MoboReader > Literature > Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914

   Chapter 2 Viertel.

Handbuch der deutschen Kunstdenkm?ler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914 By Georg Dehio Characters: 158176

Updated: 2017-12-04 00:02


voll. vollendet.

W w West, westlich,

whgest. wiederhergestellt.

zerst. zerst?rt.

[pg 1]

A

ABLASS. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg. Fenster E. 13. Jh., seine W?lbung in spitzbg. Tonne 14. Jh. Wohlerhaltenes rom. SPortal, dessen 2 S?ulen mit zierlichen Bl?tterkapitellen. Im übrigen anspruchsloser Umbau in sp?tester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken aus dem 1539 aufgel?sten Cisterc. Frauen-Klst. S?rnzig) und A. 18. Jh. - Sakramentsnische um 1480; gro?es Holzkruzifix in kraftvollen Formen um 1560; Altarkruzifix Mei?ener Porzellan bester Zeit.

ABTERODE. RB Cassel Kr. Eschwege.

Pfarr-K. Spgot. Seit 1809 Ruine.

[K. des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]

ABTL?BNITZ. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Wesentlich noch der rom. Urbau, flachgedecktes Schiff, stark eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber der Turm. - Spgot. Schnitzaltar A. 16. Jh. Kanzel in Renss.-Formen.

ABTSWIND. UFranken BA Gerolzhofen.

Protest. Pfarr-K. Spgot. mit jüngeren Ver?nderungen. Am WTurm sehr hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter Laterne und doppelter Kuppel. - Bmkw. Schnitzaltar um 1500; im Schreine gro?es Relief der Pietas, kraftvoll und originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei der Au?enseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert. - Eine zweite, vollplastische Pietas. - Reste von Gaden. - Im Ort charakteristische Hoftore.

ACHELST?DT. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.

Dorf.-K. modern bis auf den rom. Turm an der SSeite, die Ausbildung der Schall?ffnungen f?llt durch Güte der Arbeit auf.

ADELSBERG. UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. Turm 1335, im Untergescho? Sakristei. Langhaus 1732. Altarbl?tter von G. M. Bolster 1737. über dem Westeingang Rotsandsteinfigur St. Laurentius um 1400.

[pg 2] ADELSBORN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schlo?. Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.

ADELSHAUSEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende quadr. Chor ?lter.

ADOLFSECK siehe Fulda.

AHORN. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Pfarr-K. Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm des letzteren mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das Lhs. mit geputzter Flachdecke. - An den Chorw?nden Bronzetafeln mit Wappen und Inschr., von Grabsteinen abgel?st. Wandgrab (Sandstein) des Wilhelm v. Streitberg 1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbesch?ftigten Nürnbergers Hans Werner (unter Mitwirkung seines Schwiegersohnes Veit Dümpel aus Altenstein). Wandgrab des Wilh. Ludwig v. Streitberg ? 1638, Holz in steingrauem Anstrich.

Schlo?. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut 1621 von W. v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der Traufe nach vorn; m?chtige runde Flankentürme mit überkragendem 8eck. Aufsatz und Haubendach. Mobiliar 17. und 18. Jh.

AIDHAUSEN. UFranken BA Hofheim.

Dorf-K. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen Lhs.Decke gute Stuckatur um 1770. Gute Holzfig. des hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte Glocken, eine mit Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. - In der N?he mehrere Bildst?cke.

ALACH. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. 1405. 1sch. mit Achteckschlu?.

ALBERSDORF. UFranken BA Ebern.

Dorf-K. Gutes Beispiel einer Sp?tbarocklandkirche; um 1720; mit gutproportionierter Fassade.

ALBERSRODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. rom. Turm mit gekuppelten Schall?ffnungen zwischen spgot. 3/8Chor und dem Schiff von 1823, Altarwerk mit Figuren, au?en Gem?lde von einem eigenartigen Cranachschüler.

ALBSHAUSEN. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgew?lbe mit skulpierten Schlu?steinen. Umbau für Emporen 1714.

ALEXANDERBAD. OFranken BA Wunsiedel.

Brunnenhaus 1782 von Riedel nach ?franz?sischer? Bauart.

ALITZHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Dorf-K. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im Dorf Bildst?cke von 1581, 1682 und um 1750 (gut).

[pg 3] ALKERSLEBEN. Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.

Dorf-K. westl. Teil 12. (?) Jh., ?stl. Teil sp?tgot. 16. Jh.

ALLENDORF b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.

Dorf-K. Schnitzaltar der Schule von Erfurt (?) M. 14. Jh. Ein gleicher aus der Schule von Saalfeld 1485, Flügel beiderseitig bemalt.

ALLENDORF a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Stadt-K. 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637, bei welchem Gwb. und Pfll. zerst?rt wurden (Anschlu? der Kappen an die Schildwand noch sichtbar), 1sch. mit flacher Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der Mittelachse nach S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade n?rdl. am Sch. bez. 1427. 1898 durch Sch?nermark restauriert.

Wohnh?user nach Brand 1638, in gro?er Zahl klassische Beispiele des Fachwerkbaus.

Totenhalle a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.

Ringmauern. Ehemals doppelt. Die innere vollst?ndig erhalten, 3 Tortürme neuerlich abgebrochen.

ALLENDORF. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Kirche hübscher Bau A. 18 Jh.

ALLENDORF. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Ehem. Cisterc.-Nonnenklst., gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt zu l?ndlichen Geb?uden vernutzt. - Im Dorf alte Fachwerkh?user - Die Burg Frankenstein ohne Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb. 1888!).

ALLMENHAUSEN. Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.

Dorf-K. bez. 1581. - Grabmal zweier Herren von Schlotheim 1589, 1619.

ALLSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Johannis, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. Chor, Emporen in 3 R?ngen, gro?er Kanzelbau über dem Altar.

S. Wigperti, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg zerst?rt; der spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten der breite rom. Turm auf rck. Chor, im Obergescho? an den Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3 Kuppelfenster, deren feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der Teilungss?ulchen, in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen Charakter des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk verschleppt?

Rathaus. Im Erdgescho? spgot. Portal von 1472; das übrige 16. und 17. Jh; die Vert?felung des Sitzungssaales 1672.

Schlo?. Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz; zuletzt bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die H?nde der Landgrafen übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr [pg 4] ausgedehnte Geb?udekomplex aus dem sp.Ma. und der Renss.; ma?voll rest. Das Obergescho? des hinteren Schlosses hat E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von welcher die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind (?hnlichen Charakters wie in Schlo? Eisenberg); ferner ein Kamin, gu?eiserne Ofenplatten, mehrere M?bel; Porzellane und Tapeten aus 18. Jh.; reizender Ofenschirm von 1720.

ALMSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche sp?trom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend, die alte Apsis abgebrochen. Au?en 2 Inschr. über Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine (Almosen) Stiftung 1377 in Majuskeln.

Steinkreuz mit Schwert.

ALSBERG. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Kap. zum hl. Kreuz, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten als Begr?bnisst?tte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt, polyg. Chor, deformiert, wenn auch im Kern alt. - Hochaltar E. 17. Jh.

ALSLEBEN (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Stadt-K. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose, Turm.

ALSLEBEN (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Die vorm. Kloster-K. abgetragen. Ein rom. Tympanon (L?we und Drache durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode gebracht. Ebendort ein merkwürdiger rom. Taufstein, 8seitig, mit rohen Reliefs.

ALTBESSINGEN. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist. Stuckaturen). Einheitliche Altarausstattung um 1690. Ger?te augsburgisch, von F. X. Stipeldey.

ALT-BURXDORF. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einflu? von Klst. Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. Schiff u. rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel 3 spitzbg. Fenster, darüber Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt mit vortretenden Anf?ngern. - Holzbildwerke des spgot. Altars.

ALT-CHEMNITZ. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. rom. Portal 13. Jh. Altarwerk A. 16. Jh.

ALTENBACH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest. 1695 und 1838. - Holzfigg. von einem spgot. Flügelaltar.

[pg 5] ALTENBERGE. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. spgot. - Stattliches Epitaph aus Stuck für A. L. v. Schwarzenfels ? 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter Ofen aus Gu?eisen A. 17. Jh.

ALTENBEUTHEN. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher rom. Taufstein.

ALTENBURG. Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.

Unterkirche (S. Bartholom?i). Von den Hussiten 1430 zerst?rt, 1459 wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze SSeite) umgebaut. 3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was für die vermutete Benutzung des ?lteren Chors im 13. Jh. sprechen würde) und ungew?hnlichem ?stl. Abschlu?: das Mschiff schlie?t mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die Sschiffe abgeschr?gt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte Doppeltürme). - Unter dem südl. Ssch. als überrest einer rom. K. weit kleineren Ma?stabes eine Krypta; quadr. mit 4gr?tigen Kreuzgew?lben zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze aus 4 derben Rundpfeilern gebündelt; anschlie?end 1/2kr. Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh.

Oberkirche (Franziskaner). 1sch. Anlage vor 1238, sehr schlicht behandelt, Ver?nderungen A. 16. Jh.

Bergerkloster (Augustinerchorherren) gew. 1172; durch Brand 1588 zerst?rt; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des Lhs. erhalten. Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder Nachahmung von Sandsteinmotiven in Backstein. Die Backsteine scharriert ?hnlich wie an den ?ltesten Backsteinbauten an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine regelm??ige kreuzf. Basilika im gebundenen System gew?lbt. Die hohen Türme haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar gekuppelter Fenster, breite Ecklisenen und Stockwerkteilung durch Bogenfriese.

Von der ehemaligen Nikolai-K. nur der breite WTurm übrig, rom., mehrfach umgebaut.

Rathaus 1562-1564 vom weimarischen Hofbaumeister Nik. Grohmann; geh?rt zu den künstlerisch bedeutendsten Rath?usern der deutschen Renaissance; 1663 renoviert. Gr. ann?hernd quadr. Die Komposition der Hauptfront erinnert an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des Dachgesimses allseitig frei werdend und das Geb?ude weit überragend; Kr?nung mit einfacher welscher Haube; im Erdgescho? 4eck. Vorbau mit Balustrade. Das Hauptgeb?ude tr?gt ein m?chtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert (Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchh?user. Weiterer [pg 6] Schmuck: zwei Eckerker und mehrere Portale in italisierenden Formen. Am NOErker ein Fries mit nackten Knaben, an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd; der entsprechende Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die Halbfiguren der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die Fenstergew?nde gotisierend, das Dachgesims im Verh?ltnis zu sonstigen deutschen Bauten der Zeit ungew?hnlich hervorgehoben: das Motiv des dorischen Frieses allerdings mi?verstanden. - Inneres. Im Obergescho? Vorsaal von m?chtiger Erscheinung, durch 3 Holzs?ulen in 2 Schiffe geteilt; Einfassungen der Türen aus Stein.

Amtshaus 1725. Magdalenenstift 1665 als herzogl. Witwensitz.

Wohnh?user aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse 2; aus 17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schm?llersche Str. 14b; 18. Jh.: Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und besonders stattlich das v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.

Herzogl. Schlo?. Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige sehr gro?e Komplex aus 15.-18. Jh. - Schlo?kirche (mit Kollegiatstift). Im Unterbau Reste aus 12. Jh.; Chor 1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4 Langjoche und 5/12-Schlu?; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor au?en mit überaus reicher, wenn auch handwerkm??ig trockener Dekoration der Streben. Das innere ohne h?heren architektonischen Gehalt, aber malerisch von gro?er Wirkung, wozu die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen Ausstattungsstücke wesentlich beitragen. Im Hochaltar Grablegung Holz bez. CTR 1647. Das Chorgestühl (1516, überarbeitet 1576) gerade in seiner Stilmengerei nicht ohne Reiz; prachtvolle Orgel 1735 von G. H. Trost; Kanzel 1595; Grabmal des Markgrafen Wilhelm II. (? 1425) ursp. freistehende Tumba; Grabplatte der Kurfürstin Margarethe (? 1486) Bronze, die lebensgro?e Figur graviert, der Rahmen in flachem Relief, mit gro?er Wahrscheinlichkeit als Jugendwerk Peter Vischers anzusprechen. Auch unter den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. - Hauptschlo?. Der von den Zeitgenossen gerühmte Bau Friedrichs des Weisen (seit 1518) durch die Bauten von 1606 ff. und 1706 ff. gro?enteils beseitigt. Von 1530 (?) der Rest der Hofgalerien im N der Kirche; interessante Verdeutschung r?mischer Vorbilder; im Erdgescho? Rundb?gen auf toskanischen Rustikas?ulen, in den folgenden Geschossen von sukzessive abnehmender H?he Korbb?gen, zuletzt jonische S?ulen. Die jetzige Haupterscheinung bedingt durch den Umbau 1706 bis 1744; Architektur von G. S. Vater, Malereien von J. H. Ritter, Stuckaturen von den Brüdern Castelli; [pg 7] der Brand 1864 hat im Innern vieles besch?digt. Von den sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das Sch?nhaus, ein Kasino im Sinne r?mischer G?rten.

ALTENBURG b. Bamberg OFranken.

Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen Burg moderner Phantasiebau.

ALTENBURG. RB Cassel Kr. Melsungen.

Burgruine. Rundturm von 1388.

ALTENBURG b. Naumburg, Pr. Sachsen.

Spuren der 1010 zerst?rten Burg des Markgr. Gunzelin.

ALTEN-DAMBACH. Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.

Dorf-K. 1617 ?hnlich Hinternah.

ALTENDORF. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K. 18. Jh. mit sp?tgot. Turm. Befestigter. Kirchhof, Wehrgang, Scharten.

ALTENG?NNA. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. des 17. Jh. - Schnitzaltar um 1500, einer der besten des Gebietes, auch gut erhalten.

ALTENGRONAU. RB Cassel Kr. Schlüchtern.

Wasserburg mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz.

ALTENHASSLAU. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Martins-K. (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr. flachgedeckt; im O starker Turm; dessen gew?lbtes Erdgescho? als Altarhaus. - Innere Ausstattung 1752.

Lutherische K. 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert.

Amtshaus bez. 1593 und 1684.

ALTENHOF. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit Apsis, auch noch einige Detailsrom. - Sch?ner Kelch A. 16. Jh.

ALTENKUNDSTADT. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. spgot. ursp. Hallenbau, sp?ter die Pfeiler ausgebrochen und Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl Grabsteine aus 16. Jh.

ALTENRODA. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das Schiff nach ?der Architektur und Direktion? des Pfarrers H. G. Zincke 1718, der seit 1711 mehrere Kirchen (Gro?wangen, Wippach) gebaut.

ALTENSCH?NBACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Prot. Dorf-K. Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) von 1496; Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten Balkendecke viele Wappen des fr?nkischen Adels. - Epitaphe der Frh. v. Crailsheim und Geier; hervorzuheben das in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.

[pg 8] Burg der Crailsheim sp?tmittelalterliche Wasseranlage mit quadr. Bergfried und polyg. Bering.

ALTENSTEIN. Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.

Schlo?. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der ma. Burg schwache Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage von 1798-1803 und für diese Zeit bezeichnend; chinesisches H?uschen, aber auch schon Ritterkapelle, Sennhütte, Aeolsharfe. Sch?ne steinerne Halbrundbank mit Büste der Herzogin Charlotte Amalie 1801.

ALTENSTEIN. UFranken BA Ebern.

Ehem. Dorf-K. (au?er Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes Beispiel einer intakten Renss.-Kirche kleinen Ma?stabes.

Burgruine. Das m?chtige, weithin sichtbar gelegene Stammschlo? der Stein zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien. In dem von einem tiefen Graben umschlossenen Mauerring noch gro?e Reste einer starken Renss.-Befestigung (2 gro?e Tortürme), sowie ein m?chtiger sprom. Bergfried (quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente der stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.

ALTENSTEIN. RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Schlo?, jetzt F?rsterhaus. Die ?ltesten Teile der Ruine nach 1438. Wohnbau bez. 1620.

ALTERSHAUSEN. Sachsen-Koburg LA Coburg.

Dorf-K. Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem Chor.

ALTHAUSEN. UFranken. BA K?nigshofen.

Dorf-K. Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erh?ht; Langhaus 1693. - Deckengem?lde (Triumph des Kreuzes) von Joh. Peter Herrlein, gegen 1777.

ALTH?RNITZ. K. Sachsen AH Zittau.

Schlo? 1650-54 von Meister Valentin in Zittau für den Zittauer Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen und gro?zügigen Geb?udes steht in den Hauptmotiven in der Tradition der deutschen Renaissance; 3geschossiger Hochbau auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kr?ftig und zugleich flüssig gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den Schmalseiten; 1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe lag im Innern).

ALTJESSNITZ. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. In der Anlage rom. Der spgot. Schnitzaltar von den besseren.

ALTMüGELN. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. ?ltester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und Langhaus unter B. Johann VI. von Mei?en (1487-1512). Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl. unausgeführt; jetzt Flachdecke[pg 9], mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor reiches Netzgwb. - Bmkw. Grabdenkm?ler 1536, 1579.

ALTOSCHATZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschlie?ende Rundbau alter Karner (?) - Stattliche ren. Grabdenkm?ler aus Dresdener Werkstatt 1578, 1599; geringer das von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785. [Spgot. Flügelaltar im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]

ALTSCH?NFELS. K. Sachsen AH Zwickau.

Burg. Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. - Ausstattung 17. Jh. Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte Balkendecken auf reich behandeltem St?nder.

In der Dorf-K. Altarwerk um 1500 und Grabsteine der v. Wilkau A. 17. Jh.

