. - Von dem [pg 288] ehem. spgot. Hochaltar 2 sch?ne Reliefflügel erhalten. - Spuren ehem. Befestigung.

NASSWANG. OFranken BA Lichtenfels.

?konomiegeb?ude des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich die zentrische Anlage.

NAUENDORF. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. Turm und Schiff rom., die Kunstformen verh?ltnism??ig aufwandreich.

NAUENDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. spgot. - Treffliche Kanzel um 1580, in rein archit. Formen, ohne figürl. Beiwerk.

NAUHAIN. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgescho? 12. Jh. - Hübscher kleiner Altar aus A. 16. Jh., im Schrein Anna selbdritt, die Flügel beiderseits mit tüchtiger Malerei.

NAUMBURG. RB Cassel Kr. Wolfhagen

Pfarr-K. Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Die Gwbb. in Holz erneuert. - Der 1866 verzeichnete Flügelaltar nicht mehr vorhanden.

NAUMBURG. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom SS. Peter und Paul. Sprom. und frgot. Hauptmasse 1. H. 13. Jh. Für Thüringen das Hauptwerk der sch?nsten Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. Gwb.-Basilika mit doppeltem Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne Zentralturm. Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Ch?re erweitert auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, eine regelm??ige kreuzf. Basilikenanlage von ca. 46 m L., die Gestaltung des WBaus ungewi?. Der Neubau begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit facettierten oder geperlten Bl?ttern, Beginn rheinischer Einflüsse. Die Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch sp?ter; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen schlanken quadr. Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles Blattwerk. Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schlu?) entspricht der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die Formen ?hnlich denen des Vorchors; die Kaptt. geh?ren zu den sch?nsten des Sp?tromanismus. Gwbb. gr?tig, trotzdem mit Schlu?steinen (nur einer, L?wenkopf mit h?ngender Zunge, erhalten).

Oberkirche, romanische Teile. Sie umfassen den ganzen Dom mit Ausnahme der beiden (got.) Ch?re. Baunachrichten fehlen fast ganz. Der Formcharakter deutet durch [pg 289] seine geringe Abwandlung auf verh?ltnism??ig kurze Bauzeit; sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard (1207-42). 1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung schlo? sich der des Langhauses unmittelbar an. In letzterem erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs (von O gerechnet) eine kurze Pause. Erst in den folgenden Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. Innerhalb des deutschen übergangsstils steht N. auf dem konservativen Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am meisten an Bamberg, ebenso das innere System, jedoch in den Verh?ltnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte Schlu?steine, Pinienzapfen, Tierk?pfe (vgl. sonst Dom zu Magdeburg, Chorumgang, und ?fters in Westfalen). Gerader, m??ig steigender Gwb. Stich, Kappen in St?rke von 50 cm. - Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr. (wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit vorgelegten 3/4 Sll. und schw?cheren Vollsll. in den Winkeln; die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb. auf, wo sich die K?mpfer mit einem durchlaufenden Gesims verkr?pfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk ohne gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen. Merkwürdig die Widerlagerung durch übermauerung der Quergurten der Sschiffe, z. T. in einw?rts schr?g abfallenden Lagerfugen. Das ?u?ere in guter Quadertechnik, formenarm und streng; an der NWand Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben wurde. - Hauptportal am südl. Qsch. in einer dem Kreuzgang sich anschlie?enden (sp?teren) Vorhalle; das Gew?nde sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck au?er dem Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im Innern des Altarhauses 2 Türen (zu den Turmtreppen) mit auserlesen sch?ner Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil der Krypta.

Die Türme. Das ?stl. Paar rein rom., quadr. bis zur H?he des (um sie herumgeführten) Dachgesimses von Chor und Qsch., dann 8seitig; schon in rom. Zeit, dann noch einmal in got., überh?ht. D?cher bar. (Ein Bild der ursp. Gestalt gibt die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in Freiburg a. U.) - Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, weitergeführt [pg 290] um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme; doch kam nur ein Gescho? zur Ausführung; der südl. blieb ganz liegen (erst 1894 ausgebaut), der n?rdl. im 14. Jh. mit 2 weiteren Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste anschlie?en. Zwischen den WTürmen und dem WChor eine Lücke von fast 2 m, nach au?en durch eine Verbindungsmauer verdeckt.

Die Ch?re. a) Der westliche. Obgleich zeitlich dem Hauptbau unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach 1270), macht er stilistisch einen gro?en Sprung in die gereifte Gotik. Vorderteil Quadr. mit 6teiligem Gwb., Schlu? aus 5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch breiten, gegliederten Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gew?nde innen einfach abgeschr?gt, au?en etwas voller gegliedert, Ma?werk aus 2 Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspa? aufgel?ste Platte. H?chst eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen von besonders gl?nzender Wirkung die Wanddekoration über dem Chorgestühl: unten eine tiefnischige Arkatur, die Kr?nungen ihrer Miniaturgew?lbe ein durch die vorgefundenen Fragmente nicht hinl?nglich beglaubigtes Werk der jüngsten Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von gro?er Sch?nheit, jedoch die Mehrzahl erg?nzt; darüber eine zweite, von der Wand als Laufgang sich absetzende Kleinbogenstellung; auf ihrer H?henlage, vor die Wanddienste gesetzt, Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt der Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims Fortsetzung des Laufgangs und der Standbilder. Das ?u?ere in knappen Formen; reicher nur das in der Kehle mit überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und die originellen Fialen über den Pultd?chern der sonst ganz einfach gehaltenen Strebepfll. - b) Ostchor. Schmal rck. Vorderjoch und Schlu? aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der Mittelachse (frühestes Beispiel für diese erst in der Sp?tgotik h?ufiger vorkommende Abweichung von der Regel). In den Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; andere, namentlich das Fensterma?werk und die abgerissenen Blattbüschel einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen und Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte, jedoch nicht zur Ausführung gekommene Statuen.

Die Lettner. Der ?stl. ist der ?ltere, gleichzeitig mit der Vorkrypta, an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von 3 Jochen, Kreuzgwbb. auf Bündelpfll., tragen die Bühne. Die Rückwand hat in der Mitte den Laienaltar, zu dessen Seiten 2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte Stufen hinaufführen; aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; gegen [pg 291] Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eing?nge zur Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ?ltestes erhaltenes Beispiel eines ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. - WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet sich von der des ?stl. dadurch, da? der Chor keine Krypta hat und sein Fu?boden nur um wenige Stufen h?her liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen W?nden getragene Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen. Die Verbindung von Architektur, Ornament und figürlicher Plastik ist eine dekorative Meisterleistung h?chsten Ranges; im einzelnen geh?ren die Laubkaptt. zum Vollendetsten, was Deutschland in dieser Art besitzt.

Monumentale Skulpturen: a) Am rom. Bau. Tympanon am Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit segnender Geberde, in der von 2 Engeln getragenen Mandelglorie; die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; gut in den Raum komponiert; Formen naturlos. - In der Erdgescho?-Kap. des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot. Konsole; von einem m??ig begabten Mann aus dem Kreise der Künstler, die das frgot. Turmgescho? nach Bamberger Muster ausführten. - b) Am WChor. Mit der architektonischen Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig ausgeführt, mit den S?ulenbündeln aus einem Block. Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohlt?ter der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt wurde, geh?rte selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht und rechter Arm erg?nzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, 5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt, im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde ?comes occisus?), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung Adelheid, ?btissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: grobk?rniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt, zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile - Augen, Haare, Gewands?ume, Schmuck und Wappen - mit dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau die zeitgen?ssische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler hat alles Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der franz?sischen Schulung seinen pers?nlichen Stil herausgearbeitet, einen mit unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese [pg 292] Gestalten sind nicht Portr?ts, aber sie k?nnten dafür gelten. Sehr merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am ?comes occisus? und der ihm zun?chst stehenden, der Ausdruck momentaner Gemütsbewegung. - c)Am WLettner. Die Balustradenreliefs stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, Petri Verleugnung, W?chter, Pilatus Handwaschung (die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper erg?nzt, doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte bei 65 cm H?he 30 cm tief ausgeh?hlt. Wahrscheinlich ein Werk des Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit; jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung von unerh?rter Selbst?ndigkeit gegenüber der Tradition; der Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen zugedeckt. Die an ungew?hnlicher Stelle, n?mlich an der Lettnertür, angebrachte Kreuzgruppe zeigt die letzte Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. Der Gekreuzigte deckt sich im Umri? vollkommen mit dem Wechselburger, aber wie v?llig anders ist die geistige Auffassung! Bei Maria und Johannes das Pathos bis zu greller Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. - Von einem andersgestimmten Schüler des Hauptmeisters der Diakon mit Lesepult, ursp. wohl im Chor, jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow vorgeschlagene Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). - Im OChor Türbogenfeld mit Weltenrichter zwischen Maria und Johannes dem T?ufer; durch den unvollendeten Zustand für das Technische von besonderem Interesse; Komposition und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe am OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger Meister zugeschrieben werden mu?; das Naumburger Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualit?tsh?he, wird also nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen in Arbeit genommen sein. - Ebenfalls aus der Schule des Lettnermeisters das Brustbild Johannes des T?ufers über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. - Alt?re. Vieles vom alten Bestand zerst?rt oder versetzt. Hauptaltar; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in wunderlicher Stilmischung. - Auf dem Nebenaltar im letzten Joch des südl. Ssch. steinernes Retabulum mit Crucifixus und vier Frauen, um 1350. - Spgot. Schnitzalt?re in der Krypta ohne Bedeutung. - Reste von 3 oder [pg 293] 4 Tafelalt?ren aus der Werkstatt Cranachs im Dom zerstreut. Der Barbara-Altar im n?rdl. Ssch. vollst?ndig, aber in schlechtem Erhaltungszustand.

Gestühl: a) Im OChor: sch?ner frgot. Viersitz, spgot. ihm gegenüber ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und Dreisitz am Lettner. b) Im WChor: Stuhlwerk bez. 1516. - Kanzel von 1466 jetzt in der Johannis-Kap.

Grabdenkm?ler. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben: Im OChor Hochreliefplatte eines unbekannten Bischofs, vielleicht zum Ged?chtnis des Kirchengründers Hildeward, ausgeführt A. 14. Jh. Dieser ?lteste Grabstein der beste, nachher sinkt der Durchschnittswert. - Im südl. Ssch. Grabstein Münch 1563; Grabstein Bruchterte ? 1391 (von derselben Hand wie der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck ? 1576, bez. M. S.; Epitaph Bünau ? 1591, von demselben; Wandstein des Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im Dom erhaltenen Stücke. - Im n?rdl. Ssch. Bronzemedaillon für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. H. K. - Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406 (von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein Bischof v. Goch ? 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492; Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. K?nritz 1496; gravierte Platte des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf ? 1466, aus der Vischerschen Werkstatt, wohl Jugendwerk Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer s?chsisch-thüringischen. - In der Vorhalle Marmordenkm?ler der Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich v. Marschall 1771.

Glasgem?lde. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der Erbauungszeit (?), im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen von ursp. 8 zusammengesetzt). - 2 Teppiche aus 16. Jh., einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der Schleinitz (wohl Bischof Vinzenz von Merseburg ? 1535). - 8 Me?bücher aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. - Klausur. Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt, wo noch Ans?tze zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte Tür in der WWand des n?rdl. Querhauses vorhanden. Vor 1228 an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingew?lbt um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. Domkirchhof mit manchen der Beachtung nicht unwerten Denkm?lern des 16. Jh.

Dreik?nigs-Kap. 1416, Untergescho? ?lter, das Ganze sehr verwahrlost. An der Au?enwand bmkw. gleichzeitige Anbetung der 3 K?nige in Einzelstatuen.

[pg 294] Dompfarr-K. S. Marien. Nur der Chor erhalten; 1343; bmkw. die gro?enteils nach innen gezogenen Strebepfll. sowie geringe rom. Mauerreste des Schiffs.

Johannis-Kap. Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von 3 Gwb.Jochen. Das Detail zierlich und geistreich im Stil des WChors.

Domherrenkurien, a) ?gidienkurie; der vom rom. Bau (ca. 1200-1210) erhaltene Teil umschlie?t die Kap., kenntlich am Erkerchor; giebelf?rmige Umbildung des Bg.Frieses; der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; originelle überführung aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot. Bau rest. 1581 (die Bisch?fe residierten im sp. Ma. meist in Zeitz).

Moritz-K. Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen Klst. Die jetzige K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die neue Ausstattung 1705-21 wurde durch die Rest. 1875 entfernt. - Ein im Innern und ?u?ern gleich einfacher Bau. Dem Hauptschiff ist nur n?rdl. ein Nebenschiff angefügt; der langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur durch einen Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, alles unter einem Dach. Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme gehen auf rom. Anlage zurück.

Gro?er Crucifixus aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger Typus in vergr?berter Fassung, doch sehr bedeutend in seiner heroischen Wuchtigkeit. Dazu geh?rig Maria mit eigentümlich barocker H?ufung der Gewandmotive, kaum von derselben Hand. - Verdorbener ?lberg (? 13. Jh.). - Trümmer sp. ma. Altarplastik. - Grabdenkm?ler ohne h?heren Wert; arch?ologisch von Interesse der giebelf?rmig abschlie?ende, jedoch mit umlaufender Inschrift versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin ? 1125, ausgeführt etwa E. 13. Jh.

Stadt-K. S. Wenzel. Nach Br?nden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden Herstellungen in h?chst eigenartiger Gestalt hervorgegangen. 1411-73 die ?stl. H?lfte; für sich betrachtet ergibt sie einen normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit 5/10 Schlu? in ziemlich gro?en Abmessungen, zu beiden Seiten 2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen (das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite); ob die jetzige Grundri?disposition noch 1473 oder nach 1517 getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die Rücksicht auf die an dem Choreingang angeordnete Kanzel. Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen und polygonalem, einem flachen Kreissegment sich anschlie?endem westl. Abschlu? (1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu [pg 295] einem Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt. Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief. Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender H?he ist der Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am Au?enbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit viel eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer Gesamtwirkung; die WTeile fast ?rmlich vereinfacht, ausgenommen die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der n?rdl. ausgeführt. Um 1600 baute K. Steiner das Obergescho? der Sakristei in gut verstandenen got. Formen, gleichzeitig die Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. Alt?ren nichts erhalten au?er einigen gemalten Tafeln: ?Lasset die Kindlein zu mir kommen? 1529 von L. Cranach, eine der besten Arbeiten seiner sp?teren Zeit; Anbetung der drei K?nige 1522, Frühbild Cranachs? Heilige Nacht von Barth. Spranger, A. 17. Jh. - Hochaltar riesiges Schreinerwerk von 1680 mit Gem?lde von Hermes in Dresden. - Kanzel um 1740. - Messingenes Taufbecken 1441, am 6seitigen Kessel Reliefs, Fu? neu. - Von historischem Interesse der Grabstein des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing - Trümmer eines gro?en Marmorgrabmals um 1630, u.a. Standbild der Caritas. - Im Schatz gute Arbeiten des Ratsgoldschmiedes Krugelstein 1680.

S. Othmar. 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender, gerade geschlossener Altarnische; der ?stl. Teil in 2 Jochen 3sch., der westl. mit flacher Holzdecke; der erst quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus. Architekturformen und Ausstattung sehr schlicht. - Aus ?lterer Zeit, ca. 1520, ein guter 3flügeliger Schnitzaltar. - Im SFenster des Altarhauses Glasgem?lde 1539.

S. Marien. 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem Spiegelgwb. aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gem?lde. Das ?u?ere nüchternster Art.

Wenzelskirchhof. Einige Grabm?ler nicht ganz ohne Interesse, z. B. das des Hans Weis, 1568, im Erbbegr?bnis Patschke links vom Eingang.

Rathaus. Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube, 1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront hat 3 Geschosse, am hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert mit blinden verschr?nkten Kielbgg. in trockenster Sp?tgotik, aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen seltene Technik) und wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen in feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal, dessen Stuckdecke jedoch 1655. - Trinkhorn etwa M. 14. Jh. mit sch?nem Lederfutteral.

[pg 296] Wohnh?user. Die Epoche nach den gro?en Stadtbr?nden 1517 und 1532 durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten, jedoch nichts eigentlich Hervorragendes darunter. - Marktbrunnen mit S. Wenzelstatue 1579.

Stadtbefestigung. Seit 1820 gro?enteils niedergelegt; erhalten das Marientor von 1446; klassizistische Wachth?user am Jenaer Tor.

NAUNDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. sprom. überraschend elegantes Portal; im abgetreppten Gew?nde je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack, dessen Spitzen in Dreibl?tter ausgehen, kannelierten Schaften; das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, Rosetten und freies Randornament.

NAUNDORF. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schlu?; die stilistische Erscheinung aus Renovation 1737. - Mehrere Grabm?ler des 16.-18. Jh.

Schlo? E. 16. Jh. mit einigen Ver?nderungen im 18. Jh. Aus der ersten Bauzeit die m?chtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen. - Reichhaltige Portr?tgalerie.

NAUSTADT. K. Sachsen AH Mei?en.

Kirche um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gew?lbtem Chor und 5/8 Schlu?. - Altaraufsatz um 1600, heiter und vornehm; Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. - Sandstein-Wandgrab des A. v. Miltitz ? 1629, pr?chtige und gute Arbeit. - Ein anderes in Marmor von J. J. K?ndler, dem berühmten Porzellanformer.

NEBELSCHITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Vornehme bar. Dorf-K., erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern. Der interessante Plan angeblich von Gaetano Chiaveri, dem Erbauer der kath. Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die halbrunden Abschlüsse im O und W. Im Innern gut organisierte Wand- und Gew?lbegliederung. Die Ausstattung steht nicht auf der H?he der Architektur. Gem?lde des Hochaltars von Palko.

NEBRA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm mit reichem Portal, im Bogenfeld S. Georgs Kampf mit dem Drachen. Das Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt. Ansehnliche Epitaphe 1670, 1678 bez. C. P.

Burgruine sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh.

NEIDECK. OFranken BA Forchheim.

Burgruine bedeutend, zerst?rt 1553.

NEMMERSDORF. OFranken BA Berneck.

Dorf-K. Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W. Schlo? A. 16. Jh., schlicht.

[pg 297] NENKERSDORF. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage. - Altarwerk 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen Flügeln.

NENNSDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines S?ulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.

NENTERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Rotenburg.

Dorf-K. Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm so verbunden, da? dieser an der Mitte der SSeite halb vor- und halb einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K. ein originelles Ansehen gewinnt.

NESCHWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. - Bmkw. Sandsteinaltar nach 1600. Ein zweiter in der Sakristei. Menge von Grabdenkm?lern.

Altes Schlo? 1723 für den ?sterreichischen General Herzog Ludwig v. Teck. Franz?sischer Park mit viel und guter Sandsteinplastik.

Neues Schlo? 1766-75 für W. v. Riesch von F. A. Krubsacius aus Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, von sehr geschickter Grundri?teilung. Das ovale, zur H?lfte aus der Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enth?lt 2 Treppenarme mit Podest. In derselben Achse nach der andern Seite oben ein l?nglich 8eck. Saal mit wenigen Nebenzimmern, unten eine Halle, deren Langseiten in jon. S?ulenstellungen aufgel?st sind. Dieselben bilden die Durchg?nge zu den langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die 300 B?ume fassende Orangerie enthielten; die reizenden Wandbrunnen in der Art Gottfr. Kn?fflers. Die Formbehandlung des ?u?eren im übergang zum Klassizismus, ohne Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. - Der neuere Park im englischen Geschmack. Springbrunnen: Delphin mit reitendem Knaben. Sch?nes Gittertor. Im Tiergarten behagliches Jagdh?uschen.

NESSELR?DEN. RB Cassel Kr. Eschwege.

Schlo?, mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der Front, 1592.

NETRA. RB Cassel Kr. Eschwege.

Pfarr-K. Alt nur der OTurm, dessen Erdgescho? als Altarhaus diente. Epitaph v. Baumburg 1600. - Schlo? aus Renss.

NETZSCHKAU. K. Sachsen AH Plauen.

Stadt-K. modern. Von einem gro?en und bedeutenden Altarwerk von 1659 nur die Predella erhalten, elegante Alabasterarbeit [pg 298] wahrscheinlich von Joh. Heinr. B?hm d. ?., die Komposition dem Cranachschen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg entnommen.

Schlo?. Bauk?rper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg. geschlossen, ?hnlich Sachsenburg und Mei?en; die extravagant spgot. Tür derselben Zeit zuzuschreiben, ist kaum m?glich. Der gro?e Saal des obersten Geschosses mit m?chtiger Balkendecke erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes Portr?t Karls v. Bose in lebensgro?er Figur, 1623.

NEUBRUNN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. - Mehrere bmkw. H?user in Fachwerk. (Die Datierung des ?ltesten auf 1400 mu? Zweifeln begegnen.)

NEUDROSSENFELD. OFranken BA Berneck.

Dorf-K. Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit (ca. 1760); Stuckaturen von G. B. Petrozzi, Malerei von J. M. Wolker.

NEUENBERG. RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Benedikt.-Klst. Andreasberg. Die Kirche aus rom. Zeit (Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. Apsis, Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufs?ulen ohne Eckbl?tter. Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen Teile der K. nach Brand 1440 erneuert und sp?ter verzopft. Grabsteine von Pr?psten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten wieder rom. Formen auf. - Klostergeb?ude. im Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.

NEUENG?NNA bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Schnitzaltar in der Art des V. Lendenstreich.

NEUENSTEIN. RB Cassel Kr. Homberg.

Schlo? aus Ma., 1639 erneuert.

NEUGERSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Stattlicher Saalbau 1738. - Kanzelaltar 1753, von Gebr. Herzog, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.

NEUSHAUS. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. 1591-95 noch stark gotisierend. - Bildnisgrabstein des Hans Gottsmann ? 1611 und seiner Gattin; Erzgu? von sorgsamer Ausführung, vielleicht aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. wohl zu Fü?en des gro?en Epitaphs im Chor; dieses aus Alabaster; der architektonische Aufbau vortrefflich, weniger die figürliche Plastik.

NEUHOF. RB Cassel Kr. Fulda.

[pg 299] Schlo? der Fürst?bte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof, 4 Ecktürme.

NEUHOF. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Schlo?. Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die Gwbb. im Erdgescho?, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, ein Rundturm mit Wendeltreppe. Umbau 1866.

NEUHüTTEN. UFranken BA Lohr.

In der unscheinbaren Pfarr-K. eine wertvolle rom. Kreuzpartikel des 11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz, Fu? sp. 18. Jh.

NEUKIRCHEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Stadt-K. S. Nikolaus. 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche von 3 Jochen, unregelm??ig ansto?ende Kreuzflügel, netzgew?lbter Polygonalchor. Im Chor und Msch. Wandmalereien, kolossaler S. Christoph u. a. m.

NEUKIRCHEN. RB Cassel Kr. Hünfeld.

Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgescho? der kreuzgew?lbte Chor. - Wandtabernakel 1560, Taufstein 1588 von Meister Henthoos. Flügelaltar A. 16. Jh. - Auf dem Turm h?lzernes Obergescho? und hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei Tür mit rom. Beschl?gen wiederverwendet.

NEUKIRCHEN. K. Sachsen AH Mei?en.

Kirche. Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung durch die Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw.

NEUMARK. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K. mit Chorturm.

NEUMARK. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem Kirchboden spgot. Triumphkreuz und Glasgem?lde von 1489.

Schlo? (v. R?mer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von Familienportr?ts.

NEUNHOFEN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor; der letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verh?ltnissen reich dekoriert. - Spgot. Altarwerke 1487, 1519. Das erstere vom Saalfelder ?Meister der Baldachine?. - Au?en Gedenktafeln von 1367, Sandsteinreliefs.

NEUNKIRCHEN A. BR. OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch 2sch., d. i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und niedrigeres n?rdl. Ssch. mit Rippengwbb. Im W Turm aus 13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die 8seitigen Obergeschosse [pg 300] spgot. - Im Innern Steinfigg. der hh. 3 K?nige und der h. Jungfrau um 1400; Marientod, derbes Holzrelief um 1500; Marienstatue des Nebenaltars um 1500. Grabsteine 14. und 15. Jh., darunter ein kniender Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor 1459. Epitaph mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen, feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. Epitaphe Buttenberg 1600, Stauffenberg 1698. Zahlreiche Gem?lde 16. Jh., darunter übertragungen des Dürerschen Marienlebens. Au?en ?lberg roher Art.

H. Grab-Kap. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.

Rathaus 1718, unbedeutend. - Stadttore E. 15. bis E. 16. Jh., z. T. mit sch?nen Wappensteinen.

NEUSALZA. K. Sachsen AH L?bau.

Kirche der b?hmischen Exulanten 1679, unerheblich.

Stadtanlage und Wohnh?user kulturhistorisch von einigem Interesse.

NEU-SCH?NFELS. K. Sachsen AH Zwickau.

Schlo? 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf er in das Datum 1524 eingeschlossen werden?

NEUSES. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. ?ltere Teile vielleicht noch aus rom. Zeit. Umbau 1785.

NEUSITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. 1723. - Schnitzaltar, bez. 1515, in der Bemalung gut erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben, eher Arbeiten eines Schnitzers, der flüchtig durch Riemenschneiders Werkstatt gegangen.

NEUSORGE. K. Sachsen AH Rochlitz.

Schlo?, erb. um 1720 von General v. Arnheim. Gro?artige Anlage in Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative Skulpturen von Gottfr. Kn?ffler.

NEUSTADT. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch., welches bedeutend schm?ler. Infolgedessen wachsen die Rippen aus den schlanken runden Sch?ften in ungleicher H?he hervor, gegen das Msch. erheblich tiefer. - Sakramentsh?uschen sp?testgot., turmartig aufgebaut, Arbeit gering. - Spgot. Flügelaltar. - Au?en am Chor sch?ner ikonischer Grabstein des Ritters v. Fischbach und seiner Frau ? 1448, ausgeführt sp?ter.

Toten-Kap. 1576, noch got.

Schlo?. Spgot. und Renss. Ohne Interesse.

Daneben Junker Hansens Turm. Rundbau von ca. 50 m H?he, hübsche Kr?nung in Fachwerk.

[pg 301] Wohnhaus in der N?he der Pfarr-K. Erdgescho? Stein, reiche Fr.Renss., Oberbau aus Fachwerk jünger.

NEUSTADT A. MAIN. UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verl?ngerung des Chores nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung durch H. Hübsch; bis dahin eine der bedeutendsten rom. K. Unterfrankens. - Gr. kreuzf?rmig, der Chor nach Hirsauer Art ehemals mit Nebench?ren (jetzt Turmuntergeschosse; unzug?nglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. zusammengestellt; die H?henverh?ltnisse aus Mi?verst?ndnis der ihm mitgeteilten Ma?e durch Hübsch gesteigert. Alt die ganze NMauer, die zwei Turmuntergeschosse und einige der steilen attischen Basen. In der Sakristei wertvolles Epitaph von 1381. - Grabsteine an den Langhausw?nden von gutem Mittelschlag. - Au?en eingemauerte bedeutende Reste von frgot. Skulpturen (um 1300), St. Martinus, S. Maria, S. Gertraudis und Karl der Gro?e, nebst Kentauren, Drachen u. a. unter einer Blende zusammengestellt.

