MoboReader > Literature > Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914

   Chapter 3 No.3

Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 By Georg Dehio Characters: 79268

Updated: 2017-12-04 00:02


ICHSTEDT. Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.

Dorf-K. 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.

ICHTERSHAUSEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Nonnen-Klst.-K. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches Schema. 3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr. 1154). Das Qschiff über die Sschiffe nicht hinausragend. Im [pg 196] 17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die Doppeltürme im W verderbt erhalten. - Herabgekommenes Schlo? 16. und 17. Jh.

IHLEWITZ. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art. Rechteck mit eingezogener 1/2 kr. Apsis.

ILMENAU. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Stadt-K. 1609 erneuert mit Schonung der got. ?stl. und westl. Teile. Hinter dem Altar hoher Kanzelbau etwa 1760-70.

Schlo? 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. - Marktbrunnen 1702.

IMMENHAUSEN. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Stadt-K. Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schm?leren Gwbb. Schafte 8eck. mit einfachem K?mpferglied. Scheidebgg. aus derselben Grundform profiliert. - Sakramentshaus, Weihwasserstein, Chorstühle spgot.

Rathaus. Fachwerkbau des 17. Jh.

Ringmauern und Türme z. T. erhalten.

IMMICHENHAIN. RB Cassel Kr. Ziegenhain.

Kirche des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen, nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.

INGERSLEBEN. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Dorf-K. Mischbau, ?lteste Teile 1398. - Am Herrenhof Hoftor mit Nebenpf?rtchen in guter Renss.

INGOLSTADT. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. 1751 von Balthasar Neumann. 1sch. flachgedeckte Anlage mit WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils gleichzeitig (Hochaltar), teils ?lter. Epitaphe der Herren v. Geyer 1570, 1601.

IPTHAUSEN. UFranken BA K?nigshofen.

Wallfahrts-K. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch wegen der inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich sind es Würzburger Künstler, die sich in diesem volkstümlich abgestimmten Rokoko munter und dreist, dabei mit entschiedener Begabung, haben gehen lassen. Deckengem?lde bez. G.A. Urlaub 1762.

IRMELSHAUSEN. UFranken BA K?nigshofen.

Pfarr-K. Zahlreiche v. Bibrasche Epitaphe 16.-18. Jh.

Wasserburg der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus Ma. und Renss. - Kamin 1561.

ISLING. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben Zeit die Ausstattung.

[pg 197]

J

J?GERSBURG b. Forchheim. OFranken.

Schlo?. 1718-21 von Joh. Dientzenhofer für Bischof Lothar Franz v. Sch?nborn. Einfaches 3st?ckiges Herrenhaus mit Ecklisenen, giebelgekr?ntem Mittelrisalit, hohem Dach.

JAHNA. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes Sch., eingezogener polyg. Chor mit Glasgem?lden.

JAKOBSTAL. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779.

JECHABURG. Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.

Dorf-K. 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. - Auf dem Frauenberg Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt mit Chorquadrat, Apsis und Nebenapsiden.

JENA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Michael. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M. 13. Jh., Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach erneuert, sehr verst?ndnislos 1873. Noch immer pr?chtige Raumwirkung. Hallenkirche mit 7 Jochen und Langchor; früher direkt mit dem n?rdl. ansto?enden Klst. verbunden: unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeir?ume mit Piscine und got. Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft eingerichtet und mit Metallarbeiten von sch?ner Arbeit. In den Westjochen kunstvolle Bienenzellengew?lbe. Im Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873 nach O verl?ngert). Im n?rdl. Ssch. steinerne Emporen, alte und neue Bestandteile gemischt. Au?en an der SSeite ein reiches spgot. Portal, von gekünstelter Komposition, aber malerisch wirksam; Kielbogen mit Teilungspfosten, das Ganze in einer tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an deren Vorderkante ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe. Der WTurm unter Ver?nderung des Bauprogramms nachtr?glich (E. 15. Jh.) hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen. über der Eckvermittlung vom 4Eck zum 8Eck befanden sich (jetzt zerst?rt) Fialen, von welchen dünne, mit Kantenblumen gezierte Strebeb?gen ausgingen. - Spgot. Taufstein; spgot. Kanzel ganz rest.; bronzene Grabplatte Martin Luthers nach dem Gem?lde von Cranach, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; Grabstein der Familie Cospoth 1632-1676; zahlreiche Gedenktafeln. - [Von den einst 16 Alt?ren nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, jetzt im Museum, [pg 198] wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350]. Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Au?en ein verwittertes Selbdritt und (am Turm) ein stilgeschichtlich interessantes Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer Hans Gronig.

Collegienkirche (Dominikaner). Ursp. 1sch.; sp?ter ein niedriges Ssch. im N hinzugefügt. Das spgot. Gew?lbe l??t eine ursp. flache Balkendecke vermuten. Der im S ansto?ende Kreuzgang z. T. erhalten. Orgel 1701, mit reichem Prospekt, gro?e Menge von Gedenktafeln und Wandgr?ber für Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; au?en am Turm gro?es dekoratives s?chsisches Wappen 1557 mit Inschr. betreffend die Gründung der Universit?t. - Vom ansto?enden ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858 Universit?t, sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten.

Garnisons-K. 1686. Viele Gedenktafeln.

Katholische K. Joh. Bapt., rom., 11. Jh. Die K?mpferkaptt. am ehemaligen Apsidenbogen k?nnten noch sp?tottonisch sein. Sonst der Chor spgot. umgebaut. Dagegen im Langhaus 3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus der thüringischen Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus und andere Vergr??erungen entstellt. - Neben dem SPortal Grabplatte der Jutta Sellerz 1382. Auf dem Friedhof doppelseitige Passionsstatue auf S?ule bez. Hans Gronig 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle unter den Grabm?lern des 17. und 18. Jh.

Rathaus, ehemals mit offener Erdgescho?halle, um 1340, rest. 1700. Bmkw. der gro?e Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung des 17. Jh. - Burgkeller, derbe Renss. um 1546. - ?G?hre? (Weinhaus) am Markt, mit spgot. Portal.

Haus Weimar. 1618, 1666; im Innern ziemlich pr?chtige Stuckdecken - Mehrere Professorenh?user des 17. und 18. Jh. - Reste der Stadtbefestigung, dazu der malerische runde Pulverturm (13. Jh.?) über Bastei von 1430.

JESBERG. RB Cassel Kr. Fritzlar.

Schlo?ruine. Seit 15. Jh. in Trümmern.

JEST?DT. RB Cassel Kr. Eschwege.

Kirche. Rom. Turmchor, sp?ter nach O verl?ngert. Im flachgedeckten Schiff Rundbg.Fenster. Got. überarbeitungen 1588, 1599 (Inschr.). H?lzerne Emporen. - Grabmal des Wallrab von Boyneburg ? 1572, der Ritter in voller Rüstung kniet vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.

Edelhof 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.

JOACHIMSTEIN. K. Sachsen AH Zittau.

Fr?uleinstift. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers. [pg 199] Gro?e pr?chtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln in der Mitte und an den Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen, Erdgescho? als Sockelbau, die Obergeschosse in den Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel und geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül und Treppenhaus, gro?er Saal durch beide Obergeschosse, im kreuzgew?lbten Erdgescho? Logier- und Wirtschaftsr?ume, im 1. Obergescho? Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer der 12 Stiftsfr?ulein. Bildnisse der s?chsischen Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. - Der franz?sische Garten wenig ver?ndert. Reichliche Dekorationsplastik. 2 gesonderte Pavillons mit gro?em Gartensaal.

JOHANNESBERG. RB Cassel Kr. Hersfeld.

Ehem. Benedikt.-Propstei, gestiftet 1013. Von den Geb?uden nur das Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, au?er kleinen rom. Fenstern keine formierte Architektur. Für die K. erwiesen zuf?llige Grabungen kreuzf. Gr., auch wurden rom. Kapitelle gefunden (verschleudert).

JOHANNISBERG. RB Cassel Kr. Fulda.

Kirche der 812 gegr. Benedikt.-Propstei. Am WTurm, dessen bar. Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschlie?t, sch?nes sprom. Portal mit Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert. Inneres barock. - Schlo?bau, jetzt Dom?ne, 1769 umgebaut von Herwarthel aus Mainz (nach Entwurf von Welsch?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die gro?artigen Gartenanlagen z. T. erhalten.

J?HSTADT. K. Sachsen AH Annaberg.

Stadt-K. 1675. - Altarwerk von Andreas Petzold 1676, Holz, 6,3 m Br. : 9 m H., in der Mitte in lebensgro?en freien Figuren die Anbetung der K?nige.

JüCHSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.

JUNKERSDORF. UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Frgot. Turmchor mit umf?nglichen Wandgem?lden aus M. 15. Jh. (rest. 1906), an der OWand Jüngstes Gericht; ferner S. Michael und Szenen aus der Geschichte von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht des Chorbg. die klugen und t?richten Jungfrauen. An der WWand des Lhs. S. Christoph u. a. m. S?mtliche Szenen auf wei?em Grund mit roten Sternen.

JUNKERSDORF. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb. - Sch?nes Fachwerkhaus von 1617.

K und C

[pg 200] CABARZ. Sachsen-Gotha LA Waltershausen.

Dorf-K. 1670. Mit hübscher Kanzel.

KADITZ. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. um 1500. - Altar 1756 von F. G. Kn?fel.

KAHLA. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Stadt-K. Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller Chor. Die Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert (vgl. Jena). In der Sakristei Reste von Schnitzalt?ren. - Steinfigg. von einer ?lberggruppe um 1500. - Reste von Stadtbefestigung. - Leuchtenburg, 3/4 Stunden ?stl. auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem Bergfried des 12. Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere rettungslos verrestauriert (Burghotel).

K?LBERAU. UFranken BA Alzenau.

Wallfahrts-K. got.

CALBITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von David Schatz, eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses. Reiche Barockausstattung.

KALBSRIETH. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 18. Jh. - Guter spgot. Schnitzaltar.

CALDERN. RB Cassel Kr. Marburg.

Pfarr-K. 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt. Der Bau um weniges ?lter. Schlichter sp?testrom. Gwb.Bau. Hauptsch. mit 3 rippenlosen spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes Ssch.

CALLENBERG. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Unterschlo?. 8eck. Turm, dessen untere H?lfte im 15. und 16. Jh., dessen obere H?lfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau 1857 im engl.-gotischen Stil vollst?ndig umgestaltet.

Oberschlo?. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll. Von dem damals geplanten, sehr umfangreichen Schlo?bau des Herzogs Johann Casimir ist nur die Schlo?-K. erhalten, bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche in got. renss. Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengew?lbe. Emporen auf Kreuzgew?lben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der Empore. Rest. 1845 und 1882. - Die farbigen Glasfenster aus alten und neuen Teilen gemischt. - Steinkanzel und Taufstein mit kopi?sem Schmuck in originellem Frühbarock. - Der ansto?ende Wohnbau 1831, 1882.

[pg 201] KALTENBORN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Augustiner-Chorherrenstift. Wenige Ornamentreste der rom. K.

KALTENLENGSFELD. Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche. Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal von 1721.

KALTENNORDHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Martinsburg. Das ?alte Schlo?? Ruine, das ?neue Schlo?? 1752-54 schlichter Bau für die Beh?rden.

KALTENSUNDHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Kirche auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest. 1604. Turm über dem Chor. - Fachwerkh?user 17. und 18. Jh.

KALTENWESTHEIM. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf der flachen Bretterdecke gro?es Gem?lde der Himmelfahrt.

Burgruine. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.

CAMBURG. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. Der vortretende WTurm überrest der rom. Anlage, sonst spgot. Hallenkirche mit Ver?nderungen 1703.

S. Cyriacus (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen rom. Pfl.Basilika.

Burgruine. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.

KAMENZ. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Haupt-K. Die Zeit des ersten Baues ungewi?, Wiederherstellung nach Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch. Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff erweitert, gestreckter 1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das Langhaus aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet sind, da? je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefa?t werden. Der Turm springt in die NWEcke ein. Steinerne spgot. Empore im W. - Mittelalterliche Einrichtung. Bmkw. Kreuzigungsgruppe (ehemals auf dem Triumphbogen), Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh., aber mit altertümelnden Zügen. Michaelisaltar 1498, im Schreine die Figur des Seelenw?gers, Flügel bemalt. Hauptaltar um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, je eine an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespr?nge. Protestantische Einrichtung: Kanzel 1566. Holzemporen an den Langseiten 1675-1709. - Votivgem?lde von einem Nachfolger Cranachs (wohl Wolf Krodel). Epitaph mit Jüngstem Gericht von Andr. Dre?ler 1554. Sonstige Epitaphgem?lde E. 16. und A. 17. Jh. Bildnisgrabsteine (v. Lüttichau, v. Nischwitz) [pg 202] aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617 u. a. m.

Kloster-K. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im Grundri? der Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel. Reste sp?tgot. Gestühls. Mehrere Schnitzalt?re von bmkw. guter Qualit?t aus dem 2. und 3. Jahrzehnt des 16. Jh.

Unbedeutende kapellenartige Bauten des sp?ten Ma. sind die Katechismus-K. und die Just-K.

Von den ?lteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 vieles zerst?rt. Einige Renss.Tore. Adelsh?user der Bar.Zeit wie z. B. die jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen auf dem Markt 1570, in der Art Chr. Walthers.

K?MMERZELL. RB Cassel Kr. Fulda.

Dorf-K. Ger?umiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. - Bilder aus der ehemal. Universit?t in Fulda.

CANITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.

Schlo?. 1758, Trikliniengrundri?, die Flügel nach rückw?rts. Der Hauptsaal hat schlichte Holzt?felung und gemalte Tapeten. Park in franz?sischer Anlage.

KANNAWURF. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Schlo?. Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.

CANNEWITZ. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. got. Pr?chtige Sandsteinkanzel A. 17. Jh., darunter kniender Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.

KAPELLENDORF. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Ehem. Cistercienser-Nonnen-Kloster-K., gegr. 1235 mit Resten einer ?lteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut, und das Lhs. erh?ht, neue Nonnenempore in L?nge des alten Schiffs. Mehrere Grabsteine und Epitaphe, interessant das für den Markgrafen von Kirchberg und seine Frau von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.

Burg (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. Palas 14. Jh. mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring, Türme 12.-16. Jh., Haupttor Renss.

KARBACH. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen) Seitenaltar gute Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung Riemenschneiders.

KARLBURG. UFranken BA Karlstadt.

Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fr?nkischen Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.

Pfarr-K. spgot. und 17. Jh.

[pg 203] KARLSDORF. RB Cassel. Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. (franz?s. Kolonie). 1704 von Paul Du Ry.

CARLSFELD. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Dreifaltigkeits-K. 1684-88, von Hans Georg Roth, angeblich nach, dem Plan eines Italieners (?). Für Sachsen ?lteste Vorform des sp?ter von George B?hr gepflegten Typus von Zentralbauten; Gr. quadr. mit abgestutzten Ecken, durch Anbauten im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für die Emporen) in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. - Die virtuos geschnitzten Altarfiguren italienischen Stils vielleicht von Andreas Petzold.

KARLSFRIED. K. Sachsen AH Zittau.

Burg. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt. Die Ruine l??t wenig mehr als den Gr. erkennen.

KARLSTADT. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler Umbau einer sprom. Basilika, von welcher erhalten: der WTurm ganz, die unteren Teile der Umfassungsmauern des Lhs., die Vierungspfll. und die alte Sakristei. Im letzten Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schlu? (wohl von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach), das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken k?mpferlosen Pfll. und Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne Querempore. Das hohe Dach verdeckt die OSeite des sch?nen rom. Turms. - 1614 dekorative Bemalung von W. Ritterlein (vgl. Buchold). Spgot. Wandgem?lde im Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche Steinkanzel mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt Riemenschneiders. In der Rienecker-Kap. gro?er steinerner Salvator 2. H. 14. Jh. Vortreffliche Holzfig. des hl. Nikolaus von Riemenschneider. Am Turm interessante Steinstatue, S. Georg zu Pferde, um 1520. - Zahlreiche Grabdenkm?ler: hervorzuheben die Bildnissteine der V?gte von Rieneck, aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp ? 1550 von Peter Dell d. J. Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. - In der Sakristei: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende Arbeit von Ph. H. Drentwett in Augsburg 1710, Maria immaculata, Silber, von J. M. Maurer in Augsburg 1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739. - 2 Glocken 14. Jh., eine 1502.

Spital-K. 15. Jh., flachgedeckt. - Alt?re einheitlich 1689.

Rathaus 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel. Bmkw. Einrichtung aus fr. 17. Jh.

Zahlreiche gute Fachwerkh?user: ?ltestes no 82 von 1449; [pg 204] no 341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345 guter Bar.-Bau von 1721.

Bezirksamt. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.

Stadtmauern und Türme, 14. Jh., gro?enteils erhalten.