ALTSTADT. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl sprom. Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten; die Einzelheiten an die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd. Unterspitzer Triumphbg. und 1/2kr. ?ffnungsbgg. der ehemaligen Seitenapsiden. - Altarwerk 1664. Reste eines spgot. Schnitzaltars auf dem Kirchenboden.

ALTZELLE. K. Sachsen AH Mei?en.

Cisterc.-Klst. (Ruine). ?ltestes und baugeschichtlich wichtigstes der Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngeb?ude bezogen, 1198 Weihung der K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. s?mtlicher Hauptgeb?ude, 1540 Aufl?sung des Klst., 1599 Blitzschlag und Verfall. - Kirche. Erhalten nur 2 Bruchstücke der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in diesem Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik glaubt Stiehl einen italienischen Werkmeister zu erkennen). An Stelle des alten Chors 1787-1804 Mausoleum in nüchtern klassizistischen Formen. - Kreuzgang und Klostergeb?ude (wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgeb?ude. Am besten erhalten das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. Das Tor; rom.; bedeutende Abmessungen; Gew?nde (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; Basaltquadern mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit Basaltrundst?ben, Basalts?ulen mit Würfelkapitellen. Winter-Refektorium (jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang und in gleicher Flucht mit dem Paradies der Kirche. Werkstoff Backstein. Anlage ?hnlich Maulbronn. Niedrige in 2 Sch. kreuzgew?lbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt und 1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten WWand Strebepfeiler aus Backstein, an der OWand die frgot. [pg 10] Konsolen und rundbg. Schildbogen des ehem. Kreuzgangs. Das spgot. (1506) erneuerte Obergescho? ein holzget?felter Saal mit gro?en Vorhangbg. - Andreas-Kap. (Wettinisches Erbbegr?bnis) an der SWEcke der K. nur in den quadr. Grundmauern erhalten. - Vom Sommer-Refektorium auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit 4 hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom. Portale in die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das Kapitelhaus an der OSeite war ein rom. Steinbau. - Skulpturen: a) im Mausoleum 4 wettinische Hochrelief-Grabplatten um 1300, prachtvolle frgot. Gew?lbeschlu?steine, Reste von h?lzerner Altarplastik um 1500 [ein vollst?ndiger Flügelaltar in Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten A. 15. Jh.; c) im Garten got. Bets?ule um 1300.

ALZENAU. UFranken BAmtsstadt.

Pfarr-K. 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngeb?ude.

AMALIENRUHE b. Meiningen.

Herzogl. Gutshof. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.

AMMELSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im Turm gekuppelte spitzbg. Fenster.

AMMERBACH. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Dorf-K. mit rom. OTurm über dem Altar. Gro?es spgot. Altarwerk mit Doppelflügeln.

AMMERN. Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.

Dorf-K. modern. Bmkw. Taufstein A. 14. Jh.

AM?NEBURG. RB Cassel Kr. Kirchhain.

[Kathol. K. Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche aus sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]

Schlo?. Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, 1762, 1866. Noch immer gro?artige Ruine.

AMORBACH. UFranken BA Miltenberg.

Benediktinerabtei-K., jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt als Umbau einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern des Lhs. beibehalten. Der WFront eine Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom. die 3 Freigeschosse der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen, Detail ohne Feinheit. - Der neue Plan vom kurmainzischen Hofarchitekten General v. Welsch, ausgeführt vom F?hnrich Schick, der anscheinend auch einige Um?nderungen vornahm. Kreuzf?rmige Basilika von 4 Joch im Lhs. Die breiten Pfll. mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit Stichkappen ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile durchweg von m??igem Relief. - Im Chor setzt sich das System des Lhs. in 2 Joch fort, Schlu? 1/2kr. - Das Bedeutendste [pg 11] an der K. ist die in unübertroffenem Gleichma? der Gesamtwirkung durchgeführte Dekoration. Sie rückt den Bau in die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die Stuckierung von J. M. Feichtmayer und Gg. Uebelher. (Beide aus der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ans?ssig, letzterer vorher in den ?reichen Zimmern? der Münchener Residenz und der Klst.K. Diessen t?tig). Sie vertritt die deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist wei?, hie und da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus bla?rot gestreiftem Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den Deckengem?lden zugewiesen; voll. 1749 von Math. Günther aus Augsburg (einem Schüler der Asam, auch von Tiepolo beeinflu?t; bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen flüchtig und maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich angepa?t. Die Seitenalt?re stehen zum Glück nicht an den Schiffspfeilern, sondern an den Seitenw?nden unter den Fenstern; die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen sehr unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von Künstlern aus Würzburg. Ebendaher die Kanzel von Joh. Wolfg. van der Auwera und die prachtvollen Abschlu?gitter des Lhs. von Gattinger. Verh?ltnism??ig sehr einfach die Chorstühle; ein Teil soll zu Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K. umgearbeitet sein.

Klostergeb?ude. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür im 2. Gescho? der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen Korridor über dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 S?ulchen von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., erhalten. Die Hauptgeb?ude aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten von Leiningen) gro?, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw. der Bibliotheksaal von ca. 1790.

Kathol. Pfarr-K. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem im Rok. selten angewandten Hallensystem, ?hnlich S. Peter in Mainz, beide vermutungsweise von Jos. Val. Thoman; das ?u?ere in Quadern von rotem Sandstein, durch Doppelpilaster gegliedert, von guter Wirkung die mit der Chorapsis gruppierten Türme. Deckengem?lde von Zick. Die trefflichen Skulpturen des Hochaltars von Joseph Keilwerth aus Würzburg (einem sonst unbekannten Künstler); besonders der h. Sebastian durch feine Empfindung und ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgen?ssischen Produktion hervorragend. - Klostermühle 1448. (Inschr.)

Kurmainzisches Amtshaus mit dem Wappen der Erzbisch?fe Dither v. Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).

[pg 12] AMORSBRUNN bei Amorbach. UFranken.

Kapelle. 1521. Geschnitzter Flügelaltar mit der Wurzel Jesse, recht gute Arbeit um 1500.

AMSDORF. Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.

Dorf-K., rom. Turm zwischen Schiff und Apsis.

ANNABERG. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Anna-K. 1499-1520. Hauptbaumeister Peter von Pirna (?), seit 1515 Jakob von Schweinfurt. - 3sch. Halle von 7 Joch auf 56 m L., ?stl. Schlu? in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die Sschiffe sind fast ebenso breit wie das Msch., doch sind die Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen sie steinerne Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S im Erdgescho? geschlossene Sakristeien und über ihnen gegen das Sch. ge?ffnete Kapp. Die Unregelm??igkeiten durch schr?ge Stellung der WWand und den im SW einspringenden Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende Empore ausgeglichen. Breite: H?he = ca. 25: 20, die Pfll. sehr schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das Kreuzgwb. m?glichst als Einheit behandelt; hergestellt von Barthel v. Durbach und Conrad v. Buttigen (Büdingen?). Ihre Rippen, auch in der Grundri?projektion gekrümmt (sog. ?gewundene Reihungen?, für die s?chsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ans?tze an den Pfll. mit gesuchter Willkür in ungleichen H?hen, auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte Schlu?steine. Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. der südl. Sakristei. Ausgepr?gte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die Fenster schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen Fischblasen. Das ?u?ere von fast ?rmlicher Schlichtheit; Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische Absicht des stilgeschichtlich wichtigen Geb?udes ist nur im Innern zu erkennen; sie geht auf Schaffung eines weiten, übersichtlichen, rhythmisch wenig bewegten Raumbildes bei Unterdrückung der ?organischen? Strukturformen.

Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene plastische Schmuck, jedoch in freierem Verh?ltnis zu den Strukturformen, als in der echten Gotik. - Die ?sch?ne Tür? am n?rdl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597 vom Franziskaner-Klst. hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder beschr?nkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken [pg 13] sich entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna, darüber zwei Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs und seiner Gemahlin; im Hauptfeld über dem Türsturz die Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Scho?e des Vaters, umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Ch?re), tiefer der h. Franz und die h. Clara; in der Kr?nung Moses, Johannes, Adam und Eva, über der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso klare als freie Komposition, die Energie der sehr pers?nlichen Stilisierung, der poetische Schwung der gegenst?ndlichen Auffassung bringen dies Werk dem Besten der zeitgen?ssischen deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die Identit?t mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer Pulthalter im Dresdener Museum. - Tür der ?alten? Sakristei; vollendet 1518 in der Zeit der Bauleitung durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes gr??eres Werk der Renss. in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got. Erinnerungen fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der ?sch?nen Tür? nahe, besonders frei und glücklich die Familienszene zwischen Anna und Maria. - Von derselben Hand oder mindestens aus derselben Werkstatt der Taufstein (ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in genauer Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende nackte Engel, am Fu? Taufkinder. - Die 100 Felder der Emporenbrüstung (1514-1517) mit Reliefs von Franz von Magdeburg; die ausführlichste Illustration des Neuen Testaments, die je in monumentaler Form versucht worden; ferner die Lebensalter. - Stuhlwerk von 1526, nicht mehr vollst?ndig. - Singechor 1688 von J. H. B?hme. - Kanzel 1516, noch rein got.

Alt?re. a) Hauptaltar. 1522 von Adolf Dowher (Daucher) in Augsburg angefertigt, die architektonischen und ornamentalen Teile vielleicht nach Entwurf Peter Fl?tners; entschieden gewollte aber noch nicht ganz gekl?rte Renss.; Archt. aus mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer Kalkstein; Hauptgegenstand Wurzel Jesse. - b) Bergaltar (im n?rdl. Nebenchor) 1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer FrRenss. Das zweite n?rdl. Flügelpaar hat Gem?lde mit Motiven aus Dürers Marienleben. - c) Münzeraltar (im südl. Nebenchor) 1522, dem vorigen ?hnlich. - d) B?ckeraltar (zun?chst dem vorigen). - e) Pflockscher Altar nach 1521, durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung des Schongauerschen Kupferstichs. - f) Altar des Münzmeisters Melch. Jomisch 1537.

Epitaph für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.

[pg 14] Berg-K. S. Marien. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582; Halle; die Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte Renss. - Altarwerk der B?ckerzunft A. 17. Jh., sp?ter entstellt. Sch?ner Intarsia-Stuhl.

Hospital-K. 1683, architekturlos. - Bmkw. Gem?lde der Cranach-Schule 1557.

Rathaus. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. - Erzgebirgsmuseum.

ANNABURG. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Kirche got., bar. ver?ndert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert mit bar. Grisaillemalerei. - Taufstein 1674; Orgel rok.

Schlo? an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August. a) Das vordere Schlo?, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken und über dem Mittelportal schwere Rundtürme. An der offenen vierten Seite steht b) das hintere Schlo?, vierst?ckig, nicht gro?er Mittelhof mit offener Loggia auf S?ulen; 3 Risalite mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache Renss.-Portale mit Stuckdecken.

ANNERODE. Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Erster Bau voll. 1269. Neubau nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore. Ecke mit figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr. Mustern.

ANZEFAHR. RB Cassel Kr. Kirchhain.

Dorf-K. 1711 mit spgot. polyg. Chor.

APFELSTEDT. Sachsen-Gotha LA Gotha.

Kirche spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491, der Turm n?rdl. des Chors. - Sakramentsnische 1434, darüber Kreuzigungsgruppe.

APOLDA. Sachsen-Weimar Bezirksstadt.

Stadt-K. spgot. infolge ?fteren Umbaues ohne Interesse.

Rathaus M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.

ARNSHAUGK. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Dorf-K. Taufstein 1688. - Altargem?lde (Kreuzigung) von Paul Keil 1616.

ARNSTADT. Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.

Liebfrauen-K. Baunachrichten fehlen. N?chst dem Dom von Naumburg, jedoch in bedeutendem Abstand, der bedeutendste Bau Thüringens aus dem 13. Jh., sehr lehrreich für das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er zerf?llt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus sprom., Qsch. und Chor entwickelt got. 1. Langhaus. Schwankende Bauführung und wiederholte Restaurationen (im 19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den Bauhergang ?u?erst unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A. 13. Jh. [pg 15] ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter Einflu? des Halberst?dter Doms (so Giesau). Er ?u?ert sich in ver?nderter Pfeilerbildung, Verl?ngerung um 2 Achsen, Einführung von Emporen über den Seitenschiffen, welche jedoch nicht als selbst?ndige Geschosse ausgebildet sind; sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen sehr schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest. 1888. - Die WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie bildet bis zum Abschlu?gesims des Hochschiffes eine ungegliederte Masse; die einzige ?ffnung das sehr ansehnliche Portal, das seine Gestalt erst zum Schlu? dieser Bauzeit erhielt (in got. Zeit ver?ndert, jetzt rom. rest.). Die Wendeltreppen der Türme enthalten alte Türen, auf eine S?ngerbühne über dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen f?llt indes mit der Mitte der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung der Fassade. Das letzte, was die rom. Bauperiode ausführte, war der südl. der beiden Türme. über einem niedrigen 4 seitigen Gescho? zwei 8 seitige, auslaufend in 8 kleine Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide emporsteigt. In der Kraft und Leichtigkeit der Verh?ltnisse und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe verwandt den Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail stehen sp?tromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von verschiedener Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe Einteilung, doch gr??ere H?he der Geschosse; die obersten schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt aus der rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch. (welches damals noch das alte), sondern westl. desselben über dem letzten Joch des Langhauses; daher auch der verschoben quadratische Grundri? (das zerst?rt vorgefundene oberste Gescho? freie Komposition von 1890). - 2. Querschiff und Chor sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant und begonnen. Sie erstreben m?chtigere Raumentwicklung, ohne jedoch zu den ?lteren Bauteilen (wie so oft!) in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. dürfte sich den Grundmauern des einstigen romanischen anschlie?en, nur sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. ihm gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip der Halle, d. h. in allen 3 Schiffen in gleicher H?he, das System des Qsch. fort. Hierauf schlie?en die Abseiten mit Kapellen in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt sich ein quadr. Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schlu?. Das Ergebnis ist bei [pg 16] beschr?nkter Grundfl?che eine sehr bedeutende Raumwirkung (die ?hnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.). Die Form der Rippen spricht für Vollendung im vorgerückten 14. Jh. - Nach der 1309 erfolgten übergabe der K. an einen Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl. Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher H?he, die mittlere durch Fialen und Giebel über jeder Polygonseite ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ans?tzen). - An der NSeite 2 pr?chtige Portale, ein gr??eres an der QschFront, ein kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. - Doppelflügeliges Altarwerk im südl. Nebenchor, bedeutendes Stück, bez. 1489 (wohl von Jakob Naumann); im Schrein Marienkr?nung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgem?lde, ist nicht festgestellt. - Der n?rdl. Nebenchor enth?lt die Gr?ber der Grafen v. Schwarzburg. Hauptstücke: gro?e Tumba Günthers XXV. ? 1368 und seiner Gemahlin Elisabeth ? 1381, die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der Spitze ein b?rtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog. ?treuer Eckardt? (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab Heinrichs IV. in Breslau, Kreuz-K.). - Gro?es Prachtepitaph Günthers XLI. und der Katharina v. Nassau, errichtet 1590. - Skulpturen. Am Portal des n?rdl. Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I. und sein Sohn Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben dem Portal des n?rdl. Qsch. 2 Fürstenstatuen, m?nnlich und weiblich, E. 13. Jh., von m??igem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen.

Oberkirche (Franziskaner) beg. 1246. - 1sch. Rck. 11 m br., 60 m l, Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der L?nge sehr gute Akustik. Der Chor nicht abgesondert. Fenster nur an der NSeite und der Schlu?wand. Vortreffliches Ma?werk. Eing?nge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der schlicht, fast roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand erst 1461 angefügt. - Epitaph des G. Fischer 150S; bmkw. durch gute Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. - Flügelaltar 1594, das Gem?lde niederl?ndisch. Zahlreicher die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17. Jh.: 3geschossiger Hochaltar mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz; Taufstein mit 5 m hohem Baldachin; der fürstl. Kirchenstand, ein auf 6 S?ulen ruhender, sehr reich behandelter Einbau; der adlige Kirchenstand; die Gemeindeempore in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksm??ig.

[pg 17] Neue Kirche. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur h?lzernen Decke mit Emporen angefüllt.

Gottesacker-K. 1738-43. Typisch für die thüringischen Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der L?ngsachse verschobenes Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen. Auf dem Friedhof bmkw. Grabsteine des 16.-18. Jh.

Neidechsburg. Ehem. Wasserschlo?, die Gr?ben und der runde Bergfried erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60 nur wenige Reste erhalten, darunter hübsches Portal.

Fürstl. Schlo? neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau mit gro?em Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern; Porzellane.

Rathaus. 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt unter dem Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe mit s?ulengestütztem Erkervorbau; in Nischen 2 got. Statuen, Erfurter Arbeit um 1730 in der Art des Joh. Gehart.

Zierbrunnen. 1573.

Bürgerh?user. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steins?ulen 1585. Von der ma. Stadtbefestigung das Riedtor und das Neutor.

ARNSTEIN. UFranken BA Karlstadt.

Stadt-K. S. Nikolaus. Gotisierend 1617, nach W erweitert 1725. Gute klassizistische Seitenalt?re von Georg Winterstein in Würzburg 1790. Reicher, meisterhafter Orgelbau um 1700 aus der Karmeliter-K. in Würzburg. - Deckengem?lde im Chor von S. Urlaub 1726. ?lteste Glocke 14. Jh.