Klst.-Geb?ude gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. Reiche Ma?werkfenster des Kreuzgangs erhalten.

NEUSTADT A. D. SAALE. UFranken BAmtsstadt.

Kloster-K. Die Pfll. der NSeite haben rom. K?mpferplatten. Aus ihnen l??t sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden, ohne Qsch., rekonstruieren. Das n?rdl. Ssch. spgot. eingew?lbt, wobei je ein Pfl. alternierend ausgebrochen wurde. Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem Msch. zu einem gro?en flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen. Am Südportal 2 rom. L?wenk?pfe aus Metall. - Die zahlreichen Barockalt?re Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) Epitaphe des 16. Jh.; besser eines von 1669.

Pfarr-K. 1795, 1832. M?chtige korinthische Sll. tragen die Decke und sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage. Die 1/2kr. S?ulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert mit einer Kreisstellung, die den Altar enth?lt. Das ?u?ere denkbarst nüchtern. - Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.

Reste der ma. Umfestigung; unerheblich bis auf das Hohetor (1578), das zu den m?chtigsten Exemplaren seiner Gattung geh?rt; der obere Teil im Drei?igj?hrigen Kriege zerst?rt und danach etwas ver?ndert wieder hergestellt; die Hauptmasse des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal geteilt; über dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln.

In der N?he Schlo? Neuhaus 1767 von Heinrich Todesco für Herrn v. Borrié; bmkw. innere Ausstattung.

[pg 302] NEUSTADT A. D. ORLA. Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

Stadt-K. E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher H?he mit flacher Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schlu?; Netzgwb.; unter dem Chor ein ehemals offener Durchgang wie an den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster 3teilig mit reichem Ma?werk. Im n?rdl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein hoher Turm in der Art des Jenaischen. - Formenreicher Taufstein 1494. - Gro?es Altarwerk mit beiderseits gemalten Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von Cranach). Zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln.

Hospital-K. got. und 1706. - Gemaltes Triptychon von 1495 (?). Got. Schnitzfigg.

Schlo?. Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten; sehr verbaut. Hintergeb?ude 1674.

Rathaus; spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront ist der ?ltere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau; dadurch der gro?e Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm gruppiert sich glücklich die Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung des Erkers h?chst charakteristisch für die sp?teste Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der gro?e OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront von 2 hohen got. Zwerchh?usern durchbrochen. Im Innern mehrere Balkendecken bmkw., durch Rest. des 19. Jh. au?en und innen mehrfach ver?ndert. - Ratskeller, 16. und 17. Jh. - Haus der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574.

NEUSTADT. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. - Grabstein 1581 wird gelobt.

NEUSTADT. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Wertvolle Fachwerkh?user um 1600.

NEUST?DTEL. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Stadt-K. aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. - Bedeutender Altarbau aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht von J. C. H?hnel. Kanzel, ausgezeichnetes Schnitzwerk.

NEUTZ. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches kleines Portal mit eigentümlichen Zügen, die ?ffnung mit Perlstab ums?umt, wie auf dem Petersberg, A. 13. Jh.

NIEBRA. K. Sachsen AH Zwickau.

Ansehnliche got. Dorf-K. - Gro?er Schnitzaltar mit 4 Flügeln.

NIEDER-ASPHE. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. ?lterer OTurm, in dessen Erdgescho? der Chor. Sch?n gegliederter [pg 303] Holzhelm. 1902 nach W um 2 Doppeljoche vergr??ert und im Innern rest.

NIEDERDORFELDEN. RB Cassel Kr. Hanau.

Burgruine.

NIEDERELSUNGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die jetzige Verbindungstür zur K. jünger.

NIEDERFROHNA. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K., voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von Andr. Petzold 1690.

NIEDERFüLLBACH. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 Grabsteine der Familie von Reitzenstein.

NIEDERGR?FENHAIN. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende Chor; um 1500 der Chor erweitert und das Ganze eingew?lbt und zu stattlicher Wirkung gebracht; wohl von demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, Roda.

NIEDERGURIG. K. Sachsen AH Bautzen.

Schlo? um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden Seiten Wirtschaftsgeb?ude, in der Achse das Wohnhaus, im Gr. quadr., in der Mitte stattliches Treppenhaus und Lichthof, die Frontbehandlung einfach. Unter den Portr?ts eines von Angelica Kaufmann 1786.

NIEDERHOLZHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. Neubau nach Drei?igj?hrigem Krieg. Ausstattung zum Teil ?lter und nicht ganz ohne Interesse.

NIEDERLICHTENAU. K. Sachsen AH Fl?ha.

Dorf-K. 1746 mit geringen rom. Resten. - Sandsteinaltar und Sandsteinkanzel 1615, saubere Arbeiten derselben Hand. - Glocke 1464.

NIEDERL?SSNITZ. K. Sachsen. AH Dresden-N.

v. Minckwitzscher Weinberg. Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, Winzerhaus, Pavillon 1713-29.

Wackerbarths Ruhe. Hauptgeb?ude 1853 im ?u?eren umgestaltet, Kapelle 1775 von Kn?ffel, Jakobsturm 1743.

Weinberghaus Friedstein 1771.

NIEDERMITTLAU. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. 17. Jh., rom. WTurm, Schall?ffnungen mit Würfelknaufs?ulchen.

NIEDERM?LLERN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im wesentlichen erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. Taufstein mit rom. Kuppa auf spgot. Fu?.

[pg 304] NIEDERM?LLRICH. RB Cassel Kr. Melsungen.

Kirchturm spgot. Im Erdgescho? der ursp. Altarraum.

NIEDERODERWITZ. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, noch gr??er und stattlicher (16,7 m breit), 3 R?nge Emporen. Einheitliche Ausstattung aus gleicher Zeit. - Pfarrhaus 1746.

NIEDEROPPURG. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Kirche 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die Ssch. mit flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., derbe Stuckdekoration auf farbigem Grunde; wohl von Italienern ausgeführt, die damals viel an den thüringischen H?fen besch?ftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne Gitter.

Schlo? 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; gro?, regelm??ig, in sehr nüchternen Formen. Die innere Ausstattung bis M. 18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders ?fen bmkw.

NIEDERPLANITZ. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die h?lzerne Felderdecke mit biblischen Gem?lden. Bauherr der kurfürstliche Rat und Professor in Wittenberg Dr. v. Beust. - Bmkw. Altaraufsatz aus Sandstein bez. 1592. S. L. (Samuel Lorenz). - Bildnisgrabsteine v. d. Planitz 16. Jh. - Kelch 1656.

NIEDERPRETZSCHENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. 1731-33, zentrale Anlage, ?hnlich der zu Lohmen, also in der Richtung George B?hrs; erbaut von J. Ch. Simon.

NIEDERRABENSTEIN. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. Taufstein mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren (vgl. Wei?bach), 1595 von Michael Hogenwald. In der Sakristei Sandsteinreliefs vom ehemaligen Altarwerk, vermutlich vom selben Meister.

NIEDERROSSLA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Gutes Beispiel einer gr??eren Dorf-K. des 18. Jh.; 3sch. mit Emporen; gro?er 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.

NIEDERRUPPERSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Schlo? (v. Nostitz) 1752 von Andr. Hünigen. Inneneinrichtung Rok. und Empire.

NIEDERSTEINBACH. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. Apsis. - [Altarbehang, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt im Dresdener Altert. Ver.].

[pg 305] NIEDERTREBRA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1750. Gro? und relativ reich; aufw?ndiges Altar- und Kanzelwerk.

NIEDERWALGERN. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei kuppeligen Kreuzgewbb., schm?lerer quadr. Chor; am WTurm rippenlose spitzbg. Gwbb. - 1898 durch Anbauten und Entfernung der Gwbb. im Sch. ver?ndert.

NIEDERZWEHREN. Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen nach Brand 1552, im Erdgescho? Reste von Wandmalerei aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe Wehrmauer mit Schie?scharten.

NISCHWITZ. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Wesentlich 1752. Das Altarbild von Stefano Torelli, einst weit und breit berühmt.

Schlo?, erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von J. C. Kn?ffel, im 7j?hrigen Kriege zerst?rt, seit 1778 wiederhergestellt. Deckenmalerei von A. F. Oeser. Vor dem Mittelbau 2 hübsche Sandsteinfiguren, Sch?fer und Sch?ferin, von Gottfr. Kn?ffler.

N?DA. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K., spgot. um 1500. - Grabstein einer Frau von Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms.

NOHRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. wie Wolkramshausen. Glocke 1. H. 13. Jh. (?) mit drei figürl. Reliefs.

NORDECK. RB Cassel Kr. Marburg.

Burgruine. Die ?lteren Teile rom.

NORDHAUSEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Dom (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der K?nigin Mathilde als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. - Chor gestreckt rck. mit plattem Schlu? (17,5 : 7,8 m). Der Raum wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden Gurtbogen halbiert; über der ?stl. H?lfte ein rippenloses Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. H?lfte 2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gew?nde; an der OWand zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am Gew?nde Rücksprung mit S?ulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, wie in Maulbronn und Walkenried. Au?en an den [pg 306] Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m H?he abbrechen; unter dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben mehreren anderen Ankl?ngen die Halbmondkonsolen der Quergurte). - Unter dem Chor rom. Krypta aus M. oder 2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. H?lfte des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. gr?tig zwischen breiten Gurten, st?mmige Würfelknaufs?ulen; Treppen führen in den Unterbau der Türme. - Das gegen M. 14. Jh. v?llig erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) Langhaus geht zu gr??erem Ma?stab über. Im Gr. 26,5:32 m. Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll. 8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches Fischblasenma?werk; das Hauptportal am ?stl. Ende des südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. - Hochaltar mit Statuen aus Holz, 1726. - Sakramentsh?uschen 1455. - Chorgestühl E. 14. A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen Schnitzereien wenig gew?hlten Geschmackes. An den W?nden des Chors 6 Steinstatuen, 3 m?nnliche und 3 weibliche, in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren gew?hnt gewesen sein mag; die K?rperformen ganz ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenst?nden zum Teil mit dem sog. Physiologusfries des Stra?burger Münsters übereinstimmend). - An der O- und WWand des Lhs. Statuen des 17. Jh. ohne Wert. - Ikon. Grabsteine: 2 aus 14. Jh., 5 aus 16. Jh. - Kreuzgang, nur geringe Reste, rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.

Frauenbergs-K. (Klst. S. Mari? novi operis). Einheitlicher, aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest. von Zeller 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. Gr. normal kreuzf?rmig 38 m lang, 6 Arkaden auf einfachen quadr. Pfll., die K?mpfer aus Platte und Schmiege. Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta. [pg 307] - Hochaltar; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung, an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerst?rt. - Kanzel und Taufgestell 1768. - An der südl. Au?enwand Grabstein, 1370 mit eingeritzter Figur Klostergeb?ude verbaut, Kreuzgang abgebrochen.

Nikolai-K. Sp?tgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. - Hochaltar um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordh?user (sp?ter vornehmlich in Magdeburg t?tigen) Bildhauers Christoph Kapup, erst 1646 zusammengesetzt von Joh. Duck. Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. - Kanzel und Taufgestell 1588. - Umfangreiches Marmorepitaph des Dr. Conrad Frommann ? 1683 mit Relief der Grablegung. - Epitaph der Elisabeth Stromer ? 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gem?lde ohne Bedeutung. - Weitere Grabdenkm?ler 1664, 1676, 1774. - Bronzene Epitaphplatte von 1577. - Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. Schnitzwerk. - 9 Kelche, der ?lteste 1351, die anderen 15. bis 17. Jh.

Blasien-K. Unregelm??iger Gemengbau. Das stattliche got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Ma?werk teils geometrisch, teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur 3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so da? der sprom., von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau geschont blieb. Hochaltar und Gestühl 1735. - Kanzel 1592. An den 6 Brüstungsfeldern Reliefs. - Reich geschnitztes h?lzernes Epitaph des Cyriacus Ernst 1585. - Alabastergrabmal W. v. Eberstein 1700. - Grabgem?lde 1592. - Epitaphgem?lde für Ursula Meienburg von L. Cranach d. ?. 1529. - Desgl. für Michael Meienburg ? 1555, gro?e bedeutende Arbeit von L. Cranach d. J. bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter Assistenz der Reformatoren und der Familie M.

Petri-K. Der gerade geschlossene Chor in romanisierender fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., ?fters umgebaut und geflickt. - Kanzel reiche Renss. E. 16. Jh. - Bronzener Taufkessel 1429; an der Wandung 16 Heiligenreliefs, als Tr?ger 4 M?nner in der Zeittracht; rohe Handwerksarbeit bez. Mester Tile. - Alabasterepitaph mit lebensgro?er Figur des Stadtschreibers Joh. Pfeiffer ? 1552.

[pg 308] Altendorfer K. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., um 1350. Ungew?hnlicher Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze sehr entstellt.

S. Jakobi-K. 1744 an Stelle eines rom. Baues.

Kirchhof S. Cyriaci. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut. In der Kapelle bmkw. gravierte Grabplatten, darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412; die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen 1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? niederl?ndischen?) Werkstatt zu stammen. - [3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen der Stadt. Dem Martinsstift geh?rte eine kunstgeschichtlich wichtige Reihe gravierter Messingplatten (Gedenktafeln der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E. 14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke aus den Kirchen der Stadt.]

Rathaus. 1608-10 auf ?lterem Gr. Im Erdgescho? eine Laube von 6 Bogen?ffnungen und polyg. Treppenturm. In den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut 1733 und 1883. Einige Gem?cher des 17. Jh. erhalten. - Ratskeller 1710.

NORDHEIM. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche innere Ausstattung. Gro?er Altarbau bez. 1718. Zahlreiche ikon. Grabsteine aus 2. H. 16. Jh., die meisten von der Hand des Meisters I H (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen). Bronzeplatte für Caspar v. Stein, gegossen 1633 von Georg Werter aus Coburg. Gr??ere Epitaphe der Familie v. Stein 1706, 1745. - Befestigter Friedhof mit 4 Gaden, bez. 1583.

Schlo?. Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. - H?user in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754.

Dorftor mit Steinschem Wappen.

Rathaus A. 18. Jh. Der bescheidene b?uerliche Fachwerkbau wirkungsvoll gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe mit Laube.

NORDHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. bar., mit got. Chor. - Schnitzbild der Pietas um 1500, bei starken Mi?griffen in den Proportionen doch ein bedeutender Wurf.

Ehem. fürstbisch?fl. Amtshaus, schmucker Renss.-Bau um 1600. An einem anderen Hause Steinmadonna um 1350.

[pg 309] NORDHEIM V. D. RH?N. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus 1696. Reste der alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes Architekturbild.

Im Dorfe 2 v. d. Tannsche Schl?sser, das eine, der sog. Judentempel, im Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von 1640.

Ehem. Zehenthaus. Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.

Reste der alten Befestigung.

Sebastians-Kapelle. Erb. 1636. Gute Holzfigur des hl. Sebastian A. 16. Jh. Sehr originelle Darstellung des Abendmahls mit 30 cm hohen Holzfigürchen, M. 15. Jh.

NORDSHAUSEN. RB Cassel Kr. Cassel.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. ohne charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest got., noch M. 13. Jh., die 3 ?stl. spgot. 15. Jh.; ehemals im W Nonnenemporen. Der WTurm ?lter als die K., anscheinend Wehrbau.

NOSCHKOWITZ. K. Sachsen AH D?beln.

Schlo?. Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen sp?rlich.

NOSSEN. K. Sachsen AH Mei?en.

Kirche 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, das andere aus fr?nkischer Tradition.

Schlo?. 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556 das ?alte Haus? mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, wohl von einem Schüler Paul Buchners; 1667 gründliche Umgestaltung der ma. Teile.

NOSTIZ. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt A. 18. Jh. - v. Zieglersche Denkm?ler.

N?THNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Schlo?. Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. Der aus der Lebensgeschichte Winckelmanns bekannte Bibliotheksaal nicht mehr in seiner Gestalt von damals.

NOTTLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. 1521. Der spgot. Schnitzaltar wird zu den besten des Gebietes gerechnet.

[pg 310]

O

OBBACH. UFranken BA Schweinfurt.

Schlo?. ?lterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17. Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746 bis 1747, in der Richtung Balth. Neumanns.

OBERAILSFELD. OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. 1760.

OBERAUFSESS. OFranken BA Ebermannstadt.

Schlo?. 1690.

OBERBIMBACH. RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgescho? rundbg. rippenloses Kreuzgwb. - Spgot. Schnitzaltar. - Kirchhofsmauer mit Schie?scharten und 2 Rundtürmen.

Burgruine.

OBERBOBRITZSCH. K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschlu? mit 4 Giebeln und Dachreiter. - Das 6flügelige Altarwerk bez. 1521 geh?rt zu den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gem?lde von demselben liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf, Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet.

OBERCRUMPA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche. Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche Gr. erkl?rt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine au?en und innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.

OBERCUNNERSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Vergr??ert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete Emporen. - Die Denkm?ler des Kirchhofs mit Aufwand.

OBERDüRRBACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.

OBEREICHSTADT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade ge?ffnet; aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. Im bar. Kanzelaltar gute spgot. Schnitzbilder.

OBEREISENHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Nicht uninteressant die Reste der ehem. Marktbefestigung, ein Rundturm bez. 1536.

[pg 311] OBERELLEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche. Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal, im Bogenfeld Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.; rom. K?mpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.

Herrenhaus got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). Obergescho? in Holzfachwerk.

OBERESSFELD. UFranken BA K?nigshofen.

Pfarr-K. in sp?tem Rok. Gleichzeitiges Deckenbild von J. P. Herrlein 1777 (vgl. Markershausen).

OBEREUERHEIM. UFranken BA Schweinfurt.

Stattliche Dorf-K. mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600. Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.

Schlo? Euerburg (v. He?berg) 1571-1591. Hufeisenanlage. Eingangstür mit korinthischen S?ulen und Reliefs.

OBERFLADUNGEN. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung. Kelch 15. Jh.

OBERGERSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere sauber, mit Felderdecke und Emporen. - Reste eines wertvollen gemalten Flügelaltars um 1550, vielleicht von Andreas Dre?ler in Kamenz. - Charakteristisch zopfige Denkm?ler von guter Qualit?t.

OBERGREISLAU. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K. mit rom. Spuren, darunter ein S?ulenportal, im Tympanon das Lamm und die Evangelistenzeichen.

OBERGRüNBERG. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot. Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern.

OBERHASEL. Sachsen-Altenburg Kr. Roda.

Dorf-K. - Schnitzaltar vom Saalfelder ?Meister der Baldachine?, trefflich erhalten.

OBERKAUFUNGEN s. Kaufungen.

OBERKOTZAU. OFranken BA Hof.

Pfarr-K. Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. - Altar mit gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche ikon. Grabsteine meist 2. H. 16. Jh. - Schlo?, gro?er Komplex, überwiegend aus 18. Jh.

OBERLAURINGEN. UFranken BA Hofheim,

Dorf-K. wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. Kanzel 1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 Grabsteine der Hutten und Wetzenhausen, 17. Jh.

OBERLEINACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Rom. Lhs., 1608 erh?ht, 1723 erweitert. An der [pg 312] SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft, an den Bogenl?ufen stilisiertes Rankenwerk. - Hübsche Sakramentsnische um 1400, gleichzeitige Steinfig. am Emporenaufgang. Guter klassizistischer Taufstein.

OBERLICHTENAU. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 2. H. 17. Jh., versch?nert unter Chr. v. Holtzendorff 1742. Charakteristische Sandsteindenkm?ler des 18. Jh.

Schlo? samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch einige mit Aufwand dekorierte R?ume, der Saal im Obergescho? um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok. (rest.). Im modernisierten Park überreste von Kaskaden- und Brunnenfigg.

OBERLIND. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Pfarr-K. Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. 1455, überarbeitet 1748. - Hübscher spgot. Taufstein. - Von Interesse die wehrbaum??ige Ummauerung des Kirchhofs.

OBERL?SSNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.

Bennoschl??chen um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten.

Hofl??nitz. Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung erhaltene Obergescho? bmkw. Beispiel der Dekorationsweise des 17. Jh.

Spitzhaus (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse, rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das gro?e geschweifte Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.

Haus Sorgenfrei 1786 mit bmkw. Gartenhaus.

Meinholds Weinberg.

OBERMASSFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform (aus der Schlo?-K. zu Meiningen). - Torturm, befestigte Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565.

Kapelle an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem Wappenschild 1534.

Pfarrhaus 1638 (1688?).

Fachwerkh?user von 1573, 1578, 1595.

Dorflinde. Die ?ste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung, ringsum gemauerter Sitz und Me?tisch mit 5 in die Platte vertieften Rundma?en bez. 1525.

Werrabrücke, 5jochig, 16. Jh.

OBERMERZBACH. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615 rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das figürliche Detail am Chorbogenk?mpfer.

[pg 313] OBERNBREIT. UFranken BA Kitzingen.

Prot. Pfarr-K. 1731. - Moseskanzel 1696. Altarger?te augsburgisch 18. Jh.

Rathaus. Stattlicher hoher Steinbau. über dem rundbg. Tor Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. - B?ckerhaus des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch.

OBERNDORF. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

Dorf-K. Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schlie?ende Chorerweiterung, Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen Basen und Würfel-Kaptt. über das Ma? einer Landkirche geht dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?

OBERNEUKIRCH. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1723, 1873 vergr??ert. Schlichter gro?er Saalbau (1500 St?nde), Ausstattung um 1750. Grabdenkm?ler: v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und v. Huldenberg 18. Jh.

Schlo? 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche Bildnisse der Frhr. v. Huldenberg.

OBERNSEES. OFranken BA Bayreuth.

Kap. S. Rupert. Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum 1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got. Chor und bar. Lhs.

OBERODERWITZ. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 1816 von K. Ch. Eschke, gro?er Emporensaal in nüchternstem Klassizismus.

OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar. Dorf-K. got., m?chtiger Turm mit 4 Schützenerkern.

OBERPESTERWITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach dem 30j. Kriege. - Lebensvoller Pastorengrabstein 1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770.

OBERREICHENBACH. OFranken BA H?chstadt.

Dorf-K. mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung.

OBERREINSBERG. K. Sachsen AH Mei?en.

Schlo?. Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens und der Kunstformen 1500-1650.

OBERROSPHE. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Spgot. flachged. Schiff, schm?lerer gew?lbter polyg. Chor.

OBERROTTENBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA K?nigsee.

Dorf-K. Schnitzaltar bez. 1498, Art des V. Lendenstreich.

[pg 314] OBERSCHWAPPACH. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. - Bmkw. Alt?re aus M. und E. 17. Jh.

Schlo?. Sommersitz der ?bte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh. von Joh. Leonhard Dientzenhofer (?), der Formcharakter nahe verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienf?rmig. Die langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen; Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen; 3 flache, haupts?chlich in der Dachanlage zur Geltung kommende Risalite. Ausgedehnter Garten in 3 Terrassen, Treppen mit Brunnenbecken.

OBERSCHWARZACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Fürstbisch?fl. Jagdschl??chen (Forstamt) um 1600.

OBERSEIFERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender Wirkung.

OBERSTREU. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die nahezu vollst?ndig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen Gaden des 16. und 17. Jh. - Reste der Dorfbefestigung.

Bildstock vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem, verknotetem S?ulenbündel. Der Aufsatz von 1551.

OBERTHERES. UFranken BA Ha?furt.

Ehem. Benedikt-Abtei. Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg. V?lliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich von Joh. Greising, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als Schlo?) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. - Ehem. Verwaltungsgeb?ude 1696. - Rathaus 1727 und einige hübsche Wohnh?user; über einem Hoftor der Renss. effektvolle Pietasgruppe des 18. Jh. - Originell aufgebauter Bildstock 1630.

OBERWALGERN. RB Cassel Kr. Marburg.

Kleine, rohe rom. Dorf-K.

OBERWEIMAR. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. Cistercienser-Nonnen-Klst., M. 13. Jh.; Umbau 1361; sehr entstellt. Rom. Turm von ?lterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore auf gew?lbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes hochgot. Portal; im Tympanon Relief des Jüngsten Gerichts. - Doppelgrabstein des Grafen Friedrich von Orlamünde ? 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth. Grabstein des herzogl. Kindes Johann ? 1519. - Altarbild von Cranach d. J. Reste von frgot. Malerei in den Fensterleibungen.

[pg 315] OBERWIRBACH. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr. Apsis.

OBERZELL b. Würzburg s. Zell.

OBHAUSEN S. PETRI. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unver?ndert das landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg. Form der Fenster tr?gt dem neuen Stil Rechnung.

OBSCHITZ. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K. Rom. OTurm

mit 1/2 kr. Apsis.

OCHSENFURT. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker 6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schlu?. Lhs. 7jochige Hallenkirche, das Msch. betr?chtlich überh?ht. Die niedrigen Strebepfll. k?nnten auf den Gedanken führen, da? ursp. eine Basilika beabsichtigt war und erst nachtr?glich Modifikation durch überh?hung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. mit unver?ndertem Profil in die Scheidbgg. übergehend, Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Ma?werk, vereinzelt mit ersten Ans?tzen zur Fischblase. Steinerne WEmpore durch alle 3 Schiffe. - Ganze L. 47 m. - Der Hochaltar von 1612, der ?hnlich dem in Frickenhausen war. 1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das gro?e Kreuzigungsrelief. Die Seitenalt?re aus derselben Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. - Zierliches, nicht sehr gro?es Sakramentstürmchen 1496. Au?erdem Sakramentsnische E. 14. Jh. - Bronzenes Taufbecken mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler Hinsicht ?hnlich dem von Hermann Vischer d. ?. in Wittenberg von 1457 (der von Riemenschneider gefertigte Deckel nicht mehr vorhanden). - Chorgestühl E. 14. Jh. (Brüstungsw?nde und oberer Abschlu? neu). - Auf der Fenstersohlbank des n?rdl. Ssch. 3 Steinstatuen aus 2. H. 14. Jh. - Bmkw. Holzstatue einer schmerzhaften Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei sehr verfehlten Proportionen, um 1520. Holzstatue des h. Nikolaus, Riemenschneider nahestehend.

Neben der Kirche Michaelis-Kap. (?Karner?) bez. 1440, Me?stiftung 1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer Hans Pauer war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr [pg 316] als gew?hnlichem Aufwand. Hauptgescho? hoch, hell und klar mit fast ganz aufgel?sten W?nden, Sterngwbb. und WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und reiches Portal, im Tympanon Jüngstes Gericht in 2 Streifen. Auf dem Altar Steinmadonna, seitlich 2 Holzstatuen, S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle Arbeiten, von der Würzburger Schule unabh?ngig.

Spital-K. (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gew?lbtem Chor von 1499. Im Tympanon des WPortals die Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. - Spitalhof mit hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.

Kapuziner-K. 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). Altarbl?tter von Onghers.

Kap. S. Wolfgang. Bez. 1463. - Hochaltar mit nicht üblem Gem?lde 1699. Steinerne Kanzel 1551.