über der Stadt die Karlsburg (Ruine). Die erste Gründung wird auf den Frankenk?nig Karl Martell zurückgeführt. Seit ca. 1080 Besitz der Bisch?fe von Würzburg. Aus karoling. Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des Berings und der Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr sch?ne Madonna, Holz, um 1490.

CARTHAUSE. RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Kloster-K. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten. A. 13. Jh. An den Fenstergew?nden S?ulchen mit Blattwerk.

KASENDORF. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. 1492, Ver?nderungen 17. Jh. - Lhs. flachgedecktes Rck., netzgew?lbter Chor 2 Joche und 3/8 Schlu?. Glasgem?lde 1486. Ikon. Grabstein 1560 bez. FH, ein anderer 1688. Gem?lde des 17. Jh. mit interessanter Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem Augsburger Reichstag 1530. Altar 1662.

CASSEL. Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.

Brüder-K. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll. 1331, Sch. voll. 1376. - Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche, gew?lbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche, gestreckter Chor mit Schlu? aus 8Eck. über dem Choranfang schlanker 6eck. Dachreiter. - Relief vom Tympanon des NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. - Epitaphe mit Relieffigg. aus 16. Jh.

Stifts-K. S. Martin. Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach Einsturz neue Weihe 1462. - Gro?e Hallenkirche mit gestrecktem 5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel geführt. An den Schlu?steinen des Chors Apostelbilder. Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern f?llt das ?u?ere ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schlu? in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen, der NTurm ebenso ausgebaut. - Im Chor Marmorgrab Philipps des Gro?mütigen ? 1567 und seiner Gemahlin von Elias Godefroy (Gottfro) aus Cambray (K?merich) ? 1569, vollendet 1570 von seinem Schüler Adam Beaumont; davor im Fu?boden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und Allegorien. Epitaphe der Landgr?fin Christine mit Bronzerelief [pg 205] von Phil. Soldan 1550, des Prinzen Philipp 1619. In der Gruft S?rge der landgr?flichen Familie. - Orgel 1600 von Hans Scherer.

Luther-K. am Graben 1734 von G. Ghezzi. Einfacher, turmloser Saalbau in Stra?enflucht. ?lgem?lde von J. G. Tischbein.

Oberneust?dter (franz?sische) K. 1698-1706 vom Hugenotten Paul Du Ry. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekr?nt von einer schweren Laterne, die Formen innen und au?en die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule nicht verkennen wird. Erh?hung durch die oberen Emporen 1874. Graumarmordenkmal des Grafen v. Broglie, gefallen 1758.

Kathol. K. 1770-1776 von Simon Louis Du Ry. Da den Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung zustand, erhielt die in fortlaufender Stra?enflucht stehende Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses. Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizit?t, das Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. Die Fl?chen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs wei?, von Gérin. Spgot. Altarflügel angeblich aus Hersfeld. ?lbilder von L. Cranach und J.H. Tischbein. Bronzene Standleuchter 1626.

Hof- und Garnison-K. 1757-1770. Saalbau.

Unterneust?dter K. 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel und Laterne in der Mitte der flachen Decke.

Bettenh?user K. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.

Hospital S. Elisabeth mit K. Gegr. 1383, erneuert 1587. Sandsteinstatue der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. Nische.

Renthof. Einfacher gro?er Renss.Bau 1581-1618. Mehrere reich durchgebildete Portale und ein Brunnen mit sitzender Statue in r?mischer Feldherrntracht. Im Innern sp?rliche Reste alter Bemalung.

Marstall, voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel. Treppentürme in den Ecken des Binnenhofes.

Zeughaus 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen Stellen reiche Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.

Druselturm und Zwehrenturm, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. 1415 angelegten Stadtbefestigung.

Sog. Kunsthaus, ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf. Moritz den Gelehrten, umgebaut 1696 von Paul Du Ry.

Orangerieschlo? 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung [pg 206] des malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden Geb?udes franz?sisch. Architekt Paul Du Ry (nicht sicher). Der innere Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte Apollosaal mit stuckierten W?nden. Vom einstigen Statuenschmuck vieles zerst?rt. In einem anschlie?enden Pavillon das Marmorbad 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten Skulpturen von Pierre Monot. Als Gegenstück das Küchenschlo? 1765. Unterhalb der Orangerie breitet sich der gro?artige Augarten aus, entworfen von Le Notre, E. 18. Jh. anglisiert.

Alte Gem?ldegalerie. 1751 von Charles Du Ry.

Garde du Corps-Kaserne. 1768 von S. L. Du Ry.

Museum Fridericianum (Bibliothek). 1769-79 von S. L. Du Ry, klassizistisch in besonders strenger und trockener, an englische Bauten dieser Richtung erinnernder Auffassung; lang gestreckt in 19 Achsen; einzige Pilasterordnung, jonisch, mit untergeordneter Behandlung der in 2 Geschossen angeordneten Fenster, oberer Abschlu? durch Balustrade mit Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.

Au-Tor. 1782 von S. L. Du Ry, die 2 Wachth?user abgebrochen. Der Triumphbogen (1824 von Bromeis) auf den Platz vor dem Regierungsgeb?ude versetzt.

Privath?user. Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher Menge, einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen gebracht. Eines der ?ltesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; Oberste Gasse 17 ao. 1651. Am steinernen Erdgescho? des Hauses Brink 8 hübsches Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des 17. Jh. mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von Charles Du Ry das Haus Theodor Landré Ecke Karls- und Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch das Haus am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade K?nigsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke Friedrichsplatz und K?nigsstr. (jetzt k. Schlo?) bmkw. als erstes rein klassizistisches Werk S. L. Du Rys beg. 1767 (durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais eingerichtet). Von demselben 1773 das v. Waitzsche Haus, 1775 das franz?sische Rathaus. Zahlreiche Bauten in gr?zisierendem Klassizismus aus der Zeit Jér?mes.

CASTELL. UFranken BA Gerolzhofen.

Oberes und unteres Schlo?; jenes die Stammburg der jetzigen Fürsten Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und Reste eines Renss.Baus auf dem Burgberg erhalten. Jetziges Schlo? sp?tbarock.

[pg 207] Pfarr- und Schlo?-K. 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus. Gro?e umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer Kanzelaltar in Alabaster (sog. Castellscher Marmor). In der Anordnung des WTurmes Nachklang des Neumannschen Kirchentypus.

KATHARINENBERG b. Wunsiedel, OFranken.

Ehem. Wallfahrts-K. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.

KAUERN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Herrenhaus; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau 1701 ff.; in der Kapelle ein Reisealt?rchen aus Elfenbein, gute franz?sische Arbeit des 14. Jh.

KAUFUNGEN. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr. Apsis.

KAUFUNGEN. Kr. Cassel-Land.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. Gegr. 1017 von Kunigunde, der Gemahlin Heinrichs II. auf einem K?nigshof. Gew. 1025. Unter den sprom. und spgot. Ver?nderungen hat sich vom Stiftungsbau so viel erhalten, da? die Rekonstruktion, wo nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten gesichert ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L. 56 (eventuell 60 m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme nicht das volle Ma? der Vierung haben, so ist das wohl nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist die unterquadr. Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau dieselben Ma?e kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der Hauptchor eine Apsis hatte, ist ungewi?; h?her die Nebenapsis am n?rdl. Kreuzarme. Die sehr hohe ?ffnung bezeichnend für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, Hersfeld u. a. m.). Eine Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des Lhs. l??t sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer) ist wahrscheinlich gemacht, da? die Sschiffe, obgleich sie nicht breit sind (genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit einer Doppelarkade schlossen (vgl. S. Michael in Hildesheim). Sehr interessant w?re es, wenn es sich best?tigte, da? auch das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der Lettnereinrichtung jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In der Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit eingetretene Ver?nderungen mehreres unklar geworden. Das Erdgescho? stand durch 3 Arkaden mit dem Msch. in Verbindung. Nach ihrer Zusetzung wurde die Eingangstür der Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenr?ume in der [pg 208] westl. Verl?ngerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen sie durch die oben erw?hnten Doppelarkaden kommunizierten. Besser gesichert ist Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses: es enthielt die Nonnenempore und ?ffnete sich gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen erinnert der WBau sehr an westf?lische und niederrheinische Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die westl. Eingangstür unterscheidet. R?tselhaft ist der verh?ltnism??ig gro?e 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit dem übrigen Bau in keinem zeitlichen und urs?chlichen Zusammenhang. Holtmeyer erkl?rt ihn für ?lter als die K. und vermutet in ihm einen überrest (Bergfried?) der K?nigspfalz. - Technische Ausführung von gr??ter Einfachheit: Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale rechtwinklige Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel. - Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13. Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger Schule kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte ?nderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. - Reste der Ausstattung unerheblich. 2 spgot. Holzreliefs mit Heinrich und Kunigunde k?nnten zum Chorgestühl geh?rt haben. Grabsteine meist sehr besch?digt, gut der der ?btissin Anna v. d. Borch 1521. - Stiftsgeb?ude. Zu modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das Inventar bejaht sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur st??t eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom., vielleicht noch etwas ?lter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen ?Renterei? am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines quadr. Raumes mit quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle. Auf Grund dieser Reste von Holtmeyer im Inventar eine interessante Idealrestauration der ganzen Pfalzanlage.