Wallfahrts-K. Maria-Sondheim. Erb. M. 15. Jh., unvollst?ndig ausgeführt. Jetzt gro?er 1sch. Raum, etwas vor der Mitte durchquert von einer 3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen Ans?tze zu Gew?lben (geplant war 3sch. Hallenkirche). - Deckengem?lde: Schlacht bei Lepanto mit Maria Victoria, bez. J. Ph. Rudolph 1770. Im Ossarium 2 interessante Steinreliefs von der alten Kanzel, Johannes und Markus in Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil verwandt der Backofenschule (der das Werk übrigens nicht angeh?rt). Sch?ne Sandsteinmadonna um 1410, typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei um 1480. - Grabdenkm?ler in sehr gro?er Zahl und z. T. hoher Qualit?t, am reichsten vertreten die Familie v. Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag vernutzt, jetzt im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere au?en. Von Bildnissteinen hervorzuheben: W. U. v. H. 1447, fast vollrund, starre Frontalansicht; Konrad v. H. 1502; [pg 18] Ludwig v. H. 1517. Von Epitaphen: Philipp v. Hutten (1546 in Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von Loy Hering in Eichst?tt; Bernhard v. H., Art des ?lteren Peter Dell; Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (P. Dell, wahrscheinlich der Jüngere); vom selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; Stephan Zobel mit Frau und Kindern 1597. - ?lberg um 1500, besser als die meisten dieser Gattung.

Schlo? (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden, Wohnbau M. 16. Jh., im Innern einiges zu beachten. -

Rathaus. 1520, wiederholt ver?ndert, namentlich 1753.

Spital, gro?e Anlage von 1713-30.

ARNSTEIN. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe, Fenster rck. mit Kreuzst?cken, im Erdgescho? rippenlose Kreuzgew?lbe.

ARNSTEIN. Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.

Burgruine. Eine der gro?artigsten am Harz; der spgot. Palas 5 st?ckig erhalten.

ARTERN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Marien-K. in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. ?ltester Bestandteil der jetzt in der M. stehende Turm auf oblongem Gr.; in seinem oberen freien Teil hat er auf der breiten Seite 3 Paar gekuppelte Rundbogenfenster, an der schmalen Seite 1 Paar; im Erdgescho? spitzbog. Kreuzgwb.; nach O und W ?ffnet er sich in gro?em Spitzbg. Im O ein platt geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom., jetzige Gwbl. und Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als der Turm, 1sch., polyg. WSchlu?. Fenster noch spitzbg.

S. Veit in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelm??iges lat. Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor (ohne Apsis) spitzbg. Gwb., Kreuzarm und das (kaum ursp.) 1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit Satteldach und gekuppelten unterspitzen Schall?ffnungen, die Fenster der K. rundbg.

ASCHACH. UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-Epitaph von Bildhauer Julius Emes.

Schlo? (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In der Halle geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter Ofen aus 1. H. 17. Jh.

ASCHAFFENBURG. UFranken BAmtsstadt.

Stifts-K. S. Peter und Alexander. ?ltere Baudaten fehlen. Rom. 12. und 13. Jh. mit vielen sp?teren Zus?tzen; rest. 1713 [pg 19] und 1880. - Inneres. Hier hat der rom. Stilcharakter noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte Pfeilerbasilika (jetzt Lattengew?lbe aus 18. Jh.); weite Querschnittsproportion; 9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich profilierten Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am n?rdl. Ssch. der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V. 12 Jh. - Eine zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau ein, nahe verwandt der Peters-K. in Gelnhausen. Empore zwischen den (damals unausgeführt gebliebenen) Fronttürmen; sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen Halle; rippenlose Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Bl?tterkapitelle der st?mmigen S?ulen in ihrer Art ersten Ranges. In der WWand prachtvoll umrahmtes Portal, im Tympanon Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um 1250 der OBau. Der Einflu? von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr vonseiten der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor 2 quadr. Gwbb., am platten Schlu? im 18. Jh. die Fenster vermauert; die Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gew?lblinien unterspitz. Die rck. Gurten auf Auskragungen; die Kreuzrippen, gesch?rfte Wulstform, auf Diensten mit Schaftringen; rom. Bl?tterkpatt. - Die Sschiffe des Lhs. durch flache Kapellen erweitert. Am n?rdl. Ssch. die gro?e, über den ?u?eren Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe zug?ngliche Maria-Schnee-Kap., erb. 1516 vom Kardinal Albrecht v. Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen Reihungen, entartetes Ma?werk; die ?u?ere Giebeldekoration erinnert mit ihrem schreinerm??igen Reichtum an die s?chsischen Bauten des Kardinals. - ?u?eres. Chor und Langseiten verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt Bauteile aus vier Stilperioden zu einer überaus malerischen Gruppe. Eine in der Seitenachse liegende hohe Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit schr?ger Sparrendecke, jetzt flach gew?lbt. Der NTurm nicht ausgebaut; dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der hohe Giebel der Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der Empore entsprechend, 3 sprom. Fenster. Der STurm wurde im 14. Jh. in kolossalem Ma?stab begonnen; über dem zweiten Gescho? brechen die Motive ab und es folgt ein sp?testgot. Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem h?lzernen Helm. Das Lhs. hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. - An der NOSeite sch?ner sprom. Kreuzgang. Von ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang zum Paradies, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit dem OBau zusammengeht. - Ausstattung. Gro?er Hochaltar in Ciborienform aus dem 18. Jh. Die ehemals [pg 20] zahlreichen ma. Nebenalt?re bis auf einen zerst?rt. Die Beweinung von Math. Grünewald bildete die Predella eines Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild jetzt in der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. ein mit 1519 bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria von Grünewald einschlo?; wahrscheinlich identisch mit dem jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. III) befindlichen Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant als Dokument der Ver?nderung der Altarform im übergang von der Gotik zur Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers Allerheiligenbild. In einer südl. Seitenkp. Schnitzaltar der 14 Nothelfer von merkwürdigem staffelf?rmigem Aufbau A. 16. Jh. - Chorstühle von 1659 jetzt im Qsch. - In der n?rdl. Turmhalle Taufstein von 1487. - Im n?rdl. Ssch. (früher im Chor) ein eherner Baldachin aus der Vischerschen Hütte bez. 1536; vier mit graviertem Laubornament geschmückte Pfosten tragen einen an der unteren Fl?che in der gleichen Technik behandelten Himmel; die Zeichnung erinnert an das (zerst?rte) Gitterwerk des Nürnberger Rathauses. Der Baldachin scheint für das von Kardinal Albrecht in Halle projektierte Grabmal bestimmt gewesen zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt tr?gt er einen Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. - Kanzel aus Sandstein und Alabaster, sehr reich, um 1590. - An der WWand kolossales Holzkruzifix aus A. 13. Jh. - Au?en über der Freitreppe steinerne Kreuzigungsgruppe 1699.

Grabmonumente und Gedenktafeln in gro?er Zahl. Davon die wichtigsten:

Im Chor: SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen ? 982, gesetzt 1524; korrespondierend auf der Nseite das seiner Frau und Tochter, Liudgard und Hildegard. - Ehernes Epitaph des Kardinals Albrecht von Brandenburg ? 1545, gegossen 1525 in der Vischerschen Hütte, gro?artiges Reliefbildnis mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus 18. Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück gedacht, Madonnenrelief von Hans Vischer 1530: beide aus Halle hierher übergeführt. - Epitaph für Kurfürst Schenk v. Erbach ? 1459, ausgeführt im 16. Jh. - Desgl. für Kurfürst Anselm Franz v. Ingelheim ? 1659, bmkw. durch lebendige Portr?tauffassung.

Im Mittelschiff kurfürstliche Beamte. a) Südliche Reihe: Caspar v. d. Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. - Wolf Beheim 1539. - Dr. Sachs 1570. - Stephan [pg 21] v. Fechenbach 1577. - b) N?rdliche Reihe: Melchior von Graenroth, Erzgu? von gro?er technischer Pr?zision, 1584 von Hieronymus Heck. - Georg v. Liebenstein 1533 mit Ankl?ngen an die Schule Backofens; feste Rittergestalt, das Knien an dem (ganz an die Seite geschobenen) Kruzifix vorzüglich gegeben. - Brendel von Homburg 1573. - Ch. Math. v. Albersweiler 1567. - Dr. Eisenberger 1575.

Im Kreuzgang. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421, kniend in Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken, sch?ne manierfreie Arbeit. - b) NFlügel. Joh. v. Cronberg 1439, adoriert den h. Christoph. - c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt 1437, adoriert die Madonna auf der Mondsichel. - d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter 1493. - Wandgem?lde, der Gekreuzigte u. Heilige, E. 14. Jh.

In der Sakristei 2 vorzügliche Reliquienbüsten 1473 von Hans Dirnstein von Frankfurt. Degl. Monstranz. Rom. Schachbrett.

Agathen-K. Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet, unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm sehr einfach rom. Au?en ?lbergsgruppe aus 16. Jh., besch?digt, in Renss.Geh?use.

U.L.F. Pfarr-K. 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen Verh?ltnissen. An der n?rdl. Langseite rom. Glockenturm, das Obergescho? rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat übereinander, durch kein Gesims getrennt, 2 gekuppelte Schall?ffnungen, kleeblattf?rmig, umschlossen von spitzbg. Blendbg., ein Vierpa? im Felde. über den 4 Giebeln ein steinerner got. Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.

Im Erdgescho? eingemauert sprom. Tympanon, thronende Maria zwischen Heiligen.

Studien(Jesuiten)-K. 1619-21. In WDeutschland der erste dem r?mischen Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen Molsheim u. K?ln Bd. IV, V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen Nischen, feines Flachornament in Stuck, Beschl?gemuster.

Schlo?. Das alte Schlo? zerst. 1552. Notbau 1556-1606. Neues (jetziges) Schlo? 1605-1614 von Georg Ridinger aus Stra?burg (von ihm selbst in einem umf?nglichen Kupferstichwerk, Mainz 1616, publiziert). Waren die wichtigeren Schlo?bauten der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck zum erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage gegeben (etwas ?lterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel um einen quadratischen Hof von ca. 79 m ?u?erer, 51 m innerer Seitenl?nge, an den Ecken m??ig vorspringende quadr. [pg 22] Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem aus dem alten Schlo? herübergenommenen Bergfried, jetzt mit dem NFlügel hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig Tiefe (kaum 10 m im Lichten) und in der inneren Teilung folgt Raum auf Raum ohne Korridorverbindung. Aufg?nge durch Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. - Die allgemeine Idee, aus dem Wasserschlo? entwickelt, hier wohl sicher durch franz?s. Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in übereinstimmung mit dem Kaufhaus in Stra?burg, dem Friedrichsbau in Heidelberg, dem Schlo? Gottesau und dem etwas jüngeren Schlo? in Mainz) mit der ostfranz?sisch-lothringischen Weise zusammenh?ngt; vgl. besonders die Fensterverdachungen. Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten Geschosse durch sehr kr?ftige Gesimse, w?hrend vertikale Teilungslinien fehlen. Der Fassadenl?nge von 85 m (mit Einschlu? der Türme) entspricht eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und Teilung in 15 Fensterachsen; dazu das m?chtige Dach, 12 m H. In der Mitte wird es durch einen reicher als alle übrigen Teile (ursp. jedoch einfacher beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert. Einziger Zugang durch das m??ig gro?e Rustikaportal der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den Burggraben, einst vorn durch eine porta triumphalis geschmückt. (Der Balkon 18. Jh.) Die Gescho?h?he der Türme nimmt nach oben etwas ab, sie werden gekr?nt durch eine Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher Haube. Die ?stl. und n?rdl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie die Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der WSeite. - In der N?he erscheinen die Verh?ltnisse zu schwer, wie bei den meisten Bauten dieser Zeit; aus geh?riger Entfernung betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse meisterhaft aufgebaut. Die erh?hte Lage über dem Main führte zur Anlage einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das m?chtige Wappen des Bauherrn Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz. Erw?hnenswert, da? Ridinger vorher haupts?chlich an Festungsbauten besch?ftigt war. - Die Hoffassaden wiederholen das ?u?ere System mit der Abweichung, da? das Erdgescho? sich in Arkaden ?ffnete (unglücklicherweise sp?ter zugemauert). - Die innere Ausstattung, deren geschnitzte Türen, Mosaikb?den, Stuckdecken, Wandgem?lde (im Kaisersaal Historien von Georg Keller, einem Schüler Jost Ammanns), ein Besucher des J. 1614 überschw?nglich bewunderte, wurde durch Umbauten seit 1770 zerst?rt. Einigerma?en verschont nur die Kapelle; 1sch. Raum mit Netzgwb., Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor von Hans Junker; Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet [pg 23] mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem. Wand-, Decken- und Fenstermalerei zerst?rt. Prunkvolles Portal. - Im Schlo? bmkw. Gem?ldegalerie.

ASCHERODE. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Dorf-K. 1606-15 nachgot.

ASCHFELD. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. 1679. Wirkungsvoller Hochaltar in elegantem fr. Rok., gegen 1740, Richtung der Auwera. - Kirchhofsbefestigung mit Gaden 16. Jh.

ASMUSHAUSEN. RB Cassel Kr. Rotenburg.

Kirche spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster Spitzbg. mit Fischblasen, im Schiff Vorhangb?gen.

ASTHEIM. UFranken BA Gerolzhofen.

Ehem. Karth?user-Klst. gegr. 1409 durch Erkinger v. Seinheim-Schwarzenberg. Kirche charakteristisch nachgot. Bau (1603 f.) auf ?lteren Fundamenten. Das pr?chtige, mit Statuen geschmückte Renss.-Portal an die Prokuratie versetzt. Treffliches Chorgestühl renss., sp?tbar, umgearbeitet. M?chtiger Hochaltar 1730, Seinsheimsche Epitaphe. - Vom Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) Nikolauskap. und der Verbindungsgang zur Kirche. überlebensgro?es Holzkruzifix um 1520.

Dorf-K. Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von P. Dell d. ?., Moritz v. Sch. 1565 von Thomas Kissner.

ATZENDORF. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. Die ?stl. Schlu?wand mit 3 pyramidal gruppierten Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.

AUA. RB Cassel Kr. Hersfeld.

Dorf-K. daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim verlegten Klosters; ein rom. Taufstein Tr?ger der Altarmensa.

AUB. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus der Juliuszeit (1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage umgewandelt. Aus 13. Jh. erhalten der WBau, ein sehr bmkw. Dokument aus der ersten Rezeption des got. Stils. 1275 und 1280 die ersten Erw?hnungen, zu welcher Zeit auch die Bauformen passen. Erdgescho?halle und Empore, beide geteilt in 3 Sch. und 2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel rom. Erinnerungen, woraus nicht notwendig ein nennenswert h?heres Alter folgt. Doppelt gekehlte Rippen mit Anl?ufen auf diagonal gestellten K?mpfern. Die oberen Pfll. aus 8 Runddiensten gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll. mit sch?nstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung von Masken und Tieren. Die Fenster haben im Ma?werk [pg 24] Nasen, z. T. in Blumen endigend. Das Portal spitzbg. in rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgel?st. Im Obergescho? Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fr?nkischen Bauten dieser Zeit fehlen; s?mtliche Details weisen auf den Oberrhein und über diesen hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft mit der franz?sischen Gotik, namentlich gilt dies von der Komposition der Rosen. - Hochaltar 1682. Kanzel 1790. Hauptschmuck des Turms die sch?ne Kreuzgruppe aus Riemenschneiders Werkstatt, dem Meister selbst nahe stehend. Bmkw. Steinrelief aus 14. Jh., die Jünger am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche Renss.-Grabm?ler. Das des Truchsessen von Baldersheim aus der Riemenschneiderschen Werkstatt um 1520.

Spital-K. 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbisch?fl. Schlo? 1580-1620. In den Turmr?umen (Amtsgericht) sch?ne Stuckdekoration um 1770, vielleicht von Matteo Basti (vgl. die Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz). Die Kap. in typischer unterfr?nkischer Nachgotik. - Rathaus 1671. - In der N?he des Ortes mehrere schmuckreiche Bildst?cke.

AUBSTADT. UFranken BA K?nigshofen.

Dorf-K. renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.

AUE. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Dorf-K. des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten Portal die Kanten als Rundst?be ausgebildet, im Tympanon der Gekreuzigte in langem Rock. Empore und Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein farbenreiches Innenbild.

AUE AM BERG. Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.

Dorf-K. (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. überarbeitungen got. und sp?ter. - Gemaltes Triptychon um 1500.

AUERBACH. K. Sachsen. Amtshauptstadt.

Burgruine. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.

AUERSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage die ?stl. Stellung des Turms.

AUERSWALDE. K. Sachsen AH Fl?ha.

Dorf-K. Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp. rom. Gr. und Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus fast quadr.; Chor ebenfalls quadr., doch kleiner; beide Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum gegliederter Rundbg., Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes Kreuz, am Altar rom. Mensa. - Altarschrein, sch?ne Arbeit aus Altenburger Werkstatt, 1503.

AUFENHAU. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm, einfachste Formen. - Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.

[pg 25] AUFSESS. OFranken BA Ebermannstadt.

Burg aus Ma. gut erhalten.

In der Schlo?-K. Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles zinnernes Taufbecken von Caspar Enderlein (? 1633).

AUGSFELD. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter Gewohnheit im OTurm. - Dekoration und Mobiliar in munterem, l?ndlich splendidem Rok.

AUGUSTUSBURG. K. Sachsen AH Fl?ha.