Die meist starke Befestigung aus 2. H. 14. Jh., zu einem gro?en Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen (1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund.

Rathaus 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel, an der l?ngeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, Steinmadonna (1498) an der Ecke - einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgescho? Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergescho? Diele und Ratssaal. Türbeschl?ge. Spgot. Tische und Schr?nke. Messingener Eicheimer. Ortsmuseum.

Stattliche Beispiele von Amtsgeb?uden aus 1. V. 16. Jh., ehemals domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt. - Am Marktplatz Fachwerkh?user A. 17. Jh. In der Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. - Auf dem Markt Ziehbrunnen von 1573. - An der Landstra?e zahlreiche Bildst?cke.

OCHSENSAAL. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.

?DERAU. K. Sachsen AH Fl?ha.

Dorf-K. Ger?umige und durch klaren Gr. ausgezeichnete spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich überarbeitet 1709-25. - Ausstattung um 1720. - - Orgel von Gottfr. Silbermann 1727. - Grabstein des Pfarrers Paulus Odontius ? 1605, mit guter Relieffigur. -

Rathaus fr. Renss., ver?ndert 1785.

OHRDRUF. Sachsen-Gotha Amtsstadt.

Michaelis-K. 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K. Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in [pg 317] einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm.

Trinitatis-K. 1709. Einfacher Emporensaal. Grabstein 18. Jh.

Rathaus 1546. - Schlo?. Einfache Fr. Renss. mit guten Einzelheiten.

OLBERNHAU. K. Sachsen AH Marienberg.

Dorf-K. 1639 und 1790. - Altargem?lde von J. Finck 1648. Mehrere wertvolle Kelche, ein Augsburger bez. A. L. und ein Freiberger von Samuel Klemm.

OLDISLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Benedikt.-Klst. bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus eingebaut) zerst?rt. - Dorf-K. spgot.

OLLENDORF. Sachsen-Weimar BV Weimar.

Dorf-K. spgot. und bar. - Gro?er Kanzelbau, die ganze Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700 von Valentin Ditmar aus Erfurt.

OELSHAUSEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. rom., ver?ndert 1654. Rom. Tympanon.

OELSNITZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten got. Umbauten ging die K. als unregelm??ig 2sch. Hallenkirche hervor. 1888 stark rest.

OEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1718. Gro?es, für diese Gegend ungew?hnlich reiches Epitaph des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs ? 1731. - Bildnisgrabstein Hans Wilh. v. Ha?berg ? 1555.

OPPERSHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Dorf-K. spgot. mit rom. OTurm.

ORB. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Stadt-K. spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter polygon. Chor; dieser, der ?lteste Teil, um 1400. Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach auf Kragsteinen; reiche Beschl?ge. Au?en an der Sakristei unter zierlichen Baldachinen zwei Statuen: Schmerzensmann (tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering). Innen Grabfigur, 1354. - Heiliges Grab um 1500. - Aus derselben Zeit stark übermalte Wandmalerei. - Sonstige innere Ausstattung 1683.

ORLAMüNDE. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Stadt-K., übel verbaut. - Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne besonderen Wert.

Rathaus 1493, Uhrturm 1670

Burg. Der ?lteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die ?alte Kemnate?, ein Kastenbau von kolossaler Mauerst?rke, der [pg 318] Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen Stockwerken kleine rundbg. Fenster.

ORTRAND. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik, 3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. über dem rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschl?ge 1627.

Friedhofs-Kap. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.

OSCHATZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Aegidien-K. Neubau nach Zerst?rung durch die Hussiten 1443; weitere Br?nde 1616 und 1842; nach dem letzten von Heideloff mit Willkür rest. - Hallenkirche von 3 fast gleich breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende Nebench?re, beide aus 8Eck geschlossen. Die Nebench?re in zwei Geschossen. Unter dem Schlu? des Hauptchors eine als regelm??iges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am ?u?eren zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der aber nicht fertig wurde. Das Lhs. v?llig entstellt. 2 stattliche WTürme. - Von der ma. Ausstattung wenig übrig: 3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, Grabdenkm?ler der Sp.Renss.

Franziskaner-K. Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch. Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender 8eck. Turm im SWWinkel am Chor. - Gro?er Taufstein aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] - Die Klst. Geb?ude nur aus ?lteren Abb. bekannt.

Gottesacker-K. 1583. Saal mit 3/6 Schlu?. Die Fenster noch got., auch mit Ma?werk. Hübsch behandelte h?lzerne Empore im W. Unter den Denkm?lern ist das der Susanna Taucher ? 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige, lebensvolle Arbeit.

Rathaus 1537 von Bastian Kramer, vielfach ver?ndert. Bmkw. die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss, im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.

Brunnen 1588 von Gregor Richter.

Schlo?ruine Osterland.

OSCH?TZCHEN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für die Epoche nach dem 30j?hrigen Kriege bezeichnende ?rmlichkeit. [pg 319] - Schnitzaltar E. 15. Jh. Ein zweiter, besserer, im Stall des Schulhauses.

?SLAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1517. 1sch. mit 3/8 Schlu?. Flachgedeckt. Von Interesse die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und WSeite 2geschossige Empore mit ungew?hnlich reichem, wenn auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck; die Unterfl?chen der Emporen sowie die Decke ebenfalls stuckiert in Quadratwerk. - Aus derselben Zeit die Kanzel. Chorb?nke um 1700.

Herrenhof 16. Jh. - Herrgottsmühle, am Mühlwerk Schnitzerei, bez. 1617.

OSSA. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, A. 13. Jh. mit Turm überh?ht; die SWand des Lhs. mit S?ulenportal; die WWand. - Ausstattung 1680. Verstümmeltes Altarwerk um 1490.

OSSLING. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1803, gro?, sehr nüchtern. Zahlreiche Denkm?ler aus 18. Jh.

OSSMANNSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet. Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der n?chsten Zeit.

OSTERBURG. UFranken BA Neustadt.

Burgruine. Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.

OSTHEIM. UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. Kanzel 1727. - Hochaltar 1774 mit entsprechendem Gem?lde von Herrlein. - Glocke 14. Jh.

Schmerzhafte Kap. 1675, noch wesentlich got.

OSTHEIM V. D. RH?N. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Stadt-K. 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) mit h?lzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke, zwischen die S?ulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster spitzbg., Turm über dem Altar. Das ?u?ere einfach, Verputzbau, bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten Portale. - Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An der SWand ein eigentümliches Holzschnitzwerk: Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; sie sind ?lter als die um 1738 ausgeführte umrahmende Sll.Architektur. - Eine Reihe von Bildnisgrabsteinen [pg 320] in meist guter Qualit?t: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz ? 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, ? 1573 als Knabe; Chr. v. Stein ? 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl. Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein ? 1560 und Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein ? 1616; Margarethe v. Stein ? 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638, 1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gu?eisen, die Platte des Konrad v. Thüngen ? 1626.

Befestigter Kirchhof. In der alten Herrschaft Henneberg und weiter südl. in den fr?nkischen Gebieten kommt dergleichen in kleinerem Ma?stabe oft vor; hier eine wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage im Ganzen aus 1. H. 15. Jh.

Von den im 17. Jh. genannten 7 Adelsh?fen gut erhalten, der Hansteinsche aus E. 16. Jh.

In der N?he ein runder Wartturm.

OSTRITZ. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im übergangsstil des 13. Jh., Einflu? der benachbarten Cistercienser von Mariental; bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs. war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. - Hochaltar rck., im Aufbau ein Duplikat jenes in K?nigshain, das Gem?lde ebenfalls von Leubner in Reichenberg, bez. 1773. - Auf dem n?rdl. Nebenaltar Pietas um 1480. - Sandsteinkanzel 1609. - Pr?chtige Monstranz um 1500. - Kelche des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag. - Zahlreiche Grabdenkm?ler des 17. und 18. Jh., hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H. Dorn v. Dornfeld ? 1661.

OTTENDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. spgot. mit ungew?hnlich reich detailliertem Chor. - Altarwerk 1591. - Schlo?. Gemengbau 15.-18. Jh.

OTTENDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., Emporen mit Bildern. Gemalte Glasscheiben bez. 1624. - Im Dorf gute Fachwerkh?user.

OTTENHAUSEN. RB Erfurt Kr. Wei?ensee.

Dorf-K. (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von gleicher Anlage wie die in Gangloffs?mmern; kleiner polyg. got. Chor. - Ziemlich reicher spgot. Schnitzaltar.

OTTERWISCH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. wesentlich 17. Jh. - 12 zum Teil ansehnliche Denkm?ler der Familie von Hirschfeld 1545-1578.

[pg 321] OTTOWIND. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.

OTTRAU. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Kirche, zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh. in zwei Abs?tzen errichtet. Rck. Schiff mit schm?lerem 4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den ?stl. Ecken des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Tr?ger ehemaliger W?lbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster. Die übrigen neu. - Wandtabernakel E. 14. Jh. - Spgot. Wandgrab von ungew?hnlicher Anlage; gro?e, reich umrahmte und gekr?nte Blende; das Standbild fehlt. - Ikon. Grabstein 1604, roh. - Bmkw. Kanzel von 1544, noch in spgot. Formen.

OTZDORF. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. Umbau 1713, unbedeutend. - Sitzende rom. Madonna aus Holz. Eine zweite desgl. wenig jünger. Johannes, ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen Handwerkers aus gro?er Zeit.

OYBIN. K. Sachsen AH Zittau.

Burg und Kloster. Gro?artige Ruine in bedeutender Naturszenerie. Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie an den kleinen unregelm??ig geschichteten Bruchsteinen. 1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar an die Krone B?hmen. Unter Karl IV. der langgestreckte rck. Bau am n?rdl. Felsenrand. 1365 richtete der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er mit Cistercienserm?nchen aus Avignon besetzte. Die K. voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand, 1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- - Kirche. Dach und Gwbb. zerst?rt, sonst im wesentlichen gut erhalten. Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen, 1 gerades Joch und 5/8 Schlu?, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf Fensterh?he zurücktritt. Die NSeite wird durch weitl?ufige Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere Gescho?, in gleicher H?he mit dem Kirchenflur, enth?lt Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen geh?hlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb. auf gestielten Konsolen. Die Reste des Ma?werkes zeigen reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag. (Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der [pg 322] Parler gebr?uchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der Konsolen.

Museum im Burgsaale.

Dorf-K. 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.

P

PAHNSTANGEN. Reu? ?. L. LA Greiz.

Dorf-K. Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm, wie in diesem Gebiet die Regel, über dem Altar.

PANNEWITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Rittergut 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung der Wohn- und Wirtschaftsr?ume.

PAULINZELLA. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Benedikt.-Klst.-K. Im Bauernkriege 1525 besch?digt, bald darauf verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen und zum Teil abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des Materials haben sich in den aufrecht gebliebenen Teilen die Formen gut erhalten und lassen eine der stilkr?ftigsten Sch?pfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; Ruinensch?nheit und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen Waldtal vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. - Gegr. vor 1109. Der bestehende Bau beg. 1112 von den aus Hirsau kommenden M?nchen. Bei der Weihe 1132 mindestens die M?nchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach l?ngerer Pause vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. 13. Jh. - Die Anlage nach dem ?Hirsauer?, d. i. aus dem burgundischen Cluny herübergenommenen Bauschema: lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele Nebench?re in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs., Schlu? in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überh?htes Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden. Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. über dem Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von Krypta und WChor, welche beiden einer s?chs.-thüringischen Klst.-K. dieser Zeit nicht h?tten fehlen dürfen. An Stelle des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum der Aufbau als reine S?ulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter süddeutschem Einflu?). Die Ostteile sind ganz zerst?rt, konnten [pg 323] aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die Würfelknaufs?ulen des Lhs. geh?ren in der strengen Eleganz ihrer Proportionen und der ausdrucksvollen Sch?rfe der Linienführung zu den sch?nsten der ganzen Stilperiode. Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckz?hne der Kapitelle, die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten, die Umrahmung der kleinen Tür am n?rdl. Qsch. durch Herumführung des Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt das gro?artige Hauptportal in Anspruch. Es ist im s?chs.thüringischen Gebiet das erste gro?e Sll.-Portal; je 4 schlanke Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenl?ufe in straffer, die Gegens?tze von Licht und Schatten vorzüglich wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand gleichzeitig entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. 1160-70. über dem Mauermassiv des Portals eine Empore (ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand bündigen Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, da? im ersten Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogeng?ngen beabsichtigt war. Die sp?tere Ausführung hat daraus eine basilikale Vorkirche gemacht. Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen Gliederung (vgl. Talbürgeln und Petersberg b. Erfurt). - Von den Klst.-Geb?uden erhalten ein kleiner rom. Steinbau mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses eingebaute) Skulpturreste. Gro?es Wasserbecken aus der Tonsur. - Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberf?rsterei.

PEGAU. K. Sachsen AH Borna.

Laurentius-K. Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der schmucklose, zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15., 16. und 19. Jh. erneuert. - Sakramentsh?uschen um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. - Grabmal des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen Klst.-K., eines der sch?nsten aus dem 13. Jh. erhaltenen. Genauere Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen 1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., also Idealportr?t. Die 1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des Kissens unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur mit Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen (durch Glasfüsse dargestellt) besetzter Leibrock, roter pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes Lockenhaar. Material: Sandstein mit Bemalungsresten. - Bibliothek mit bmkw. Handschriften und frühen Drucken.

Rathaus, erbaut 1559 nach den Pl?nen von Hieronymus Lotter, die Anlage ?hnlich dessen Leipziger Rathaus.

[pg 324] PEGNITZ. OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Stillos, jedoch ?an Kanzel und Altar bemerkenswerte Schnitzereien.?

PEISSEN. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. Taufstein.

PENIG. K. Sachsen AH Rochlitz.

Bergkirche. Beg. vor 1499, gew. 1515. Gro?e (15 : 41 m) 1sch. Anlage mit 7seit. Schlu?. Die Gew?lbe nicht ausgeführt; beabsichtigt war eine Halle mit sehr schmalen Sschiffen und vielleicht auch massiver Empore ?hnlich Schneeberg. An der NSeite ger?umige Kapelle 1306 und massiger, mit der K. nicht in Verband ausgeführter Turm. - Gro?er und pr?chtiger Steinaltar 1564 von Christoph Walther (gest. von Wolf v. Sch?nburg), Architektur in korrekter ital. HochRenss., gro?e Menge von Alabasterreliefs, protestantisches Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. - Holzkruzifix mit alabasterner Marienfigur 1660. - Taufstein 1609 vom Meister von Seyda (Ulrich Eckhardt) Kanzel 1607 von Nik. Schwarz. Hinter dem Altar Sandsteinepitaph Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt der Lorenz zu Freiberg. Ikon. Grabstein eines Altaristen 1517. über der Sakristeitür Bronzeplatte 1530. Bmkw. Lutherbildnis von 1521 (Cranach?). Reliefbildnis Luthers aus Papierteig, vielleicht nach der Form Alberts v. Soest. - Die Kapelle der NSeite enthielt früher Begr?bnisse der Burggrafen von Leisnig, jetzt der von Sch?nburg. Sch?nes Leichenschild des letzten Leisnigers ? 1538. Sandsteinepitaph Ph. v. Hassenstein ? 1557. Sandsteinplatte der Gr?fin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von Leisnig und Mansfeld. Gro?es Renss.Epitaph für Hans Ernst von Sch?nburg ? 1586, bez. Samuel Lorentz. Epitaph Ch. H. v. Sch. 1607 bez. Uriel Lorentz. Besch?digte Sandsteinfig. des sitzenden Christkindes, (von einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. Altarwerk 1510. Interessante Prozessionsfahnen. Auf dem Kirchhof Erbbegr?bnisse der Bar.Zeit mit sch?nen Eisengittern.

Rathaus 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener Georgenbaues.

Vorstadtkirche Altpenig. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis und ein sch?nes Portal, E. 12. Jh.

PETERSBERG B. ERFURT. Prov. Sachsen.

Benediktiner-Klst.-K. Br?nde der ?lteren K. 1069, 1080, Neubau der bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders [pg 325] Ditmar 1103, als ?ltester Bau der ?Hirsauer Schule? in Thüringen. Weihung der ?stl. Teile 1109, Brandschaden 1142, Weihung zweier Alt?re im Chor 1143, Schlu?weihe 1147. Zu erw?gen w?re, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende Ver?nderungen nach sich gezogen habe; alle sp?teren unerheblich, bis auf den Brand bei der Beschie?ung 1813; worauf 1816-18 die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die Türme abgetragen und die Kirche als Milit?rmagazin eingerichtet wurde. Durch Gr??e und technische Vollkommenheit neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau Thüringens aus der Zeit des reifen rom. Stils. - Flachgedeckte Pfeilerbasilika mit gew?lbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer Schema. Dahin geh?rt auch die starke Streckung der L?ngsachse (79 m) d. i. etwas mehr als das sechsfache der Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von schmalen Nebench?ren, mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung, zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs. An das ?stl. Ende der Nebench?re schlie?en sich Türme, deren Erdgescho? sich gegen jene als Kap. ?ffnet; der Hauptchor um ebensoviel vertieft, so da? nach O eine gerade Abschlu?linie gewahrt bleibt. (Die Annahme, da? eine Apsis vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel des Qsch. etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je einer 1/2 kr. Apsis eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden, in der Grundri?stellung mit sorgf?ltig durchgeführtem quadr. Schematismus. Die beiden ?stl. Arkaden des Lhs. waren zum M?nchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche der Abseiten, gleich den Nebench?ren, gew?lbt (Tonne); au?er durch zu vermutende Schranken war die Grenze durch st?rkere Bildung der Pfll. bezeichnet; über ihnen im Hochschiff ein Bogen, ?hnlich den Vierungsbgg. Dieser Teil der Schiffe war, ebenso wie die Nebench?re, urspr. in der Tonne gew?lbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug: sie bildete eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren im Gr. etwas über die Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. Sonach bleiben für das Laienschiff 7 Arkaden. Die Pfll. dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken Halbsll. besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite des Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen Ecksporen; einfache Würfelkn?ufe; Sockel und K?mpfer nach attischem Profil; gegliederte Archivolten; Gurtgesims mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese Eigentümlichkeiten die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln, Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh. [pg 326] - Das ?u?ere erh?lt durch sein vollendet sch?n behandeltes Gro?quaderwerk (eine Errungenschaft der Hirsauer Schule aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle ?rtlich und zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale Würde. Vollst?ndig ausgebildet sind infolge der Gel?ndeverh?ltnisse nur die O und SSeite, die letztere am besten erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5) g?nzlich ungegliedert; dann schr?ger Rücksprung, aus dem sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und Würfelkaptt. erheben; besonders energisch empfunden und mit gr??ter technischer Sicherheit ausgeführt der obere Abschlu? durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims, darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unver?ndert um das Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch die Gliederung der Apsiden - ein nach den ma. Baugewohnheiten ungew?hnlich strenges Gleichma?. Ungewi? bleibt die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in spgot. Zeit gr??ere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am SKreuz ist am Gew?nde einfach abgestuft, ohne Sll., die Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme zeigen auf ?lterer Abbildung Ecklisenen und in den zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Geb?ude an der NSeite nebst Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk. - Die Ausstattung war in der letzten Zeit des Klst. barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine) nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13. Jh. und am Ort ein Kreuzigungsrelief au?en neben dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend, 2. H. 14. Jh.

PETERSBERG B. FULDA. RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem Basalt und hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau von 837 die Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen Kappen. Marmormensen mit Weihinschriften des Rhabanus Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen Conchen. Im Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh. eingebrochen. Der Hauptbau enth?lt Reste einer kleinen, schlicht, fast roh ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht n?her zu bestimmender Zeit; 1479 1sch. umgebaut. Achteckiger [pg 327] Vierungsturm 12. Jh. - Rom. Steinreliefs: Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht so alt, wie angenommen wird, erst Sp?tzeit des 12. Jh.

PETERSBERG B. HALLE. Pr. Sachsen Saalkreis.

Benediktiner-Klst. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor und Qsch. unter Abt Eckehard 1184. - Kreuzf. Basilika nach dem Hirsauer Schema. Hauptchor oblong, Nebench?re ohne Apsiden; anscheinend vor ihnen ausgeführt die Apsidiole am n?rdl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gew?lbt. Die Nebench?re mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern sind sp?ter (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch diesen Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt und alle 3 Chorschiffe nach au?en unter einen einzigen kolossalen Giebel gebracht, eine schwerf?llige, dem rom. Stil sonst fremde Gestaltung. - Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend schmalem Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen ?ffnete er sich mit Empore. - Au?en die ?lteren WTeile sehr formenarm, die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. von Quast 1853-57. Bmkw. das sch?n gegliederte Portal des NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere Gem?ldespuren, Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gew?nde je 3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die Tür?ffnung von Perlstab ums?umt. - Im 13. Jh. erhielt die K. ein gro?artiges Denkmal der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein, an sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl ziemlich treuen Anschlu? an die Urbilder. - Am Konventsgeb?ude sch?ne Details aus A. 13. Jh.

PETTST?DT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Der rom. Charakter einigerma?en erhalten am Chorturm; Spuren einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. - Sakramentsnische und Schnitzaltar, auf den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh.

PFAFFENDORF. UFranken BA Ebern.

Schlo?. Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter Frührok.Bau, 2geschossig, gro?e Estrade.

PFAFFRODA. K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. 1645 erneuert, architekturlos. - Taufstein, am Fu?e 4 der im Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf den K?pfen, 1655.

[pg 328] PFARRWEISACH. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch. Chor; spitze Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss. Epitaphien der Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein (1504, 1506, 1507 und 1530).

PFERDINGSLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. spgot. - Gro?er Schnitzaltar, die Gem?lde ?interessant?.

PFORTA. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Ehem. Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta gegr. 1136, seit 1543 Sitz der berühmten Schule. - Der künstlerische Charakter des Kirchengeb?udes wird wesentlich bestimmt durch den 1251 (Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet; Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis auf den ?stl. und westl. Abschlu?, im got. erhalten, und es ist kein Grund gegeben, seine Ausführung wesentlich sp?ter als die Gründung anzusetzen; also in runder Sch?tzung M. 12. Jh. Demgem?? für Deutschland das ?lteste Beispiel einer Cistercienser-K. von schon ausgepr?gtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. Bergner fand an diesen Kapellen Ans?tze zu Apsidiolen; es ergibt sich daraus eine staffelf?rmige Anordnung ?hnlich den gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist die ?lteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das letzte Joch im O zum Chor gezogen und voraussetzlich durch eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff abgeschlossen. Erhalten haben sich die (gedrückten) Blendb?gen, die je eine Doppelarkade zusammenfa?ten; ferner die Oberlichter, ungew?hnlich niedrige Raumverh?ltnisse dokumentierend, und die ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf 75 m. - Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einw?lbung des Qsch.; Detail verh?ltnism??ig reich, romanische Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen; nicht leicht zu erkl?ren. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal überarbeitet. - Chor. Inschr. am süd?stl. Strebepfl. nennt das Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung zeigen aber die reife Kunst der Sp?tzeit des Jahrhunderts. Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. Im Gr. ein gerades Joch und regelm??ig aufgeteilter 5/8 Schlu?. Das Erdgescho?, (4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschr?nken. Das Hauptgescho? ist v?llig aufgel?st. Auf der 2 m starken Sockelmauer ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren [pg 329] W?nde von den ?u?ern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln keilf?rmig verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig, im geraden Teil 4teilig (?ffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m breit). Ma?werk aus Dreip?ssen, schon mit Nasen; an Kaptt. und Schlu?steinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System im ersten Joch: hier ?ffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die über den alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen (S. Trinitatis und S. Margarethe) und über diesen ist die Fenster?ffnung als reich gemusterte Rose gestaltet. - Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche geh?rt, ist das ?u?ere des Chors von herber Sparsamkeit; die Strebepfll. ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims ohne Laubfries. - Verh?ltnism??ig unerfreulich wirkt das Langhaus; Altes und Neues sind im Umbau ungeschickt verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten mit der bizarren Eigentümlichkeit, da? die Zwischenstütze h?here K?mpfer hat als die Hauptstütze, woraus für die Arkadenb?gen ungleiche Schenkel entstehen. Erst das Hochschiff gewinnt reinere Formen in Anlehnung an diejenigen des Chors. Die Gwbb. sind sch?n zu nennen; ihre Dienste auf Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung durch offene Strebebgg. (in der ?lteren Cisterc.-Archit. verp?nt). Das ?u?ere System hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von Wandpfll. direkt gegen die Mauer sto?en. Die Strebepfll. am Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren gebundenen Systems wieder. Zum Schlu? (nach 1300) erfolgte Verl?ngerung um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. um das Qsch. - Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose WFassade hat au?erdem das Eigentümliche, da? sie allein auf das Msch. komponiert ist, w?hrend die Sschiffsfronten zurückspringen und durch wagerechten Abschlu? mit abgewalmtem Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal geteilt in 3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst gro?er Nischenvorbau, in dessen Hintergrund das an sich einfache Portal und über diesem an der Wand eine Statuengruppe; im Mittelgescho? weites, 5teiliges Ma?werkfenster; zu oberst vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten [pg 330] Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). V?llig ungenügend waren dann die H?nde, denen die Ausführung des Statuenschmuckes, der in der Gesamtkomposition eine so wichtige Rolle spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend deutlich, da? der gro?e Naumburger Meister keine Schule hinterlassen hatte.

Innere Ausstattung. Sp?rlich erhalten; bedeutender nur der pr?chtige Dreisitz aus M. 14. Jh. und die sch?ne frgot. Mensa des Hochaltars. Unter den Grabdenkm?lern das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. Mei?en ? 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum; an den Seitenw?nden Arkatur mit Kielbogenabschlu?, in den 14 Nischen das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt, Querfurt); das Werk l??t hohe Tüchtigkeit der Ausführung ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen Grabsteinen fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich Varch ? 1294, sch?ne Umri?zeichnung in der Typik der Naumburger Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und der eines ?bürgerlichen Ehepaares?, nicht Kinderpaares, aus 1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von Magisterdenkm?lern. - Sonst zu beachten: Christuskopf aus Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. Triumphkreuzes; got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt; Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas aus Stein (Steingu??), die Beschreibung l??t den Salzburger Typus vermuten. Bronzener Schmerzensmann aus der letzten Klosterzeit.

Klausur. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser Fall, auf der NSeite der K. Die inneren Geb?ude mit der Zeit v?llig entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang. Die n?rdl., südl. und westl. Front vom rom. Bau, wenn auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg. umschlossen eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf S?ulchen. ?hnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang, ungew?lbt. Das Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu erkennen, aber ohne ?ltere Kunstformen. - Die Abtwohnung lag abgesondert im O und ist im Erdgescho? des sp?teren ?Fürstenhauses? erhalten. Zugeh?rig die Abtskapelle, eine der feinsten Leistungen des übergangsstils in Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger Schule, Ornament mehr thüringisch. Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler (5/10) Apsis. An Gew?lbstützen und Fenstergew?nden [pg 331] ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart, bis auf den Sockel herabgezogen; Abschlu? der Gruppe durch Okulus. - Aus rom. Zeit noch die Klostermühle, wenn auch stark ver?ndert. - Friedhofslaterne süd?stl. vom Chor, gestiftet 1268, arch?ologisch eine gro?e Merkwürdigkeit. - Bets?ule 1521, das Bildwerk stark verwittert. - In der Schulbibliothek Bilderhandschr. (Augustin) des sp. 12. Jh.

PFüNDHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und Inneneinrichtung gleichzeitig.

PFüTZENTAL. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. mit sch?nem rom. Portal ?hnlich Neutz.

PHILIPPSTAL. RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. gegr. 1190. Der vorhandene Bau aus dieser Zeit. Flachged. S?ulen-Basilika. Querschifflos. Die Ssch. schlie?en mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem Triumphbg., jenseits dessen der quadr. Vorchor und gro?e 3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem ganzen Chor!) kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs. 6 gut proportionierte Arkaden; die S?ulenst?mme stark geschwellt; Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme und zwischen ihnen Empore. An der Hauptapsis lebhafte Gliederung durch Lisenen und Halbsll. in 3 sich stark verjüngenden Geschossen. - In got. und neuerer Zeit das alte Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. - In der westl. Vorhalle landgr?fliche Familiengruft 1743. - Die Klostergeb?ude zu landgr?fl. Schlo? umgebaut.

PILGRAMSREUTH. OFranken BA Rehau.

Pfarr-K. 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgew?lbt. Sakramentsh?uschen spgot. Hochaltar 1710.

PILLNITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.

Bergkirche 1723 von P?ppelmann, einfaches Rck. mit Flachdecke und Emporen; Altarbau aus Sandstein mit gro?em Relief um 1650, das Ornament in sog. Knorpelmanier; gro?es Epitaph eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., Schule des Hans Walther; Grabstein v. Lo? 1609; Grabstein eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; Gedenktafel für Sophie v. Bünau 1640.

Schlo?. Der alte Bau (1610-33) brannte 1818 ab. Wasserpalais (?indianisches Lustschlo??) für August den Starken 1720 von P?ppelmann und Longuelune; das als gro?e Hohlkehle gebildete Gesims und die über den Mittel- und Eck-[pg 332]Risaliten hohlgeschweiften gro?en D?cher mit phantastischen Schornsteinen sollen exotisch wirken. - Eine symmetrische Wiederholung das Bergpalais 1723. - Flügelbauten 1788-91 von Exner und Weinlig. - Das neue Palais 1818-26. - Die Orangerie nach 1731, wahrscheinlich von Longuelune. - Der englische Pavillon (im englischen Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art Weinligs. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von Trippel. - Chinesischer Pavillon 1804.

PINZBERG. OFranken BA Forchheim.

Kirche. 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung. Der Kirchhof umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der untere got., oben bar. Glockenturm dient als Tor.

PIRNA. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. S. Marien. Schon die vorangehende K. war bedeutend; die Urkunden nennen 15 Alt?re von 1338-1462. Von einem 1466 begonnenen Neubau der unregelm??ig in die SWEcke eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. - Hallenkirche mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schlie?en gerade mit abgeschr?gten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des 8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite 25 m, die Ssch. wenig schm?ler als das Msch., H. 18 m. Also sehr weite und freie Raumverh?ltnisse. Die 8eckigen Pfll. von ?u?erster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt; Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen, darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., Sterne in den Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz abgel?st und in kr?uselnde Verschlingungen (?gewundene Reihungen?) gebracht, etwa an Hobelsp?ne erinnernd; die tiefsten Ausl?ufer ganz naturalistisch als Baumst?mme charakterisiert; ?wilde M?nner? klettern an ihnen empor; die Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gew?lbeanf?ngern des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg. geschlossen, Ma?werk sp?rlich und matt. Als Beispiel sp?testgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An der NSeite Renss.Emporen von 1570.

Altarwerk aus Sandstein 1611 von David Schwenke, Skulpturen von Antonius v. Saalhausen; 10 m hoch, 5 m br., ursp. reich in Farbe und Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl zwischen Geburt und Kreuzigung; in der Mitte des Hauptgeschosses Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich Jakobsleiter und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des Obergeschosses [pg 333] die Geschichten des Jonas und Simson, in dem Hauptfeld Christi Himmelfahrt. - Kanzel aus Sandstein 1543 verkünstelt spgot., Schalldeckel 1576. - Taufstein 1561, Fu? 1802 (der alte zeigte Kindergruppen wie in Annaberg). - Unter den zahlreichen Grabsteinen und Epitaphen mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf 1585; M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders Sup. Kademann 1607, h?chst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung nüchtern. Unter den Grabsteinen an der Au?enwand hervorzuheben H. W. v. Sch?nberg ? 1645. - Epitaphgem?lde von H. G?ding d. ?. [Antependium aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] - An den Gwbb. gro?er Gem?ldezyklus aus M. 16. Jh., ?ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und Seltenheit?. - Orgel 16. Jh., ver?ndert 1678. - Glocke 2. H. 14. Jh.

Dominikaner-Klst. Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die K. Rck. 35 : 12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen (zerst?rt). Im Schiff 8eck. Pfll. von ?u?erster Schlankheit, Kreuzrippengwbb. auf reich skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), der K?mpferpunkt an den Pfll. selbst nicht betont. Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke angefügte Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige Kapitelhaus.

Rathaus spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; aus der ersten Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.

Privath?user. Pirna hat mehr als die meisten anderen St?dte Sachsens vom Gepr?ge ?lterer Jahrhunderte bewahrt. Sp?tgotisches z. B. Markt 3 und 46, Dohnaische Str. 24, Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. - Aus Renss. besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in den Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekr?nt mit dem Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13, Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues am Dresdener Schlo?; Ecke Barbiergasse und Dohnaische Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4; Obere Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von 1676. Rokoko: Langestr. 10, Badergasse 5.

Schlo? Sonnenstein, jetzt Irrenanstalt; von ?lteren Bauzeiten kaum etwas erkennbar.

PLASSENBURG B. KULMBACH. OFranken.

Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, Caspar Vischer unter Mitwirkung der Württemberger Alberlin Tretsch und Blasius Berwart. Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten [pg 334] Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das meiste künstlerische Interesse haben folgende Teile: im ?u?eren Hof Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607, im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian zu Ro?; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten Dekorationsstücke der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. Die gro?artige Wirkung der letzteren beruht auf dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen Erdgeschosses und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgel?sten, an den Fl?chen über und über mit Flachreliefornament bedeckten Obergeschosse; abweichend der NFlügel, der ehemals den gro?en Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme mit den zur Kommunikation unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache Massen.

FLAUE. Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.

Liebfrauen-K. mit rom. Resten. Ruine Ehrenburg.

PLAUEN. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das einfache WPortal und die kleine Sakramentsnische.

PLAUEN. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Johannis-K. Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und die OWand des Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot. Hallenkirche im Stil der K. von Annaberg, Schneeberg usw., doch unbedeutender als diese, stark rest. nach Brand 1548. - In die Superintendentur eingebaut die Reste des Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.

Gottesacker-K. (Luther-K.) 1693-1708. N?chst der zu Carlsfeld der ?lteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck mit polygonem Chor und vorspringendem Turm im W, innen Emporen und Holzdecke. - Kleiner 4flügeliger Altar aus der Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von Valentin Silbermann, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.

Rathaus letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold v. Westfalen (Mei?en) und wohl von demselben Meister wie die Schl?sser in Sachsenburg und Netzschkau (Hans Reinhart). Der breite Backsteingiebel nach Brand 1548, gegliedert durch 5 nach der H?he wachsende Pilasterordnungen, Eckfüllungen in Wellenlinien.

PL?SSNITZ. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. OTurm, darunter Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.

P?DELISL. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten Schall?ffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot. ziemlich reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht [pg 335] bar. Schiff. - Schnitzaltar bez. H F und Pflugschar (derselbe Meister in Klein-Heringen, G?rschen und S. Moritz in Naumburg).

PODELWITZ. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, aber im 19. Jh. g?nzlich unberührt geblieben und dadurch von einem leider nicht mehr oft anzutreffenden Stimmungswert des Ensembles.

P?HL. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. Nach Zerst?rung im 30j?hrigen Kriege 1654-61.

Schlo? 1572 für Kaspar v. R?der, einfach renss., gro?e tonnengedeckte Halle. Gem?ldesammlung. Bmkw. ein reicher Rahmen von J. H. B?hm.

POLENZ. K. Sachsen AH Pirna.

Schlo?. E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von Flur und Treppenhaus.

POLLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in Würfelform. Spgot. Schnitzaltar.

POMMERSFELDEN. OFranken BA H?chstadt

Pfarr-K. 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische Grabsteine 1543-1685. Einer um 1560 von Peter Dell d. J.

Altes Schlo?. Wasserburg des 16. Jh.

Neues Schlo? Wei?enstein. 1711 bis 1718 für Lothar Franz v. Sch?nborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. Entwurf von M. v. Welsch in Mainz, Ausführung von Joh. Dientzenhofer in Bamberg. Nach Gr??e und Wert einer der vornehmsten Schlo?bauten des Jahrhunderts, auch interessant für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückw?rts Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen Seite umgrenzt den gro?en Hof der Halbkreis der Stallungsgeb?ude. Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch einen beiderseits stark vorspringenden, auch etwas h?heren Querbau durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An der Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der Aufbau in 3 differenzierten Geschossen. Die tragenden Glieder wechselnd S?ule, Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung des zu schmückenden Bauteils. übergro?es Mansarddach. Im Innern sind die st?rksten Motive das Treppenhaus und der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das Treppenhaus war, bevor die Neumannschen Schlo?bauten es überboten, das gro?artigste in Deutschland und wird von keinem franz?sischen erreicht. Ein dem Quadrat sich n?herndes Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen umgeben; die im freien Mittelraum in 2 L?ufen sich [pg 336] entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergescho?; zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt zum obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende Gang zu einem kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal, aus dem man in den Festsaal gelangt. Dieser geht durch beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte charakterisierter Gartensaal. Im Festsaal ein schwerer, zugleich unruhiger Prunk; an den W?nden wechseln Pilaster und Volls?ulen; das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; eine sehr gro?e, durch Stuck und Malerei in heftige Bewegung versetzte Kehle führt zum freskierten Spiegel über. Unter den übrigen R?umen ist das Vorhandensein einer Galerie für Gem?lde bemerkenswert. Die kleineren Gem?cher haben viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten) verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fu?b?den. - Der pr?chtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von Welsch. Für andere Nebengeb?ude B. Neumann zu Rate gezogen. - Sehr bedeutend waren die Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. ?englisch? umgearbeitet. - Die gro?e, früher über Deutschland hinaus berühmte Gem?ldegalerie hat M. 19. Jh. ihre wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer beachtenswert.

POMSSEN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. Anlage. - Die Ausstattung, renss, und bar., gibt ein malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für sich bmkw. Gro?es Sandsteinepitaph der Familie v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkm?ler dieser Familie bis 1725.

PONICKAU. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Dorf-K. Einfacher flachgedeckter Bau mit gro?em Turm von 1726. - Flügelaltar, geschnitzt und gemalt, A. 16. Jh.

PONITZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K., ?lteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. - Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss.

Schlo?, 1574, stattliche Au?enerscheinung.

PORSTENDORF. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Schlo?. Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche Baugruppe meist aus 18. Jh.

POSA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. Die Nachgrabungen von 1875 und 1899 ergaben für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle genau übereinstimmende Fünfapsidenanlage (got. umgebaut). Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt mit Talbürgel. WTürme durch Merians Stich bezeugt.

[pg 337] Am WAbhang des Berges rom. Palas, von den Rundbogenfenstern nur eines unvermauert, mit sch?ner Mittels?ule.

POSSENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weitr?umige Verh?ltnisse, Formen sp?testgot., bmkw. die mannigfaltig gezierten Schlu?steine.

P?SSNECK. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gew?lbe beraubt.

Rathaus. 1443, Erweiterungen 1449, 1531. Stattliche Anlage in eigentümlicher und reizvoller Mischung sp?tester Gotik und früher Renss. (A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck der Fassade die in glücklichem Wurf unsymmetrisch an die Seite geschobene Freitreppe; über den Treppenl?ufen offene Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, staffelf?rmig ansteigend, aufgel?st ist. Reich dekoriert auch die beiden gro?en Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln 4 Streifen von Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner gardinenf?rmig geschlossener Blendb?gen. Im Innern hat sich eine zweischiffig gew?lbte Halle, sonst aber wenig von ?lteren Kunstformen erhalten.

Wohnh?user. Haus Wohlfahrt am Markt mit sch?nem Portal von 1565 noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.; andere Portale Haus Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55; Krautgasse ao. 1564.

Marktbrunnen 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.

Bmkw. Friedhof mit K. und vielen Denkm?lern des 17. und 18. Jh.

POSTERSTEIN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. spgot. und 17. bis 18. Jh. - Bmkw. die reich geschnitzte Herrschaftsempore 1689 und der Altaraufbau aus derselben Zeit.

Schlo?. Die h?chst malerische Geb?udegruppe, wesentlich 16. Jh., umlagert einen gro?en ma. Turm.

P?TEWITZ. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K. Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut. - Bmkw. spgot. Schreinaltar.

POTTENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. 2sch. Halle, ?w?hrend der Chor sprom. (?) Formen erhielt?, Ausstattung bar. - Schlo?.

PREDEL. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche Turm Fr.Renss. - Schreinaltar um 1500.

PRESSECK. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. Chor got., Sch. bar.

[pg 338] PRETTIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von 3 Gew?lbejochen. - Gro?er Schnitzaltar um 1500, nordwestdeutsch, oder niederl?ndisch, 1614 von der Kurfürstin Hedwig, einer d?nischen Prinzessin, geschenkt.

Runder got. Torturm in Backstein.

PRETZFELD. OFranken BA Ebermannstadt.

Kirche 18. Jh. unbedeutend.

Schlo? 16. Jh. auf ma. Grundlage.

PRETZSCH. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. - Altar 1652 von J. G. Kretschmer aus Dresden. Gem?lde, Kreuzigung, von D. Heuer aus Leipzig. Grabmal der K?nigin Eberhardine. Arnimsche Epitaphe 18. Jh. Au?en am Turm Rittergrabstein 14. Jh.

Schlo? 1634.

PRICHSENSTADT. UFranken BA Gerolzhofen.

Ein altfr?nkisches Stadtbild, an dem man, wenn sich die Gelegenheit bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten gro?er Weiher. Fast der ganze Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. Charaktervolle Torgruppe mit 2 runden Flankentürmen, in Franken ein seltener Typus. Mitten im St?dtchen gro?er Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem sprenss. Dachwerk.

Kirche urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne Interesse, doch enth?lt sie eine originelle bemalte Steinkanzel des 17. Jh.

PRIESSNITZ. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack niederl?ndischer SpRenss. gl?nzend ausgestattet, besonders die herrschaftlichen Betstuben. Die Gem?lde von Johann de Perre aus Antwerpen, ans?ssig in Leipzig.

PRIETITZ. K.Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1881 fast ganz erneuert. - Altar, gute Tischlerarbeit von 1646. Denkm?ler des 18. Jh., über die in der Lausitz recht gute Durchschnittsqualit?t noch hinausgehend.

Herrenhaus (v. Stammer) um 1770. Gr??ere Portr?treihe, u. a. von Anton Graff und Chr. Leberecht Vogel.

PROBSTZELLA. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. wesentlich 1755. - Altarwerk fr?nkisch um 1500.

PROFEN. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. Turm. Sch?ner spgot. Chor 1495. - Ausstattung in guter Renss., desgl. Decke und Emporen in kr?ftiger Polychromie.

[pg 339] PR?LSDORF. UFranken BA Ha?furt.

Pfarr-K. 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des WTurmes mit der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen. - Im Pfarrhof bmkw. Kaselkreuz 15. Jh.

PROSSELSHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Posthum got. Neubau 1614. - Derb wirkungsvolle Ausstattung um 1700. - Dorfbrunnen unter einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.

PROZELTEN siehe Stadtprozelten.

PULSNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Pfarr-K. über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal aus M. 18. Jh. - Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkm?ler der Barockzeit.

Schlo? (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben.

Rathaus schlicht renss. Wohnh?user 18. Jh.

PURSCHENSTEIN. K. Sachsen AH Freiberg.

Schlo? aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende Anlage von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekr?nt; davon jetzt nur einer erhalten; sonstige Kunstformen sp?rlich.

PUSCHENDORF. OFranken BA H?chstadt.

Pfarr-K. 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgew?lbt. Im Langhaus Holztonne. Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten Fenstern. Malerischer Innenraum. 3 Schnitzalt?re aus der Erbauungszeit. Gemalte Wappenscheiben nürnbergischer Familien.

Q

QUEIENFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um 1546, die Fenster in got. Formen. - Auf dem nahen Weinberg die Grundmauern der ehemals berühmten Wallfahrts-K.

QUERFURT. Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.

Stadt-K. Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch Emporeneinbauten u. a. m. stark ver?ndert. Die rom. Sll., welche die Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst. Marienzelle. Am WTurm gef?lliges Portal 1. H. 15. Jh. - Gro?er bar. Altarbau.

Friedhofs-K. Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen Epitaphen.

Rathaus. Schlicht sprenss.

Schlo?. Weitl?ufiger Komplex von Festungswerken, Beamten- [pg 340] und Wirtschaftsh?usern. Die Oberburg Anlage des 12. und 13. Jh. Imposanter runder Bergfried (der ?dicke Heinrich?) von 21 m Durchmesser und 4,5 Mauerst?rke; dann ein quadr. Wohn-Turm. Im übergang zur Renss. ein vom Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. Die mitten im weitl?ufigen Bering freistehende Kapelle etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor normale Kreuzanlage mit Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, im W Vorhalle und Herrschaftsempore. Im ?u?eren Aufbau die schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere 1716 barockisiert. über der Vierung 8seitiger Turm mit Lisenen und Bogenfries. - Grabkapelle E. 14. Jh. Tumba des Gebhard v. Querfurt ? 1383, an den Seitenw?nden das Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an der Tumba Herzog Georgs in Pforta.

R

RABENECK. OFranken BA Pegnitz.

Burg. Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.

RABENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.

Burg mit Wappenstein von 1495.

RABOLDSHAUSEN. RB Cassel Kr. Homberg.

Dorf-K. Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein ? 1604 und seiner Ehefrau Ch. v. Berlepsch.

R?CKNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Denkmal für General Moreau ? 1813.

RADEBERG. K. Sachsen AH Dresden-N.

Stadt-K. Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. - Kanzel und Taufstein 1730 von J. C. Feige.

Schlo?. 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen Meister aus dem Kreise des Hans Schickentanz, erneuert 1628 durch Ezechiel Eckhardt. - Hauptbau auf 3eck. Gr., nur 2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin interessante Beispiele der Dresdener Frührenaissance.

RADEFELD. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. Turm sprom., Sch. spgot.

RADIBOR. K. Sachsen AH Bautzen.

Kirche neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke 16. bis 18. Jh. - Holzplastik in auffallender Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., ausgezeichnet, sicher Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite desgl. und eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und [pg 341] gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen um 1480 u. a. m.

Schlo? 1709, gro?e Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in der Mitte Lichthof und Treppenhaus.

RADMERITZ. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. Turm 1702. Ansehnliches Grabmal des J. v. Ziegler, Stifters v. Joachimstein ? 1734. Ausstattung um 1734. Pr?chtiges Gruftgeb?ude 1744.

RALBITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Niedriger Gew?lberaum von 1752. Ausstattung charakteristisch katholisch. - Im Dorf Dreifaltigkeitss?ule.

RAMMELBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Schlo?. Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575 die den unteren Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, Decke und Oberteil der Seitenw?nde bedeckt mit biblischen Darstellungen in ?hoch erhabenem Bildwerk?.

RAMMENAU. K. Sachsen AH Bautzen.

Schlo? nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die Wirtschaftsgeb?ude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. Ger?umiges, vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen in der Art Oesers. Die sonstige Inneneinrichtung zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten Erbauers mit reichen Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 und die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer.

RANDERSACKER. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. Gut erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in ungew?hnlich reicher Gliederung, die unteren Teile E. 12., die oberen gegen M. 13. Jh. - Ausstattung um 1700. Auf den Seitenalt?ren Gem?lde von Oswald Onghers, 1683 und 1704. Seinsheimsche Grabsteine E. 14. Jh. - Friedhofsbefestigung nach 1609.

Gro?er Zehnthof des Würzburger Domkapitels, angelegt (Inschr.) 1332, ver?ndert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte H?user 16.-18. Jh. Am Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenh?uschen, Schule Neumanns. - Bildst?cke in gro?er Zahl, meist 17. Jh.

RANIS. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Stadt-K. spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im N. Von der ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.

Schlo?, got. und renss., mit hohen Giebeln, h?chst malerisch.

RASDORF. RB Cassel Kr. Hünfeld.

Pfarr-K. (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.). Rom. 11. Jh., im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und [pg 342] spgot. Nachbesserungen. - Basilika auf kreuzf. Gr. Je 5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf 3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt im Fu?boden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet, hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got. Erneuerung des Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll. rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. über der Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der Chor mit 5/8 Rippengwb. - Die ganze L. ca. 40 m, H. des Turms über 50 m.

RATENDORF. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und Apsis, Turm über dem Chor. - Schnitzaltar 1510.

RATSFELD. Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.

Fürstl. Jagdschlo? 1698. Au?en sehr einfach. Die Kapelle in strengem Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.

RATTELSDORF. OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. 1465 ?hnlich Hallstadt; 1823 zur H?lfte abgebrochen und erneuert.

RAUENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.

Dorf-K. 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.

Burg erb. um 1350, zerst?rt 1640, Spuren edlerer architektonischer Durchbildung.

RAUHENECK. UFranken BA Ebern.

Burgruine. Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas noch rom. Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gr?ben gut erhalten.

RAUSCHENBERG. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das n?rdl. Ssch. nebst den nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende Kreuzgwbb. auf Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh. das Msch. erneuert, 3 rck. Kreuzgwbb., Fenster nur an der südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; renoviert 1453. Chor 2 Joche und polyg. Schlu?, spgot. Netzgwb. in gewundenen Reihungen. Schmuckloser WTurm. - Ikon. Grabstein 1584. - Holzstatuette der h. Jungfrau, gute spgot. Handwerksarbeit. - Kruzifix aus gleicher Zeit. - Altarflügel um 1400.

Burgruine. Der in 3 gew?lbten Stockwerken erhaltene Wohnturm M. 13. Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten.

REDWITZ. OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. E. 14. Jh., ver?ndert M. 16. Jh. Hallenkirche mit eingezogenem Chor in 2 Jochen, 5/8 Schlu?, im Lhs. 3 Joche. [pg 343] Rundpfll. mit einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. - Hübsches Sakramentshaus 1498, ca. 4 m h. Au?en ?lberg 2. H. 15. Jh.

Kathol. K., gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.

Rathaus umgebaut aus got. Schlo?; Erker bez. 1591, andere Bauteile 1509, 1593, 1642.

REGENSBERG. OFranken BA Forchheim.

Schlo? ziemlich erhalten.

REIBERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. Kanzelaltar 1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619. Gr?fl. Einsiedelsche Gruft 1746.

Schlo? 1763 von Andreas Hünigen in Zittau. Uf?rmige Anlage, die kurzen Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes, schon dem Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration z. T. erhalten. Pr?chtige Empirem?bel. Zahlreiche Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf Joh. Georg v. E. von A. Graff, Graf Heinrich v. E. in der Art J. F. A. Tischbeins. Mei?ener Porzellan mit einigen hervorragenden Stücken. - Die ursp. franz?sische Parkanlage in der englischen Umwandlung noch zu erkennen. Reizender Gartentempel von Eschke 1796 (etwas ver?ndert 1830).

REICHELSBERG. UFranken BA Ochsenfurt.

Burg. Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch. 1525 zerst?rt. Gro?artige Ruine. Die Regelm??igkeit der Anlage deutet auf sp?teres Ma. Die Zwingermauer hat 7 Rundtürme.

REICHELSBURG b. AUB. UFranken BA Ochsenfurt.

Burgruine.

REICHENAU. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1690 von Heinrich Proscher. Weitr?umiger Saal mit Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot. Altarplastik [z. T. im Dresdener Altert.-Ver.]. Altar 1819, die Holzfigg. von Gareis in Ostritz. Pr?chtige Orgel 1769.

REICHENBACH. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach ver?nderte rom. Basilika ohne Qsch., Chor quadr., überall Holzdecken. Im Schiff 6 Arkaden, je zwei Würfelknaufs?ulen wechseln mit 1 Pfl.

Burgruine.

REICHENBACH. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1720 mit rom. Mauerresten. - Sch?nes Altarger?t E. 17. und A. 18. Jh., augsburgisch. - Orgel von Gottfr. Silbermann 1725.

[pg 344] REICHENBERG. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Chor 1513, das 1sch. Lhs. ?lter. - 2 Taufsteine, der eine rom. 13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. - Denkm?ler: 1621 Kind von zwei Engeln getragen, 1625 die Mutter mit Blumenstrau? und Gebetbuch.

REICHENBERG. UFranken BA Würzburg.

Schlo?, seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im Bauernkriege whgest. im 17. Jh.

REICHENFELS. Reu? j. L. LA Schleiz.

Burgruine 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon Ruine geworden. Museum des Voigtl. Altert.-Ver. mit Resten von spgot. Altarplastik.

REICHMANNSHAUSEN. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1607-15.

Burgruine. Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gr?ben teilweise erhalten, besonders betr?chtliche Teile des gro?en, südl. Bergfrieds. 14.-15. Jh. Mit Bauernh?usern eingebaut.

REIDEBURG. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. mit rom. Turm.

REIFENSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Cisterc.-Klst. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff 5 Joche, im Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Betr?chtliche Reste des got. Kreuzgangs. Klostergeb?ude bar. mit stattlichem Treppenhaus.

REINHARDSBRUNN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Herzogl. Schlo? an Stelle eines einst hoch berühmten Klosters; gegr. im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten eine Reihe von Grabsteinen thüringischer Landgrafen bis auf Ludwig den Springer ? 1123 zurückgehend, jedoch s?mtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach derselben Idee, wie die wettinischen Grabm?ler auf dem Petersberg bei Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und Mei?en. Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei H?nde, beide nicht ersten Ranges, zu unterscheiden: von der ersten sind Ludwig der Springer, Ludwig III., Ludwig IV.; von der zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der Eiserne. Au?er dieser Reihe das Grab Friedrichs des Gebissenen ? 1324, einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.

REINHARDTSDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit sch?nem Portal, bez. 1675.

REINHARDTSGRIMMA. K.Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. Umbau 1742, am ?u?ern spgot. Formen erhalten; ungew?hnlich langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. - Sandsteinaltar mit Abendmahlsrelief 1601. Orgel von Gottfr. [pg 345] Silbermann 1731 - Ikon. Doppelgrabstein für H. v. Sch?nberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller Charakteristik.

Schlo? 1767 in der Richtung Kn?ffels. Im Park Marmordenkmal für Anna v. Bülow von L. Grossi 1790.