KAUSCHWITZ. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten eines Weihers; hohes Kegeldach mit Gaupen und kr?nender Durchsicht; Treppenanbau in Fachwerk; das Ganze voll Seltsamkeit und malerischen Reizes.

CAVERTITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. - Reicher Altarbau 3teilig mit dominierenden gro?en Sandsteinreliefs; um 1580; angeblich von Aegidius de Bruigt (de Brugk). Reizvolle geschnitzte Kanzel um 1600. -

[pg 209] Mehrere bmkw. Denkm?ler 16. und 18. Jh., besonders das der Esther v. Schleinitz 1584.

KEFFERHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet, Hauptaltar ?hnlich dem zu Ershausen.

KEILA. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.

Dorf-K. 1696, unbedeutend. - im Chor Gem?lde (Kreuzigung) von Paul Keil aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz und Arnshaugk).

KELBRA. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Kirche des 1251 gegr. Cisterc.-Nonnen-Klst. Von einem ?lteren Bau der rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt, in der Sp?tgotik durch 1 Nebenschiff erweitert. Nach Brand 1607 stark restauriert.

KEMBERG. Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.

Stadt-K. Spgot. Ziegelrohbau. - Altartriptychon mit Gem?lden von L. Cranach d. J. - Sakramentshaus, zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, in der Art der gew?hnlich Adam Krafft zugerechneten fr?nkischen Arbeiten.

KENTZGAU. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung. - Reste des ehemaligen Wasserschlosses. - überlebensgro?e Kreuzigungsgruppe um 1620.

KERSBACH. OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 1744 von Küchel, einem Schüler Neumanns.

KERPSLEBEN. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Gro?e Dorf-K. 1720 mit WTurm von 1456. - Daran au?en Relief, Kreuzigungsgruppe. - Pomphafter Kanzelbau 3geschossig, bis zur Decke aufsteigend.

KESSELSTADT. RB Cassel Kr. Hanau.

Schlo? Philippsruhe 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau. Bedeutende Anlage mit Flügelgeb?uden und Eckpavillons. Gro?er Park und Orangerie. Umbauten 1873.

KEUDELSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Ansehnliches Herrenhaus (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., Anlage im Winkelhaken, steinernes Erdgescho?, 2 Obergeschosse in Fachwerk. Sch?ner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte Zimmerdecken.

KEULA. Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.

Dorf-K. 1662. - über dem Altar gro?es anscheinend nicht wertloses Relief mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung 17. Jh.

KIESELBACH. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh. ver?ndert.

[pg 210] KIRCHAICH. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet A. 18. Jh. - Holzmadonna, gute l?ndliche Arbeit E. 15. Jh.

KIRCHBRACHT. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes Sch. und eingezogener Turmchor. Die sp?rlichen Details weisen auf E. 14. Jh.

KIRCHENEHRENBACH. OFranken BA Forchheim.

Pfarr-K. 1796. - Altarstatuen von B. Mutschelle aus Bamberg. - Grabm?ler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594, 1595, eines bez. H. W. (Hans Werner).

KIRCHENLAMITZ. OFranken BA Wunsiedel.

Pfarr-K. erweitert 1596 durch Georg Zapf. Altar 1687.

Gottesacker-K. 1660. - Rathaus 1705.

KIRCHGANDERN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath). Einheitlich 1686. Sehr pr?chtiger Hochaltar 1691.

KIRCHHAIN. RB Cassel Kreisstadt.

Stadt-K. (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche aus 2. H. 14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und sp?ter) sehr entstellt. - Zierlicher spgot. Taufstein.

KIRCHHASEL. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm gelehnt.

KIRCHHEIM. UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur und Gipsalt?re einheitlich E. 18. Jh. von M. Bossi im Charakter Louis XVI.

Synagoge 17. Jh., interessant (?hnliche in Bechhofen, M.-Franken).

KIRCHLAUTER. UFranken BA Ebern.

Schlo?. Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs Joh. Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark artikulierte Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen Stuckdecken um 1720.

KIRCHOHMFELD. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. got., oberes Turmgescho? und Dach mit Schnitzereien um 1670. - Epitaph Wintzingerode 1634, Sandstein mit aufgelegten Wappen und Inschriften in Bronze.

KIRCHSCH?NBACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Schlo? der Grafen v. Sch?nborn. 2geschossiger Bar.Bau um 1700. Innen gute Stuckaturen. Inmitten eines pr?chtigen Parks.

[pg 211] KIRCHWORBIS. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Kap. S. Valentin. 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.

Fachwerkh?user mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv des Eselsrückens an den Türstürzen, wie ?fters auf dem Eichsfeld in dieser Zeit, konserviert.

KIRSCHKAU. Reu? j. L. LA Schleiz.

Dorf-K. 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und gleicharmigem Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Au?en m?chtiger dorischer Fries auf desgl. Pilastern. über dem n?rdl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube.

KISSINGEN. UFranken BAmtsstadt.

Alte Pfarr-K. Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender Empore von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig, in der Art des Materno Bossi.

Friedhofs-Kap. Chor von 1446. Lhs. 18. Jh.

Salinengeb?ude. Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.

KITTLITZ. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Gro?er Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem Gr. Sie, sowie das gegipste Holztonnengwb. in Formen akademischer Steinarchitektur. - [Guter spgot. Schnitzaltar im Museum zu Bautzen].

KITZINGEN. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Joh. Bapt. Der unregelm??ig an der NSeite stehende Turm mit dem anschlie?enden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt 1sch. Anlage voraus. Um 1416 Plan?nderung. 3sch. Hallenkirche. Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der NSeite nur in 5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage die Teilung des Ssch. durch eine überw?lbte Empore, die sich auch an der WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche und 5/8 Schlu?. In allen Teilen Netzgwbb. in einheitlicher Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze L?nge 55 m. - Die Formen zeigen den Fortgang von der sp?ten schulgerechten Hochgotik zur eigentlichen Sp?tgotik. Klare, elegante Raumverh?ltnisse. - Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe, die in die Au?enansicht einen asymmetrisch malerischen Zug bringt. Der turmlose WBau auf reiche ornamentale und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz vollendet und jetzt in starker Zersetzung. - Rest. 1885 und 1909. - Inneneinrichtung gro?enteils neugot. 1885. Ansehnlicher Sakramentsturm um 1470. Ziemlich reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische Marmorkanzel von Materno Bossi 1793. An der Chorwand 4 Passionsreliefs, Holz, vom ehemaligen Hochaltar, aus der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt Riemenschneiders. Flotte Alabasterreliefs um 1700. [pg 212] An der Sakristeitür sch?ne got. Beschl?ge. Familien-Epitaph des Wolf v. Crailsheim, 1556 von P. Dell d. J. - Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am Tympanon Jüngstes Gericht. Am WPortal Marienkr?nung gegen 1450. - Altarger?te 17. und 18. Jh., die besten Stücke von augsburgischen, einige von ?rtlichen Meistern.

Protestant. K., (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen, angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von Ant. Petrini. 1sch. flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener gew?lbter 3/8 Chor mit seitl. Turm. Die Fensterarchitektur der SSeite und besonders die Fassade in schweren ernsten Barockformen. - Gute Altarger?te 17. Jh.

Kapuziner-K. 1652. Die Alt?re geh?ren zu den besten dieser im allgemeinen wenig t?tigen Zeit; eines mit Gem?lde von Osw. Onghers 1679. Virtuoses lebensgro?es Kruzifix um 1650; ein zweites desgl. am Chorbg. und ein reich dekoriertes hl. Grab für Prozessionen, beide um 1700.

Hl. Kreuz-K. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von Balthasar Neumann 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches Kreuz mit leichten asymmetrischen Abweichungen am O- und WTurm. Der Vierungsraum dominiert; vor die konkav abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte S?ulenpaare gestellt, von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar über ihren K?mpfern sitzende Kuppel wird von den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren schlie?en im N und S gerade, im O und W werden sie durch Kreissegmente verl?ngert. Die geistreiche Raumdisposition, in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert, nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender zur Wirkung kommen, w?re nicht die Lichtführung wenig glücklich (ein bei Neumann ?fters vorkommender Mangel). Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb. Die Ausstattung ist etwas ?rmlich. Sch?ner Kronleuchter um 1750. - Sch?n und echt neumannisch das Herauswachsen des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung verdient die Friedhofsanlage (in SW der Stadt) von 1542.