Schlo? gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. Baumeister Hieronymus Lotter aus Leipzig, zum Schlu? Erhard van der Meer unter Oberaufsicht des Grafen Rochus v. Linar. Der allgemeine Charakter ist der eines Residenzschlosses mit festungsm??igen Ankl?ngen (Gr?ben, Kasematten usw.). Der Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86 m, in der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckh?user, die durch schmale Flügel verbunden werden, so da? der Hof griechich kreuzf. wird. Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung und in sehr niedrigen Proportionen, die 4 eckigen Fenster mit got. Profilen sind die einzige Belebung der glatten Wand, dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in Rustika, derbe Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. über dem weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade. Starke Akzente geben die Eckbauten mit Zwerchh?usern, steilen Walmd?chern und hohen Schornsteinen (durch sp?teren Umbau vereinfacht). Die Ausstattung der Wohn- und Festr?ume stark reduziert; es waren vorhanden 5 S?le, 7 Vors?le, 74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet den mittleren Verbindungsbau die

Schlo?kirche nach dem Plan v. d. Meers. Zwischen den tiefen Streben ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen mit Halbs?ulen in unten dor., oben jon. Ordnung, alles in schwerster Behandlung, das Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk stuckiert. über dem Altar gro?es Gem?lde von L. Cranach d. J. von 1571, Kurfürst August mit seiner zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. Kanzel mit Gem?lden von Hans Schr?er.

AULIGK. K. Sachsen AH Borna.

Dorf-K. Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut. Grabsteine des 16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von Gottfr. Silbermann, aus Chemnitz versetzt.

AUMA. Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.

Stadt-K. 1520 und 1793. - Reste eines Schnitzaltars A. 16. Jh.

[pg 26] AURA. UFranken BA Hammelburg.

Ehem. Benedikt.-Kloster, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113. Im Bauernkrieg besch?digt, 1687-97 teils weiter zerst?rt, teils umgestaltet. Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von 9 Achsen, im O platter Schlu?. Ausstattung E. 17. Jh. Im ganzen entstellter überrest einer urspr. bedeutenden Anlage. Vorl?ufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben vom rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus Stützenwechsel im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler; Schlu? in 3 Apsiden. Ein westl. Atrium mit Doppeltürmen 1689 abgetragen. - In der jetzigen Stallung Rest eines spgot. Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufs?ulen in den Arkaden des jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.

AUWALLENBURG. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Burgruine Wallenburg, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m hoher Turm, rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.

AXIEN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Dorf-K. rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen in 2 Rundbg. gegen das Sch. ge?ffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries im N einfach, im S verschr?nkt. - Aus frgot. Zeit Taufstein und Reste von Wandmalerei.

B

BAALSDORF. K. Sachsen AH Leipzig.

Dorf-K., rom. Anlage des 13. Jh. - Glocke E. 13. Jh. mit der Inschr. ?Heinricus Filius Tiderici me fecit? (ein Glockengie?er Thidericus erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim; die gleiche Inschr., wie die vorliegende, haben in der Umgegend die Glocken zu Gro?-Wiederitszch, Geringswalde, Niedergr?fenhein, Oetzsch).

BAHRA. UFranken B A Mellrichstadt.

Dorf-K. Frgot. Sakramentsnische. Glocke mit Apostelnamen um 1300.

BALDERSHEIM. UFranken. BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1611, ver?ndert 1901. Sehr guter Grabstein 1493; andere 16. u. 17. Jh. - Hochaltar um 1700 mit guten Holzfigg. vom sp?tgot. Altare (nach 1500).

BALGSTEDT A. U. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen und im 18. Jh. im W des Turms neu errichtet. - Glocke 1311.

BAMBERG. OFranken. BAmtsstadt.

Dom S. Peter u. S. Georg. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II. [pg 27] 1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen lie?, darauf Rest. und zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des Schadens und Beginn der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch nicht v?lliger Abschlu? der Arbeiten. - Der gegenw?rtige Bau ist ein Werk des 13. Jh. auf dem Grundri? des frühen 11. Jh.; ob und wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den? Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt. Ma?e in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m, H. 25,50 m. Gr. regelm??ig kreuzf?rmig mit der Abweichung, da? das Qsch. im W. Zwei Ch?re: OChor, 3 Joche des Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet; WChor, die Vierung einschlie?end, S. Peter; zu beiden führen Stufen hinauf. Der der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert. Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. - Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in welcher von Frankreich her das gotische Bausystem in Deutschland eindrang, weist stilistisch drei Phasen auf: sp?tromanisch ist der OChor, au?en und innen, und das Lhs. in seiner Au?enansicht; frühgotisch, jedoch nicht von der franz?sischen, sondern von der von dieser unabh?ngigen burgundisch-cisterciensischen Frühgotik abgeleitet1, der innere Aufbau des Lhs.; franz?sisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz zu verdr?ngen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht m?glich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung so vorgeschritten, da? er vor 1200 nicht denkbar; die Behauptung, da? die WTürme 1237 vollendet waren, schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert von Andechs (1203-1237), jedoch die Ausführung des WChors und der WTürme sp?ter. Die plastische Ausschmückung (s. unten) beweist, da? noch vor ihrer Aufstellung der Bau unterbrochen worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile im Anfang dieser Regierung, Vollendung nach l?ngerer Pause unter B. Berthold von Leiningen (1257-85). - Aus der Zeit der sp?teren Gotik (um 1450) nur die Sepultur. Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55, der D?cher und Türme 1744 und 1765-68. Restauration und Purifikation 1828-37 durch Heideloff und G?rtner.

Ostbau (?Georgenchor?). Die Krypta umfa?t den ganzen Raum unter dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die Kreuzrippen [pg 28] gestatten, das Msch. breiter anzulegen, w?hrend die Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf gleiche Breite der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum h?her und luftiger gestaltet, als je in Krypten ?lterer Zeit. Die Stützen sind Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem Blattwerk und hohen 8eckigen, schon frgot. Einflu? verratenden Deckplatten. Die Rippen mit derben Rundst?ben besetzt. Der Eingang mu? ursp. in der Mitte gelegen haben; die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem ehemaligen Podest. - Die Apsis des hohen Chors, im Gr. 5 Seiten des 8Ecks, legt sich, besonders in der Au?enansicht hervorragend sch?n kombiniert, an die gro?e Wandfl?che, die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in gleicher Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der Aufbau 3 teilig in glücklichster Rhythmisierung; Erdgescho?, Fenstergescho?, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich gebildete Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger Vorsprünge und st?rkerer und schw?cherer Dreiviertels?ulen. An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen der reich abgestuften Fenstergew?nde sehr wirksam mit Schellen besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie entspricht im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte gestaltete Gwb.; unter den Fenstern Arkatur; bezeichnend das Streben nach m?glichst lebhaftem Formenwechsel auch in der Form ihrer S?ulenschafte.

Langhaus. Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt nach dem gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben Kreuzrippen und sind in den Quer- wie in den Schildgurten spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundri?bildung, die dadurch m?glich geworden w?re, ist nach deutscher Gewohnheit das sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich behindernd geltend, da? die Grundri?abmessungen auf diese Teilung ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den ?stl. Chorpfll. nur 4+1/2 Doppeljoche. Im Anschlu? des Lhs. an den OChor tritt deshalb sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich wichtige Tatsache zeigt sich au?en an den Hochschiffsw?nden, ebenso an der N- wie an der SSeite: von W gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster vermauerte Fenster von gleicher Form und Gr??e, wie die offenen, und zwar an den Stellen, wo innen die Gew?lbegurte anfallen. Um als überreste vom Bau des h. Otto zu gelten, sind sie zu gro?; ich kann sie nur auf eine jüngere Restauration2[pg 29] beziehen, etwa nach Brand 1185, die noch nicht mit Gew?lben rechnete. Aus dem bei w?hrendem Neubau eingetretenen Wechsel erkl?ren sich nun auch die Unregelm??igkeiten im ?stl. Abschnitt. Von diesen abgesehen, alternieren regelm??ig st?rkere und schw?chere Pfll., kreuzf?rmig mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll. das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner Leere wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade Scheitel (wie in Ebrach), w?hrend der übergangsstil sonst starke Busung liebt. Die Gurten einfach rck., aber verh?ltnism??ig schmal, die Rippen Rundst?be mit mandelf?rmiger Sch?rfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion aber die klare Sonderung einerseits der die Gew?lbe tragenden Hauptpfll. und des mit ihnen verbundenen Gurtensystems, andererseits der füllenden Wandfl?chen. Die Anregung durch Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen System auffallend. Querschnitt.

Westbau (?Peterschor?). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges Gwb. beabsichtigt war, hat schlie?lich 2 sehr schmale gerade Joche erhalten und in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb. mit hohen Schildbgg., die einer zweiten Fensterreihe Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich franz?sischen Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters Ebrach ?hnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere Meister t?tig, zuerst burgundisch (Dijon), sp?ter mehr nordfranz?sisch gerichtet. Die Krypta klein und jetzt unzug?nglich. - WChor und OChor sind in ihren ins Schiff vorspringenden Abschnitten durch Brüstungsw?nde geschützt; nach au?en mit Arkaturen geziert, nach innen v?llig glatt, selbst ohne Gesims; die SSchranke des WChors mit Spuren von rom. Malerei.

?u?eres. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerh?rt in den bisherigen Baugewohnheiten der Reichtum der Friese. Die Gesimse haben sich mit den D?chern in wiederholten Restaurationen ver?ndert. 4 Portale: 2 unter den OTürmen (Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der ersteren wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das Kehlungsprofil der Pfosten der Georgenpforte hinweist); [pg 30] 2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am n?rdl. Ssch. (Fürstentor) und n?rdl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). Denselben rein rom. Charakter haben die OTürme bis zur H?he des Mittelschiffhauptgesimses; hier treten frgot. Formen ein, doch unter Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im 2. Fenstergescho? noch w?hrend des Baus eingezogen; die Fenstergliederung der beiden letzten Geschosse entsprechend ge?ndert). Entschiedener ist die Neuerung an den WTürmen; im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder zum charakteristischen Formenschatz Burgunds geh?ren; weiter nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer tabernakelartigen S?ulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks umschreiben; diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast gleiche Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne der franz?sischen Schule. Aber auch die Komposition im ganzen geht auf ein bestimmtes franz?sisches Vorbild zurück: die Kathedrale von Laon. Doch ist dasselbe in einem wichtigen, ohne Abb. nicht verst?ndlich zu machenden Punkte mi?verstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines, im Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten hat: jetzt auf dem Baldachin über der Statue des h. Dionysius am letzten Pfl. des OChors, NSeite. (Zuerst bemerkt von K. Franck und ansprechend so gedeutet, da? die franz?sisch geschulten Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.) Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des WChors durch einen franz?sischen Kapellenkranz das Wort geredet zu haben; vgl. das Modell in der Hand der h. Kunigunde am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh. am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, da? das für die Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am oberen Abschlu? vollst?ndig ein Werk des 18. Jh. ist, den Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die D?cher erneuerte; ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem gr??eren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den Ecken.

Innere Ausstattung. Aus Ma. nur das Chorgestühl; im WChor reicher, E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die hie und da zerstreuten Schnitzalt?re sind in neuerer Zeit aus andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand allein der in der Sepultur. Der Wunsch K?nig Ludwigs I. war, ?da? das heilige und gro?artige Denkmal in seinen Verunstaltungen [pg 31] verbessert und der ungest?rte Anblick dieses erhabenen Tempels im ursprünglichen Stile wieder hergestellt werde.? Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835 Heideloff, 1835-38 G?rtner. Sie entfernten nicht nur alle nachmittelalterlichen Gegenst?nde, darunter 10 Renaissanceepitaphe (jetzt in der Michaels-K.), sondern dr?ngten auch dem der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig, ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene Vernüchterung.)

Von gr??ter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte der monumentalen Plastik im 13. Jh. Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, jede durch eine führende Künstlerindividualit?t vertreten: Meister des Georgenchors, Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. a) Die Arkaturen an den Schranken des Georgenchors enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten von Propheten (NSeite) und Aposteln (SSeite); die gemalten Inschriften ihrer Spruchb?nder sind erloschen, weshalb nur bei den wenigsten die Benennung m?glich wird. Je zwei im Gespr?che. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens einer s?kular an die Kleinkunst gebunden gewesenen Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in ergreifendster Weise den Zusammensto? konventioneller Gebundenheit, in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen, und eines zur Freiheit erwachten leidenschaftlichen Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere, Eindringlichkeit der Geberdensprache sind das Hauptanliegen; die K?rperbildung noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. Die Apostelseite in relativ ged?mpfter, die Prophetenseite in stürmisch erregter Stimmung. Der Unterschied wird so gedeutet, da? der Künstler, noch zaghaft, mit jener angefangen habe; es k?nnte aber auch sehr wohl eine bewu?te Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung der SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h. Michael. Das Verkündigungsrelief am Pfl. rechts von der Chortreppe sa? früher an der NSeite, wo die Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken dann ohne plastischen Schmuck, blo? mit Gem?lden in den Feldern, zur Ausführung kamen) zeigt es, wie weit dem Meister das Formalsch?ne zur Verfügung stand. Sichere Datierung ist nicht m?glich; am wahrscheinlichsten ist mir die Zeit rund 1225-35. - b) Die Adamspforte, [pg 32] links (SO) vom Georgenchor. Am rechten Gew?nde Petrus, Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S. Stephan. Die Statuen sind sp?ter eingefügt; w?ren sie für dieses Portal, auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so h?tte der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit S?ulen verwachsen, die in dem Organismus dieses Portals keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf den Peterschor. Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die franz?sische Schule einsetzt, und da? der Bildhauer der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, habe ich nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere Statuen her, die jetzt im Innern an den den Georgenchor n?rdlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht; vielleicht an der Stelle des sp?ter dem westl. Qsch. vorgeblendeten S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal. Am Mittelpfeiler Maria, von ihr getrennt Elisabeth (als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern Seite ein Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein Papst, am rechten der h. Dionys, an seiner Front ein lebensgro?er Reiter. Dieser künstlerisch und ikonographisch ein Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an südwestfranz?sischen rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan von Ungarn, einer der hl. drei K?nige. Alles wenig plausibel. Wahrscheinlicher ist mir, indem ich von der Bedeutung der ?rtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die Benennung S. Georg. Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und in Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. beabsichtigt. Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei Maria und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; au?erdem mu? der Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale von Langres, gekannt haben, wie die spezifische Behandlung des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an einigen Statuensockeln der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er geh?rt zu den ersten künstlerischen Kr?ften des 13. Jh. Um so bedauerlicher, da? wir keine seiner Gestalten in dem von ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie ja auch sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante architektonische Reminiszenzen und Phantasien stecken in den Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter Reimser Ma?werk der frühesten Art. - c) Das Fürstenportal [pg 33] am n?rdl. Ssch. Am Gew?nde die 12 Apostel auf den Schultern von Propheten (in ikonographischer Hinsicht vgl. den Taufstein in der Vorhalle des Merseburger Doms), am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische Anordnung ist franz?sisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, da? die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene Pforte in Freiberg); der Stil geht von dem lokalen der Schranken des Georgenchors aus, durchdringt sich aber mehr und mehr mit dem franz?sischen; man erkennt die linke Seite als ?ltere, die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder der Ecclesia und Synagoge haben mit dem Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem Vorrat der vom Meister der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; ebenso geh?ren der Werkstatt des letzteren der Posaunenengel und der Abraham über dem linksseitigen K?mpfer. - d) Aus der ?lteren einheimischen Schule das Bogenfeld und die Apostelbrustbilder des Portals rechts vom Georgenchor (NO), die 2 kauernden L?wen an der OFassade von einem sp?ter ver?nderten Portal nach 1185. - Grabdenkm?ler des 13. Jh. Auf dem Peterschor Tumba des B. Suitger, nachmals Papst Clemens II. (? 1047); glatter Deckel mit Randinschrift, an den L?ngsw?nden Allegorien der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod des Papstes und der Christus der Apokalypse (?), früher irrig als italienische Arbeit ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh., genauer den Meister der Adamspforte. Indes halte ich, was wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie. Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte; die Gleichheit des Materials der Deckplatte und der Reliefw?nde (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des Ma. vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte, die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen). - Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther (? 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, ungew?hnlicherweise in Profil; B. Otto II. (? 1196), eingeritzte Linearzeichnung, Gesicht, H?nde und Fü?e waren mit Messing eingelegt. - Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran ? 1237, ?hnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in die Antoniuskap. - Noch immer nach demselben Schema der Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen ? 1283, s. unten. - Grabdenkm?ler aus dem 14.-17. Jh. a) im südl. Qsch.: rechts vom Altar gro?artiges Bildnisepitaph des B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie Diether

von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der individuellen Züge ohne Portr?twert); Bronzetafel für den Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Gu? von Jakob Weinmann von Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs von Rügheim 1561 von Kilian Sorg; Bronzemonum

ent B. Phil. Voit v. Rieneck 1672. - b) Im Peterschor: Epit. des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von Loy Hering in Eichst?tt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an den W?nden mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren in Flachrelief, herk?mmlich der P. Vischerschen Hütte zugeschrieben. - c) Im n?rdl. Ssch.: im 2. Joche B. Albert v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang an stehend (also technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft die blo? mit Inschrift versehenen Bodenplatten von Bisch?fen des 16. Jh., deren zugeh?rige Epitaphe jetzt in S. Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten Fürstbischofs Georg V. v. Fechenbach 1826. - d) An dem südl. Arkadenpfl. des Msch.: B. Berthold v. Leiningen 1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe 1351, künstlerisch das wertvollste unter den sp?tmittelalterlichen. - e) Monument des kaiserlichen Stifterpaares Heinrich und Kunigunde von Tilman Riemenschneider, beg. 1499, voll. und aufgestellt 1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form Tumba; so hoch aufgebaut, da? die in nicht sehr hohem Relief gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben; Reliefs an den W?nden; wenig Architekturformen. Die Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, 3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs Seelenw?gung. - Sepultur der Domherren in der h. Nagel-Kap. Die W?nde, soweit sie nicht von Alt?ren eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher Gr??e 64 ikon. Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung in blo?en Umrissen, 1491-1550 in flachem Relief, nach 1550 war der Platz besetzt und wurden in gr??erer H?he blo?e Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Gu? in der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die P. Vischersche in Frage k?me, w?re noch zu untersuchen; wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v. Limpurg (? 1475), die dann die ?lteste in der Klasse der gravierten von P. Vischer w?re. - Spgot. Schnitzalt?re im n?rdl. Ssch. (aus Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. - Kaiserglocken [pg 35] aus A. 14. Jh. Die gr??ere nach Heinrich benannte bez. 1311, im Durchmesser 179 cm, H?he 140 cm.