REINHARZ. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Kirche 1704 mit ungest?rt erhaltener Ausstattung.

Jagdschlo? für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben. Gro?er Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtst?ckiger Turm mit Zwiebelhaube. 3 vollst?ndig in der Originalausstattung erhaltene Zimmer. Altmei?ener Porzellan.

REINHOLTERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges Mobiliar.

REINSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Klst.-K., gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch., im 17. Jh. als evang. Pfarr-K. umgebaut. - Tympanon, Maria zwischen Engel und Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich stuckiert, weniger gut die Gem?lde.

REINSTADT. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Kirche spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche Reste von got. Schnitzalt?ren. Grabsteine v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.

Burg in dem einfachen Typus der ?Kemnate?, in 4geschossigem spgot. Aufbau gut erhalten.

REITZENGESCHWENDE. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv l?ndlichem Geschmack. - Bauernh?user im Blockverband.

REITZENSTEIN. OFranken BA Naila.

Schlo? 1557 an Stelle ?lterer Burg.

REMLINGEN. UFranken BA Marktheidenfeld.

Sog. Würzburgerschlo?, erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I. von Wertheim. Typische Wasserburg, unvollst?ndig erhalten.

Kastellsches Schlo?. Komplex einfacher Bauten um 1560.

REMSE. K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich noch rom. Steinempore (Reste) k?nnte durch das nahe ehem. Nonnenklst. veranla?t sein. - Kloster. Erhalten ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen Kreuzgwbb. Bestimmung ungewi?.

RENGELRODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738. Sorgf?ltig ausgebildeter Quaderbau.

RENGERSBRUNN. UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar Holzfigur [pg 346] der Madonna um 1460. - Gute Kanzel in der Art der Bossiarbeiten, E. 18. Jh. - Hochzeitsbecher, Silber vergoldet, bessere Augsburger Arbeit von 1670. - Gro?es pr?chtiges Ciborium, würzburgisch, um 1720.

RENTWEINSDORF. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. Gro?e Anzahl von Epitaphien der Freih. v. Rotenhan, darunter gute Renss. Arbeiten in Sandstein.

Schlo? (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751 mit langem Mitteltrakt und schr?gen Flügeln; Formcharakter bambergisch. Im Schlo?park sch?ne Orangerie um 1750. Vor dem jetzigen Schlo? stehen noch Türme und Wehrbauten des alten Schlosses um 1520.

REPPERNDORF. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen aus 2. H. 13. Jh. - Altar 1608 mit Gem?lden von Hans Haunisch.

RETZBACH. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1736-40 von B. Neumann. Typisch für die kleineren Landkirchen des gro?en Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. auf toskanischen Pilastern, eingezogener polyg. Chor, schlanker WTurm, ?u?eres verputzt mit roten Sandsteinpilastern. - Altarblatt von Zaner 1741. - Pr?chtiges Rok.Ciborium um 1770 bez. D (Joh. D?rffer in Würzburg). Sch?ner Kelch 15. Jh.

Wallfahrts-K. Chor 14. Jh., Lhs. 1625. - Gnadenbild der Madonna 14. Jh. - Im Pfarrhof reiches rom. S?ulchen.

Rathaus. Hübscher Fachwerkbau um 1574.

RETZSTADT. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO) hat im 3. Gescho? gekuppelte rundbg. Schall?ffnungen mit zierlich behandelten S?ulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines Kruzifixes wiederverwendet; an der abgeschr?gten Kante des Bg. phantastische Tierfigg. - Deckenbilder von S. Urlaub 1728. Hauptaltar vom Schreinermeister Joh. Uhl (der Ri? von B. Neumann approbiert). Monstranz von Stipeldey in Augsburg 1793. Prozessionstafel (?Blutschild?) aus Silber, um 1700.

Gute Fachwerkh?user, meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. - Mehrere Bildst?cke 18. Jh.

REUCHELHEIM. UFranken BA Karlstadt.

Dorf-K. Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die Alt?re in derbem Rok., dekorativ von famoser Wirkung. Deckengem?lde bez. J. P. Herrlein 1753.

[pg 347] REURIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem. Chor der rom. K. Das übrige ?fters erneuert. Bmkw. die mit zierlichem Renss.Ornament bemalte Bretterdecke bez. 1596.

Burg, ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.

REYERSBACH. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. Sehr feine Rokokoalt?re (aus Kloster Bildhausen stammend).

RIEDE. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Schlo?. 16. Jh. Noch bewohnt.

RIENECK. UFranken BA Gemünden.

Kreuzkapelle um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem Relief der Kreuzigung, bez. 1628.

Burg. Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die Wohnbauten und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom. Zeit der NBergfried, der WBergfried und die rom. Kapelle an der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. Jh. Der NBergfried ein Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen Buckelquadern. In der Mauerdicke, die die kolossale St?rke von 7 m erreicht, oben im 3. Gescho? eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, Durchmesser 5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen schwachen Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene 3/4 S?ulen, auf denen die Diagonalgurten ruhen; diese von einfach rechteckigem Grundri?; die S?ulen haben attische Basis mit den zum überfang umgebildeten Eckbl?ttern der Sp?tzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried, ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres Seitenstück zum n?rdlichen. Die rom. Kapelle der OSeite einschiffig, flachgedeckt mit OApsis. über dem WPortal, sp?ter eingefügt, 2 gute Grabsteine des 13. Jh., wahrscheinlich eines Herrn von Rieneck und seiner Frau.

RIESA. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Einfache spgot. Kirche, 1848 durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die kleinen renss Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium mit sch?nem Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt Rathaus. Von der alten Befestigung ein m?chtiger quadr. Turm.

RIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1682, rom. OTurm.

RIMBACH. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. spgot. - Schnitzaltar von besserer Qualit?t, v. Hansteinsche Grabsteine roh.

[pg 348] RIMPAR. UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 19. Jh. Sandsteinaltar, reiche Arbeit des fr. Barock, Wappen des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31). Zahlreiche (8) Bildnisgrabsteine der Grumbach; hervorzuheben Eberhard ? 1487, mit Unrecht Riemenschneider zugeschrieben, Valentin ? 1520, Konrad ? 1527, Kunigunde ? 1507.

Schlo?. Nicht gro?, aber als Architekturbild imponierend, wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, an der Au?enecke m?chtiger Rundturm. Das ?u?ere hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repr?sentationsr?ume; im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den W?nden breiter Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der r?mischen Geschichte. Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. - Lusthaus des Schlo?gartens, seiner Dekoration beraubt (M?dchenschule).

Rathaus 1614. - Menge von h?uslichen Heiligenbildern und Bildst?cken.

RITTERSHEIM. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. Altarbau von Winterstein, mit den Seitenalt?ren zu einer wirkungsvollen Gruppe zusammengeschlossen. - Hinter dem Chor Turm aus M. 13. Jh.

ROCHLITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.

Petri-K. Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh., voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein Turm. Taufstein 1548 noch mit got. Ornament.

Kunigunden-K. von Arnold v. Westfalen (dem Meister des Mei?ener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ?hnlich der Petri-K., nur der Schlu? aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl. Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der sp?ter angelegten Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um diese unsch?ne L?sung zu verdecken, errichtete man nach Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, w?hrend die Seitentürme niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig). Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und Fl?chen kleine Figürchen hervor, oder blo? K?pfe oder H?nde. Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze [pg 349] Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und Starres. - Gro?es Altarwerk um 1500, 4 bewegliche und 2 feste Flügel, mit der Bekr?nung 8,57 m hoch. [Ein anderer Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] - Im Chor Reste von Glasmalerei um 1500.

Schlo? sehr reduziert; einzelne Teile Werk Arnolds v. Westfalen, Museum mit ?rtlichen Kunstaltertümern.

ROCHSBURG. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. - Gro?es Freigrab des Wolf v. Sch?nburg ? 1581 und seiner Gemahlin ? 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zw?lf Apostel, oben die lebensgro?en knienden Gestalten der Verstorbenen.

Schlo?. Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im ger?umigen 4eck. Hof, ?ltester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch interessanter der Ausbau 1470 f. unter Hugold v. Schleinitz durch Arnold v. Westfalen. Rest. nach Br?nden 1547 und 1582. In der Kap. bedeutendes Altarwerk 1576, die 10 steinernen Reliefs von Andreas Lorentz aus Freiberg. In einem Nebenraum Schnitzaltar von 1522.

R?CKEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rom. Turm und sp?testgot. Chor.

RODA. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K., rom. Mauern, eingew?lbt im 15. Jh. von einem Meister der Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in Kohren t?tig war.

RODA. Sachsen-Altenburg.

Kreuz-K. Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen. Durch h?ufige Umbauten charakterlos und unansehnlich geworden.

Stadt-K. E. 16. Jh. in der ungew?hnlichen Form eines gro?en (21 m Durchmesser) Achtecks. Drei R?nge Emporen eingebaut 1650, Freitreppen von au?en; flache Decke; der polyg. Chor spgot.

Cisterc.-Nonnen-Klst.-K. Gestrecktes Rechteck von 37,5 : 14,7 m. Die OWand hat 3 gro?e pyramidal gruppierte spitzbg. Fenster im Stilcharakter von A. 1300. Im W 3 quergestellte Arkaden, welche eine Empore trugen. Die Langseiten k?nnten dem Stiftungsbau um 1240 angeh?ren; Fenster klein, zu 2 gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem Madonnenrelief. Auf der NSeite nebenschiffartige Erweiterung mit Erbbegr?bnis der Herren von Lobedaburg.

RODACH. Sachsen-Coburg Amtsstadt.

Stadt-K. Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, l?ngliche, [pg 350] polyg. geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach ver?ndert; seitlicher Turm 1471. - Reste der Stadtbefestigung von 1550.

R?DELSEE. UFranken BA Kitzingen.

Kath. Pfarr-K. 1779.

Prot. Pfarr-K. 1770.

Stattliche Profanbauten: das Crailsheimsche Schlo?, der Ebracher Zehnthof (beide ca. 1600) und das gr?fl. Castellsche Zehnthaus (Gasth. zum L?wen) von 1648.

R?DERAU. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Dorf-K. 1786-1817.

R?DERSDORF. Reu? j. L. LA Schleiz.

Dorf-K. Spgot. Mehrere Schnitzalt?re.

RODERSDORF. K. Sachsen AH Plauen.

Kirche, ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher WEmpore. Die kunstvolle Altarbekleidung ursp. für die Feldgottesdienste Gustav Adolfs von Schweden. - Gute schmiedeeiserne Grabkreuze.

RODEWISCH. K. Sachsen AH Auerbach,

Petri-K. Ger?umiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36. L?blicher Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem Kirchboden.

RODIGAST. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Anlage rom.

ROHR. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. (von Fulda abh?ngig). Erb. nach M. 13. Jh., jetzt Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer in 2 gleiche H?lften geteilt; die westl. enthielt die Nonnenempore über h?lzerner Zwischendecke. Schmale spitzbg. Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm.

Dorf-K. Vermutlich die 825 als zu Fulda geh?rig genannte S. Michaelis-K. (Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf einem Hügel haben an eine ehemalige heidnische Kultst?tte denken lassen.) ?ltester Teil die Krypta; Gr. überh?hter 1/2 Kr. mit Radius von 4 m, au?en rck. ummantelt (wohl als Unterbau eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in primitiver Weise in M?rtelgu? mit Bruchsteinen ausgeführte Gwb. ruht auf 4 formlosen Pfll.; die Steine über der n?rdl. Stollentür zeigen Riefelung. Alles dieses weist auf hohes Alter, wahrscheinlich vor 950. - Die K. rck. 28,7 : 8,7 m. Form und Gr??e sprechen dafür, da? dieser Bau die ?ltere Klst.-K. war. Sp?tere Ver?nderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster übrig gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. - Befestigter Kirchhof, Wall, Graben, Tor; letzteres rom., sp?ter mit neuem Wehrturm überbaut; davor eine Art Zwinger mit Vortor.

[pg 351] Baderei, reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber gro?es Hoftor mit Sitzkonsolen 1619.

ROHRBACH. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1778 von Geigel. Sehr gute klassizist. Einrichtung, die Altarfigg. in der Richtung P. Wagners. Bmkw. Monstranz und Kelche von Stipeldey in Augsburg 1797.

Kreuz-Kap. 1712. Reste guter Altarplastik um 1500, Richtung Riemenschneiders, wohl von derselben Hand wie die Figg. in Gro?langheim. Gute Pietas um 1490, verwandt der in Eu?enheim.

ROHRBORN. Pr. Sachsen Kr. Wei?ensee.

Dorf-K. Chorturm aus rom. Anlage.

R?HRIG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Bar. mit dem in dieser Gegend regelm??ig angewendeten 3/8 Chor. - Ein gutes Stück die renss. Kanzel mit unten eingebautem Beichtstuhl.

R?HRSDORF. K. Sachsen AH Kamenz.

Herrenhaus. Gro?e schlichte Winkelhakenanlage um 1720. Die hübsche Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Portr?ts.

R?HRSDORF. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. Architekturlos. - Die Kanzel aus Porphyrtuff, bez. 1565, im Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche Plastik allerdings minderen Wertes. Gro?e Glocke A. 15. Jh. Die zwei gro?en ?lgem?lde auf Holz aus A. 17. Jh. bildeten den Verschlu? einer Orgel in Chemnitz.

R?HRSDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Schlo? A. 17. Jh. Prachtvolle Kachel?fen ?hnlich denen in Wiesenstein. Portr?ts von A. Graff. Gartenstatuen bez. Gottfr. Kn?ffler.

R?MHILD. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage eines doppelten Chors im O und W, beide in Breite des Msch. vorspringend und polyg. geschlossen, Turm im NO über der Sakristei. - üppig geschmückter Fu? eines zerst?rten spgot. Sakramentsh?uschens; Altarbau 1686 tüchtig; Votivgem?lde 1482. Ein wertvoller Besitz die seit 1865 im Chor aufgestellten 7 Grabsteine: Georg I. von Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465; Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501; Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die wichtigsten Stücke (Südkap.) das Erzbild Ottos IV. ? 1502, doch früher ausgeführt, aus der Vischerschen Werkstatt (Peter?), und das Hochgrab Hermanns VIII. und der Elisabeth von Brandenburg, nach (wahrscheinlich eine l?ngere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der [pg 352] Elisabeth; nahe verwandt dem Hohenzollerndenkmal in Hechingen; die pers?nliche Urheberschaft Peter Vischers wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht nur die ?u?ere Beglaubigung; die architektonische Dekoration der Tumba in matter Sp?tgotik verr?t in keiner Weise den Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht von sehr lebendiger Formensch?nheit die stehend gedachten, einander in Profilstellung zugekehrten Portr?tfiguren der Deckplatte; nicht gleichwertig die Eckstatuetten. - Zahlreiche Gem?lde, z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; manches bmkw. unter den Ger?ten und Paramenten.

Gottesacker-K. 1708-12 von Chr. Richter.

Schlo? Glücksburg. Oft umgestaltet. Den ?ltesten Kern (Hinterschlo? und Mittelschlo?) bildet der Bau Friedrichs II. 1465 ff. Eine zweite Bauzeit 1540 ff. Eine dritte unter Leitung von Chr. Richter 1676-78. Eine vierte 1724.

Prinzenpalais ca. 1770.

ROMMERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Edelhof. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus auch das Innere gut erhalten. Au?en Bildhauerarbeiten des Philipp Soldan von Frankenberg.

ROMSCHüTZ. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. 1725-33.

Schlo? 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.

RONSHAUSEN. RB Cassel Kr. Rotenburg.

Dorf-K. mit rom. OTurm über dem gew?lbten Altarhaus.

ROPPERHAUSEN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Burgruine. Rom. Wohnturm.

R?PPISCH. Reu? ?. L. LA Greiz.

Dorf-K. Rom. Anlage wie Pahnstangen.

ROSENAU bei Coburg.

Schlo?. 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.

ROSENTAL. RB Cassel Kr. Frankenberg.

Stadt-K. 1sch. Gwb.Bau 1518, der schm?lere polyg. Chor 14. Jh.

ROSENTAL. K. Sachsen AH Kamenz.

Wallfahrts-K. 1778. Gro?r?umiger gew?lbter Hallenbau, Ausstattung gleichzeitig. Eine sch?ne Bar.Arbeit die silberne Expositur bez. 1691. Kelche got. und bar.

ROSSACH. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. Spgot. Chor.

ROSSDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Gro?er, 1730 verl?ngerter Saalbau; in der ?stl. H?lfte Emporen und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697. [pg 353] Der in gutem Umri? aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer mit Schie?scharten.

R?SSEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Frgot. mit OTurm.

ROSSFELD. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit Jahrhunderten gebr?uchliche Form, quadr. mit darüber stehendem Turm, beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu aufgebaut.

ROSSLEBEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern. Lhs. 1690, sehr nüchtern.

Klst.-K. fast spurlos zerst?rt. ?ltere Ansichten ergeben eine sprom. Anlage ?hnlich Memleben. In der Klosterschule 4 Reliefs, ?btissinnenbilder in Renss. Umrahmung, nach den stilistischen Merkmalen von Arntz Semler von Freyburg. Das neue Schulgeb?ude 1740-42 in bescheidenen Formen.

ROSSRIETH. UFranken BA Mellrichstadt.

Wasserschlo? mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergescho?. Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh.

ROSSWEIN. K. Sachsen AH D?beln.

Stadt-K. 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb, Ausbau erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke und Emporen. - Rathaus 1505, rest. nach Brand 1806.

Tuchmacherhaus, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes von Zelle; schmuckreiches Portal 1537.

ROTENBUCH. UFranken BA Lohr.

Ehem. Jagdschlo? der Erzbisch?fe von Mainz. 4flügelige Wasseranlage des 17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. verbunden.

ROTENBURG I. TH. Schwarzburg-Rudolstadt.

Burgruine. Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im Hauptteil aus sp. Ma. Künstlerisch interessant und relativ gut erhalten der frgot. Wohnbau mit gro?em Saal im Obergescho?.

ROTENBURG. RB Cassel Kreisstadt.

Stifts-K. S. Elisabeth, beg. 1370, weitergeführt 1484-1501, verstümmelt 1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche mit ursp. 5 Jochen im Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen 2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine der gr??ten K. Kurhessens. - Denkmal des Landgrafen Hermann ? 1658 und seiner Gemahlin ? 1683.

Pfarr-K. S. Jakob, bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor, Gwb. nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs., [pg 354] spgot., aber mit Rundbogenfries und Ecklisenen. Sch?ner marmorner Tisch aus der Schlo?-K.

Georgs-Kap. (Hospital) an Stelle der alten Burg.

Schlo?. Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter Hochaltar.

Gute Fachwerkh?user 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive h?ufig.

ROTENFELS. UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik des Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem Sterngwb. Lhs. dreiachsig, mit flacher Holzdecke, gotisierende Ma?werkfenster. Aus der Erbauungszeit die freundliche, dekorative Ausmalung von W. Ritterlein (vgl. Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar Madonna, Holz, E. 14. Jh. - Kanzel und Sakramentsh?uschen Sandstein, 1613. Monstranz 1615, Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in der gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die Bauten dieser Zeit tragen.

Schlo?. Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. Bergfried, Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem Aufwand ausgeführten Wohngeb?ude des 16. Jh. Vorburg mit ausgedehnten Wirtschaftsgeb?uden 16.-17. Jh.

Rathaus 1595 in reicheren Renss.Formen.

ROTENHAN. UFranken BA Ebern.

Burgruine. Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die 4 m starken Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.

ROTENKIRCHEN. RB Cassel Kr. Hünfeld.

Dorf-K. Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.

ROTENSTEIN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.

Rathaus mit spgot. Stabwerkportal.

Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.

ROTH. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. E. 16. und 18. Jh. - Kanzel 1738, hübsch, nicht ganz von der gew?hnlichen Art.

R?THA. K. Sachsen AH Borna.

Georgen-K. urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen nur der n?rdl. ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. geteilt; der eingezogene gew?lbte Chor nach 1510. - Altarwerk um 1620; das Hauptgem?lde vielleicht von Johann de Perre (vgl. Prie?nitz). v. Friesensche Epitaphe und Bildnisse.

Marien-K. (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der [pg 355] Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit 3/8 Schlu?. Durchweg Netzgwbb. - Altarwerk um 1520, bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.

Schlo? (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von Chr. Bodenstein in Wei?enfels. Reiche Innenausstattung. Portr?tgalerie mit Stücken von Pierre Gaudreau (Marschall v. Sachsen), Rigaud (?), Silvestre, Graff.

ROTTELSDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. mit rom. Turm.

ROTTENBAUER. UFranken BA Würzburg.

Ev. Pfarr-K. von 1490, unbedeutend. - Zahlreiche Grabsteine der Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.

2 Wolfskeelsche Schl?sser, bar., im jetzigen Zustand unerheblich.

ROTTENDORF. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Umbau 1613. Deckengem?lde 2. H. 18. Jh., nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. Ausstattung.

R?TTINGEN. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Ger?umiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Ver?nderungen A. 17. Jh. Interessant der einheitliche Chorbau in früher Kompromi?gotik (Abla? 1287). über dem quadr. Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. gegliederte OTurm. Anschlie?end Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, primitive Wasserspeier. - Ausstattung 17. und 18. Jh. - Zahlreiche Grabsteine. ?ltester und interessantester der Petronella Truchsessin von Baldersheim ? 1414. Gro?er ?lberg 18. Jh.

Spital-K. 1614. Auf einem der klassizist. Alt?re liebenswürdige feingefühlte Holzmadonna um 1470.

Ringmauern gro?enteils erhalten. - Im Rentamtsgeb?ude Reste der Hohenlohischen Burg des 13. Jh. - Rathaus nach 1750. Alte Trinkgef?sse. - Der sog. hohe Bau im unteren Teil 13. Jh., mit sprom. Fenstern, oben spgot. Fachwerk.

ROTWERNDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Schlo? seit 1556. Eigenartige Grundri?anordnung; aus einem Rck. von 26 : 10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln vor; Fassadengliederung durch Pilaster.

RüCKINGEN. RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. 1596, am Schn?rkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern zahlreiche Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen und von Rüdigheim. - 2 Schl?sser dieser Adelsfamilien.

[pg 356] RUDELSBURG. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burg. Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile gut erhalten, der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom. Die Vorburg, jetzt nur durch einen Mauerrest angedeutet, war von au?erordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz zahlreicher Burgmannen.

RüDENHAUSEN. UFranken BA Gerolzhofen.

Schlo? der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erw?hnt. ?u?erst malerische Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und 2 Flankentürmen; innen einige charakt. Zimmer des frühen 16. Jh. Erweiterungen 1910.

Westl. davon das neue Schlo?; M. 18. Jh., im 19. Jahrh. ver?ndert.

Kirche. Epitaphe der Grafen Castell, die ?ltesten (E. 13. Jh.) heraldisch.

RüDIGHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.

Kirche. Frgot. 1sch., 4 kurzgew?lbte Joche mit 5/8 Apsis. Teilweise erhaltene Au?enbemalung. Geh?rte zu einer Johanniter-Commende, von welcher ein jetzt als Fruchtscheuer der Dom?ne dienender Bau erhalten ist. An der SSeite gekuppelte spitzbg. Fenster aus 13. Jh. Grabstein des Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.

RUDOLSTADT. Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.

Stadt-K. 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten. 3sch. Halle mit vortretendem 5/8 Chor. H?lzerne Emporen in 2 R?ngen. Pfll. 8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal in guter Renss. von ?lterem Bau beibehalten. - H?lzerne Kanzel von einer Mosesfigur getragen 1636; derb bar. Altaraufsatz mit wiederverwendeten spgot. Gem?lden.

Ludwigsburg. 1734.

Schlo? Heidecksburg, nach Br?nden 1571 und 1735, formenarmer Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden gerichteten Kurven, Dekoration reich und nicht schlecht, Deckengem?lde von Deisinger.

Rathaus 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.

Wohnh?user. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in der Oberen Marktstra?e no 8.

RUGENDORF. OFranken BA Stadtsteinach.

Pfarr-K. 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, Altar 1663. Gut ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit biblischen Szenen bemalt. 2 gute Epitaphe 1564, 1658.

RUHLA. Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.

Dorf-K. 1682. Anlage im Winkelhaken mit h?lzernem Tonnengew?lbe. Derb pr?chtige Barockkanzel.

[pg 357] RUNDSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche Vierzehnnothelferaltar um 1500, nicht ohne Interesse.

RUPPENDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. Umbau 1674. Schnitzaltar um 1500.

RUPPERSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, letztere sicher rom. - Zahlreiche v. Nostitzsche Grabdenkm?ler 16.-18. Jh.

RUPPERTSGRüN. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Bez. 1513. Interessanter kleiner Gew?lbebau. Das Emporensystem von Annaberg, Schneeberg usw. auf eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig über ein Meter tiefen Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schlu? herum. In ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. Fenster rundbg. In einigen Details Ans?tze von Renss. frühestes Beispiel dafür im Kreise der l?ndlichen Architektur. - Runde Kanzel mit derben Reliefs.

RUSSDORF. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Ansehnliche Dorf-K. 1729-33.

RUSTENBERG. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Schlo? bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. Taufstein.

Burg. Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; die frgot. Kap. z. T. erhalten. Gro?es Amtshaus 18. Jh. - Ganz in der N?he Spuren der Kunzenburg.

RUSTENFELDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. - Altar und Kanzel geh?ren zu den reichsten im Eichsfeld, im Stil für die Entstehungszeit altmodisch.

S

SAALBORN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. rom.-got. übergang. - Altarkruzifix ?ganz ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.? aus vergoldetem Kupfer.

SAALBURG. Reu? j. L. LA Schleiz.

Stadt-K. Mischbau ohne Interesse. - Im Fürstenstand ein renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665.

Bmkw. Reste der Stadtbefestigung.

Klst. Heiligenkreuz gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der Nonnen; die K. zerst?rt.

[pg 358] SAALECK. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burgruine. Der enge Raum n?tigte zu vereinfachter Anlage: zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M. 12. Jh.

SAALECK. UFranken BA Hammelburg.

Burgruine.

SAALFELD. Sachsen-Meiningen Kreisstadt.

Johannis-K. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs. voll. 1456. - 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, wovon das erste den Turm tr?gt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schlu?. Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb. (1514). In den Fenstern reiches Fischblasenma?werk. Der Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W und S); die Statuen ihrer Umgebung zerst?rt, erhalten die Tympanonreliefs (W Jüngstes Gericht, S Anbetung der K?nige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung der Sakristei NSeite Relief mit Schwei?tuch der hl. Veronika (nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895 durch neugot. ersetzt. - Reste von spgot. Alt?ren, einer von dem ?Meister der architektonischen Baldachine?; bar. Kanzel; Relief von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem Spielmann; Tumbendeckel eines Gf. v. Orlamünde, 14. Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; Glasmalereien in den Langhausfenstern, hervorragend, im Entwurf Dürerische Anleihen. Im n?rdl. Sschiff hl. Grab, 15. Jh.

Siechenkapelle, Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, im 17. Jh. dürftig rest. - Schnitzaltar M. 15. Jh.

Barfü?er-Klst., 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K. umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgescho? jetzt st?dt. Museum. Im obersten Gescho? Deckengem?lde des 17. Jh. - Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten.