Rathaus 1561-63 von Hans Eckhart von Schaffhausen. Eckbau. 3 Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, die Abtreppung der Giebel mit Segmentstücken überbaut. Im Innern: Erdgescho? gro?e gew?lbte 2schiffige Halle, Obergescho? mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten Gescho? get?felte Ratsstube.

H?user. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen [pg 213] und Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum B?ren, Stuckdecken in fr. Rok. Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.

Marktbrunnen mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.

Mainbrücke aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs Joh. Phil. v. Sch?nborn) erneuert.

Befestigung. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege angelegt. In Resten erhalten, besonders der m?chtige Marktturm. Vom ?u?eren Bering die Mainstrecke mit 8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe runde Falterturm 1469.

KLEINBARDORF. UFranken BA K?nigshofen.

Dorf-K. Chor i

m OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit hübscher Fassade. - Deckenbild von Joh. Peter Herrlein 1781.

Schlo?. Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh.

KLEINBAUTZEN. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn C. H. v. Nostitz gestiftete Einrichtung bietet im gro?en Kanzelaltar und dem Betstübchen h?chst pr?chtige Holzschnitzwerke, noch im Charakter des FrBarock. Zahlreiche Grabdenkm?ler der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf, v. Rechenberg, v. Nostitz.

KLEINEBERSDORF. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. Sprom. Turmchor. - Spgot. Altarwerk.

KLEINFURRA. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.

KLEINGESTEWITZ. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf-K. Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage mit Chorturm und Apsis.

KLEINHEILIGKREUZ. RB Cassel Kr. Fulda.

Wallfahrts-K. erb. 1696 vom sp?teren Fürstabt v. Schleifras.

KLEINHERINGEN. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus gleicher Zeit. Interessantes Triumphkreuz bez. HF (vgl. G?rschen).

KLEINHEUBACH. UFranken BA Miltenberg.

Schlo? der Fürsten v. L?wenstein. Gro?er, nicht sehr geschmückter Bau in Trikliniengrundri?. Der gew?hnlich als Baumeister in Anspruch genommene Bamberger Joh. Dientzenhofer war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines fremden Planes, und zwar des Darmst?dter Hofbaumeisters de la Fosse.

KLEINLANGHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 15. Jh., Turm (O) um 1300. - Grabsteine der Zolner 1574, 1577, 1584. - Friedhofsbefestigung 13.-14. Jh.

[pg 214] KLEINLAUCHSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. enth?lt interessante Reste einer 2geschossigen rom. Anlage von ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.

KLEINOCHSENFURT. UFranken BA Ochsenfurt.

Dorf-K. im Kern rom., ver?ndert A. 17. Jh. - Ansehnliche Alt?re mit Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684 bis 1698). - Wartturm am Main.

KLEINRINDERFELD. UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 1740 B. Neumann wegen des übernommenen Risses moniert. Der Bau ausgeführt erst 1768. Doch k?nnte er auf Neumanns Ri? zurückgehen. Die Anordnung des WTurms in seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. - Alt?re, A. 18. Jh., aus der ?lteren K. herübergenommen. Kanzel gute Rok.Arbeit.

KLEINSCHIRMA. K. Sachsen AH Freiberg.

Dorf-K. Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des Zimmerwerks an Decke und Emporen, 16. Jh. - Sandsteinkanzel und Taufstein 1557. Altarwerk, geschnitzt von B. Diterich 1614.

KLEINSCHWABHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und sp?ter.

KLEINWERTHERN. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Einfache Dorf-K. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs. Gro?es Sandsteinepitaph des Ph. v. Werthern 1588, die einzige bedeutendere derartige Arbeit in diesem Gebiet.

KLEINWOLMSDORF. K. Sachsen AH Dresden-N.

Dorf-K. Ursp. spgot. (netzgew?lbter Chor), umgebaut 1689 und 1712. - Herrenhaus um 1720.

CLETZEN. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Verbaute rom. Dorf-K. Spgot. Schnitzaltar.

KLINGA. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche Sch?pfung des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck. Altarhaus mit 1/2kr. Apsis; einiges rom. Detail.

KLINGENBERG. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der gro?e Kanzelaltar. - Herrschaftshaus einheitlich 1682.

KLINGENBERG. UFranken BA Schweinfurt.

Schlo? (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anh?he gelegen. Zwei Flügel, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden werden. Teilweise noch mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg neugebaut. Mit Mauern, Tor und Graben hoch umgeben.

KLINGENTAL. K. Sachsen AH Auerbach.

Pfarr-K. 1736. Zentrale Anlage in regelm??igem 8Eck (vgl. Carlsfeld, Schmiedeberg und Loschwitz).

[pg 215] KLIX. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. neu. Auf dem Altar Sandsteintafel, 3 Streifen mit Kreuzigung, Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedr?nge kleiner Figuren, um 1580 in der Art des Chr. Walther. Kanzel 1702. Zahlreiche Grabdenkm?ler der Familien v. Nostitz und Faber, am anspruchsvollsten das gro?e Wandgrab des Ch. F. v. Gersdorf 1725.

CL?DEN. Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.

Dorf-K. Sprom. Backsteinbau.

KLOSTERLAUSNITZ. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Kirche beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im 16. Jh. Lhs. und Türme abgetragen und der OBau stark ver?ndert. 1863 ff. nach den Pl?nen von v. Quast rekonstruiert, die formierten Teile unter Benutzung der in den Trümmern gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von Paulinzelle und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher festgestellt?

KL?STERLEIN-ZELLE. K. Sachsen AH Schwarzenberg.

Cisterc.-Klst. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am OGiebel unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in Umri?zeichnung die h. Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt sind. Inschr. Martinus me fecit; der Stil weist auf 13. Jh.

KLOSTERRODE. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Ehem. Pr?monstratenser-Klst., gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur ein gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. gr?tigen Kreuzgwbb.; kleine Nebenr?ume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten Würfelkapitellen.

KLOSTERVEILSDORF. Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.

Ehem. Klst. Michaelisberg (Michelstein) gegr. 1189; rege Baut?tigkeit A. 16. Jh. - Für landwirtschaftliche und industrielle Zwecke aufgebraucht, so da? nur noch verstreute und verbaute Geb?udeteile erhalten sind.

KNAUTHAIN. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar aus A. 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines gro?artigen Denkmals der Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil des Moritzdenkmals in Dresden. - Stattliches Schlo? um 1700.

KNAUTNAUNDORF. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus A. 12. Jh., ?hnlich der zu Groitzsch.

KNOBELSDORF. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein Portal von einfachem Aufbau, aber sorgf?ltiger, sch?ner Behandlung; merkwürdig der 1/4kreisf?rmige (anstatt rechtwinklige) Rücksprung für die Sll. Im übrigen stillos verbaut.

[pg 216] COBURG. Hauptstadt von Sachsen-Coburg.

Moritz-K. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh., mit erheblichen Ver?nderungen. Die reichen Schmuckformen der Strebepfll. und Fenster 1520 ff. von Konrad Krebs (vgl. Torgau). Das Innere 1701 barockisiert, geputzte Flachdecke auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen), die 2geschossigen Emporen der Ssch. durchschneiden die Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 Schlu?. Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen (jetzt durch die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen Reihungen und reichem skulptiertem Detail. Die Doppeltürme bauen sich in 5 niedrigen, durch Wasserschl?ge geteilten Geschossen schwerf?llig auf; nur der linke (n?rdl.) tr?gt, durch 3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich geschmücktes Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergescho? und der Bar.Helm A. 17. Jh. - Das Hauptportal ist mit glücklicher malerischer Wirkung dem WChor angegliedert; Statuen, einerseits Adam und Eva, andererseits Maria und Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den n?rdl. Strebepfll. nach 1520. - Mobilien 18. Jh. - Grabdenkm?ler: am Schlu? des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II. ? 1595, ausgeführt bis 1605 von Nik. Bergner, einem thüringischen Meister (aus Rudolstadt?); der Sockel und das Hauptgescho? nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal (entsprechend den Chorw?nden), darauf 2 fortschreitend in der H?he abnehmende Geschosse und Kr?nung (ganze H. 12 m). Zwischen der überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur gro?e Reliefbilder; auf dem Sockel die reichlich lebensgro?en knienden Freifigg. des Herzogs und seiner Familie. In Gr??e und Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabm?lern, die ihm am n?chsten kommen, nicht erreicht. Die zugeh?rigen Bodenplatten jetzt an der Wand. - Heraldische Grabplatte, Bronze, für Joh. Ernst ? 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister Bernh. Eberlein. - Ikon. Grabplatte, Bronze, für Joh. Casimir ? 1633, handwerklich. - Bronzeteile von anderen Grabplatten. - Im Lhs. (Ssch.) ikon. Hochreliefplatte, Stein, des Ritters Albrecht v. Bach ? 1441. - Viele Grabsteine an der Au?enwand, verwittert. - Kelche und sonstige Altarger?te in gr??erer Zahl. Von eigenartiger Anlage und vorzüglicher Arbeit ein Hostienschrank von 1607.