Schatzkammer (seit 1907 in neuen R?umen geordnet) ist in ganz hervorragender Weise reich an Textilien: drei den Reichskleinodien beigez?hlte Kaiserm?ntel, Rationale, Grabtuch des Bischofs Günther (s?mtlich 11. Jh.), Mitra des h. Otto (12. Jh.), gro?er Wandteppich mit der Passion (15.Jh.), ferner Kleinodien aus Metall: zwei rom. Tragalt?rchen mit Email und Elfenbeinschnitzereien, gro?er Bronzeleuchter für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit Email (13. Jh.), Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel aus Glasflu? (Opus Alexandrinum 1. Jh.). Gegenst?nde aus Elfenbein: Messerscheide (sp?testens 9. Jh.), Pontifikalk?mme (roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. - Bis ins 16. Jh. fand alle sieben Jahre die gro?e ?Heiltumsfahrt? (?ffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt.

Kreuzgang. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel und Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene ist spgot. An seinen OFlügel st??t das

Kapitelhaus 1731, angeblich von Balth. Neumann. Die Behandlung prunklos, in sch?nen ernsten Verh?ltnissen. Im Hauptsaal eine Stuckdecke in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen unberührt. 2 ehemals im Dom befindliche Altarbilder von Merian und Sandrart.

Alte Hofhaltung. Weitl?ufiger Hof von malerischen Fachwerkh?usern mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen den Domplatz eine Hofmauer mit pr?chtigem Einfahrtstor und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so da? es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint; diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten Sch?pfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit v. Würzburg ? 1577. Der entwerfende Baumeister (Erasmus Braun? Caspar Vischer?) unbekannt. - In demselben Geb?udekomplex eingeschlossen die überreste der

Andreas-Kap., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die Katharinen-Kap. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.

Neue Residenz. Nachdem die Bisch?fe abwechselnd im Geiersw?rther Schlo? (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts) und in einem verschwundenen Schlo? auf dem Michelsberg residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Sch?nborn der gegenw?rtige Bau begonnen. Baumeister Leonhard Dientzenhofer. Stückweise geplant und nicht vollst?ndig ausgeführt; Abschlu? 1704. Zwei lange Flügel sto?en im rechten Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der Schulregel [pg 36] die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung und der Abschlu? durch ein nachdrückliches Kranzgesims. Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer nur der gro?e Festraum, der Kaisersaal; noch ist der, in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum in der Weise der ?lteren Architektur im Verh?ltnis zu seiner Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr durch den schweren Prunk der Dekoration.

Domherrenh?fe. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus. Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten, im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten Kurien mit ihren von Galerien umgebenen H?fen und ihren terrassierten G?rten ist von gro?em Reiz. Viele haben ihre Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die Domdechantei von J. M. Küchel, einem Gehilfen Neumanns (jetziges erzbisch?fl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof. Das Bild der geistlichen Stadt vervollst?ndigt sich durch die Absteigequartiere der ?bte aus der Di?zese: erhalten der Langheimer Hof und der Ebracher Hof, beide noch M. 18. Jh. von J. M. Küchel.

Antoniterhof mit Laurenzi-Kap., got. Anlage, 1629 umgebaut, unbedeutend.

Clarissen-Klst., gegr. 1341, profaniert.

Dominikaner-K. (jetzt Milit?r-Depot). Chor 1380-87 in der gew?hnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher H?he mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang verwüstet.

S. Gangolf. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern geh?ren einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingew?lbt. Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. - In den sehr verbauten Stiftsgeb?uden Reste eines rom. Kreuzgangs.

[pg 37] S. Elisabeth. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. - Ein paar Holzfigg. aus der Schule Riemenschneiders.

Franziskaner-Klst. Die K. abgebrochen, die Konventsgeb?ude als Landgericht umgebaut.

S. Getreu (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. g?nzlich erneuert, unansehnlicher Barockbau. In ihm gro?e Kreuzigungsgruppe, welche Endpunkt von Stationsbildern war, die sich von S. Elisabeth den Berg heraufziehen; gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung an Adam Krafft, die Auffassung ins Spie?bürgerliche und Grelle gezogen.

Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe. Als Milit?rlazarett umgebaut.

S. Jacob (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im wesentlichen erhalten; die got. und bar. überarbeitung des Innern seit 1866 entfernt; anspruchslos im rom. Sinn restauriert, st?rend die neurom. Ausstattung. - Flachgedeckte doppelch?rige kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms das Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte S?ulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das Mittelglied von der normalen Form abweichend; Würfelkaptt. mit einfacher 2gliedriger Deckplatte. Die ?stl. Apsis durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die Erdgeschosse der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der WChor einfach got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre rom. Fenster hinter den Chorstühlen erkennbar. An der OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr schlicht behandelten Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der Au?enbau sich noch bewahrt hat.

Karmeliter-K. 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter. Die K. 1694 ff. von Leonhard Dientzenhofer, ein mittelgro?er Barockbau der nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht g?nzlich zu zerst?ren, wurde der Chor (mit verkehrter Orientierung) zwischen dessen Fassadentürme eingebaut; von diesen jetzt nur einer erhalten, dazu das sehr gro?e, mit Zickzackornament eingefa?te Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher schon ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen R?umen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das Niveau der rom. K. mu? tiefer gelegen haben. Interessant der gro?e rom. Kreuzgang. Am OFlügel Bogenfragmente des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener Nat.-Mus.] Zur Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur [pg 38] bmkw. der sog. Fremdenbau (links von der jetzigen Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.

Katharinen-Kap. s. Alte Hofhaltung.

Liebfrauen- oder Obere Pfarr-K. - Der einzige bedeutendere got. Bau, der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen 1320; wann wirklich begonnen, unbekannt; Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. Umbau des Lhs. 1782; die Nachricht, da? der damals vorgefundene Bau flachgedeckt gewesen und auf S?ulen geruht habe, die nur verst?rkt zu werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern irrig auf rom. Stil gedeutet; die Mauern des Lhs. sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, durchaus got., auch sind die Stützenabst?nde des Innern nur bei einem got. Bau m?glich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der Art der Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das Innere jedes Interesses beraubt. - Ein neuer Plan tritt mit dem Chor ein; gew?lbt; innerer Schlu? 5/8, Umgang 9/16 mit Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den Strebepfll. flache Kapellen. Au?en treten die Strebepfll. nur als dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen sie durch das Dach durch und nehmen Strebebgg. auf. Das ?u?ere ist mit reichem, aber wenig edlem Schmuckwerk überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor Fl?chendekoration durch Stabwerk, eine gro?e Menge von Statuen war vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), kam aber nicht zur Ausführung. Am n?rdl. Ssch. die ?Brauttür? unter einem hohen Baldachinvorbau. Der an der SWEcke stehende Turm geh?rt der zweiten Bauperiode an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie begonnen. - Das Innere übervoll von Alt?ren und einzelnen Kunstwerken; überwiegend 18. Jh. und modern. Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. Darunter (jetzt hinten im Chor) 3 gro?e Holztafeln, Reste eines Altars, beglaubigtes Hauptwerk des Veit Stoss bez. 1523, das Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gem?ldem??ig komponiert; aber technisch nicht Relief, da die Vordergrundfiguren v?llig rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die Musikinstrumente der Engel 1864 z. T. ?hinwegrestauriert? und dadurch die Bewegungsmotive unverst?ndlich gemacht (vgl. die alte Abb. bei Schellenberg). - Gegenüber in einer Kap. Sakramentsnische bez. 1492; Wandkomposition; unten Grablegung; zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 Reihen übereinander; die Kr?nung 1864 verstümmelt; die schlechte Beleuchtung erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelm??ige Arbeit. - Taufstein mit eingelegten Holzreliefs. [pg 39] - Als Beispiele für die Lokalkunst des 18. Jh. w?ren noch zu nennen: die Hochaltarplastik von J. J. Vogel und am westl. Ende des n?rdl. Ssch. Gem?lde, der verlorene Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genie?enden Joh. Nik. Treu. - An der Brauttür, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und t?richten Jungfrauen, im Tympanon Verm?hlung Christi mit der Ecclesia. - An der WFront roher ?lberg 1502. - In der Schatzkammer bmkw. Monstranz 1477.

S. Martin. 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf von Georg Dientzenhofer, damals in Waldsassen (Bd. III) t?tig. Anlage nach dem seit S. Michael in München für kathol. Barockkirchen beliebtesten Schema. Imposantes tonnengew?lbtes Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und Emporen, geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, n?mlich auf der Linie des Gew?lbek?mpfers; das Qsch. schmal, so da? die Vierung kein volles Quadrat bildet. überwiegend Korb- u. Stichb?gen. An der Flachkuppel perspektivisch gemalte Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten Pozzo, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen wurde, sondern von einem sonst unbekannten Fr. Marcolini. Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung.

S. Matern. Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne Formen.

S. Michaelis-K. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009 bis 1021, zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere nach Brand 1620 und 1700 ff. - Die rom. Basilika in der Substanz, wenn auch nicht in der Formenerscheinung, erhalten. Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 br.; rechnet man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so mu? eine Gesamtl?nge von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Ver?nderungen, gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar. Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebench?re in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angeh?ren. Echte rom. Profile am letzten ?stl. Pfeilerpaar; dasselbe ist durch Vorlagen kreuzf?rmig gestaltet und tr?gt Gurten im Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom. Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie ?fters so auch hier, nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta, auch dies hirsauisch, fehlte; die überh?hung des Chors erst im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über [pg 40] dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage keinen Raum gew?hrt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores rer. Bambg. 1718). Am n?rdl. Ssch. kleiner Rest des rom. Bogenfrieses; vollst?ndiger am Qsch., wo auch die Fenster rom. Ganz ver?ndert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar und eine vorgeblendete Barockfassade. 1700 von Leonhard Dientzenhofer. - Innere Ausstattung, 1725-48, im Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeintr?chtigt. Alle Mobilien aus Holz, die pr?chtige Kanzel von zwei Bamberger Künstlern, dem Tischler Franz B?hm und dem Bildhauer Reuss. Das Altarbild im Chor von J. J. Scheubel 1750. - Grab des h. Otto in Tumbenform 14. Jh., mittelm??ig, stark ver?ndert; an der Wand ein ikon. Grabstein in etwas ?lterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. - Die Epitaphe von Bisch?fen wurden auf Anordnung K?nig Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt. Hervorzuheben im n?rdl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B. Voit v. Würzburg, von Hans Wemding 1577, 1580; no 4 B. Ernst v. Mengersdorf, von Hans Werner 1596; no 6 B. Neidhard v. Thüngen von Mich. Kern 1598. Die Reihe des südl. Ssch. bar. und rok. - Klostergeb?ude. Hauptbau 1696-1702 von L. Dientzenhofer, andere Teile jünger. G?nzlich schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.

S. Stephan. Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18. Jh. übrig geblieben; 5 mal durch kr?ftige rom. Bgfriese und Ecklisenen geteilt, in dem oberen Geschosse gekuppelte Schall?ffnungen in frgot. Form. Die K. v?llig umgebaut; Chor 1628 von Giov. Bonalino, nach dem Plan des Brandenburgischen Baumeisters Valentin Junker; Sch. 1677 von Petrini. Ann?hernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen Stellen, besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage. - Das Stuckrelief über der Vierung von J. J. Vogel.

Propsteigeb?ude (jetzt Pr?parandenschule) von J. M. Küchel um 1760.

Friedhofs-Kap. an der Stra?e nach Hallstadt (G?nninger-Kap.), gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das ?u?ere in eleganten Verh?ltnissen und schon etwas aus dem Rokoko herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden mit Kindergruppen. Die Fenster schlie?en geradlinig mit gerader Verdachung. An der Fassade gro?e Relieftafel, die Stifter vor dem Gekreuzigten. - ?lteres Jesuitenkollegium (Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.

Jüngeres Jesuitenkollegium (jetzt ?ffentl. Bibliothek und Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die ?lteren in der Tradition der deutschen Sp?trenaissance.

[pg 41] Ernestinisches Klerikalseminar am Maximiliansplatz. 1733 nach Entwurf B. Neumanns von Justus Heinrich Dientzenhofer.

Altes Rathaus (jetzt Hauptzollamt), gro?er schmuckloser Renss.Bau.

Neues Rathaus auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got. Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei von Jos. Anwander, neuerlich mit Glück rest.; Altane, Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von B. Mutschelle; alles zusammen überaus glücklich und originell in der künstlerischen Ausnutzung der ?rtlichkeit, ein malerisches Architekturbild ersten Ranges.

Hochzeitshaus am Fischmarkt 1618, die pr?chtigen Giebel 1871 zerst?rt.

Hauptwache 1774, Bildhauerarbeit von Kamm.

Gangolfstor, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer Ehrenpforte 1697 von J. L. Dientzenhofer.

Privath?user. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30j?hrigen Kriege eine sehr lebhafte Baut?tigkeit mit einem Zuge zum üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik die Mittel gab. - Hauptbeispiel das Prellsche Haus, Judengasse 14, und das Concordiahaus. Beide für denselben Bauherrn, J. J. T. B?ttinger, und ungef?hr gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die Grundri?disposition auf ansteigendem Gel?nde und dessen Ausnutzung zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen Innenr?ume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verh?ltnissen, in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und beinahe roh, aber von gro?er Kraft der malerischen Effekte; ebenso die Fassade. Die überlieferung bringt den Bau in ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer (welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch das sehr bmkw. Concordiahaus; ohne sehr gro? zu sein in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den Dientzenhofer zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). - Von J. M. Küchel (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg no 7, Judengasse 7, 12. - Von Fink 1789: Langgasse no 13.

Brunnen. Neptunsbrunnen (?Gabelmann?) am Grünmarkt 1698; an der Domterrasse 1777 von Trautmann.

Sammlungen. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften. Gem?ldegalerie auf dem Michaelsberg.

[pg 42] BANZ. OFranken BA Staffelstein.

Benediktiner-Klst. (jetzt Schlo?). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich von Joh. Dientzenhofer. - Das typische Schema der Barockkirche - Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen und eingezogenem Chor - ist nur im allgemeinsten beibehalten, in der Einzelausbildung unterliegt sie einer Umbildung, die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie Borromini und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie ist im Grundri? v?llig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb schr?g und die Gew?lbegurten folgen ihrer Richtung. Die gro?e Pfeilermasse, die das Sch. in zwei Querr?ume zerlegt, setzt sich aus den Segmenten gr??erer und kleinerer Ellipsen, die im Grundri? der Gew?lbegurten wieder aufgenommen werden, zusammen. Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je 2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für das Auge unmittelbar fa?bar ist der geometrische Einteilungsgrund nicht und soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im malerischen Sinne handelt es sich, und auch nur für einen einzigen Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, ordnen sich die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist es in hohem Grade harmonisch und gro?artig, in der Wirkung noch erh?ht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es bleiben n?mlich dem Beschauer die Fenster?ffnungen, immer den genannten ma?gebenden Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar, vergleichbar den Lampen einer Theaterdekoration, an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert wird. Zum Schlu? trennt eine durchsichtige S?ulenstellung den Altarraum von dem dahinterliegenden langgestreckten M?nchschor; der geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer und als solcher vorzüglich durchgeführter Gedanke. Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja roh behandelt und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold gesetzten Alt?re und farbenkr?ftigen Deckenfresken kaum in Betracht. - Die Au?enarchitektur kann an den, zum Glück wenig sichtbaren, Langseiten nur absto?end hei?en; sie hat die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen; recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der Fernwirkung.

Klostergeb?ude. Zum Teil ?lter als die K., zum Teil jünger. Der kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichth?fe umfassende Hauptbau, 1698-1704 von Joh. Dientzenhofers ?lterem Bruder Leonhard. Der Mittelbau der Fassade jünger. Die Verwaltungs- und Wirtschaftsr?ume, auf einer tieferen Stufe des stark abfallenden Gel?ndes, 1752 ff. nach Angaben von Balth. Neumann. Die Kunstformen durchweg einfach; [pg 43] das gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung der Terrainbewegung wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck zusammen.

BARCHFELD. RB Cassel Kr. Schmalkalden.

Schlo? der Familie v. Stein. 1571, mit ?lterem Turm, in dessen Verlie? originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen ausgekratzt.

Landgr?fliches Schlo?, von 1690, im 18. Jh. g?nzlich umgebaut, mit gut eingerichteten Zimmern in Rokoko und Empire.

B?RENSTEIN. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.

Stadt-K. 1495. Nach wiederholten Br?nden 1738 unter Leitung von J. Ch. Simon erneuert. Reste eines stattlichen Altarwerks, Renss. 16. Jh., mit Sandsteinreliefs. Grabst. 1522, 1612, 1703

Schlo? 15. und 16. Jh.