Nikolai-K. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom. Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein k?nnte, nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster (1912 alles barbarisch verputzt). Auch die sp?teren Ver?nderungen (1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht mehr erkennbar.

Amtsgeb?ude, 1610.

Rathaus 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur H?lfte vorspringend und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich [pg 359] rechts und links 2 Zwerchh?user (in etwas jüngeren Formen); 2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im übergang zur Renss.; an den Wandfl?chen Spuren von ornamentaler Malerei.

Herzogl. Schlo?. An Stelle des v?llig niedergelegten Benedikt.Klst. Schlichter gro?zügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage. Gro?es Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengem?lden. Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17. Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schlo?garten.

Hofapotheke um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im 15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgem?? hergestellt, mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues. Alt: das Erdgescho?, das erste Zwischengesims, die Eckdienste, das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige Details.

Stadtapotheke. Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die Giebel der 2 Zwerchh?user in reicher, derb effektvoller Sp.Renss.

Haus Gerdts, 1609. Dem vorigen ?hnlich und wohl von demselben Meister. - Sonstige Wohnh?user des 15. und 16. Jh. in gr??erer Zahl.

Schlo? Kitzerstein; in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend; sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe h?chst malerisch.

Burgruine Hoher Schwarm, erb. nach 1200 an der Stelle einer weit ?lteren Kaiserpfalz. Gro?er quadr. Wohnturm mit kleinen Rundtürmen an den Ecken.

Von der Stadtbefestigung 4 Tore erhalten.

Friedhof mit Resten einer Renss.Halle.

SAATHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Die stattlichste und ?lteste (ca. 1600?) unter den vielen Fachwerkkirchen des Kreises.

Herrenhaus, schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden.

SABABURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Schlo?. Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV. 1589 zum Jagdschlo? eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.

SACHSENBURG. K. Sachsen AH Fl?ha.

Schlo?. 1488 von Hans Reynhart; bedeutende Anlage, seit der Verheerung im 30j. Kriege entstellt.

SACHSENBURG. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Burgruine.

[pg 360] SACHSENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender quadr. Chor; die 3 R?nge Emporen aus 17. Jh. - Am Triumphbogen ausdrucksvolle Kreuzigungsgruppe, 16. Jh.

SACHSENHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm Mitte 16. Jh. - Spgot. Altarwerk.

SALLMANNSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. - Guter Schnitzaltar um 1500, jetzt über dem Chorbogen.

SALZ. UFranken BA Neustadt.

Dorf-K. Unter sp?teren Ver?nderungen als Kern eine kleine rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm 4 kleine Schützenerker.

SALZBURG B. NEUSTADT. UFranken BA Neustadt.

Burgruine. Eine der gr??ten in Deutschland. Die Identit?t mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen nicht v?llig sicher. Der vorhandene Bau geh?rt in der Anlage wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein unregelm??iges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt; die Geb?ude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt (S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien bewohnt). - Torturm um 1200, sch?ne Buckelquadern, beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kr?ftigen und zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm ?Jungfernku??, wo sich der Palas an die Au?enmauer lehnte, rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau, noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (f?lschlich ?Münze? genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste, was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen der Sp?tgotik und Renaissance.

SALZUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Stadt-K. Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908. Durch die Stadtbr?nde 1640 und 1786 fast alle ?lteren Geb?ude vernichtet. Von Wohnh?usern zu nennen der stattliche ?Hünische Hof? um 1624 und ein Fachwerkhaus von 1619 in der Brenngasse. Einfach gef?llige Bürgerh?user der Zopfzeit.

Husenkirche vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt [pg 361] ein ?rmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K. von 1481.

Friedhofs-Kap. spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualit?t.

SANGERHAUSEN. Pr. Sachsen. Kreisstadt.

Jakobi-K. Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit h?herem langgestrecktem Chor. - Der Flügelaltar der gr??te und beste des Kreises. Einfacher spgot. Taufkessel. Gro?es Grabmal von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl. Hofbildhauers J. M. Nosseni.

Ulrichs-K. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265 den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. - Kreuzf. rom. Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle, Wimmelburg), die Seitenschiffsgew?lbe noch rom., wenn auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungew?hnliche Anordnung, da? die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind; das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einw?lbung des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzf?rmig, einfach abgeschr?gte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten Kreise, dem man in Quedlinburg, Gr?ningen und Magdeburg (Liebfr.) begegnet. - Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen rom. Vorl?ufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie vorhanden gewesen. Tympanon mit Ludwig dem Springer und dem hl. Ulrich. - Kanzel 1620. - Figurierter spgot. Taufkessel.

Schl?sser. Altes 1446, im Erdgescho? Kreuzgwbb. auf Bündelpfl. Neues 1586 und 1612.

2 km vor der Stadt Ruine der S. Katharinen-K. im Helmstal, gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.

SANKT GOTTHARDSBERG b. Amorbach. UFranken.

Frauenkloster (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg, 1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. - Rom. Pfeilerbasilika von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss.

SANKT HELENA b. Gr?fenberg. OFranken.

Dorf-K. mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, Veit Sto? (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.

SANKT JOHANNIS. OFranken BA Bayreuth.

Pfarr-K. 1771. Schlo? einfach renss., Portal 1617.

[pg 362] SANKT KILIAN. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1689 im Typus Hinternah, noch got.

SANKT KUNIGUND. UFranken BA Ochsenfurt.

Kapelle. Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom. Kern nicht erheblich ver?ndert. Derselbe stammt aus der Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. Schiff flachgedeckt. An den L?ngsseiten einfache rom. Portale und rom. Fenster. - Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem Tympanon) führte zu einer Au?enkanzel, wohl für Ausstellung von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche diademtragende Figur vorgelegt (Kunigunde). - Friedhofsmauer mit Torbau.

SANKT MICHELN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. sprom. A. 13. Jh. Das ?u?ere fast unberührt; quadr. Chor, rck. WTurm.

SANKT WOLFGANG. RB Cassel Kr. Hanau.

Von dem 1468 gegr. Kloster wenig erhalten. Grundmauern einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm trug auch die Glocken.

SAYDA. K. Sachsen AH Freiberg.

Stadt-K. 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller Vorhalle. - 3 Wandgr?ber der Familie v. Sch?nberg, besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene Architektur in der Art Nossenis, ungenügend die Bildnisfigg. - Taufstein mit figürl. Reliefs um 1500.

SCHAALA. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm, Mauern 13. Jh., spgot. bekr?nt mit doppelt abgestuften Zinnen und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter Friedhof. - Schnitzaltar aus der Saalfelder Schule um 1500 (?Meister der Baldachine?). Die Flügelgem?lde nach Stichen von M. Schongauer (Erfurter Ausstellung 1903).

SCHACHTEBICH. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein spgot. Altar aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe und 4 Flügelgem?lde.

SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. Stadt-K. Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals ver?ndert, der verl?ngerte [pg 363] polyg. Chor 1520. - Grabsteine der Familie v. Schaumberg.

Burgruine Schaumberg, wenig erhalten.

SCHANDAU. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. umgebaut 1645 und 1704. - Moseskanzel 1706.

SCHARFENBERG. K. Sachsen AH Mei?en.

Burg. Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überw?lbte Hofstube).

SCHARFENSTEIN. K. Sachsen AH Marienberg.

Burg. Die ?ltesten Teile 2 Rundtürme, der gr??ere in Mauerst?rke 3,25 m. Bedeutende Ver?nderungen 1533; daher ein Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen dünnen Pfll.

SCHARFENSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schlo? frühes Ma. bis bar.

SCHEIBENBERG. K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1571. - Bmkw. Schnitzaltar um 1500.

SCHELLSITZ. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres hat gemalte Flachdecke. Bar. Kanzelaltar. Der alte Hochaltar, ein gutes spgot. Schnitzwerk, jetzt auf der Empore.

SCHENKENSCHLOSSHOF. UFranken BA Würzburg.

Burgruine Ro?berg. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in voller ursp. H?he von 28 m.

SCHERNECK. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg.

SCHESSLITZ. OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), rest. 1650. - Grabsteine des Grafen Friedrich v. Truhendingen und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau 1569, 1570. - Hochaltargem?lde von Mattenheimer um 1780. - Auf dem Kirchhof sch?nes Steinbild der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg stammend.

SCHILDAU. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. Ursp. rom. Basilika, spgot. eingew?lbt, rest. 1730 und 1829. - Schnitzaltar der s?chs. Schule 15. Jh.

SCHILDECK. UFranken BA Brückenau.

Burgruine aus 13. Jh., wenig erhalten.

SCHIRGISWALDE. K. Sachsen AH Bautzen.

Kath. Stadt-K. 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem Bar.Charakter. Sumptu?se Altarausstattung, sehr hübsch namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen.

[pg 364] SCHIRMDING. OFranken BA Wunsiedel.

Kirche, 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg. Fenstern.

SCHKAUDITZ. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an Dachgesims und Portal.

SCHKEITBAR. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).

SCHK?LEN. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Burg aus Ma., m?chtige turmreiche Anlage.

SCHLEBERODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. mit interessantem rom. OTurm. - Kanzelaltar und Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.

SCHLECHTSART. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1606, rom. OTurm.

SCHLEID. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda (wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Au?en und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des Altarhauses, der Turm hinter diesem. Hauptaltar: 4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel. Aus der ev. K. ein hübscher spgot. Schnitzaltar und Taufstein bez. 1529. - Am ehem. Pfarrhaus Hoftor 1591.

SCHLEINITZ. K. Sachsen AH Mei?en.

Schlo?. Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst beengten Anlage f?llt die ger?umige Kapelle auf; Gratgew?lbe im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518.

SCHLEIZ. Reu? j. L. Amtsstadt.

Stadt-K. spgot. unbedeutend. - Altarbau 1721, für diese Gegend ungew?hnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgr??e.

Berg-K. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor mit Schlu? aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite am Beginn des Chors. - Das Innere durch Barockausstattung in malerische Wirkung gesetzt. Altaraufsatz 1635. Tumba Heinrichs des Mittleren ? 1500, charakterisiert durch die Fülle des alle Fl?chen überwuchernden spgot. Laubwerks; die Figur unbedeutend. - Epitaph Heinrichs II. von Reu?, ? 1639, kolossal, künstlerisch schwach. - Weitere Gedenktafeln und Grabsteine in ungew?hnlich gro?er Menge.

Schlo?. Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandsch?den im 18. Jh. erneuert.

[pg 365] SCHLETTAU. K. Sachsen AH Annaberg.

Ulrichs-K. 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor ?lter.

Schlo?. Am n?rdl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit Vorhangb?gen; das übrige entstellt.

SCHLETTAU. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. rom., ziemlich gut erhalten.

SCHLEUSINGEN. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der Aegidienkap. 11 Grabsteine der Grafen v. Henneberg 1444-1583.

SCHLüCHTERN. RB Cassel Kreisstadt.

Ehem. Benedikt.-Klst. (mit Einschlu? der K. als Lehrerseminar eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh. Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergeb?uden ein Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelkn?ufen und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit 1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schm?lerer, ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. Sockel. - S. Andreas-Kap. sprom. von 2 Kreuzrippengew?lben überdeckt. - Huttensche Kap. 1354 in guten got. Formen. - Kreuzgang-Kap. mit Grabsteinen von 1377, 1383, 1480. - Got. Küche. Sonst die Klostergeb?ude g?nzlich ver?ndert.

Rathaus renss. 1567.

SCHLüSSELAU. OFranken BA Bamberg II.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1280, niedergebrannt 1525, sp?testgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. - Langgestreckte 1sch. Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. - Grabstein des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308.

SCHLüSSELFELD. OFranken BA H?chstadt.

Pfarr-K. ?alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss. (bedeutet wohl bar.) Stil?. ?Sch?ne Glasgem?lde?. Hochaltar aus der Universit?tskirche in Würzburg.

Rathaus 1723. - Brunnen mit Petrusstatue 1715.

SCHMACHTENBERG. UFranken BA Ha?furt.

Burgruine. Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.

SCHMALKALDEN. RB Cassel Kreisstadt.

Stadt-K. S. Georg. Beg. 1437 von J?rg Meier aus Erfurt Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. - Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schlu? aus 8Eck. Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die Dienste im Chor für (jetzt modern erg?nzte) Statuen und Baldachine unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen [pg 366] Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht aus den Diensten, sondern aus den Gew?lbeanf?ngern heraus. - ?u?eres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert, Steinmetzportr?t. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau rom., die Turmd?cher bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. - In der ?Lutherstube? über der Sakristei einige Bildwerke. - Kanzel reich geschnitzt, Taufstein mit biblischen Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 Tafelbilder von 1503. Grabsteine 17. Jh. Gro?er got. Sakristeischrank und ansehnliche got. Kelche. Tafelbild mit Kreuzigung um 1450. Schnitzaltar um 1500. Prachtvoller messingener Kronleuchter.

Hospital-K. von 1339, neuerlich verrestauriert.

Friedhofs-Kap. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. - Das Gespring, gefa?te Quelle in Renss.Architektur.

Hessenhof. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben; das steinerne Erdgescho? geht auf ca. 1200 zurück. In einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten Raum Wandgem?lde aus 1. H. 13. Jh., Szenen aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.

Rathaus. Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten Teile stark ver?ndert, doch manches noch von Interesse.

Herrenh?user. Gro?e Kemnate in der Weidebrunnergasse, vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. Heilig-Grab-Haus in der Pfaffengasse, sp?ter Henneberger Hof, Westh?lfte got., Osth?lfte renss. Rosenapotheke in der Steingasse 1545. Todtenwarthsche Kemnate am Altmarkt 1575.

Bürgerh?user. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und 17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz 7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und 137 u. a. m.).

Vor der Stadt zahlreiche Gartenh?user des 18. Jh., meist in feiner baulicher Gestaltung.

Stadtbefestigung. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten, die Türme meist, die Tore alle abgetragen.

Schlo? Wilhelmsburg. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch Christoph und Hans Müller, ?Hofschreiner und Baumeister?. Auf Benutzung von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht getan, daher der Gr. ungew?hnlich regelm??ig, Viereck au?en 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der [pg 367] Flügel) n?her dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke (3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den meisten Schl?ssern und Rath?usern der Epoche traten lebhaftere Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die ehemalig reich verzierten Zwerchh?user sind jetzt allerdings stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigerma?en auffallend ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende an der Schlo?kirche vorhanden, im Erdgescho? aus Ma. Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung der Zimmer macht sie bequem zug?nglich durch die 4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die in der SWEcke angelegte, nach au?en nicht selbst?ndig gekennzeichnete Kapelle. Die Anlage folgt dem in den Schl?ssern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten von ger?umigen Emporen umschlossen; dieselben bauen sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schlie?enden Schmalseite übereinander - diese spezifisch protestantische Anordnung tritt hier zum erstenmal auf - Altar, Kanzel und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen etwas gequetschtes; die Arkaden ?ffnen sich in Korbb?gen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die Dekoration (vom Niederl?nder Wilhelm Vernucken): Pilaster, Archivolten und Zwickel mit sog. Beschl?gsornament in flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten (offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina). Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von Farbe und Vergoldung. Lübke: ?in der ganzen deutschen Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ?hnlicher Feinheit der Dekoration?. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen ehemals Tafelgem?lde, auf denen die Antithesis Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im Anschlu? an Cranachs Holzschnittwerk ?Passional Christi und Antichristi?), sie bildeten meist den Mittelpunkt der farbigen Dekoration. - Auch in den übrigen Teilen des Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt; [pg 368] nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal erscheinen breitspurige Landsknechte als Türw?chter; Kamine; ?fen mit gu?eisernen Teilen (einer bez. 1584). Die vollst?ndigsten Ensemblewirkungen im ?Riesensaal?, haupts?chlich Malerei auf Wandverputz und gemalte Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte h?lzerne Deckentr?ger auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Gro?er Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfl?che von 12,5 : 25 m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schlo?s?le dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut erhalten das Landgrafenzimmer im Erdgescho?. über mehrere R?ume verteilt die bmkw. Sammlungen des Hennebergischen Gesch.-Ver. Die Gartenterrassen aus A. 17. Jh. sehr zerst?rt.

SCHMERLENBACH. UFranken BA Aschaffenburg.

Benedikt-Nonnen-Klst. 1769.

SCHMIEDEBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines ?lteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller Breite der K.

Rathaus 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.

Privath?user mit renss. Portalen zahlreich.

SCHMIEDEBERG. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dreifaltigkeits-K. 1713-16 von George B?hr. Griechisches Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten Emporen bilden im Gr. ein regelm??iges 8Eck; der Kanzelbau hinter dem Altar. Taufstein vom Dresdener Hofbildhauer Benjamin Thomae. In der Sakristei Wachsbüste, wohl von Dubut.

SCHMIEDEHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Der quadr. Turmchor rom.

SCHMOCHTITZ. K. Sachsen AH Bautzen.

Schlo?. Hauptgeb?ude 1764 vom jüngeren P?ppelmann. Im (stark ver?nderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich August III. 1769 und P.A. v. Sch?nberg, den Gründer des Parks.

SCHM?LLN. Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.

Stadt-K.; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche, seit Brand 1772 mit Holzgwb.

SCHMORKAU. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.

SCHNABELWEID. OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein 17. Jh.

Schlo? mit Rund-Turm einfach renss.

[pg 369] SCHNEEBERG B. AMORBACH. UFranken.

Dorf-K. Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks der Hochaltar, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer Domherrn.

SCHNEEBERG. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang 1515-16. Baumeister Hans v. Torgau. - Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen; Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der ?stl. Abschlu? gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen die ganze Breite der K. ein. Die lichten Ma?e: 61 m L., 27 m Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. weg ein einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule, aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg und Chemnitz, durch Verkr?pfung um den Strebepfeiler, sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. - Gro?er Altarbau in strenger Barock-Architektur von 1712. Der alte Flügelaltar von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen; gute Arbeit aus der Werkstatt Cranachs; interessant als umfassende symbolische Darstellung des evangel. Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht auf der Rückseite. - Kanzel 1540, Sandstein mit Farbe und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen; überarbeitet 1607. - Im Chor 4 Grabm?ler des 17. Jh. - Hinter dem Altar Gem?lde des Schneebergers Wolfgang Krodel 1561.

Hospital-K. von 1567, erneuert 1737.

Rathaus 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. - Kurfürstenbilder von Andr. Engelhard in kunstreichen Rahmen von Andr. Petzold. Kleine Holz?dicula mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 W K (Wolf Kreuter).

SCHNEY. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw. Grabmal.

Schlo? aus Dientzenhoferscher Zeit auf ma. Burganlage.

2 malerische Torbauten und Mauerreste aus Ma.

SCH?LLKRIPPEN. UFranken BA Alzenau.

Pfarr-K. spgot. - Schlo?, aus einer alten Wasserburg umgebaut.

SCH?NAU. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar [pg 370] im Museum Bautzen]. Pastorengrabstein 1653, tüchtig.

SCH?NAU. UFranken BA Gemünden.

Kloster-K. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau (1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner) das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise ver?ndert, die trockene derbe Architektur der Richtung Petrinis nahestehend. Die pomp?se Ausstattung aus der Erbauungszeit, Altarbl?tter (wahrscheinlich) von Oswald Onghers und von Seb. Urlaub (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, m?glicherweise eigenh?ndig von Riemenschneider.

SCH?NBACH. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. In der überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter ziemlich gut bewahrt. - Mobiliar ca. 1650-1700. Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh.

SCH?NBERG. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. (franz?s. Kolonie) 1706 von Paul Du Ry.

SCH?NBERG. K. Sachsen AH Oelsnitz.

Dorf-K. Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen 1485-1669.

SCH?NBORN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. mit rom. Altarhaus. - Altarbild ?an Hans v. Culmbachs Art erinnernd?(?)

SCH?NBRUNN. OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. Ikon. Grabstein 17. Jh. Kalkstein und Eisengu?.

SCH?NBURG. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Burg. (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Ver?nderungen. M?chtiger, freistehender Rund-T. über 30 m hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht der ??lteste Kamin Deutschlands?. Palas und Kapelle, in der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerst?rt die Vorburg, doch auch hier rom. Kennzeichen.

SCH?NERSTADT. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich und sorgf?ltig durchgebildetes rom. Portal. - Holzstatuen, Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste aus dieser Gegend.

SCH?NFELD. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. - Altar mit Gem?lde von Jonas Eywick zu Pirna 1658; einfache Sandsteindenkm?ler 18. Jh.

[pg 371] Schlo? einheitliche Sch?pfung von 1573 ff. Inmitten eines Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite, der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die innere Einteilung sehr regelm??ig. Im Erdgescho? Gew?lbe, in den 2 oberen bemalte Balkendecken.

SCH?NFELD. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Schlo?. 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken erhalten.

SCH?NFELS, s. Alt- und Neusch?nfels.

SCH?NHAGEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 got. Alt?re verarbeitet.

SCH?NRAIN. UFranken BA Aschaffenburg.

Burg. Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556.

SCHOTTENSTEIN. OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. bar. 1703, got. Turm. - Grabdenkm?ler 16. Jh.

SCHRAPLAU. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-R?blingen (s. dort), doch gr??er und etwas geschmückter. Apsis mit Lisenen und Bogenfries, S?ulenportal, Tympanon. - Von der ?alten? Burg (ao. 979 ?Scrapenlevaburg?) und der ?neuen? Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.

SCHREBITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Gro?e spgot. Dorf-K. 1sch., Netzgwb., WTurm.

SCHRECKSBACH. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. 1754. - Schlo? 1580.

SCHULPFORTE s. Pforta.

SCHüPTITZ. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O.

Dorf-K. mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um 1500. - Schnitzaltar 16. Jh.; Weihrauchgef?? 13. Jh.

SCHWALLUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen

Dorf-K. Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. Dazu geh?rig 4eck. Wohnturm (?Kemenate?) von 1537. - Von den Fachwerkh?usern des 16. und 17. Jh. sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von 1663.

SCHWANEBERG. UFranken BA Kitzingen.

Schlo? in sch?ner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.

SCHWAPPACH (Ober- u. Unter-). UFranken BA Ha?furt.

[pg 372] Stattliche Amtsh?fe des Klosters Ebrach von Joh. Dientzenhofer.

SCHWARZACH. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Gotisierender Flachdeckbau 1610, Ma?werkfenster, Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. Grabstein 1542, 1609. - Wirtshaus sch?ner Fachwerkbau 1680.

SCHWARZBACH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. wesentlich rom., neuerdings rest. - Glocke aus 13. Jh.

SCHWARZBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche, in den ?ltesten Teilen spgot. Gerader Chorabschlu?. Flache Decke mit 4 gro?en Gem?lden. Moseskanzel.

Mehrere geschnitzte Holzfachwerkh?user des 17.-18. Jh. mit gut geschnitzten Eckpfosten.

SCHWARZBURG. Schwarzburg-Rudolstadt.

Schlo?. Der alte Bestand durch Br?nde 1695 und 1726 fast ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade. - 2 Schnitzalt?re von Valentin Lendenstreich, dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und 1503.

SCHWARZENBERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Stadt-K. 1690-99 von Joh. Georg Roth (vgl. Carlsfeld). 1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle Barockausstattung.

SCHWARZENBORN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Dorf-K. Schiff im übergangsstil flachgedeckt, eingezogener quadr. Chor etwas jünger.

SCHWARZENFELS. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Schlo?ruine 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein bewohnbares Geb?ude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches Barockportal und Brunnen von 1621.

SCHWEBDA. RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. mit rom. Turm. - v. Keudellsche Grabsteine. - Got. Wasserburg der v. Keudell.

SCHWEBENRIED. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien, namentlich der Orgelgeh?use.

SCHWEBHEIM. UFranken BA Schweinfurt.

Schlo? (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und gro?em, von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige H?user mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574.

SCHWEINA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Pfarr-K. schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696, für diese Gegend reich.

[pg 373] SCHWEINFURT. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer Qualit?t, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt. Aus ?lterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, da? es durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mu?te; die Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform, jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung. Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten; sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am ?u?eren interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal nicht gro?, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung. Im Obergescho? entsprechend der Zweiteilung des Innern 2 gro?e Kreisfenster mit reich profiliertem Gew?nde, getrennt durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf S?ulchen mit Knospenkaptt. - Taufstein 1367. Kanzel 1694, got. Grabsteine unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des P. Dell d. J. um 1550. An der Au?enwand Epitaph des Berthold Rucker ? 1377, vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte der Epitaphform. Sch?ne Abendmahlskanne E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet.

Rathaus 1570 ff. von Niklas Hoffmann aus Sachsen. Es wird den besten seiner Gattung zugez?hlt. Bei m??igem Reichtum des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen. Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt im Erdgescho?. Das Innere besteht aus mehreren Hallen und S?len, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der s?chsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.

Gymnasium 1582.

Mühltor 1564.

[pg 374] SCHWEINITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen, die Schnitzerei gilt für Saalfelder Arbeit, die Gem?lde nicht aus Wolgemuts Werkstatt (so Lehfeldt), die Ankl?nge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie kommen in der Saalfelder Werkstatt ?fters vor, z. B. auf dem Altar in Schaala.

SCHWEINSBERG. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Stadt-K. um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. - Ikon. Grabsteine der Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.

Schlo?, ausgedehnte, gro?enteils spgot. Anlage, teils Ruine, teils bewohnt.

SCHWEPNITZ. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und rok. Denkm?lern.

SCHWETA. K. Sachsen AH D?beln.

Schlo?. Renss. Stattlicher Kamin.

SCHWETA. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1751. Zentralbau unter Einflu? G. B?hrs. Gr. in Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.

SCHWICKERSHAUSEN. Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.

Schlo? 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Gro?e Stallgeb?ude 1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m Spannung.

SEBNITZ. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gew?lbt. - Reicher Altarbau bez. Martin Roth 1586. Kanzel 1621. Gute Madonnenstatue E. 15. Jh.

SEDLITZ. K. Sachsen AH Pirna.

Schlo? und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth, Entwurf von P?ppelmann, verkürzt ausgeführt von Kn?ffel und Longuelune; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren, Vasen usw.

SEEBACH. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. des 18. Jh. mit rom. O-Turm. - Figurenreiche Alabaster-Epitaphe der Familie v. Berlepsch.

SEEBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Ausgedehntes, verh?ltnism??ig wohlerhaltenes Schlo?. Hauptgeb?ude 17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück, darunter die Kapelle, nach dem Typus der Dorfkirchen dieses Gebietes (vgl. Unter-R?blingen). Au?erdem gr??ere Schlo?-K., spgot.

[pg 375] SEEGA. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.

SEEGNITZ. UFranken BA Kitzingen.

Rathaus 1608. - Auf dem Friedhof kleines Epit. bez. TK (Thomas Kistner).

SEEHOF. OFranken BA Bamberg I.

Schlo? Marquardsburg. Bedeutende Anlage. 1686 von Petrini aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme; im wesentlichen noch der Schlo?typus von Aschaffenburg; hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme 1711 durch Joh. Dientzenhofer ver?ndert, die innere Ausstattung durch B. Neumann 1729.