Ehrenburg. Herzog Joh. Ernst beschlo? 1540 die übersiedlung von der Veste in die Stadt (vgl. den ?hnlichen Vorgang in Landshut i. Baiern), Erbauung der neuen Residenz 1543-49 [pg 217] und Benutzung des ehem. Barfü?erklst. Erweiterungsbau unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister Bonallino. Nach schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40 Ausbau in neugot.-englischem Stil durch Rénier. - Die alte Anlage umschlo? 3 gro?e H?fe. Der Haupteingang war von der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel vorgenommen unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner Wirtschaftsgeb?ude und St?lle. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden die alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die doppelte Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den alten Vorderhof, der den Charakter der Renss. und des Bar. im wesentlichen bewahrt hat. Die Au?enfronten an der Stein- und Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit 1543-49; 2geschossig; Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach Zwerchh?user. Im Hof geh?ren dieser Bauzeit die Fronten im W und S mit m?chtigem Treppenturm im Winkel. Die Front des OFlügels (?Altane?) 1626 in kr?ftigem italienischem Bar., jedoch mit gotisierenden Ma?werkbrüstungen; die obere Loggia sp?ter geschlossen. Der sch?ne Brunnen stark renss. Die Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. - Inneres: Die R?ume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich die zu den pr?chtigsten ihrer Zeit geh?renden Bar.R?ume nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in Gotha, Altenburg, Eisenberg und Gro?fahner. Der ?Riesensaal?; 28 ?Riesen?, von der Hüfte ab aus hermenartigen Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie mit dem einen Arm stützen, w?hrend der andere jedesmal einen Bronzekandelaber h?lt. ?Wei?er Saal? ebenfalls reich stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke des ?Gobelinzimmers? und des ?Roten Zimmers?. Der Bibliothekssaal um 1730. Die Schlo?kirche (gew. 1738) ist die gl?nzendste dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt vom Rokoko. In den n?chsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung. 1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. - Deutsche Gem?lde des 16. und 17. Jh., darunter 4 von L. Cranach d. ?.

Justizgeb?ude am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien. Der Maler Peter Sengelaub, von dem die umfangreichen (verschwundenen) Fassadenmalereien herrührten, soll auch die Architektur entworfen haben. Gestrecktes, nach 3 Seiten freies Rck. in ausgepr?gter Horizontalkomposition, [pg 218] darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten Giebeln und Zwerchh?usern. Leider ist eine für die Abrundung der Komposition n?tige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden: der vor den Verkaufsl?den des Erdgeschosses sich hinziehende offene S?ulengang, dessen Schieferdach bis dicht unter die Luken des Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung in Verbindung mit dem reichen plastischen Schmuck der Türme, Erker und Giebel (von Nik. Bergner) und der Bemalung der Wandfl?chen stellte den Bau in die Reihe der pr?chtigsten Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 g?nzlich ver?ndert.

Gymnasium Casimirianum. 1601 ff. von P. Sengelaub und Nik. Bergner. Die Anlage dem Regierungsgeb?ude ?hnlich, jedoch nur 2geschossig, dadurch ohne Kontrastwirkung des Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der Dachregion, deren Zwerchh?user die Zahl 6 und volle Gescho?h?he erreichen. Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische Pilaster) und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers von Veit Dümpel 1628. Das Innere enthielt 3 gro?e Auditorien (also ?hnliche Grunds?tze der Einteilung wie in der gleichzeitigen Universit?t in Helmst?dt).

Zeughaus 1616-21 von P. Sengelaub. Der Formencharakter den beiden vorigen ?hnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter (am Portal Rustikas?ulen).

Rathaus 1577, im 18. und 19. Jh. stark ver?ndert, die Fassade (1750) unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der Ecke sch?ner Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm. Gro?er Saal mit geschnitzter Holzdecke. Fürstenportr?ts (Joh. Friedrich II. von Sengelaub).

Hofapotheke, Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil aus einem Bau des 16. Jh. adaptiert.

Wohnh?user des 16.-18. Jh. in gr??erer Zahl und oft gut erhalten; namentlich ist Coburg eine Stadt sch?ner Erker. - Besterhaltenes Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591; ebenda no 4 sog. Kemnate (Trinkstube der fürstl. Beamten); Spitalgasse no 25 mit steinernen Hofarkaden. Zahlreiche Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. Erker in der Judengasse, Spitalgasse und am Markt. - SpBarock: Gymnasiumsgasse no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda no 12 mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach vertreten (ganz hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher der Klassizismus. - Die einst zahlreichen Fachwerkh?user [pg 219] zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; von ihm kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.

Brunnen Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.

Veste (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als k?nigliches Gut erw?hnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der Grafen von Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran). 1353 durch Erbgang an das Haus Wettin, dem es verblieben ist. - 3 rom. Pfll. im Erdgescho? des jetzigen ?Fürstenbaues? sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte 1840 Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr zu kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte Doppelkap. ist verschwunden. Im heutigen Bestande der Veste ist nur weniges (das Zeughaus in den Au?enmauern) ?lter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine umfassende Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschlo?. Der Plan von 1553 zeigt in übereinstimmung mit dem heutigen Bestande eine doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verst?rkung der Au?enwerke unter Johann Kasimir durch Gideon Bacher 1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung 1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflu?te die bauliche Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht zu empfehlen ist. - Die Ringmauern umschreiben, dem natürlichen Fels sich anschlie?end, ein ungef?hres Oval von ungef?hr 230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes Bar.Tor von 1671 (der Stra?enzug, sowie der hinter dem Tor über der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern). Die beiden keilf?rmigen SBasteien mit ihren malerischen kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und 1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsg?nge. Der Wehrgang des obersten, ?stl. vom ?hohen Haus?, ist moderne Imitation. Der vom NWEingang ausgehende Tunnel um 1553. Der ihn schützende Rote Turm verschwunden. Die B?renbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gef?hrdete OSpitze durch den gro?en runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier wird der Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende ?hohe Bastei? eine künstliche Aufschüttung nach dem 30j?hrigen Kriege. - Das Innere des Berings wird durch eine Quadermauer in 2 weitr?umige H?fe ohne geschlossene Geb?udefolge zerlegt. a) der ?stl. Burghof. Das Hauptgeb?ude besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden Flügeln: ?Hohe Kemenate? und ?Fürstenbau?, der letztere auf den Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach 1501, die in Fr.Renss.-Formen ausgeführten von Nik. Grohmann 1553-58; im wesentlichen jedoch die Fassade M. 19. Jh. [pg 220] Hinter der offenen Galerie 2 R?ume mit wohlerhaltenen, z. T. reich geschnitzten h?lzernen Decken. Der sch?ne Kachelofen aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben. Im O. schlie?t sich die Kapelle an; durch ?fteren Umbau, namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; ?Wiederherstellung? beabsichtigt. Der WFlügel (?Hohe Kemnate?) hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Gescho? das sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther 1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und vollst?ndig ver?ndert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd). Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt; sie geh?rt zum Sch?nsten, was in dieser Art in Deutschland zu finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von Wolfgang Birkner; die M?bel verschiedenen Ursprunges, aus den Vorr?ten der Veste zusammengestellt. - b) der westl. Burghof. An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus (?hohes Haus?) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrst?ckiger Giebelbau, von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus Zink 1850); der Turm hat den ma. Charakter eingebü?t. Die Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um 1540. Im übrigen enth?lt der Hof schlichte Wirtschaftsgeb?ude. - Die Verlegung der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, da? die baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze nicht fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im einzelnen ?rgerlich und irreführend genug, für den summarischen Eindruck aber sind sie ziemlich unsch?dlich, und zumal die Au?enansichten von unverg?nglichem Reiz. Ein wertvoller Zuwachs die im 19. Jh. angelegten Kunstsammlungen, aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fr?nkisch, 1. H. 15. Jh., 12 Tafelbilder von Cranach und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder von Jost Stettner M. 16. Jh.; zahlreiche Portr?ts aus 2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim; Sandsteinmadonna aus K?nigsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von Veit Sto? (?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh. Ausgezeichnete M?bel, Gl?ser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung, auch mit Miniaturen und Handzeichnungen.