BARNSTEDT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Sp?tgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff 1748, stuckiert, Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.

BARUTH. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. - v. Gersdorfsche Grabsteine, 1597, 1620, 1628, 1629, 1658.

Schlo?. Unregelm??ige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh. Ansprechende Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit sch?ner Stuckdecke und zahlreichen Portr?ts.

BASDORF. RB Cassel Kr. Frankenberg.

Gerichtslinde mit B?nken und von Steins?ulen getragenem Geb?lk zur Unterstützung des Astwerks.

BAUERBACH. RB Cassel Kr. Marburg.

Dorf-K. Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus rom. Anlage wie auch an der WWand 2 vermauerte rom. Fenster.

BAUMERSRODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640.

BAUNACH. UFranken BA Ebern.

Pfarr-K. 1 sch. spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch der Helm mit vier Ecktürmchen.

Wallfahrts-K. (Sog. überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit polyg. Chor und reicher Au?engliederung. - Von der Einrichtung (bar. um 1680) erw?hnenswert die spgot. [pg 44] Tumba des seel. überkomm im Chor mit einh. Spitzbogenblenden. - Johannesschüssel, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. - Verschiedene spgot. Holzfigg. um 1500; teilw.l Bamberger Stils. - Auf dem freien Platz um die Kapelle Predigtkanzel; spgot. um 1500.

Amtshaus. 2geschossige langgestreckte Anlage; sp?tbar., mit Treppenturm. A. 18. Jh. Innen guter Kachelofen der Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.

Rathaus. M. 18. Jh.

Hoftor in der Eberner Stra?e; die sog. ?H?lzernen M?nner?. Typische Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief geschnitzte Reisige in barocker Tracht stützen; das Ganze mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.

BAUTZEN. K. Sachsen Amtshauptstadt.

Dom S. Peter. ?lteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten der Mei?ener Bisch?fe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis 1106) hat sich nichts erhalten. Lebhafte Baut?tigkeit 1293 bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. Jh.; Vollendung 1497. Erhebliche Ausbesserungen nach Br?nden 1634 und 1813. Im 16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, da? das Lhs. den Protestanten einger?umt wurde, der Chor den Katholiken verblieb. - a) Westbau. ?ltester Teil das vorspringende Mittelstück. Ein starker Einzelturm war beabsichtigt, wurde aber nur bis zum Zickzackfries des Erdgeschosses ausgeführt. Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am Gew?nde je 1 Sl. zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf übergang zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach Brand 1441 erneuert; Kr?nung mit 2 Achteckgeschossen; der Bar. Helm in vortrefflichem Umri? 1664 von Martin P?tzsch. Die Mitte und der rechte Flügel der Fassade blieb unvollendet, ein Giebel mit bar. Zierat schlie?t sie ab. b) Langhaus. 3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schlu? 3seitig mit 5seitigem Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch Teile der NWand ?lter sind. Schlanke k?mpferlose 8 Eck-Pfll., Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein viertes Schiff angefügt; es ist durch gro?e 6teilige, besonders pr?chtige Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen 4 Schiffen gemeinsam; seine Firsth?he 39 m, w?hrend die Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material in den ?lteren wie in den jüngeren Teilen Granit. - Ausstattung des protestantischen Teils. Landst?ndische Empore unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge 1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem gro?en Reliefbild. [pg 45] Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. - Ausstattung des katholischen Teils. Vieles in neuerer Zeit beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar bar. S?ulenbau aus Marmor 1722 von Fossati. [Die Statuen zweier Kirchenv?ter von Permoser, zu seinen besten Arbeiten geh?rend, jetzt im Domstift. Ebenda Gem?lde von Pellegrini.] Am neuen Altar der NSeite lebensgro?es Kruzifix von Permoser. Chorgestühl A. 18. Jh., reich geschnitzt, im Aufbau unbedeutend. Reizvoller Rok.-Altar in der Sakristei. - Domschatz. Tragalt?re 1398 und 1450. Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um 1500. Eine Reihe sehr sch?ner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des hl. Petrus und Bartolom?us, hervorragend. Bischofsst?be. - Bildnisgrabsteine des 16. und 17. Jh. in gro?er Zahl. H?lzerne Wandepitaphe.

Liebfrauen-K. 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. v?llig umgestaltet.

Nikolai-K. Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh. Seit dem Stadtbrande 1634 Ruine. - Auf dem Kirchhof Denkm?ler des 18. Jh.

Michaelis-K. Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.

M?nchs-K. (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau. Um 1400 in Backstein gegen O erweitert. Ruine.

T?ufer-K. Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft ver?ndert. - Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen und z. T. aufw?ndigen Denkm?lern des 17. und 18. Jh.

Ortenburg. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus neu gebaut 1483-86 im Auftrage des K?nigs Matthias von Ungarn. Im 30j. Kriege stark besch?digt, im 19. Jh. z.T. umgebaut. - Die aus mehreren Geb?uden bestehende Anlage folgt dem Umri? der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. Durchgreifende Rest. 2. H. 17. Jh. durch Ezechiel Eckhardt. M?chtiges Dach mit 3 wohlgegliederten gro?en Zwerchh?usern. Audienzsaal mit ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das Figürliche überwiegt; 8 Felder mit Darstellungen aus der Fürstengeschichte von B?hmen, ?sterreich, Schlesien und Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. - Der bedeutendste Baurest der got. Periode der Schlo?turm; unten Torfahrt; darüber 3teilige ?dikula, bez. 1486, in der Mittelnische K?nig Matthias Corvinus thronend, von Engeln gekr?nt, als Fu?schemel ein L?we; die Wappen der Seitenfelder zerst?rt; im ersten Obergescho? Wachtstube; im zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.

Domstift. Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 1753.

[pg 46] Rathaus wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch feinbewegten Umri? ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk spgot. 8 Eck-Turmes. Die Sandsteinstatue des sog. Ritters Deutschmann kr?nte ursp. einen Brunnen; 1576 von Chr. Wolter in Dresden. Treppenhaus der NSeite 1729. Pr?chtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von Bildnissen. [Der Ratsschatz jetzt im Museum.]

Gewandhaus. Unter den Neubauten von 1882 der spgot. Ratskeller; das Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen Mittelpf.

Schie?haus. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und Scheibenbilder. - Von der einst sehr starken Stadtbefestigung hat sich ein betr?chtlicher Teil der inneren Türme erhalten. Ferner: der Lauenturm 1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm, schlanker spgot. Rundbau mit steinerner Bar.Kr?nung 1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf II. von Martin Michael 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. Der Schülerturm mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m starken Mauern, erb. 1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch interessant und von imponierender Silhouette die ?alte Wasserkunst?, erb. nach 1558 von Wenzel R?hrscheidt. Die ?neue Wasserkunst? 1600.

Wohnh?user. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des Barockstils erscheinen. Die ?lteren Bauten sind durchweg so umgestaltet, da? sie sich nur aus wenigen Resten erkennen lassen, a) Zwischen 1634 (Stadtbrand) und 1709. Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern Stuckdekoration in schweren Blumengeh?ngen, um 1720 hinzugefügt. Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. - b) Zwischen 1709 und 1720. Reichenstr. no 14, Innere Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt no 8 Hof und Innenr?ume zu beachten. - c) Zwischen 1720 und 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken. Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. - d) Zwischen 1740 und 1780. Reichenstr. no 24, T?pferstr. 34.

Stadtmuseum am Kornmarkt.

BAYREUTH. OFranken BAmtsstadt.

Stadt-K. Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor, Hauptzeit 1438-68. Mittelgro?e 6jochige Basilika, Chor in der H?he des Msch. 2 Joche und 5/8 Schlu?. Netzgwb. 17. Jh. Imponierende weitr?umige Verh?ltnisse, Formen [pg 47] ?u?erst nüchtern. Das ?u?ere, ernst und kraftvoll, verr?t wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche Behandlung des Strebewerkes mit offenen B?gen; an den Fenstern m??ige Verwendung von Fischblasen. Brauttür am Treppen-Turm der Sakristei 1575. - Die Türme 5geschossig geteilt durch Ma?werkfriese; kurze oktogonale Aufs?tze mit welschen Hauben 1621. - Das Innere durch die Rest. des 19. Jh. seiner pr?chtigen Barockausstattung beraubt; nur der treffliche Hochaltar von 1615 und der gleichzeitige Taufstein mit Reliefs von H. Werner erhalten. Die wenigen übrig gebliebenen Statuen an den Chorstreben A. 15. Jh. geringwertig.

Schlo?-K. 1753 von St. Pierre; einfacher, niedriger Saal mit Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte zierliche Stuckierung von Martino Petrozzi. Gruftkap, für das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem Zopf.

Spital-K. 1748 von St. Pierre; über dem schlichten quadr. Raum Deckenbild von Wunder.

Ordens-K. in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens ?de la sincérité? (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von G. v. Gedeler. Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien von einheimischen Meistern. Im Aufri? toskanische Pilaster. (In der Sakristei interessantes Gem?lde von H. S. Beham, früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.)

Betsaal der Gravenreuther Stiftung 1741 von J. G. Weiss.

Kanzlei. 1625 von Abraham Schade. Streng klassizistische, die niederl?ndische Schulung Schades verratende Formen. Die Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel von Abr. Gross aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch verl?ngert.

Altes Schlo?. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau und Erweiterung seit 1667. Unregelm??iges, nach dem Marktplatz (?Maximilianstr.?) offenes Quadrat. Die Fassaden von dem Hugenotten Ch. Ph. Dieussart. Auffallender Weise hat das Erdgescho? die reichste Behandlung: gequaderte dorische Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergescho? nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang alt.

Neues Schlo?. 1754 von St. Pierre. Lang gestreckt, wenig tief, nur der 3 achsige Mittelbau in bedeutenderen Architekturformen[pg 48]. Eingangshalle und Treppenhaus verh?ltnism??ig bescheiden. Die Wahl der Gem?cher ist gro?, ihre Ausstattung entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen Fürstensitzen aus der ersten Jahrhunderth?lfte. Die Mittel waren geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum Intimen und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem Relief; das Geb?lk nicht verkr?pft; Rokokoornament (von Petrozzi) nur an der flachen Hohlkehle; das Deckengew?lbe (von Wunder) jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, das Musikzimmer, die mit Cedernholz vert?felte Speisegalerie. - Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete ?italienische Bau?; der von Petrozzi dekorierte Festsaal gibt eine wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen.

Opernhaus. 1744-48, Fassade von St. Pierre, innere Einrichtung von Carlo Bibiena aus Bologna nach Entwurf seines Vaters Giuseppe. Die Bühne überrascht durch ihre Tiefe (30 m), die ebenso gro? ist, als die des Zuschauerraums. Der letztere im Gr. überh?hter Halbkreis, 3 Reihen Logen und vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen. Das Parterre verh?ltnism??ig klein. Der Bühne gegenüber die Fürstenloge, zu beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. Das Ganze für die Hofgesellschaft, die sich selbst ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, der denkbar pr?chtigste und charakteristischste Rahmen. Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung damaliger Zeit nicht st?rend. Farbe: blaugrauer Grundton mit ockergelbem, in den plastischen Teilen vergoldetem Ornament. Der Stil hat weder mit dem franz?sischen Louis XV. noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist nicht ?Rokoko?, sondern eine spielende Abart des italienischen Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive Konsequenz übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. - Die Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht dem Bayreuther erh?hten Wert.

Kaserne. 1740 von J. F. Graul; gro?er 3flügeliger Bau von geschickter Massenverteilung.

Privath?user. Ein ?lterer Typus, durch Vorliebe für mehrst?ckige Erker gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. Rathaus an der Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf Friedrich ein neuer, franz?sisierender entgegen; Hauptmeister St. Pierre und besonders Karl Philipp Gontard. Die splendide Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Ru?schw?rzung beeintr?chtigt. Von St. Pierre: Friedrichstr. 2 und 7.

[pg 49] Von Gontard: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz 15, Haus der Gesellschaft Harmonie beim alten Schlo?, in der N?he sein eigenes Haus.

Reiterstandbild für Christian Ernst 1698 von Elias R?nz nach Entwurf von Leonhard Dientzenhofer; früher vor dem alten, jetzt vor dem neuen Schlo?; eine wunderlich überfüllte und dadurch kleinlich wirkende Barockkomposition.

Markgr?fliche Schl?sser in der Umgegend:

St. Georgen. 1725 von J. D. R?nz d. J. Nur als Bruchstück erhalten (jetzt Zuchthaus). Die Fassade l??t den (durch Decker vermittelten) Zusammenhang mit Schlüter erkennen; der Fries und die neuerfundenen Kaptt. der Pilaster erinnern an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten Adlers. Der prunkvolle Festsaal soll demn?chst hergestellt werden.

Eremitage. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. eine Illustration von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges dergleichen hat sich so gut erhalten. Begonnen von Georg Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst durchgeführte Maskerade. An einem nicht gro?en l?nglichen Hof liegen die ?Zellen?, in die sich die Herren und Damen des Hofes als ?Eremiten? zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur. Die Markgr?fin Wilhelmine schuf sich hieraus (seit 1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach einem natürlicheren Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck kommt. Die ?ltere Einrichtung blieb erhalten in den beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und dem ?Refektorium?; letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu wirken, bringt es nur zu schwerf?lliger Willkür, in den Gem?chern Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen, nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, da? die Flachrelieftafeln wirklich chinesisch sind. Die Portr?ts nur historisch von Interesse und ihre Benennung nicht überall gesichert. - Aus den 40er Jahren die ?Orangerie?, erbaut von St. Pierre. Eine im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; im Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbst?ndiger kleiner Zentralbau der ?Sonnentempel? steht. Den regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier ein phantastisches Element zugesellt, indem die S?ulen eine Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr ernsthaft und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck [pg 50] nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gem?cher haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht hingeworfene Blumenranken, farbig auf wei?em Grund, das Relief von sch?rfster Pr?zision, als w?re es Porzellan (als Ausführende werden Italiener genannt). Erst aus den 70er Jahren dürfte das ?Gartenzimmer? stammen, an dem der modernste ?Amorphismus? noch viel zu lernen h?tte. - Die Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen ?englisch? umgearbeitet; daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste in ihrem Zusammenhange nicht mehr verst?ndlich.

Fantaisie. Begonnen unter der Markgr?fin Wilhelmine (? 1758), vollendet 1765 (von Rud. Heinr. Richter?). Ein Schl??chen im Sinne des vordringenden Klassizismus; seither mehrfach ver?ndert.

Sanspareil. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater usw. Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.

BECHSTEDTWAGD. Pr. Sachsen Kr. Erfurt.

Dorf-K. mit rom. OTurm und Apsis.

BEDHEIM. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. Chor turmtragend, in der Anlage von 1290. - Ikonische Grabsteine der Familie v. Heiberg von 1545, 1553, 1558, namentlich der letztere tüchtig.

Schlo?, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf zwei Zeiten st?rkerer Baut?tigkeit, 16. und 18. Jh.

BEERENDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. aus 14. und 16. Jh. An den Portalgew?nden Hochreliefs der Madonnna und eines nicht erkl?rten m?nnlichen Heiligen.

BEERWALDE. K. Sachsen AH D?beln.

Dorf-K. 1783. - 3 Alabasterreliefs aus der Schule der Walther (2. H. 16. Jh.), von einem Grabmal. Andere Denkm?ler 1574, 1683, 1724.

BEESENLAUBLINGEN. Pr. Sachsen Saalkreis.

Dorf-K. 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, im Tympanon rohes Relief, Christus zwischen Petrus und Paulus. - Einfacher rom. Taufstein.

BEHRUNGEN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Pfarr-K. Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter erhalten; Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh.

BEICHLINGEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. 1710. - Schlo? wesentlich 16. Jh., formenarm.

BEIERNAUMBURG. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. ?hnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm 3 teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.

[pg 51] BELGERN. Pr. Sachsen Kr. Torgau.

Stadt-K. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau, 1sch. 6achsig, Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. - Schnitzaltar 1660 in Knorpelbarock, Emporen 1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern, h?lzerne Epitaphe 1658, 1769.

Klosterhof und Diakonatsgeb?ude. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst. Die ?lteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein, 4 Ecktürme.

Rathaus, renss. 2st?ckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher Haube. An der SWEcke ein

Roland, an Stelle eines ?lteren im 17. Jh. errichtet.

Privath?user verschiedentlich mit renss. Portalen.

Meilenzeiger als Obelisk 18. Jh.

BELGERSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schlu?. Durch die Ausstattung zu malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der Altarbau getragen von 2 Palmb?umen, im Mittelfeld Kopie von Rubens' Kreuzabnahme. Denkm?ler der Familie v. Ponickau.

BELRIETH. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Dorf-K. mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.

Burgruine mit Spuren doppelter Ringmauer.

BELVEDERE. Sachsen-Weimar. VB Weimar.

Herzogl. Jagdschlo?. 1724-1732. ?u?eres in symmetrischer Anlage, bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach l?ndlich. Inneres: bescheidenes Rokoko.

BENDELEBEN. Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.

Dorf-K. Umbau 1588. - über dem Altar Holzrelief, Abendmahl, um 1590; Kanzel, bez. 1611, als Fu? Mosesstatue; über dem Eingang zur Gruft des Herrn v. B. Epit. 1661, 2geschossig mit gro?em Mittelrelief (Kreuzigung, Auferstehung) in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.

BENKENDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom. Kuppelfenster des Turmes als Beispiele roher l?ndlicher Kunstübung von einigem Interesse.