SEELITZ. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. aus E. 15. Jh. Ungew?hnlich gro? und aufw?ndig: Gr. ?hnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. - Schnitzaltar jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau 1771. - Mehrere Grabsteine.

SEIBELSDORF. OFranken BA Steinach.

Pfarr-K. 1735, helle und ger?umige K. im sog. Markgrafenstil. Turm 1753.

SEIDMANNSDORF. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. Emporen bez. 1538.

SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes Rck., Gew?lbe mit aufgeputzten Rippen. - Das umfangreiche Altarwerk scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595 gefertigten Grabmals aus der Schule Hans Walthers; unter den zahlreichen anderen Grabm?lern besonders die des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod ? 1604, 1606 bmkw.

Schlo?. Wasserschlo? 1531, neugotischer Umbau beendet 1822. - Hervorragende Portr?treihe, u. a. Goethe 1787, K?nigin Luise v. Preu?en 1788, beide von Darbes, mehrere Glieder der gr?fl. Brühlschen Familie von Graff.

Das Seifersdorfer Tal, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, seit 1781 von Gr?fin Christiane v. Brühl in einen romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine der Verg?nglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800).

SEIFERSDORF. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Dorf-K. architekturlos. Ansehnliches Altarwerk von 1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualit?t.

[pg 376] SEIFHENNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1796. Gro?er Saalbau mit 3 R?ngen Emp., nüchtern klassizistisch, von K. Ch. Eschke.

SEINSHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Dorf-K. Holzmadonna von einem der besseren Gesellen Riemenschneiders.

SEITENDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Pfarr-K. 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur 1760, im Innern spitzbg. im übergang zur Renss.

SELIGENTAL. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern bemalt. - Mehrere gute Fachwerkh?user.

SERRFELD. UFranken BA K?nigshofen.

Dorf-K. spgot. mit OTurm. - Alabasterreliefs um 1480. - Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische Gruppe reizvoll.

SESSLACH. OFranken BA Staffelstein.

Anziehendes altertümliches Stadtbild. Mauern und Türme auf gr??ere Strecken gut erhalten. H?user des 16.-18. Jh. in stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk.

Kirche. Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden 1522 durch Anbau an ?ltere 1sch. K. A. 18. Jh. das Innere barockisiert.

SEUSSLINGS. OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ?ltere (rom.?) Krypta. Glasfenster. Relieftafeln vom ehemaligen Hochaltar um 1480.

SEUSSLITZ. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Dorf-K. Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh. Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh.

SIEMERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. 1sch. bar., reich bemaltes h?lzernes Tonnengwb. Ungew?hnlich gutes spgot. Holzrelief (hl. Sippe).

SIERSLEBEN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Dorf-K. rom. 12. Jh. - Hübsche Sakramentsnische 1484.

SINNERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerst?rt, sp?ter Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. Steinfigur, im Garten mehrere Rok.-Figuren.

SITTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. mit rom. O.-Turm.

SITTICHENBACH. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Ehem. Cisterc.-K. fast spurlos verschwunden. Bis zur S?kularisation scheint der Bau aus M. 12. Jh. unver?ndert bestanden [pg 377] zu haben; auf ihn gehen 2 m?chtige Würfelkaptt. zurück mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. - Nahebei 2 frühgot. Kapellen. Am Fensterma?werk auf S?ulchen der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.

SITZENRODA. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. - Schnitzaltar 15. Jh. Mehrere Epitaphe 1530-1626.

SODEN. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Huttensches Schl?sschen. 1536 und 1591. Gut erhalten.

SODENBERG. UFranken BA Hammelburg.

Ruine. Schwer zug?ngliche H?henburg. Erb. im 14. Jh. von den Thüngen. Sehr verfallen.

SOMMERACH. UFranken B A Gerolzhofen.

Interessantes Beispiel einer zum gr??ten Teil erhaltenen sp?tmittelalterlichen Dorfbefestigung.

S?MMERDA. RB Erfurt Kr. Wei?ensee.

Stadt-K. S. Bonifazius. 1sch. flachgedeckt mit gew?lbtem Chor 1462; Turm n?rdl. daneben. - Guter Schnitzaltar. Hinter ihm 2 Gem?lde A. 15. Jh.

Rathaus 1529 ff. ziemlich gro?, entstellt.

SOMMERHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.

Anmutiges Mainst?dtchen mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen, 2 Figurenbrunnen. In der Kirche sch?ne geschnitzte Kanzel 17. Jh.

Schlo? der Grafen v. Rechteren. - Rathaus kr?ftiger Renaissancebau. - Auf dem Friedhof originelle Steinkanzel mit überdachung.

S?MMERSDORF. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1795 mit nachgot. Turm. Marmoraltar aus St. Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines spgot. Altars um 1510.

SOMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der NSeite scheint rom. [Reste eines gro?en Altarwerks um 1500 im Dresd. Altert.-Ver.]

SONDERSHAUSEN. Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.

Trinitatis-K. nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, in den Winkeln des Polygons 4 Palmb?ume; darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten Gem?lde. Reicher Kelch um 1400.

Fürstl. Schlo? 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck. mit Emporen in 2 R?ngen.

SONDHEIM V. D. RH?N. Sachs.-Weimar VB Dermbach.

Pfarr-K. 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung. [pg 378] Die Emporen mit biblischen Gem?lden 1606, Taufstein 1606, Kanzelaltar 1775, auf der h?lzernen Flachdecke Kolossalgem?lde (Himmelfahrt) von Peter Herrlein 1775. - Hohe befestigte Kirchhofsmauer. - Von den Adelsh?fen ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig geblieben.

SONNEBORN. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirchenruine mit frgot. Chor. Grabsteine des M. v. Wangenheim 1588 geh?rt zu den besseren.

SONNEFELD. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. gegr. 1264. Der m?chtige Chor, 3 Joche und 5/8 Schlu?, überragt das unansehnliche spgot. Lhs. Seine strengen und sorgf?ltig ausgeführten Formen aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). - Grabsteine aus der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden M?nchs; Kunigunde v. Sonneberg; ?btissin Anna v. Henneberg ? 1356, vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.

SONTRA. RB Cassel Kr. Rotenburg.

K. S. Georg. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. An den spitzbg. Türen gekreuzte St?be. Fischblasenma?werk. Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei in der SOEcke der sog. Wodanskopf.

Rathaus, malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher Freitreppe.

SORNITZ. K. Sachsen AH Mei?en.

Schlo? 1500. Pr?zises Beispiel eines ?festen Hauses? jener Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen, umschlossen von Wassergr?ben. Nüchterner Umbau 1742.

SPANGENBERG. RB Cassel Kr. Melsungen.

Stadt-K. Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, h?herer 1sch. Chor, gestreckt mit Schlu? aus 8Eck. Der WTurm aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte Fenster, 4 Steingiebel und schlanken h?lzernen Helm. - Tumba der Landgr?fin Anna ? 1462, an den Seiten 8 von Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu H?upten 2 Engel, zu Fü?en L?we und Hund.

Hospitals-K. Schlicht spgot. 1sch. - Holzskulptur, Pietas.

Schlo?. Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem A. und E. des 16. Jh. mit ?lterem Tor-Turm, umgeben von tiefen, trocknen Gr?ben und kunstvollem Wall. In verschiedenen S?len figürliche und ornamentale Malerei.

[pg 379] Sch?ne alte Fachwerkh?user in neuester Zeit durch Brand und Umbau zerst?rt.

Ringmauern schlecht erhalten, besser 3 Türme (1 runder und 2 viereckige).

SPARNECK. OFranken BA Münchberg.

Kirche got. mit Grabm?lern aus 15. und 16. Jh.

SPIELBERG. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich intakt rom.

SPIESSCAPPEL. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. Pr?monstratenser-Klst.-K. Erb. 2. H. 12. Jh. als flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgro?en Abmessungen. Um 1500 Chor, Qsch. und ?stl. Teile des Lhs. niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden, das n?rdl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. Bauformen verh?ltnism??ig reich. Im System wechseln quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelkn?ufe mit skulptiertem Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk umgebene menschliche Figur; an einem 8 M?nner- und Weiberk?pfe, deren Haar und Bart in langen Str?hnen durcheinandergeschlungen. Die Fenster des Ssch. haben wellenf?rmig profiliertes Gew?nde, die des Msch. sind durch Rundstab, Schr?ge und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gew?nde 5 Rücksprünge mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes und des T?ufers. Die Vorhalle spgot. 1504. - In der spgot. Turmkapelle (S. Michael) ein Altarbaldachin in sp?testen und reichsten rom. Formen. - In der Vorhalle Steinreliefs von 1500 und 1504. - Springbrunnenbecken bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang.

SPITZKUNNERSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1712 von J. Kirschstein, dem Erbauer der K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen Schnitzfiguren von Fr. Bühner aus B?hmen. Zahlreiche bar. Grabdenkm?ler.

SPORA. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.

SPREMBERG. K. Sachsen AH L?bau.

K. 1901 v?llig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. - Zahlreiche Grabdenkm?ler bar. und rok., unbedeutend

STADELHOFEN. OFranken BA Bamberg I.

Dorf-K. um 1700.

STADTILM. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Pfarr-K. Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got. Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an [pg 380] der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. Die hier aufgestellten Statuen der Madonna und 6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt. Der platte Chorschlu? aus der alten K. herübergenommen. Das sch?ngegliederte Portal (3 m gro?) in Paulinzeller Tradition. Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Gescho? hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und Wimpergen - eine treffliche Komposition, aber neuerdings v?llig verrestauriert.

Ehem. Kloster der Cist.-Nonnen. Der sp?tgot. Unterbau der Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete Schlo?. (Verst?ndnisloser Anbau A. 20. Jh.).

STADTLAURINGEN. UFranken BA Hofheim.

Pfarr-K. wesentlich 1731.

Rathaus, sch?ner Fachwerkbau bez. 1563.

Zehntscheuer mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.

STADTLENGSFELD. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Pfarr-K. WTurm mit rom. Schall?ffnungen. Schiff 1790.

Schlo? (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und 18. Jh. umgebaut.

STADTPROZELTEN. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H. 15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. ver?ndert. Turm von 1628. - Im Innern gute Sandsteinfigur einer weibliehen Heiligen, um 1430.

Rathaus erb. um 1520, mit sp?teren Ver?nderungen. Malerischer, zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600.

Burgruine Prozelten (auch unter anderen Namen bekannt: Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der sch?nsten Süddeutschlands. Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas und die Ringmauer mit gro?en Bastionstürmen und dem Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der n?rdl. Teil des OPalas. 2. Gro?artiger Umbau und Erweiterung der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die Ringmauer. Einzelne ?nderungen spgot.

STADTSCHWARZACH. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Lhs. neu. Chor 1467. - Pomp?ser Hochaltar um 1730, die feineren Seitenalt?re um 1710. [pg 381] Spgot. Chorstuhl mit Flachschnitzerei. Sitzende Madonna 1. H. 14. Jh., b?uerisch.

STADTSTEINACH. OFranken BAmtsstadt.

Marien-Kap. 1690, Apsis aus 13. Jh.

Marter 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. S?ulen.

2 Stadttürme und Strecke der Mauer. Burgruine Nordeck (Hennebergisch); zerst. 1525.

STAFFELSTEIN. OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Der ?lteste Bestandteil der gro?e, in Quadern ausgeführte Turm, jetzt n?rdl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730. Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken h?ufigen Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar. Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt ein hübsches malerisches Innenbild. - Neben der Haupttür Rotmarmorrelief 1484; am Turm ein verwitterter Rittergrabstein 14. Jh.

S. Annen-Kap. Sch?nes geschnitztes Marienbild, aber nicht ?Veit Sto?.?

Rathaus 1687, Erdgescho? mit Quaderecken, über dem Portal ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.

4 Tortürme 14 Jh. (?).

STAUCHITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Schlo? für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von J. R. Petersell. 15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachkl?nge von Renss.-Voluten. Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppell?ufiger Treppe. Reihe von Bildnissen.

STAUSEBACH. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Pfarr-K. 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus 8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte Netzgwbb. - Einfache Kanzel etwa E. 15. Jh. Weihwasserstein sp?testgot. 16. Jh. - Befestigter Kirchhof.

STECKELBERG. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Burgruine. Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend 16. Jh.

STEDTEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verh?ltnism??ig aufw?ndigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma - Schlo? 1737, einfach.

STEDTEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Rom. Dorf-K., das Detail geschmückter als gew?hnlich; got. überarbeitet. Gro?er Flügelaltar.

[pg 382] STEDTLINGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1736, sehr reiche Kanzel. - Geschnitztes Fachwerkhaus 17.-18. Jh.

STEIN. K. Sachsen AH Zwickau.

Schlo?, sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage bmkw. und wohlerhalten.

STEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte Dorf Steina abgegangen). Unterstein erb. 1544, stattlicher steinerner Unterbau, Fachwerkobergescho?. Noch ansehnlicher angelegt Oberstein 1582, 1594.

STEINACH. UFranken BA Kissingen.

Pfarr-K. Crucifixus; durch eine in der Seitenwunde verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit Riemenschneiders beglaubigt; Holz; mit ausgepr?gtem Streben nach weicher Sch?nheit in Haltung und K?rperform.

STEINAU. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

S. Katharinen-K. 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im NO. - Geringe Steinfiguren, Reste eines h. Grabes. -

Spgot. Kanzel von Stein.

Schlo?. Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An der NWSeite ein 3st?ckiger Saalbau, über 30 m lang. Das Erdgescho? mit Netzgwb. auf 5 Mittels?ulen. Das 2. Gescho? enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3 Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangb?gen und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schlo?turm mit bar. Bedachung.

Amtshaus 1562 spgot.

Rathaus 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgescho?halle.

Gasthaus zum Schwan 1620.

Ringmauern z. T. doppelt und Stadttürme ziemlich gut erhalten.

STEINBACH. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration - Stattliches Herrenhaus (v. Pflugk) 1715.

STEINBACH. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. 1770 mit gef?lliger Ausstattung der gleichen Zeit.

STEINBACH. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schm?lerer quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungew?hnlich fein.

STEINBACH. UFranken BA Lohr.

Pfarr-K. 1723 von Balthasar Neumann. Den Typus der kleineren Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in gro?em [pg 383] Ma?stabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau: eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem WTurm. - Ausstattung gut. - Hochaltar etwas früher als der Bau. Linker Seitenaltar von Leunenschloss 1723.- Silbergetriebenes Kruzifix, Augsburger Arbeit um Mitte 18. Jh. - Kreuzpartikel, Silber vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise nach Neumanns Entwurf.

Schlo? der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) von Balthasar Neumann. Der ganz originelle Grundri? L?ngsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten, so da? der L?ngsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten vortritt, w?hrend die inneren Schnittpunkte abgerundet sind, macht die ?u?ere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. Im Innern in der Mitte der 2geschossige, gro?e Saal mit guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche Ahnengalerie.

STEINBACH-HALLENBERG. KB Cassel Kr. Schmalkalden.

Burgruine Hallenburg. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der Henneberger. Um 1600 verfallen.

Dorf-K. Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente Bar. Kanzel. - Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605.

STEINBERG. OFranken BA Kronach.

Pfarr-K. angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.

STELZEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung ?lterer Teile.

STEPFERSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. - Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem. Schlo? in Verbindung. - Fachwerkh?user 17. und 18. Jh.

STERNBERG. UFranken BA K?nigshofen.

Pfarr-K. (1673) mit guter Fassade. Stattlicher Hochaltar.

Schlo? um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen (Schema wie bei dem Aschaffenburger Schlo?).

STERPERSDORF. OFranken BA H?chstadt.

Wallfahrts-Kap. 1763.

STETTBACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Zwei m?nnliche Holzfigg. neben dem Hochaltar, schwache Arbeiten ohne n?heren Zusammenhang mit Riemenschneider.

[pg 384] STETTEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?) Kaptt. wiederbenutzt. Am Taufstein von 1651 ?lgem?lde in Kartuschen.

STETTFELD. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus gleicher Zeit. - Chorbg. Kruzifix überlebensgro?, um 1520, bmkw. - Glocke 1354.

Mühle A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der Gegend.

STEUDNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren mit altem Beschlag.

ST?CKACH. UFranken BA Hofheim.

Schlo? um 1730. Im Dorf sch?nes Fachwerkhaus.

STOCKHEIM. UFranken BA Mellrichstadt.

Altes Zehnthaus. M?chtiger Fachwerkbau des 17. Jh.

Ansehnliche Reste der Dorfbefestigung.

STOLBERG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Stadt-K. S. Martin 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Sch?ne bronzene Grabplatte der Elisabeth von Stolberg, geb. Gr?fin v. Wirttenberg, ? 1505, nach allen Kennzeichen eine Arbeit der Vischerschen Werkstatt, desgl. die Gedenktafel für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor Rispach mit Schmerzensmann. Gro?es Wandgrab für den gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg. Handwerkliche Bildnisse von Luther und Melanchthon 1611, besser die Pastorenportr?ts 1656, 1672.

Die alte Münze (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. - Rathaus 1482, rest. 1600. - Schlo?, gro?e Geb?udegruppe, deren ?stl. Teile aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal.

STOLLBERG. UFranken BA Gerolzhofen.

Von der ma. H?henburg ist die Anlage mit Gr?ben, sowie Teile des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten erhalten.

STOLLBERG. K. Sachsen AH Chemnitz.

Marien-K. Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.) umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelm??ige 2sch. Hallenkirche, eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schlu?. über dem Chor Dachreiter. - Spgot. Schnitzaltar mit den 14 Nothelfern.

STOLPEN. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1490, durch Umbau 1793 entstellt. - Veste. Ruine, einige Teile noch unter Dach. Pr?chtiges Renss.Eingangstor [pg 385] nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur der Nebenpforte zu. - Kapelle 1405 und 1440.

STOLZENBURG. RB Cassel Kr. Schlüchtern

Burgruine, mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten.

STOLZENHAIN. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1592. Anlage unver?ndert ma., Fenster rundbg. - Intakte Ausstattung um 1680, recht gut der Altar.

ST?RMTAL. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipa? angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau gotisierend 16. und 17. Jh.

ST?SITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Herrenhaus 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges.

STRASSBERG. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. von 1576, gro?er 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse spitzbg. Fenster, platter Chor.

STREHLA. K. Sachsen AH Oschatz.

Stadt-K. Spgot. Von Interesse die Ausstattung. Hochaltar 1605 von Hans Ditterich aus Freiberg, gro?es Auferstehungsrelief, am Sockel Abendmahl; die lebensgro?en Statuen geh?ren zu den besten der Zeit. Kanzel von 1565, ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider überstrichen; die tragende lebensgro?e Mosesstatue mit einem Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengel?nder Reliefs. Denkmale des Hans v. Beschwitz ? 1496, tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk ? 1557; des Otto Pflugk ? 1568 (wohl von Hans Walther); der Margarethe Pflugk ? 1573 (Christoph Walther zugeschrieben); des Otto Pflugk ? 1591, bez. WK, das Ornament unter niederl?ndischem Einflu?; des Hans Pflugk ? 1618 (Art Ch. Walthers). Die zahlreichen Denkm?ler des 17. und 18. Jh. haben geringeres Interesse.

Rathaus 1751, schlicht.

STREITBERG. OFranken BA Ebermannstadt.

Burgruine, umf?ngliche Anlage, wenig erhalten.

STREUFDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. Wohl ?ltestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; noch einige rom. Formen. Um 1500 Verl?ngerung des Chors. Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. - Moses-Kanzel 1650; Taufstein 16. Jh.; im Chor Holzstatuen des Auferstandenen und der Kriegsknechte von 1718; ikon. Grabst. 1701, 1716.

[pg 386] STRUPPEN. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. ver?ndert; bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit sp?testrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. - Im Pfarrhaus Reste eines Schnitzaltars aus E. 15 Jh.

STRUTH. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1771. - Dorflinde mit ummauertem Tanzplatz.

SUHL. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Stadt-K. 1645 und jünger. Gro?zügiger Bar.Bau. Ansehnlicher Bar.Kanzelbau.

Kreuz-K. 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus; die ?u?ere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in Dresden (?) erinnern. Unter Baueinflu? der K. ein Bürgerhaus mit fein stuckierter Fassade.

Schlo?, gruppiert sich um einen unregelm??ig 4eck. Hof; Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661, die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück.

SULZA (DORF). Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich 15. und 17. Jh.

SULZA (STADT). Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen Stuckator.

SüLZENBRüCKEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. Mischbau rom. bis 18. Jh. - Bmkw. gesticktes Antependium um 1400.

SULZFELD. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal 1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich verst?rkt). An der Au?enwand mehrere Epitaphe, das beste 1605. Gro?er ?lberg im bekannten Schema, 1497 gestiftet vom Schulthei?en Lorenz G?tz und zur Erinnerung an diesen ? 1534 eine Bronzetafel.

Rathaus 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das winzige St?dtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb effektvoll umrahmte Portale.

Heiligenstatuen an den H?usern ungemein zahlreich und von verh?ltnism??ig hoher Qualit?t.

Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute Stadtbild mit manchem stattlichen Treppengiebel und vielen kleinen, meist zerbr?ckelten Mauertürmen.

SüLZFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594. Mehrere bmkw. Fachwerkh?user, Datierungen 1612, 1619. - Dorflinde mit alter Steinbank.

[pg 387] SULZHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Schlo? (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). H?chst stattlicher Bau um 1720 (der Hinweis auf Balth. Neumann sehr unsicher). Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und rückw?rts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach, andererseits Untertheres). Sch?ne Treppenanlage. In den Zimmern Rok.Tapeten.

SULZTAL. UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von Bossi u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.

SYHRA. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. Altarwerk (Holz) 1598. Aus demselben Jahr die Kanzel mit Wiederverwendung der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche Grabdenkm?ler.

Herrenhaus 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.

SYLBACH. UFranken BA Ha?furt.

Dorfrathaus 1598. Allerliebster Fachwerkbau.

T

TAL. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Kirche des ehem. Wilhelmitenklst. A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh., entstellt. - Ruine Scharfenberg, fast nur der runde Bergfried erhalten.

TALBüRGEL. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Benedikt.-Klst.-K. Unter den rom. Denkm?lern Thüringens an Wert in vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung desjenigen von Paulinzelle. OBau 1142-1150, WBau bis A. 13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 nicht mehr sichtbar). Lhs. nach 1200 fortgesetzt. - Der Chor zeigt das Hirsauer Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an Cluniacenser- und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds ?fters vorkommenden Modifikation: neben dem Chorquadrat mit Apsis je zwei Nebench?re von gleicher Anlage, aber sukzessive kleiner werdenden Ma?en, so da? die ganze Gruppe der 5 Ch?re im Gr. staffelf?rmig zurückspringt. Um dieser Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über das gew?hnliche Ma? verl?ngert. Die Ch?re werden gew?lbt gewesen sein; alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. nebst einem got. Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs. enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch [pg 388] nicht, wie dort, das Erdgescho? in das Schiff einbezogen, sondern als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer kleineren Doppelarkade ge?ffnet. Der zwischen diesen OTürmen liegende Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). - Das Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr. ist oblong mit 6 Dreiviertels?ulen besetzt, davon 4 an den Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform einen gestreckten Gr. erh?lt. Das Profil der Scheidbgg. im Anschlu? an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck, welcher ebenso wie die Palmettendekoration des Gurtgesimses der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. - Im W ist dem Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die Portalnische eingreift; das Gew?nde abgetreppt und jederseits mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit gr?tigen Kreuzgew?lben. Ungemein charaktervolle Gestalt der st?mmigen Sll., die Sch?fte stark geschwellt; m?chtige Würfelkapitelle und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht vorhanden. - Gesamtl?nge 72 m. - Jetzt ist nur das Lhs. (mit zerst?rtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860 sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl. Ssch. abgetragen, die Klostergeb?ude bis auf wenige Keller verschwunden. - Pietas, Holz, um 1500. - Grabsteine des 16. und 17. Jh.

TALHEIM. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies ergibt eine 4fache von O nach W steigende H?henabstufung.

TALLEBEN. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. mit sprom. Chorturm. - Wohnh?user 1541, 1548.

TANN. RB Cassel Kr. Gersfeld.

Gottesacker-K. mit gro?em v. Tannschem Epitaph.

Stadttor 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte Hauben.

Schlo?. Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680. Brunnen mit bronzenen Delphinen.

TANNEBERG. K. Sachsen AH Mei?en.

Dorf-K. E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. - Sch?nes Wandgrabmal von Andreas Walther 1575.

[pg 389] TANNENBERG. K. Sachsen AH Annaberg.

Dorf-K. Bmkw. Altarwerk, bez. 1521. Die Gem?lde in der Dekoration schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand wie die Alt?re in Einsiedel und Ehrenfriedersdorf.

TANNENBERG. RB Cassel Kr. Rotenburg

Burg, teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus 16. und 17. Jh. Dabei 7st?ckiger Wohnbau mit ausgekragter Kapellenapside.

TAUBENHEIM. K. Sachsen AH Mei?en.

Dorf-K. Chor mit Zellengwb. in der Art Arnolds v. Westfalen. Rom. Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. - Altaraufsatz aus Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter Taufstein wenig ?lter.

TAUBENHEIM. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 17. und 18. Jh. - Reich an Grabdenkm?lern.

TAUCHA. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. - Beweinung Christi, lebensgro?es ausdrucksvolles Holzschnitzwerk des 16. Jh.

TAUTENBURG. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Schnitzaltar mit gemalten Flügeln.

Schlo?ruine. Erhalten ein trapezf?rmiger rom. Turm mit Zinnenkranz.

TEICHA. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. Sakramentsnische. Spgot. Schnitzaltar, einer von den besseren. Auf dem Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw. durch Ornamente und Trachten.

TEICHWEIDEN. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K., rom. Anlage, spgot. umgebaut. - Guter spgot. Schnitzaltar.

TEILHEIM. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches Beispiel für den Formenkampf der übergangszeit. - Alt?re um 1700, auf einem (n?rdl.) gute lebensgro?e Holzfig., Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. - Priestergrabstein 1496. - Kanzel um 1525, früheste Renss.

TEISTUNGENBURG. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Die bestehende Kirche 1724, Tonnengwb. mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, WPortal mit figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste des Kreuzgangs.

TENNEBERG. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Schlo?. Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar. Deckengem?lde.

[pg 390] TENNSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Pfarr-K. Kreuzgew?lbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418 (Inschr.). Das 3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken hergestellt.

TETTENBORN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die Fortdauer des got. Stils noch 1608.

TEUTLEBEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Verh?ltnism??ig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.; Chorquadrat mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; im W eine Empore auf 2 rippenlosen Kreuzgew?lben, der Fu?bodenbelag aus Platten mit Tier- und Pflanzen-Ornamenten in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail. - Taufstein 1586, vielleicht nach rom. Muster; pr?chtige Kanzel hinter dem Altar A. 18. Jh.

THALLWITZ. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Chor um 1440, Schiff 1626. - Zahlreiche Denkm?ler, meist der Familie v. Holtzendorff.

Schlo? des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender Park in franz?sischer Art 1764.