[pg 221] KOHREN. K. Sachsen AH Borna.

Stadt-K. Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt überarbeitet; 1878 rest. - Altarwerk 1616, Holzaufbau mit bmkw. Gem?lden.

Burg. 2 starke Rundtürme erhalten.

COLDITZ. K. Sachsen AH Grimma.

Gottesackerk. St. Nikolai. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür. Denkm?ler des 16.-18. Jh.

Stadt-K. 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsger?te.

Rathaus 1540, Giebel 1650. - Wohnh?user des 16. und 17. Jh. -

Schlo?. Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert 1578-91 von Hans Irmisch unter Beibehaltung got. Teile. Sp?ter verwahrlost. Am besten erhalten die eingebaute Allerheiligen-Kap. mit Portal in prunkvoll derben Formen von 1584.

C?LLEDA. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Peter-Pauls-K. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp. 3sch. Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine rundbg. Fenster, dagegen die Arkaden spitzbg.

Wiperti-K. Bmkw. gro?es Alabasterepitaph der Familie v. Werthern 1586.

KOLMDORF bei Bayreuth OFranken.

Schl??chen Karolinenruhe 1760.

K?NIGSBERG I. FR. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Stadt-K. beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgro?er, mit Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege sehr besch?digt. (Rest. A. 20. Jh.) - Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen. Langchor von 2 Jochen und 5/8 Schlu?. Im nord?stl. Winkel Turm, im süd?stl. Sakristei. Der Chor war durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in H?he der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen. Au?en die Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in diese eingeordneten Statuen nur die eine der Maria verschont; von den übrigen wenigstens die Konsolen mit Tragefiguren. Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 Baldachinen, denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem Kaffgesims Spuren von Wandmalerei. N?chst der Sakristei ?lberg-Relief. - Mit dem Chor gruppiert sich der Turm, voll. 1446; davon erhalten, doch mit Besch?digung und Umarbeitung im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, rundbg. mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen und übereck gestellte Streben, ?hnlich denen des Chors mit Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte Gescho? E. 17. Jh. - Viel st?rker hat das Lhs. gelitten; das Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. - Die Ausstattung [pg 222] des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und Kanzel sprenss. - Grabsteine 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.

Gottesacker-K. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. - Unter den zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit, andere gegenst?ndlich interessant.

Wohnh?user. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733; reiche Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen Fachwerkbaues, sondern vom Steinbau beeinflu?t.

K?NIGSBRüCK. K. Sachsen AH Kamenz.

Stadt-K. 1682 von Chr. Gottschick und G. J. Spie?. Pr?chtiger Altar 1692 mit leidlichen Gem?lden. Interessantes Epitaph M. v. Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. - Auf dem Friedhof charakteristische Gruftkapellen und Denkm?ler des 18. Jh.

Die Wohnhausarchitektur bietet zahlreiche schlicht reizvolle Stücke aus 18. Jh.

K?NIGSFELD. K. Sachsen AH Rochlitz.

Dorf-K. erneuert 1754. - Kostbarer Altarbau aus Marmor, Serpentin und Alabaster 1613.

Schlo?, ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss.

K?NIGSHAIN. K. Sachsen AH Zittau.

Kath. Pfarr-K. 1766 von J. J. Kuntz in Reichenberg, 1sch. Rck., gedeckt mit 2 b?hmischen Kappen. Entlang der L?ngsw?nde unter den Fenstern Emporen auf gew?lbten Arkaden. - Hochaltar; über dem Tabernakel gro?es Rahmengem?lde, von fliegenden Engeln getragen; bez. Phil. Leubner 1780. - Sch?ner Kelch E. 15. Jh.

K?NIGSHOFEN im Grabfeld UFranken.

Pfarr-K. 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher Qualit?t. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit m??ig gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverh?ltnisse ungew?hnlich in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark überh?ht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale, leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut ins Verh?ltnis gesetzt ist; kunstvolle 2l?ufige Schneckenstiege. - Das Relief des Jüngsten Gerichts im Bogenfeld des WPortals sehr ?hnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. Mehrere Messingkronleuchter 17.-18. Jh. überlebensgro?e Madonna, Holz, um 1500. Andere spgot. Skulpturen in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer frgot. Aquamanile (Pferdchen) und elegante Elfenbeingruppe der Kreuzigung, 18. Jh.

[pg 223] Rathaus ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung st?dtischer Altertümer.)

Wohnh?user am Markt, bar. und rok., im übergang zum thüringischen Typus.

Marktbrunnen, Schmiedeeisen, 16. Jh.

Befestigung (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem System, einige Bastionen erhalten.

K?NIGSTEIN. K. Sachsen AH Pirna.

Stadt-K. 1810. - Festung. Die Anf?nge gehen bis ins 12. Jh. Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang nach den Pl?nen des Nürnbergers P. Buchner 1591. Die Christiansburg 1589-91 von Buchner und Irmisch. Johannissaal (?Neues Zeughaus?) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert; ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerst?rt. Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (?Gardehaus?) 1598, beide von Buchner. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg, die Magdalenenburg und die Kommandantur, ver?ndert nach Brand 1806. Bildnisse in gro?er Menge, u. a. J. R. v. Patkul und Chevalier de Saxe 1768 von A. Graff. Der 180 m tiefe Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von Joh. v. Bodt. Die Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh., vgl. K?mpfer; umgebaut 1515 und 1631. - Sch?nes Elfenbein-Kruzifix von Melchior Barthel um 1670.

K?NIGSWALDE. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. - Spgot. Schnitzaltar.

K?NIGSWARTHA. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 17. Jh. mit got. Resten. - Adlige Grabdenkm?ler in gro?er Menge.

Schlo? erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz ? 1796. Nüchterne Lisenenarchitektur. - Bildnisse des wenig bekannten aber vortrefflichen Malers Hagelgan? 1755.

C?NNERN. Pr. Sachsen Saalkreis.

Stadt-K. 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm im Kern rom. - Spgot. Taufkessel.

CONRADSBURG. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200. Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer Schema; die Nebench?re kommunizieren mit dem Hauptchor durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen. Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den Fasen Rundst?be, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen. Die gr?tigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf [pg 224] Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und S?ulen Prachtstücke blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte wechseln regellos mit spiralisch kannelierten.

CONSTAPPEL. K. Sachsen AH Mei?en.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der ?ltesten des Mei?ener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlu?wand durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). - Taufstein mit Reliefs 16. Jh. Altartafel, Beweinung, von einem nicht unbedeutenden Künstler aus der N?he Cranachs. Lebensgro?e Bildnisse Luthers und Melanchthons aus Cranachs Werkstatt.

CORBETHA. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rck. WTurm im übergangsstil.

KORBUSSEN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst ver?ndert um 1500.

KORNBERG. RB Cassel Kr. Rotenburg.

Kirche des ehem. Benedikt.-Nonnen-Klst. Ganz schmuckloser 1sch. got. Bau mit 8 (meist zerst?rten) Kreuzgwbb., Chorschlu? aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. - Zweist?ckige Klostergeb?ude um einen Hof ohne Kreuzgang.

KOSELITZ. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Dorf-K. Bmkw. Altargem?lde von C. Roesler 1800.

K?SSERN. K. Sachsen AH Grimma.

Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofj?germeister Dietrich v. Erdmannsdorf. In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf von P?ppelmann; besonders stattlich der gro?e Saal.

K?STRITZ. Reu? j. L. LA Gera.

Fürstl. Schlo? 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.

COSWIG. K. Sachsen AH Mei?en.

Pfarr-K. 1sch. Saal mit 3/8 Schlu? 1497, erh?ht und mit Volutengiebeln versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gem?ldezyklus an der Empore und der flachen Decke. - Schnitzaltar E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.

K?TIZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Herrenhaus. M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von Samuel Locke; in der Ausstattung manches Hübsche.

K?TZSCHENBRODA. K. Sachsen AH Dresden-N.

Pfarr-K. Netzgew?lbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. - Altar 1638 von Zach. Hegewald, auseinandergenommen, von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten; [pg 225] Denkm?ler 1675, 1738. - Im Dorf reizende renss. Brunneneinfassung mit Puttenrelief von Hans Walther (?).

KOTTMARSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und L?bauer Ratslogen) gleichzeitig.