BENNDORF. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K. aus Findlingsbl?cken, ziemlich gut erhaltene rom. Anlage, E. 12. Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.

BENNDORF. Pr. Sachsen Kr. Naumburg.

Dorf-K. Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erh?ht, hübscher Rok.-Altar.

[pg 52] BERGEN. RB Cassel Kr. Hanau.

Ehem. K., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.

Burg. Stammschlo? der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700 umgebaut.

Ringmauer mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut erhalten.

Berger Warte. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.

BERGRHEINFELD. UFranken BA Schweinfurt.

Dorf-K. 1688-91, eingezogener Chor, au?en Strebepfeiler. Auf der OSeite die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelm??igem Schlu?. 1. H. 14. Jh. Neuer Hochaltar mit Figg. von Peter Wagner 1781. Gem?lde der Nebenalt?re von Oswald Onghers 1695.

BERGTHEIM. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des ma. OTurmes. Juliuswappen. - Sakramentsnische; 2 Kandelaberpfll. tragen einen got. Giebel. - Beim Schulhaus Bildstock um 1600 mit Abendmahlrelief in der Richtung des Mich. Kern; mehrere andere 18. Jh.

BERKA. Sachsen-Weimar VB Weimar.

Dorf-K. 1739. - Taufbecken von der Gruppe Christi und Johannis getragen. - Stattlicher Kanzelbau.

Von dem 1251 gest. Cisterc.-Klst. schwache Reste im Pfarrhaus. Burgruine gering.

BERKA A. D. WERRA. Sachsen-Weimar VB Eisenach. Stadt-K. Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum 1. Viertel 17. Jh., h?lzerne Emporen in 2 R?ngen, h?lzernes kassettiertes Tonnengwb. - Sp?tgot. Taufstein um 1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Gro?er Crucifixus um 1500. Orgel mit reichem Geh?use 1667.

Fachwerkh?user. ?ltestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr. 1521 neu).

BERLEPSCH. RB Cassel Kr. Witzenhausen.

Burg. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und Renss.

BERMBAGH. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. neu. Taufstein 1610 mit merkwürdigem, an die Holzarchitektur der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der Orgelempore 3 Holzfigg. A. 18. Jh. - Geschnitztes Fachwerkhaus (no 27) aus 17. Jh.

BERNBRUCH. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. Flügelaltar um 1480.

BERNECK. OFranken BAmtsstadt.

Burg, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und [pg 53] hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine zweite Burg, Hohenberneck, erb. 1485.

Rathaus. 1657.

BERNECKE. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Anlage rom. wie in Hain.

BERNSTADT. K. Sachsen AH L?bau.

Stadt-K. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingew?lbt, nach Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. - Grabdenkm?ler 17. und 18. Jh. in gro?er Zahl.

BERNTERODE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus der eichsfeldischen Kirchen vor der, den meisten von ihnen widerfahrenen, Barockisierung. Ausstattung rok.

BERTELSDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar 1771. - Bildnisgrabsteine derer v. Gersdorf 1580 ff.

Herrenhaus. 1722 und 1790. - H?user der Herrenhuter Unit?t 1790.

BERTSDORF. K. Sachsen AH Zittau.

Dorf-K. 1672 nach Ri? von Klengel. 1sch. mit polyg. (5/10) OSchlu?. Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen gezogenen Strebepfll. h?lzerne Emporen. Spitzbg. Ma?werkfenster. WTurm über Dach 8eckig. - Kirchhof; Portal Renss., Denkm?ler 18. Jh.

BERZDORF. K. Sachsen AH L?bau.

Dorf-K. Kleiner 1sch. Bau mit gew?lbtem quadr. Chor. Durch den Brand im Hussitenkriege nicht ganz zerst?rt. Die rom. Rundbg.Fenster nach der Chronologie dieser Gegend um oder nach 1300. - Schnitzaltar ca. 1480. Emporen 1608.

BESENHAUSEN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Herrenhaus erb. 1686 von General v. Hanstein.

BESSE. RB Cassel Kr. Fritzlar.

Dorf-K. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. - Sandsteinrelief, Kreuztragung, von spgot. Gliederungen umgeben.

BETTENBURG. UFranken. BA Hofheim.

Schlo?. Von 1343 bis heute Besitz der Truchse? v. Wetzhausen. Neubau nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail. Inschr. 1535, 1627. Englischer Garten 1790 mit romantischen Denkm?lern für G?tz v. Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m.

BETTENHAUSEN. Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.

Pfarr-K. mit Festungsmauer (Gaden). Sch?nes sprenss. Portal, Deckenmalerei und Mobiliar 1770.

BETZENSTEIN. OFranken BA Pegnitz.

Schlo?ruine. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerst?rt.

[pg 54] BEUCHLITZ. Pr. Sachsen Kr. Merseburg.

Dorf-K. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.

BEUREN. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Ehem. Kloster-K. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgf?ltiger Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. Bar. Stuckdecke mit Malerei. Turm unten sprom., dann frgot., bar. Obergescho? mit Schieferhaube.

Wach-Turm aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit 4 herausgebauten Erkern. H?user in Fachwerk.

BEUTNITZ b. Jena Sachsen-Weimar. Dorf-K. Rechteck, frühgot. Chor, Langhaus sp?tgot. mit Stabwerkportal, got. Beschl?ge, Turm zur Verteidigung eingerichtet. Kruzifix A. 15. Jh.

BEYERSDORF. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Dorf-K. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergew?nde aus Backstein.

BIBRA. Sachsen-Altenburg LA Roda.

Dorf-K. In der Anlage rom. - Rom. Rauchfa?.

BIBRA. Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.

Kirche. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren Archit. von künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit rok. Emporen, gew?lbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen, Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger Schule. - Ausstattung einheitlich um 1500-1520. Vom Hochaltar 4 Flügel erhalten, au?en mit Gem?lden, innen geschnitzt, nur mit entfernter Beziehung zu Riemenschneider. Dasselbe gilt von den Seitenalt?ren. N?her steht ihm eine Standfig. des S. Kilian und ein sitzender Papst (in der Sakristei). - Schlichte steinerne Ma?werkkanzel. - Von den Glasgem?lden alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und Dompropst Albert v.Bibra). - Eine Reihe guter Grabsteine. Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra, 1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem Zug ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils sp?ter. 5 Steine von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung mehrfach viele Jahre vor dem Tode.

BIEBELRIED. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. - Im neuen Hochaltar sch?ner Kruzifixus vielleicht von Riemenschneider oder ihm nahestehend; ebenso der Salvator (vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).

Johanniterkastell. Regelm??iges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten Teile der Au?enmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom [pg 55] Bau von 1275. An der SOEcke ein vorgekragtes Ch?rlein von der ehemal. Kapelle.

BIEBEREHREN. UFranken BA Ochsenfurt.

Rathaus. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. - Im Pfarrhof gutes Holzkruzifix um 1520. An der Brücke Bildstock bez. 1432.

BIEBERGAU. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. 1733. Bmkw. sch?ne Kanzel mit 4 Evangelisten, um 1750.

Schl??chen, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh.

BIEBERSTEIN siehe Fulda.

BIEBERSTEIN. Kr. Sachsen AH Mei?en.

Pfarr-K. Umbau aus Ma. 1676 g?nzlich umgestaltet. Altaraufsatz mit ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von K?rmser.

BIELEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem Kreuzgwb. und Fenstergruppe gleich Windhausen.

BILDHAUSEN. UFranken BA Kissingen.

Ehem. Cisterc.-Klst. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, Alt?re nach Laubach, W?chterswinkel und Reyersbuch gebracht. - Von der alten Anlage ist erhalten: Im Untergescho? des Klosterbaues kreuzgew?lbter, zweischiffiger Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen noch sichtbar, wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium. Daneben zwei frgot. R?ume. - Torhaus mit rundbg. Durchfahrt; darüber au?en Steinmadonna aus 2. H. 14. Jh. Daneben die alte rom. Torkapelle. - Alte Procuratie. 17. Jh. Schmuckreiche Erker. Sch?nes Rok.Treppenhaus. Erkerzimmer mit reich geschnitzter Türumrahmung im Stil des grünen Zimmers der Würzburger Residenz. Die übrigen Zimmer mit Rok.Stuckdecken. - Hübscher Gartenpavillon von 1756.

BIMBACH. UFranken BA Gerolzhofen.

Schlo? im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.

BINDLACH. OFranken BA Bayreuth.

Dorf-K. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.

BIRKENFELD. UFranken. BA Hofheim.

Schlo?. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen, Hauptbau quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche, vollst?ndig erhaltene Inneneinrichtung nach Zeichnungen des Malers Gout von einheimischen Dekorateuren.

BIRKENFELDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Zwei ansehnliche Herrenh?user derer v. Linsingen: Steinerhof 1555 und Roterhof (Fachwerk) 1659.

[pg 56] BIRNFELD. UFranken BA Hofheim.

Schlo?. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbisch?fe J. Ph. v. Greifenklau und J. Ph. Fr. v. Sch?nborn. - Dorfhaus no 1 sch?ner Fachwerkbau. ?Tausendj?hrige? Gerichtslinde; der Stützbau mit 2 konzentrischen Kreisen von steinernen S?ulen 1719.

BIRSTEIN. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Dorf-K. 1556. - Epit. einer Gr?fin v. Isenburg 1596.

Burg. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert sich um 3 H?fe im Anschlu? an die Disposition der vorausgegangenen ma. Burg. Am geschlossenen mittleren Hofe westl. der Küchenbau, umgebaut 1549, und der ?neue? Bau von 1527, noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der n?rdl. Hauptflügel 1603. Im n?rdl. Hof der neue Kanzleibau 1733. Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister A. W. Faber, einem Schüler Stengels, als standesgem??es fürstliches Residenzpalais, doch verh?ltnism??ig einfach.

BISCHHAUSEN b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.

Dorf-K. 1742 Umbau aus spgot. - Gro?es handwerkliches Epitaph der Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579, bmkw. durch starke got. Reminiszenzen.

BISCHHEIM. K. Sachsen AH Kamenz.

Dorf-K. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche Behandlung nicht ohne Reiz.

Herrenhaus und Park um 1800.

BISCHOFFERODE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.

Gemeindesch?nke reicher Fachwerkbau um 1560.

BISCHOFSGRüN. OFranken BA Bayreuth.

Dorf-K. Altargem?lde, Ankunft Christi zum Gericht mit der unechten Inschr. 1304.

BISCHOFSHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem vortretendem WTurm mit Zinnenkranz.

BISCHOFSHEIM. UFranken BA Neustadt a. S.

Pfarr-K. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich reich behandelt. Auf dem Marktplatz gu?eiserner Renss.-Laufbrunnen mit bmkw. Reliefplatten.

BISCHOFSRODA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Dorf-K. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb. Am Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt, ornament- und profillos. - Grabsteine 1516. - Reich geschnitztes Fachwerkhaus 17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus ornamentale rok. Malerei.

[pg 57] BISCHOFSTEIN. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Schlo? 1747 von Chr. Heinemann für den Landesherrn Kurfürst Joh. Friedrich v. Mainz.

Burgruine, sehr zerst?rt; unterhalb Spuren einer ehem. K.

BISCHOFSWERDA. K. Sachsen AH Bautzen.

Stadt-K. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand 1813 Wiederaufbau durch J. G. Michael. Einige Grabdenkm?ler des 17. Jh.

Begr?bnis-K. 1573, erneuert 1814. - Kolossales Sandsteinkruzifix E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, einfacher Aufbau mit gro?en Reliefs. Recht gute Holzfigg. um 1500. Grabdenkm?ler des 18. Jh. in gro?er Zahl.

Rathaus 1818 von Thormeyer. Wohnh?user aus derselben Zeit, sehr bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerit?t das Gasthaus zum goldenen L?wen. - Stadtmuseum.

BITTERFELD. Pr. Sachsen Kreisstadt.

Stadt-K. Gering spgot. - Gro?er Wandelaltar mit Doppelflügeln, die Gem?lde angebl. von dem Meister des Marktkirchenaltars in Halle.

BLANKENAU. RB Cassel Kr. Fulda.

Ehem. Cisterc.-Nonnen-K. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf kreuzf. Gr. Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.

BLANKENBERG. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Schlo?. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau auf eif?rmigem Grundri? hat rom. Mauerwerk, in jüngerer Zeit dürftig hergestellt.

BLANKENBURG. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Stadt-K. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.

BLANKENHAIN. Sachsen-Weimar VB Weimar

Dorf-K. spgot., verbaut. - Reste von Altarwerken, darunter bmkw. das Relief der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um 1525. - Epit. v. 1722. - Grabst. - Glasbilder aus 16. Jh.

Schlo? (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Br?nden 1527 und 1667 erneuert.

BLANKENHAIN. K. Sachsen AH Zwickau.

Dorf-K. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten rundbg. Turm ohne Bogenfeld. - 5 Holzfigg. von einem zerst?rten Altarwerk des 17. Jh.

BLANKENHEIM. RB Cassel Kr. Rotenburg.

Ehem. Nonnen-Klst.-K. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf. Anlage im übergangsstil. Teils zerst?rt, teils profan umgebaut. Reichskulpierte Kragsteine am OGiebel und spitzbg. Fenster mit S?ulchen und reichen Kapitellen. Interessantes Portal am n?rdl. Ssch.

[pg 58] BLEICHERODE. RB Erfurt Kr. Hohenstein.

Pfarr-K. Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in Breite des MSch. 1711 v?llig ver?ndert.

BLINTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schlu? und kleinem WTurm. - Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen aus dieser im Kirchenbau toten Epoche von Interesse.

BLOCHWITZ. K. Sachsen AH Gro?enhain.

Dorf-K. Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von 1668. Sandsteinkanzel 1550.

BLOSSWITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3st?ckigem Schlu?, Fenster spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter Holzplastik um 1510. Kanzelaltar von Valentin Walter 1705. Grabdenkm?ler 16.-18. Jh. in gro?er Zahl, die ansehnlichsten für Angeh?rige der Familie v. Schleinitz.

BLUMBERG. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weitr?umige Innere durch Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung. - 9 Epitaphe, hervorzuheben das des Joh. Chr. Wei?enbach ? 1690. Glocke 1475.

BOCKENHEIM. RB Cassel Kr. Hanau.

Edelhof ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal bez. 1582, Wappen 1593.

BOCKLET. UFranken BA Kissingen.

Badanlage 1754.

BODELWITZ. Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.

Dorf-K. Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.

BODENLAUBEN (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.

Burgruine mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto v. Henneberg (vgl. Frauenroth).

BODENRODE. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. - Ausstattung bar.

BODENSTEIN b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Schlo? im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit. - Au?en nach W Trümmer eines ma. Geb?udes.

B?LLBERG. Pr. Sachsen Saalkreis.

Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. Dorf-K., eingezogene Apsis, kein Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke spgot. Malerei, Teppichmuster.

BOLZHAUSEN. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. Chor 1614, Lhs. 1730. - Au?en Madonna, treffliche Holzfig. um 1540.

[pg 59] BONNLAND. U Franken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh. Zahlreiche Grabsteine der Herren v. Thüngen und v. Ru?wurm. - Abendmahlskelch A. 15. Jh.

Schlo? (15.-17. Jh. Thüngen, dann Ru?wurm). Malerische 2flügelige Gruppe aus sp. 16. Jh.

BORAGK. Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.

Dorf-K. 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der Chor nach dem Beispiel von Burxdorf rck. zu erg?nzen.

BORITZ. K. Sachsen AH Mei?en.

Dorf-K. wesentlich modern. Bmkw. Schnitzaltar ca. 1500-1520, einer der besten in s?chs. Dorf-K., angeblich aus dem Mei?ener Dom.

BORNA. K. Sachsen AH Borna.

Haupt-K. Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, das Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3 Seiten des 6 Ecks geschl. - Altarwerk 1512, wohl das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 bewegliche und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur Gem?lde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, bez. H W Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister der ?sch?nen Tür? in Annaberg (Flechsig). - Sch?ne Glocke 1493.

Kunigunden-K. nach 1200. Unter starker Verunstaltung erkennt man als Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika aus Backstein.

BORNA. K. Sachsen AH Oschatz.

Dorf-K. 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., au?en polyg. geschlossen. Sandsteinkanzel um 1550 mit hübschem Relief an der kreisrunden Brüstung. Stattlicher Taufstein um 1610. Denkm?ler 17. und 18. Jh., recht gut das des Pastors D. Wagner 1617.

BORNA. K. Sachsen AH Pirna.

Dorf-K. 1753. Altarwerk aus buntem Marmor 1756 von Andrea Salvatore Aglio.

BORNITZ. K. Sachsen AH Oschatz.

Schlo?. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl. um 1580, der n?rdl. um 1600, in den Einzelheiten manches Bemerkenswerte.

BORSCH. Sachsen-Weimar VB Dormbach.

Kath. Dorf-K. In reicheren Barockformen um 1730, so auch die Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars Schnitzwerk um 1500 (in dieser Gegend nicht oft erhalten). - Fachwerkh?user 17-18. Jh.

[pg 60] BORTHEN. K. Sachsen AH Pirna.

Altes Schlo? 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, sch?nes rundbg. Portal.

Neues Schlo? 1700. Bildnis der Gr?fin J. W. Bose, Meisterwerk von Antoine Pesne.

BOSAU. Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.

BOTTENDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787, guter Kanzelaltar A. 18. Jh.

B?TTIGHEIM. UFranken BA Marktheidenfeld.

Pfarr-K. erb. 1701. Gute Innenausstattung. Hochaltarblatt von Mart. Bolster 1706. Holzfig. St. Sebastian E. 15. Jh.