THAMSBRüCK. Pr. Sachsen Kr. Langensalza.

Stadt-K. Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; wohl in Nachwirkung einer rom. Anlage. - Gro?es Renss.Epitaph der Familien v. Berlepsch und v. Haugwitz.

THANGELSTEDT. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. Rom. OTurm, in dessen Erdgescho? der Chor. - Altarwerk 1498.

THARANDT. K. Sachsen AH Dresden-A.

Kirche charakterlos. In der Sakristei Kreuzigungsgruppe um 1500, temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht bekannten Künstlers von selbst?ndiger Physiognomie. Die darunter angebrachte Predella 17. Jh. Ungewisser Herkunft das eingemauerte rom. Portal, von nicht gew?hnlicher Feinheit, um 1220-30. - Tüchtige ikon. Grabsteine 1634, 1667.

Schlo? 1446 unter Oberleitung Arnolds v. Westfalen (vgl. Mei?en) umgebaut, jetzt Ruine.

THEKLA. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter Brüstung. - Glocke aus 13. Jh. - Am Abendmahlskelch der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh., Fu? 15. Jh., Kuppa neu.

[pg 391] THEMAR. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. beg. 1488; mehrere sp?tere Umbauten laufen ineinander. 1sch. mit eingezogenem, l?nglichem, gew?lbtem Achteckchor; daneben Turm. Die 2geschossige Emporenanlage von 1541 mit hübsch durchgebildeten Einzelheiten. - Im Chor 4 spgot. Schnitzalt?re mit gemalten Flügeln, der ?lteste der an der SOSeite.

Amtshaus bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. - Wohnh?user bez. 1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (R?mhilder Str. 65). - Stadtbefestigung 1457.

THEUMA. K. Sachsen AH Plauen.

Kirche, ehem. des Deutschordens. 1sch. Gew?lbebau um 1400. - Vierflügeliges Altarwerk A. 16. Jh.

THIERBACH. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. in gro?em befestigtem Kirchhof. - Altar und Deckenstuck mit biblischen Darstellungen um 1680.

THIERSTEIN. OFranken BA Wunsiedel.

Burg. Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553, rest. 1640, verbrannt 1725.

THOSSEN. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. Vierflügeliges Altarwerk um 1500; über der Predella die liegende Stifterfigur.

THRENA. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. Anlage. Stattlicher spgot. Schnitzaltar, wohl aus dem Klst. Eiche.

THULBA. UFranken BA Hammelburg.

Ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Gegr. 1127. Das Klst. im Bauernkrieg zerst?rt. Die rom. Kirche erhalten, stattliche kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen, vielleicht urspr. Stützenwechsel. Rest eines Kreuzganges mit Würfelknaufs?ulen. - Rok. Epitaphe.

Ehem. Propsteihaus (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.

THüNGEN. UFranken BA Karlstadt.

Protest. K. Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine 18. Jh. Kath. K. neu. Auf den neuen Alt?ren bmkw. Reste ?lterer Plastik, bez. CB 1627.

Friedhofs-Kap. neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche v. Thüngensche Grabsteine aus dem. 16. Jh.

Schlo?, Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh.

THüNGERSHEIM. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. - Taufstein [pg 392] 1590. Kanzel 1605. Orgel und Chorstühle rok. Bürgerliche Epitaphe des 17. Jh. Kirchhofsmauer mit Gaden. - 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. Altertümliche Stra?enbilder. Haus no 260 gef?lliger spgot. Bau mit ansehnlicher Zimmerausstattung. An no 188 Madonna um 1520, an no 189 Johannes um 1780. - Zahlreiche (9) Bildst?cke 15.-18. Jh.

Brunnenhaus mit sch?ner Madonna von Riemenschneider.

THURM. K. Sachsen AH Glauchau.

Dorf-K. 1729. - Schnitzaltar um 1500. Kelch 1571. Grabmal des Wolf v. Wei?enbach, ? 1584, von Samuel und Uriel Lorentz aus Freiberg; reicher Aufbau in bedeutenden Ma?en, die lebensgro?en Gestalten des Verstorbenen und seiner zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor mit Vergoldung.

THURNAU. OFranken BA Kulmbach.

Kirche. Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur von derselben Hand wie in der Ordenskirche in Bayreuth. - Gro?er Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer Verkürzung. Kanzel auf 2 lebensgro?en Stuckfiguren, Moses und Johannes.

Marktbrunnen mit Neptun um 1700.

Schlo? der Grafen Giech. ?ltester Teil, A. 13. Jh., die sog. Kemenate; Treppen-Turm 1591; sch?ner Erker 1570. Weiter westl. einfacher Renss.-Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau 1729-31. Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der Plassenburg.

TIEFENORT. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform. Steinkanzel 1550, gotisierend. Grabst. des Grafen Adam v. Bruhlingen, ? 1538, in guter fr. Renss. Andere Grabst. 17. Jh.

TIEFENSEE. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Schlo?. Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen Landsitzes E. 16. oder A. 17. Jh.

TIEFURT. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. aus 15. und 18. Jh.

Schlo? ganz bescheidene Anlage von ca. 1760.

TINZ. Reu? j. L. LA Gera.

Dorf-K. Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.

Fürstl. Lustschlo? 1748 ff.

[pg 393] TONNDORF. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. WTurm rom., Lhs. 1494.

Burgruine mit Resten aus 12. Jh.

TORGAU. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. S. Marien 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schlu? mit 3 polyg. Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen Langchor hinausgeschoben. Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront (der STurm bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schall?ffnungen, deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und Fensterrosen. Renss. Sakristei. - H?lzerne Kanzel mit Evangelisten 1582. Taufstein 1693. Marmorner Altaraufsatz 18. Jh. - Bronzeplatte der Sophie v. Mecklenburg ? 1503 aus der Vischerschen Hütte, bez. 1504. Grabst. der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau ? 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche Epitaphe an der Au?enwand, darunter das des Baumeisters Konrad Krebs ? 1540. - Triptychon bez. 1509. - Lutherportr?t in Papiermasse 16. Jh. - Bmkw. Altarger?te. [Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild L. Cranachs jetzt im Mus. Frankfurt a. M.]

Alltags-K. (Milit?rmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4 Achsen, verl?ngerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schlu?. Die Fenster des Lhs. 3teilig mit Vorhangbg. und überschnittenem Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit rundbg. Ma?werk und Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. - Grabst. 1463.

Nikolai-K. (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss. Giebeln und Bischofsmützen.

Rathaus gro?e 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon jetzt noch der SOGiebel und ein pr?chtiger Erker.

Stadtmauer Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden Wichh?usern.

Privath?user: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. 354 mit Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale h?ufig, hervorzuheben Schlo?str. 453.

Schlo? Hartenfels. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13. und 14. Jh. Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten 1533-44 und 1616-23. Mit seinen vielen teils runden, teils viereckigen Türmen und hochragenden Mauermassen gibt das Schlo? besonders vom jenseitigen Elbufer eine gro?artige Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. Cranachsche Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne verdorben. Architektonisch am bedeutendsten, eine Hauptleistung [pg 394] der FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des 1533-35 von Konrad Krebs erbauten OFlügels. Langgestreckter 4geschossiger Aufbau mit m??ig gro?en spgot. Vorhangfenstern und einem auf mittlerer H?he balkonartig vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als Vertikalkontrast das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus; schlichter rck. Unterbau in H?he des Erdgeschosses mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors; der Aufbau in Pfll. aufgel?st, zwischen denen die Spirallinien der Stiege auch nach au?en sichtbar gemacht sind; Pilaster und Brüstungen mit reichstem FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein von Dresdener Steinmetzen angefertigt); der kr?nende Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die renaissancem??ige Umsetzung des analogen Motivs am Schlo? zu Mei?en; Kenntnis des Schlosses von Blois m?glich, doch nicht notwendig. Ein an die NSeite geschobener Erker von h?chster Pracht und Feinheit der Dekoration und ein aus der SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umg?ngen vervollst?ndigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschlo? einnehmenden Saal von 14 : 70 m. - Schlo?kirche 1543-44 von Nickel Grohmann. Von Luther pers?nlich eingeweiht und tats?chlich ?die erste protestantische Kirche?. Die Anlage erkl?rt sich aber nicht sowohl aus neuen Forderungen des protestantischen Gottesdienstes, als aus der Eigenschaft als Schlo?kirche, deren mehrere in dieser Gegend schon E. 15. Jh. ?hnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirst?dt). Die Kirche ist lediglich ein in den NFlügel des Schlosses eingebauter Saal, gleich den übrigen Teilen 3geschossig, was im Innern zur Anlage von Doppelemporen führt; dieselben ruhen auf Flachb?gen, die zwischen die einw?rts gezogenen Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel am Mittelpfeiler der SSeite. - Der prachtvolle Altaraufsatz stammt aus der Schlo?-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung; Art der Walther. Eine dekorativ vorzügliche Arbeit die Dedikationstafel mit dem Portr?t Luthers zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich, gegossen 1545 durch Wolf und Oswald Hilger.

TRAGNITZ. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. Spgot. flachged. Schiff mit verh?ltnism??ig gro?em Chor. Das Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten Felderdecke, seinen Emporen, Stübchen und Stühlen ?wohl das malerischste in Sachsen?. Der Altar 1659 von [pg 395] dem Bildhauer V. Otte und dem Maler J. Richter (vgl. Leisnig).

TRAPPSTADT. UFranken BA K?nigshofen.

Schlo? (früher v. Bibra) um 1700. Ein ?lterer Bau von 1616. Guter, gro?figuriger Ofen.

Dorf-K. Gleichzeitig mit dem Schlo?, mit nicht übler Fassade.

TRAUN. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. Der rom. Turm ?stl. über quadr. Altarhaus.

TRAUSTADT. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Zwei gute spgot. Holzfiguren um 1500 im Stil Riemenschneiders. Stattlicher Hochaltar um 1680.

Ehem. Schlo? (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih. Voit-Rieneck. Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal bmkw. Reste einer ernst-pomp?sen Dekoration in Stuck und Malerei, besonders interessant durch die Zeitstellung, Epoche der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem 30 j?hrigen Kriege.

TRAUTZSCHEN. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. 1475. WTurm mit 8eck. Obergescho? und originellem Dach (wohl 17. Jh.). - Bmkw. Sandsteinwandgrab des Burgold Puster ? 1567. - Glocke mit Reliefbildern bez. 1462.

TREBEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. um 1450, WTurm A. 13. Jh. - Gro?e Gedenktafel für H. v. Bünau 1600.

TREBEN. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K., spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.

TREBGAST. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der Zeit des Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich. Am breiten, flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, darüber Turm. Da am Chorbg. noch got. Profile vorhanden sind, wird die Disposition ins hohe Ma. zurückgehen. Sonst ist die Kirche in sch?nen Quadern v?llig erneuert. An den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der Fenstergew?nde; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die überführung zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelm??iges 8Eck. Das Innere ganz einheitlich erhalten (nur die moderne F?rbung etwas st?rend); ringsum tiefe Emporen, sch?nes Orgelgeh?use, hervorragend gut stuckierter Plafond, Kronleuchter mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über dem Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das Ganze zwischen Reichtum und Armut in anst?ndiger Mitte, von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; nicht leicht kann für den protestantischen Geist im Zeitalter des Rationalismus ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. - Reste einer [pg 396] pr?chtig skulptierten renss. Steinkanzel in der Holzlege des Pfarrhauses.

Pfarrhaus aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.

Rochus-Kap. anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.

TREBSEN. K. Sachsen AH Grimma.

Schlo?, 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. Der mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen wohl ?lteren Rundturm; spgot. Giebel; Ver?nderungen 1783.

TREFFURT. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

S. Bonifazius-K. Sprom. ca. 1230-50, unter Einflu? von S. Blasien in Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch. kreuzf?rmige Anlage in schmuckreicher Ausführung; einfacher und etwas jünger, schon stark mit got. Elementen durchsetzt das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und Qsch. mit spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in gesch?rfter Rundstab begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit Teilungsringen, an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und Knospenwerk; Kleeblattpiscinen in der Art derer von Walkenried. Das Lhs. jetzt mit Bretterdecke, Qsch. und Lhs. mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne dasselbe. Die Portalnische am n?rdl. Kreuzarm zur Gewinnung gr??erer Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit S?ulen, die eckigen Teile des Gew?ndes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab besetzt; ein nordwestfranz?sisches Motiv; soll man an einen von dort kommenden Arbeiter denken? Das Tympanon wird ein Gem?lde getragen haben. Der schlichte WBau hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein Fachwerkgescho?.

Rathaus. Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und Freitreppe.

Burg Normannstein. Stattliche Ruine; der Rundturm und das zun?chst ansto?ende, einst durch eine h?lzerne Brücke verbundene Geb?ude 13. Jh.

TREISBACH. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2s?ulenf?rm. Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.

TRENDELBURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. Kanzel 1633. Wandmalerei, h. Christophorus u. a. Vier Grabsteine 1577-1604.

Burg. Wohngeb?ude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben von Gr?ben und Mauern mit 4 Ecktürmen.

TRENNFELD. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. um 1614 umgebaut. Epitaphien; an der Au?enseite H. von Reinstein ? 1349, R. v. Gebstetter ? 1540 von P. Dell d. J.; vom selben Enders v. Bibra ? 1553.

[pg 397] TREPPENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb., Lhs. spgot. und 1756. - Altarwerk um 1480.

TREYSA. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Ehem. Pfarr-K. (?Totenkirche?). Um 1230-40 sprom. begonnen; beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gew?lbten Sschiffen. Von diesem bis zu halber H?he ausgeführten Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare) auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der Marburger Elisabeth-K. ge?ndert, doch mit Beibehaltung des basilikalen Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als Bündeldienste umgearbeitet, den Au?enw?nden Strebepfll. vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. rundbg., die Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Ma?werk. Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schlu?. - Aus der SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls einfache Turm auf; von Interesse nur die Kr?nung mit 4 gro?en Giebeln, ebensoviel diagonal gestellten kleinen und gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome System noch erkennbar. - Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.

Dominikaner-K. (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor schlie?t sich dem n?rdl. Sch. an. Das Sch. mit 8, der Chor mit 3 Jochen und Schlu? aus 8Eck. Die Formen tunlichst vereinfacht, nur die Portale reicher. Die abwechselnd 8eck. und runden Schafte ohne Kaptt., die Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. über dem Ssch. standen Giebel und quergestellte D?cher. Im Winkel zwischen Ssch. und Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerst?rt. - Ikon. Grabstein des Hermannus de Wildungen, episcopus [titular.] Scopiensis ? 1396, kleinere Nebenfigg. zweier Geistlichen. - Reliefs von gebranntem Ton, Stationsbilder, an den Strebepfl. (15. Jh.). - Bmkw. die Totenleuchte am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. - Orgelbühne von Holz bez. 1466.

Spital-K. zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und 3/8 Schlu?. Das ?u?ere, ohne Strebepfll., hat in dem an der SWEcke angebrachten zierlichen 7seitigen Baldachin und dem über dem steilen WGiebel aufsteigenden steinernen Glockentürmchen einen eigentümlichen und anziehenden Schmuck. - Blende mit dem in Stein gehauenen Leichnam Christi, schlichte Handwerksarbeit um 1400. - Bei der Rest. 1910 wurden an allen W?nden Spuren von figürlicher Malerei entdeckt.

Rathaus. Steinernes Erdgescho? mit got. spitzbg. Fries. Die [pg 398] folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. - Brunnen mit kleiner Rolandfig.

Stadtmauer an verschiedenen Stellen in voller H?he erhalten.

TRIEFENSTEIN. UFranken BA Marktheidenfeld.

Ehem. Klst.-K. (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige Kirche erb. 1685 ff., wohl nach dem Risse von Valentin Pezani, von welchem nachweisbar 1696 die Klostergeb?ude aufgeführt wurden. Was den stattlichen, aber architektonisch nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist die in den Jahren um 1780 (die Deckengem?lde voll. 1786) hinzugekommene Ausstattung. Die Stuckaturen von Augustin Bossi, ebenso von ihm die pr?chtigen Alt?re und die Kanzel aus Stuckmarmor. Die Altargem?lde von Osw. Onghers 1694 f. von der früheren Ausstattung herübergenommen. Die gro?en Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner das Chorgestühl, die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung P. A. Wagners, die Deckengem?lde von Januarius Zick. Die Tendenzen des frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen Kirche ein Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf ein Minimum, Ornamentik und Motive der klassischen Architektur und architektonische Funktionen vort?uschend; v?lliger Parallelismus in der Anordnung, so da? sogar bei der an das Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster durch eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber fein berechnete Anwendung der Farbe im zarten, kühlen Dreiklang von meergrün, wei? und mattgold.

Klostergeb?ude, erbaut 1696 ff., durch Valentin Pezani, mit Verwendung weniger ?lterer Teile; schmucklos. Jetzt Schlo? des Fürsten von L?wenstein-Wertheim-Freudenberg.

TRIESTEWITZ. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung, Gestühl, Empore, Decke reich bemalt. Epitaph 1689, 1704.

TRIMBERG. UFranken BA Hammelburg.

Burg-Ruine. Erstmals erw?hnt 1018. Stammburg eines altberühmten Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden deutlich erkennbar. Die Innenburg in der Anlage rom.; jedoch reichen nur mehr der Bergfried und die ihn einschlie?ende Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas 17. Jh. Bering mit Bastionstürmen 15.-16. Jh. ?hnlichkeit in der Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg.

TROSSENFURT. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, gut erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über dem Quadrium Rippengwb. auf Eckpfll. mit Würfelkaptt. [pg 399] schwerer, gediegener Quaderbau. - üppige Ausstattung in l?ndlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgf?ltig durchgebildete Madonna, um 1500.

TROSTADT. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Ehem. Pr?monstratenser-Nonnen-Klst. Die Kirche einfaches Rck., in den unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt zu landwirtschaftlichen Bedürfnissen eingerichtet.

TRUSEN. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Dorf-K. 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-wei?. - Kindergrabstein 1570. Zinnerne Weinkanne, feine Renss. um 1550.

TüCHERSFELD. OFranken BA Pegnitz.

2 Burgen, geringe Reste.

TüCKELHAUSEN. BFranken BA Ochsenfurt.

Ehem. Klst.-K. Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als Pr?monstratenserdoppelklst. 1350 mit Karth?usern besetzt. Besch?digung im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613. Im jetzigen Zustand Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom. Anlage nicht mehr sicher festzustellen. Rom. Formen, und zwar schon A. 13. Jh., haupts?chlich an der Au?enwand des platt geschlossenen Chores; das gro?e rom. Fenster wird an der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries, ums?umt. Das Qsch. hatte an seiner OWand gro?e Apsiden (durch Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im 14. Jh. durch eingezogene Zwischenw?nde abgesondert und zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, verwandten Charakters mit Dittelbach. Vor der gro?en ungegliederten verputzten Fl?che hebt sich das reiche und kraftvolle Portal in fr. Barockform (bez. 1615) mit gro?er Wirkung ab; an den Kanten Diamantquadern. Au?erdem geben die schweren bar. Giebeldekorationen der Au?enansicht das Gepr?ge. - Gro?er figurenreicher Hochaltar von Wolfgang Auwera nach 1750. Kanzel um 1720 aus S. Barbara in Würzburg. Bedeutendes Chorgestühl in reicher Rocailledekoration 1746. Sch?ne Monstranz um 1720.

Klostergeb?ude. Der typische Charakter der Karthause gut erhalten. Der weitl?ufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten Zellen ist so angelegt, da? die Kirche den WFlügel in der Mitte durchschneidet. Vor der Kirche das Verwaltungsgeb?ude. Der gro?e Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale Becken mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.

Pfarr-K. S. Lambert (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem 4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.

[pg 400]

U

üBIGAU. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Stadt-K. langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau, Rest. 1681.

üBIGAU. K. Sachsen Dresden-N.

Schlo? 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau von 20 : 13,5 m mit wenigen, aber gro?en Gem?chern; allseitig eine (1726 von Eosander v. G?the hinzugefügte) 2geschossige Pfeiler- und Bogenhalle, deren der ital. Hochrenss. nahestehende Haltung sich erheblich von der sonst in Dresden üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen gro?en streng architektonischen Motiven; erhalten nur die Kindergruppen auf der Brüstungsmauer.

UDER. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal 1720. Die Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungew?hnlich. Einheitliche ungest?rte Barockausstattung. Got. Klappaltar.

UDESTEDT. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Gro?e Dorf-K., wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm um 1380. - Schnitzaltar 1520 (in ver?nderter Anordnung) wohl fr?nkische Arbeit, die bmkw. gemalten Flügel jünger. - Glasscheiben 1594.

UHYST. K. Sachsen AH Bautzen.

Gro?e Dorf-K. von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, Turm an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel an der anderen L?ngsseite.

ULBERSDORF. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. Altar, die Gem?lde bez. Gottfr. Schaicker 1685 (Reste des got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 Grabplatten E. 16. bis A. 17. Jh., meist derer v. Hermsdorf.

UMMERSTADT. Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.

Stadt-K. Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor, darüber Turm.

Gottesacker-K. rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. umgestaltet. Befestigter Kirchhof.

Marktbrunnen 1743.

UMPFERSTEDT. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Dorf-K. aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern. Der Chor frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel mit Kruzifix. Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.

UNSLEBEN. UFranken BA Mellrichstadt.

Dorf-K. 1sch. spgot., ?lter das quadr. Altarhaus mit 1812 erneuertem Turm. - 4 adlige Epitaphe 16. Jh.

[pg 401] Schlo? (Wasseranlage), guter Typus eines fr?nkischen Reichsrittersitzes, ?lteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich jedoch renss. und bar. Einige get?felte Zimmer mit ornamentaler Bemalung 16. Jh.

UNTERDüRRBACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar bmkw. Kreuzgruppe von Peter Wagner.

UNTERERTHAL. UFranken BA Hammelburg.

Pfarr-K. Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. ver?ndert. Drei Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. H R 1554. Werke des gleichen Meisters kommen in der Gegend ?fters vor (Thüngen, Windheim, Hammelburg).

UNTERESSFELD. UFranken BA K?nigshofen.

Dorf-K. Für die Gegend bezeichnender Sp?tbarockbau (1699). Reiche Fachwerkh?user und charakteristische Hofanlagen mit skulptierten Toren, meist in schwerem Sp?tbarock.

UNTERGREISSLAU. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K., vielleicht zu dem im 13. Jh. erw?hnten, dann verschollenen Nonnenkonvent geh?rig. Sprom. Apsis, durch schlanke Halbs?ulen gegliedert, Sockel und Fenstergew?nde fein profiliert; desgl. Portal.

UNTERHOHENRIED. UFranken BA Ha?furt.

Kath. Pfarr-K. 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle und Giebel.

Prot. Pfarr-K. 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. ver?ndert. - Wertvoller Schnitzaltar A. 16. Jh. Glocke 14. Jh. Eine zweite 1510.

UNTERLAUTER. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schie?scharten 16. Jh.

Ehem. Herrenhaus mit Wappenstein 1517.

Brunnenhaus 1510 und 18. Jh.

UNTERLEINACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierend A. 17. Jh. - Hochaltar 1743 von Benedikt Schlecht.

UNTERLEITERBACH. OFranken BA Staffelstein.

Pfarr-K. 1439-52, umgebaut im 18. Jh. - Kanzel 1590. Gro?es Grabmal für L. v. Schaumburg von Hans Werner 1588. Gro?er Altar mit Reliefflügeln aus der Nürnberger Schule um 1500.

UNTERMASSFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Wasserburg 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, ?hnlich Bibra, einer bez. 1669.

UNTERMERZBACH. UFranken BA Ebern.

Schlo? (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im [pg 402] 18. Jh. Gro?e bar. Terrasse (früher anschlie?end der Garten) hebt die schon von Natur sch?ne Lage.

UNTERMHAUS. Reu? j. L. LA Gera.

Kirche einfach got. M. 15. Jh.

Fürstl. Residenzschlo? Osterstein, einst Grenzveste gegen die Slawen, der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerst?rke. Jetzt wesentl. 1686-1735; die Schlo?-K. 1752. Das ?u?ere, wie an den übrigen thüringischen Fürstenschl?ssern der Zeit (Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, Wei?enfels usw.) ganz anspruchslos; etwas aufw?ndiger die Innenr?ume; bmkw. Stuckdecken.

UNTER-NEUBRUNN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1490, erweitert 1723.

UNTERPLEICHFELD. UFranken BA Würzburg.

Rest eines ehem. Grumbachschen Schlosses.

UNTERREICHENBACH. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. Schon 810 erw?hnt; jetziger Bau 1748. - Doppelgrabstein zweier Gr?finnen v. Weilnau 1364.

UNTERRISSDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom. Der Turm, wie in dieser Gegend h?ufig, ohne Tür, d. h. zur Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg. mit dem Sch. verbunden, an den K?mpfern rom. Ornamente, Seitentür mit rom. Tympanon.

UNTERR?BLINGEN. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Beispiel einer gr??eren rom. Dorf-K. Sch. rck. mit 3 Fenstern und 2 Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden ge?ffnet; quadr. Vorchor und 1/2kr. Apsis. - Eine ?hnliche Kirche in Ober-R?blingen.

UNTERSIEMAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Kirche spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh., Gem?lde der Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. - Ikon. Grabstein 1557.

Schlo?. Das obere 2. H. 16. Jh., erh?ht 1682; das untere 16. Jh. mit neuklassischem Saal.

Pyramide zum Ged?chtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs Ernst Friedrich 1799.

UNTERSTEINACH. OFranken BA Stadtsteinach, BA Bamberg II, BA Bayreuth.

Pfarr-K. Schiff sprom., netzgew?lbt 1506. Turm 1715. Kanzel und Altar in sch?ner Schnitzarbeit 1631.

UNTERSUHL. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus in 3/4kreis ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller Dachhelm.

[pg 403] UNTERTHERES. UFranken BA Ha?furt.

Pfarr-K. 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Alt?re gegen 1760.

UNTERWEID. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. 1719. OTurm von alter Anlage. - Ummauerte Dorflinde, bez. 1578.

UNTERWEISSBACH. Schwarzbg.-Rudolst. LA K?nigsee.

Dorf-K. 1767. Gut erhaltenes Altarwerk, Saalfelder Arbeit von 1510.

UNTERWELLENBORN. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark ver?ndert, das Innere mit bar. Emporen gefüllt. - Schnitzaltar 1512, die Figuren ungew?hnlich gro?.

UNTERW?LLNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1743. B?uerlicher Zentralbau.

UNTERZELL b. Würzburg s. Zell.

UTENBACH. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck, eingezogener quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den Einzelheiten der ursp. Stilcharakter verwischt.

UTENBACH. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail, nach dem zu urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes war; übel verunstaltet und verbaut.

UTTERSHAUSEN. RB Cassel Kr. Fritzlar.

Dorf-K. Chor 1520, Sch. 1767. - 2 Sandsteinreliefs, S. Georg und Kreuztragung, sp?testgot.; das letztere jetzt als Vorderwand vorn im Altar eingemauert.

üTTINGEN. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. 1730 mit beachtenswertem ?lgem?lde, bez. J. J. Siecht 1621.

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