KRAKAU. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. Mehrere ?lgem?lde 16. Jh. und gute Bildnisgrabsteine 17. Jh.

KRANICHFELD. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Stadt-K. 1496, 1sch. flachgedeckt, gew?lbter polyg. Chor. ?nderungen 1702. - Hübsches Gestühl 1520; Grabstein einer Gr?fin Gleichen 1570.

Schlo? (?Oberschlo??). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der ?lteste Teil der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches Quadrat, Kreuzrippengew?lbe, Ecks?ulen mit Würfelkn?ufen; die Au?enwand mit fein profilierten Lisenen. - Sonst das ?u?ere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine Menge gr??erer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. (allein an der SSeite ihrer 8). - Unterschlo? mit umf?nglichen ma. Resten, jetzt modernisiert.

KRANLUCKEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.

KRAUTHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verl?ngert. - Schlo? 1710 einfach.

CRAWINKEL. Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.

Dorf-K. im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).

KRAYENBURG. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Burg. Ausgedehnte, sehr zerst?rte Anlage. Der Palas aus der Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest. der Wartburg verwendet.]

KREINITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Schlo? seit 1776.

KREIPITZSCH. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Schlo?. 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm 1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt mit Seitenpf?rtchen 1628.

KREUSSEN. OFranken BA Pegnitz.

Pfarr-K. Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. Sakramentsh?uschen. Gro?er Altar 1688. - An der SSeite 2st?ckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.

KREUZBERG. UFranken BA Neustadt a. S.

Franziskaner-Klst. 1681-95.

[pg 226] KREUZBURG. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Nikolai-K. Rom. Apsis 1215 in sehr gro?en Abmessungen; in 7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428.

Liborius-Kap. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.

Friedhofs-Kap. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710 haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor reich renss. 1624.

Got. Klst.-K. vor der Stadt, jetzt Scheune.

Wohnh?user mit Renss.Portalen.

Stadtmauer aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.

Schlo?. Palas 1170, stark ver?ndert. Ringmauer gut erhalten, Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs.

Werrabrücke 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223.

KREUZEBER. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schlu?, Pilaster und Fenstereinfassungen in Sandstein.

KREUZWERTHEIM. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. Schnitzaltar ca. 1510-20.

Schlo? der Fürsten L?wenstein-Wertheim-Freudenberg, erb. 1736, unbedeutend und verrenoviert.

KRIEBSTEIN. K. Sachsen AH D?beln.

Schlo?. Die gut überlieferte Baugeschichte l??t 4 Abschnitte unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566 ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der Rüstkammer gut erhaltenes Wandgem?lde um 1400.

CRIMMITSCHAU. K. Sachsen AH Zwickau.

Stadt-K. 1513. Einfach behandelter wohlr?umiger Hallenbau von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgew?lbe; der unsymmetrisch anschlie?ende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. - Epitaph v. Sch?nberg 1597, reicher S?ulenbau mit vielen Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der Schule Nossenis. Halbzerst?rter Taufstein mit Reliefs, treffliche Arbeit aus 1. H. 17. Jh. - Mehrere sch?ne Kelche aus M. 15. und A. 16. Jh.

CR?BERN. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K. 1750-55, stattlich. - Denkm?ler der Familien v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh.

CROCK. Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.

Pfarr-K. (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt nicht sehr ver?ndert. - Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog. polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer sp?testgot. Taufstein 16. Jh.

[pg 227] CR?LLWITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. spgot., durch zierliches Ma?werk in den Fenstern, einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.

KRONACH. OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden, interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung. Chor 2 Joche und 5/8 Schlu?, Kreuzgwbb. mit gro?en dekorierten Schlu?steinen, 1. H. 14. Jh. - Lhs. 5jochige Halle nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. - M. 16. Jh. Verl?ngerung nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh. Bapt. 1540. - Ausstattung gro?enteils neu. In einer Seitenkap. Pietas M. 15. Jh. Grabdenkmal von 1580 von einem Nachfolger des Eichst?dters Loy Hering. - In der N?he (NO) zierliche 2st?ckige Kap. 1512.

Rathaus. Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der Plassenburg.

Wohnh?user in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.

Brunnen mit S. Michael um 1650.

Stadtbefestigung des 16. Jh. gro?enteils erhalten. Entwürfe zu ihrer Modernisierung von Balth. Neumann 1741.

Veste Rosenberg, ehem. der Bisch?fe von Bamberg. Gut erhaltene, für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage. In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus 13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487. Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel 17. Jh. Kr?ftiges Rustikator 1662 ?hnlich wie in Forchheim. (Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)

KROSIGK. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K., Ruine einer typischen rom. Anlage.

KRUKENBURG. RB Cassel Kr. Hofgeismar.

Burgruine. Bmkw. die 1126 gew?lbte sehr hohe rom. Kap. In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser, ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, schlie?en sich kreuzf?rmig an. Der got. Palas aus der Zeit des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in gro?en Teilen erhalten.

CRUMBACH. Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schlu?. Interessant der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.

KüHNDORF. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. Lhs. rck., schm?lerer 5/8 Chor mit gutem Ma?werk [pg 228] 1323. - Kanzel 1630 mit sch?nen Intarsien. - Als Gattung bmkw. die b?uerlichen Epitaphien.

Schlo?, früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau noch mittelalterl., Nebenturm renss.

KULM. Reu? j. L. LA Gera.

Dorf-K. gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs. mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.

KULMBACH. OFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439. Wohlr?umige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener Chor 2 Joche und 5/8 Schlu?. Emporen und Gwbb. des Lhs. modern (1535 h?lzerne Tonne), WTurm mit Ma?werkfriesen und Spitzhelm. - Imposanter Barockaltar mit flotten Skulpturen, am Sockel Portr?trelief des Markgrafen Christian (1603-55). Taufstein mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., vielleicht von Hans Werner von Bamberg. Grabsteine 17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgem?lde ca. 1550. - Pfarrhaus 1730.

Spital-K. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom Hofbaudirektor Fr. Grael.

Friedhofs-Kap. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und 18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.

Rentamt (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter und geschmückter Barockbau 1694. Zwei sch?ne Toranlagen.

Bezirksamt (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 Caspar Vischer.

Rathaus 16. Jh., Fassade 1752. - Einige Wohnh?user der Renss.

Stadtbefestigung teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich rot angestrichen, und Pranger.

CUNEWALDE. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. 1780. Gro?er Saalbau mit Doppelemporen. - Kanzel 1656. Bmkw. Reste von spgot. Altarplastik. Zahlreiche Grabdenkm?ler des 17. und 18. Jh.

KUNITZ. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges Altargem?lde.

Burgruine (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Glei?berg). Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des Palas erhalten.

KüNITZSCH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Einheitlich von 1706. - Zw?lf Denkm?ler 1608-1782.

KüNSBERGK. UFranken BA Mellrichstadt.

Bedeutende Burgruine, z. T. rom.

[pg 229] KUPFERBERG. OFranken BA Stadtsteinach.

Stadt-K. 1280-1300. Frgot. Basilika mit gro?em Chorturm. - Ansehnliches Spitalgeb?ude mit Kirche, 1738-42, angeblich unter Einflu? von Balthasar Neumann (?).

KüRBITZ. K. Sachsen AH Plauen.

Dorf-K. 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein au?erordentlich stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepa?t. Der Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgescho? 5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe (im ganzen 4) eingeschoben, ?u?erlich mit 3 Achteckseiten hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube, ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten ein Kamin von einfach vornehmen Formen, die als Hermen fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche Arbeiten). Die Formen au?en und innen ernst und schlicht, mit manchen got. Nachkl?ngen; z. B. die Fenster der unteren Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Ma?werk. Aufwendiger nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung, übrigens von strengster Behandlung. - Altarwerk aus der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500. - Kanzel bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in ?u?erstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von puritanischer Einfachheit und Trockenheit. - Familiengruft der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von 1511 ab. In der Kirche ?lportr?ts derselben Familie aus 17. und 18. Jh. Vierflügeliger Altar um 1500 (schlecht rest.).

KüRNACH. UFranken BA Würzburg.

Pfarr-K. 1723, vielleicht nach Angaben B. Neumanns. Eingezogener Chor mit 3seit. Kappenschlu?, im N und S Sakristeien, Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster mit reicher Hausteinumrahmung. - Im Dorf 4 Bildst?cke, einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich die gro?e Freigruppe der Kreuzigung bei der Grie?mühle, Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766.

CORSDORF. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.

KYFFH?USER. Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.

Burgruine. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf [pg 230] h?heres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur noch die Grundmauern zu erkennen. - Die Kapelle von derselben einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend.

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