BOYNEBURG. RB Cassel Kr. Eschwege.

Burg. Stark zerst?rte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten der 4 Tore Rest der rom. Burgkap., 3st?ck. (got.?) Palas.

BRACHSTEDT. Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Got. Sakramentsnische.

BRAMBERG. UFranken BA Hofheim.

Burgruine. Erste Zerst?rung durch Friedrich Barbarossa. Die vorhandenen Bauten spgot.

BRANDENBURG bei Lauchr?den Sachsen-Eisenach.

Burgruine an der Werra. Eine der umfangreichsten und malerischsten Thüringens. 2 gro?e Bergfriede. Der der ?hinteren? Burg 13. Jh., unten 6eck., oben rund; der der ?vorderen? A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin Wohnturm mit Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell für Feuergeschütz.

BRANDENFELS. RB Cassel Kr. Eschwege.

Ansehnliche Burgruine, Kap. 1248 (?).

BRANDERODE. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend. Gute Holzmadonna. Grabst. 1559, 1640.

BRANDIS. K. Sachsen AH. Grimma.

Stadt-K. 15.-17. Jh. - Herrschaftshaus 1696, recht stattlich.

BRAUNA. K. Sachsen AH Kamenz.

Schlo? um 1700. Gem?ldesammlung.

Herrenhaus aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu Stolberg Besitzer war.

BR?UNSDORF. K. Sachsen AH Chemnitz.

Dorf-K. A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W erweitert. Der alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges Altarwerk bez. 1512.

BRAUNSDORF. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Kirche mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest., [pg 61] wobei treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg verwandt, gefunden.

BRAUNSDORF. Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.

Schlo?. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und umgebaut.

BREHNA. Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.

Stadt-K. (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.

BREITENAU. Sachsen-Coburg LA Coburg.

Dorf-K. Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.

BREITENAU. RB Cassel Kr. Melsungen.

Ehem. Benedikt.-Klst.-K. Gegr. 1113, voll. 1142. Einige spgot. Ver?nderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die Arkaden und Fenster zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt. - Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf kreuzf. Gr.; der Chor nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so geordnet, da? 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel; Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. - Der Hauptchor von den Nebench?ren durch eine Doppelarkade getrennt. Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit verzierter Schr?ge und glatter Platte abgedeckt. über den Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten). Am WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit 3facher Ark. sich ?ffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore; das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem Kapt. eine m?nnliche Figur mit der Beischrift Henricus. - Au?enbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. Das 2. WGescho? im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergescho? (abgetragen? oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein m?chtiger Glockenturm, 1898 errichtet. - An den spgot. Gwbb. des Qsch. ziemlich gut erhaltene Malereien (so 1866; jetzt übertüncht). Von den Klostergeb?uden und Ringmauern unerhebliche Reste.

BREITENBACH. Pr. Sachsen Kr. Zeitz.

Reichsburg. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz geschenkt. Die 1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. Ringmauern 2,20 m stark. Bergfried 9 m im Geviert, Mauerst?rke über 3 m. Die Burg liegt in einem vorgeschichtlichen doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog. Kemnate.

[pg 62] BREITENBACH. Kr. Cassel-Land.

Dorf-K. 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, au?en 2 Fensterreihen, innen Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem Spitzhelm und Erkertürmchen.

BREITENHAIN. Sachsen-Altenburg LA Altenburg.

Dorf-K. Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.

BREITENSEE. UFranken BA K?nigshofen.

Pfarr-K. Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ?hnlicher Vollst?ndigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit Reliefs, Sakramentsnische, Orgelgeh?use und Spuren von Renss.Malerei [übertüncht] an den Langhausw?nden).

BREITENWORBIS. Pr. Sachsen Kr. Worbis.

Dorf-K. 1681. 1sch. mit 4/8 Schlu?; der westl. Dachreiter mit umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.

BREITUNGEN s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen.

BREMEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda Ad. v. Dalberg, Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter Formbehandlung. Der 1sch. flachged. Innenraum mit würdevollem Reichtum ausgestattet. - Kanzel und 3 Alt?re aus Stuckmarmor, pr?chtig geschnitzte Kommunionbank.

BREND-LORENZEN bei Neustadt a. S. UFranken.

Dorf-K. Als solche gro?. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika. Vom alten Lhs. nur die 2 ?stl. Arkadenpaare und die westl. Frontmauer erhalten; der übrige Teil des Lhs. durch Abbruch der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht. Einfache rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver Turm, dessen Erdgescho? als Altarhaus dient (eine Verbindung, die bis in die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb); au?en das rom. Gepr?ge wenig ver?ndert; die Giebel, auf denen das Satteldach sitzt, haben frgot. Klangarkaden; die tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungss?ulchen mit Würfelkn?ufen. - Ausstattung bar. - Au?en an der NS. ?lberg bez. 1497, Figg. lebensgro?, roh.

Laurentius-Kap. mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen Zuflucht.

BREUNA. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Dorf-K., got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb., breite ungegliederte Gurten. - Steinkanzel 1561 mit 4 Evangelisten. Taufstein rom. reich mit Blattwerk. 3 Epitaphe derer v. d. Malsburg gering, gut die Bronzetafel 1631 von Gottfr. K?hler aus Cassel.

BRIESSNITZ. K. Sachsen AH Dresden-A.

Dorf-K. 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter Saal mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der [pg 63] eigenartig profilierte Triumphbg. und die Umfassungsmauern des 5/8 Chors, am Schlu? ein frgot. Ma?werkfenster, 3teilig mit spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreip?ssen. - [Fragmentierter Flügelaltar E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no 2621-23. Kreuzigungsgruppe 1529, Bemalung 17. Jh. ebenda no 2515.] Glasgem?lde um 1500. Rom. Taufstein. Mehrere Denkm?ler 17. und 18. Jh.

BRINNIS. Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.

Dorf-K., rom. Unterbau, spgot. erneuert. - Der spgot. Schnitzaltar geh?rt zu den besseren.

BRONN. OFranken BA Pegnitz.

Dorf-K. mit rom. Portal.

BRUCHK?BEL. RB Cassel Kr. Hanau.

Dorf-K. 1724. Turm 1410, Abschlu? mit Zinnen, erh?hten Ecken, steinernem Helm.

BRüCKEN. Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.

Dorf-K. Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.

BRüCKENAU. UFranken BAmtsstadt.

Schlo? (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürst?bten von Fulda.

BRüNN. Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.

Dorf-K. 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke. Fenster spitzbg. und auch sonst noch got. Reminiszenzen.

BRUNNHARDTSHAUSEN. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Kirche von 1732.

BUCH. K. Sachsen AH D?beln.

Cisterc.-Klst. A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken und ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar. Gr. normal kreuzf. Seitlich vom Chorquadrat je 2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in gleicher Flucht schlie?en; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., also gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewi? die Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen. Baustoff: Bruchstein mit Hausteingliedern. - Klostergeb?ude. Auf der WSeite des Hofes das 2sch. 5jochige Refektorium. Verh?ltnism??ig gut erhalten das abgesonderte Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.

BUCH. UFranken BA Ha?furt.

Dorf-K. 1616. 1sch. flachgedeckt, der gew?lbte Chor im OTurm. Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh.

BUCHA. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Dorf-K. Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von Erweiterungen in der Mitte. - Kanzelaltar 17. Jh.

[pg 64] BUCHAU. OFranken BA Kulmbach.

Pfarr-K. Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schlu?. Sch?ner Giechscher Grabstein 2. H. 16. Jh.

Schlo? der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470.

BUCHBRUNN. UFranken BA Kitzingen.

Ev. Pfarr-K. Wohlgegliederter OTurm, überg.-Stil nach M. 13. Jh. - Bmkw. spgot. Taufstein 1522.

Kath. Pfarr-K. um 1700, noch mit gotisierenden Ankl?ngen.

BUCHELOH. Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.

Gro?e Dorf-K. Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm; Lhs. 1729; aus derselben Zeit die Kanzel und der hübsche Taufengel.

BUCHHOLZ. K. Sachsen AH Annaberg.

Katharinen-K. 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit Emporen, jedoch unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen. Die jetzigen Emporen 1872. - Die Gem?lde an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der Franziskaner-K. in Annaberg, von einem s?chsischen (nicht oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von Dürers Marienleben.

Begr?bnis-Kap. Flügelaltar, im Mittel Gem?lde mit dem hl. Wolfgang und der Sage vom Traum des Bergmanns David und dem Ursprung des Annaberger Bergbaus, um 1520.

BüCHOLD. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged. Lhs. und die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme 1619. Gleichzeitig die dekorative Ausmalung, haupts?chlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen und Chorbg., von W. Ritterlein, und die Altargem?lde in frbar. Aufbau.

Schlo?. Runder rom. Bergfried, Bering ann?hernd kreisf., got.

BüCHENBACH. OFranken BA H?chstadt.

Dorf-K. Spuren von Befestigung.

BüHLER. UFranken BA Karlstadt.

Pfarr-K. Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor. Sandsteinkanzel 1594.

BULLENHEIM. UFranken BA Kitzingen.

Pfarr-K. Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromi?. - Einheitliche Ausstattung um 1660. Stattliches Bildnisepitaph eines Gf. v. Schwarzenberg ? 1579.

Im Dorf eine Reihe gef?lliger Fachwerkh?user.

BUNDORF. UFranken. BA Hofheim.

Schlo? der Truchse? v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh. NFlügel um 1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.

[pg 65] BüRABERG. RB Cassel Kr. Fritzlar.

Kapelle. ?ltester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius gegr. Jetzt einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung der rom. Anlage hergestellt.

BURGEBRACH. OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. Chor und Turm 1454, Schiff 1731. - ?lberg aus Fürnbach übertragen, ca. 1580-1600.

BüRGEL. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Kirche spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden Epochen zusammengearbeitet. - Reste der Stadtbefestigung.

Klst. Bürgel s. Talbürgel.

BURGGAILENREUTH. OFranken BA Ebermannstadt.

Schlo?, nach Zerst?rungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg einfach hergestellt.

BURGGEHAIG. OFranken BA Kulmbach.

Zahlreiche sch?ne Fachwerkh?user.

BURGGRUMBACH. UFranken BA Würzburg.

Dorf-K. Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. - Reiche Bar. Kanzel A. 18. Jh. Gem?lde des ehemal. Hochaltars bez. Francesco Mica 1714. Grabmal der Anna v. Grumbach (? 1598), liebenswürdige Kinderfigur in Renss.-Aedikula. - Im Dorf 4 bar. Bildst?cke mit reicher Plastik.

Schlo?. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der Grumbach; kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. nannten. Die bestehenden Bauten unbedeutend, E. 16. Jh.

BURGH?SELER. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

?Alte Kapelle? (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach r?tselhafter 3st?ckiger, in viele kleine Gem?cher geteilter Bau aus A. 16. Jh.

Dorf-K. mit gut erhaltenem rom. OTurm.

BURGHASUNGEN. RB Cassel Kr. Wolfhagen.

Turmruine sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei. 4seitiges Erdgescho?, hohes 8seitiges Obergescho?. Im Jahre 1896 stürzte dieser Turmrest ein. Ecklisenen, keine horizontale Gliederung bis auf den Zahnschnitt unter dem Obergescho?, letzteres mit schlanken gekuppelten Schall?ffnungen.

BURGISDORF. Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.

Dorf-K. rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle mit gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des Schiffes. An der Tür ?u?erst primitive Plastik. An der OWand gro?es frühgot. Wandgem?lde.

BURGJOSSA. RB Cassel Kr. Gelnhausen.

Wasserburg. R?tselhaft der gro?e 1/2kr. Ausbau aus Buckelquadern [pg 66]; die Vermutung, da? er der Rest eines gro?en Bergfrieds des 12. Jh. sei, hat sich nicht best?tigt. Das Herrenhaus einfache Anlage bez. 1573.

BURGK. Reu? ?. L. LA Greiz.

Fürstl. Schlo? aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne archit. Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gem?cher.

BURGKUNDSTADT. OFranken BA Lichtenfels.

Pfarr-K. 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.

Rathaus mit hervorragend sch?ner Holzarchit. des 17. Jh. Auch sonst viel vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkh?user 17. bis 19. Jh.

BURGLAUER. UFranken BA Kissingen.

Dorf-K. Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. - Würzburger Schule. Holzfigur der Madonna, A. 16. Jh. Grabsteine des Ritters Bernhard von Steinau und seiner drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.

BURGLEMNITZ. Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.

Dorf-K. von rom. Anlage. - Hübscher Taufstein aus 1. H. 17. Jh., Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot. Altarwerken.

BURGREPPACH. UFranken BA Hofheim.

Ev. Pfarr-K. Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. - Bar. Grabsteine der Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.

Schlo? nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage, Gr. triklinienf?rmig, der Eckpavillon turmartig überh?ht, Details in der Richtung des Bamberger Sp?tbarock. Saal mit guten Stuckaturen und Gobelins.

BURGSCHEIDUNGEN. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.

Dorf-K. Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar. Bedeutend die 3 Epit. der Familie v. Wiehe 1568, 1596, 1598, wohl alle drei von Christoph Weber, in dem man hier einen hervorragend tüchtigen Meister kennen lernt; von ihm wohl auch die Kanzel.

Schlo?. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und A. 17. Jh. regelm??ige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite nach der Unstrut offen. Ausgebaut 1724 ff. von Daniel Scholz für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom ?lteren Bau der SOFlügel mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633. Der Scholzsche Umbau nicht in Vollst?ndigkeit ausgeführt. Splendider Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. Ungemein reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt (ein sp?terer Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal führt eine Freitreppe mit geschwungenem Doppellauf zum Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und Statuen reich ausgestattet.

[pg 67] BURGSINN. UFranken BA Gemünden.

Pfarr-K. neu. Guter, klassizist. Hochaltar um 1770. - An den Langhausw?nden gute Epitaphien des 16. und 17. Jh. Neben dem Hochaltar ?lgem?lde, die drei Frankenapostel, um 1700, in der Art des Osw. Onghers.

Wasserschlo?. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und einem runden Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried aus 11. Jh.; aus dieser Zeit noch die Anlage des teilw. erneuerten Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. Das ursp. Aussehen einer fr?nkischen Wasserburg gut bewahrt.

Fronhofschl??chen. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau mit ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.

Neues Schlo?. 1620. Einfach.

BURGST?DT. K. Sachsen AH Rochlitz.

Stadt-K. 1522, 1sch. flachgedeckt. Schlu? 5 Seiten des 10Ecks, bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.

BURGWALDE. Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.

Dorf-K. (kath.). Umbau von 1700, bmkw. Schnitzaltar aus 2. H. 16. Jh.

BURGWENDEN. Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.

Dorf-K. OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren einer Apsis. Lhs. 1695 erweitert.

BURGWERBEN. Pr. Sachsen Kr. Wei?enfels.

Dorf-K. Eine ehemalige Pfl.Basilika im übergangsstil des 13. Jh., die im 30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das polyg. Altarhaus 1581.

BURGWINDHEIM. OFranken BA Bamberg II.

Pfarr-K. einheitlich bar., nicht bedeutend.

Kurie des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für B. Neumann in Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus einem quadr. Mittelbau, der einen einzigen gro?en Saal enth?lt, entwickelten sich in dreifachem Vorsprung 4 Eckpavillons; bei m??igen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.

BURKARTSHAIN. K. Sachsen AH Grimma.

Dorf-K. Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute Grabsteine 16. Jh.

BURKAU. K. Sachsen AH Bautzen.

Dorf-K. 1725 und 1897. - Vortreffliches Relief der hl. Sippe A. 16. Jh. - Altar im Ohrmuschelstil. - v. Braun- und Wartenbergsche Gruft A. 18. Jh., mit Denkm?lern.

BURKHARDRODA. Sachsen-Weimar VB Eisenach.

Kirche. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.

BURKHARTSWALDE. K. Sachsen AH Mei?en.

Dorf-K. (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu Ende geführt. - Altaraufsatz ca. 1640, reich in der Dekoration[pg 68], das Statuarische mittelm??ig. Got. Sakramentsh?uschen 14. Jh., ziemlich derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 3 Epit. E. 16. Jh.

BUSCHDORF. Pr. Sachsen Saalkreis.

Rom. Dorf-K., got. umgebaut. Bmkw. das rom. Sakramentsh?uschen.

BUTTENHEIM. OFranken BA Bamberg I.

Pfarr-K. 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung. 10 Grabm?ler der Familie v. Stiebar 1491-1579.

Schlo? der Frhh. v. Seefried.

BUTTHART. UFranken BA Ochsenfurt.

Pfarr-K. 1769 von Geigel, Turm 1594. - ?lberggruppe 17. Jh., überlebensgro?, nicht schlecht.

BUTTLAR. Sachsen-Weimar VB Dermbach.

Dorf-K. (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. - Kanzel und Hauptaltar von auffallend feiner Qualit?t (aus Klst. Am?neburg).

BUTTSTEDT. Sachsen-Weimar VB Apolda.

Stadt-K. S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus 18. Jh. Der seitlich stehende Turm ?hnlich dem der Haupt-K. zu Jena. Das Ganze typisch für eine barockisierte thüringische Kleinstadtkirche. - Prunkvoller, sehr ?katholisch? aussehender Altar- und Kanzelbau 1727. Deckenmalerei von Fr. Dom. Minetti.

Friedhof mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. Unter den Grabsteinen vom 16. Jh. ab viel Gutes.

(← Keyboard shortcut) Previous Contents (Keyboard shortcut →)
 Novels To Read Online Free

Scan the QR code to download MoboReader app.

Back to Top

shares